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Oberstdorf - Wikipedia

Oberstdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Panorama von Oberstdorf


Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Oberstdorf
Oberstdorf
Deutschlandkarte, Position von Oberstdorf hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Koordinaten: Koordinaten: 47° 25′ N, 10° 17′ O47° 25′ N, 10° 17′ O
Höhe: 815 m ü. NN
Fläche: 229,74 km²
Einwohner: 9962 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87561
Vorwahl: 08322
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 133
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt Oberstdorf
Prinzregentenplatz 1
87561 Oberstdorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Thomas Müller

Oberstdorf ist eine Marktgemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Der Markt ist die südlichste Gemeinde Deutschlands und mit einer Ausdehnung von 230 Quadratkilometern nach der Landeshauptstadt München flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde im Freistaat Bayern. 17 km südwestlich des Ortskerns liegt das Haldenwanger Eck, die südlichste Stelle Deutschlands.

Oberstdorf liegt in den Allgäuer Alpen und ist heilklimatischer Kurort und Kneippkurort. Ausserdem dient es mit seinen alpinen Skigebieten am Nebelhorn, dem Söllereck und dem Fellhorn/Kanzelwand, den Langlaufloipen, dem Eisstadion und auch den Skisprungschanzen und der Skiflugschanze als Wintersportplatz und ist zudem ein beliebtes Ziel für Bergsteiger.


Inhaltsverzeichnis

[Verbergen]

[Bearbeiten] Geografie

Blick auf Oberstdorf
Blick auf Oberstdorf

[Bearbeiten] Ortsteile

  • Kornau liegt auf 915 Meter Höhe. In der Nähe findet man die Söllereckbahn und die an Kunstschätzen reiche Kapelle St. Fabian und Sebastian. Kornau hat 590 Gästebetten.
  • In Reichenbach steht die 450 Jahre alte Kapelle St. Jakobus und die Moorwasserbadeanstalt. Reichenbach hat 226 Einwohner sowie 223 Gästebetten.
  • Rubi hat 175 Einwohner sowie 266 Gästebetten.
  • Typisch für Schöllang sind die Bauernhäuser um den barocken Zwiebelturm der Pfarrkirche. In der Nähe liegt die Burgkirche von 1531.
  • Tiefenbach hat seinen Namen von den „Tueffen“, die heute Latschen genannt werden. Der Ortsteil liegt auf einer Terrasse über der Breitach. Tiefenbach kann eine jahrhundertealte Kurtradition nachweisen, die es seiner Schwefelquelle verdankt. Schon im späten 15. Jahrhundert kurierten hier Grafen und andere hochgestellte Persönlichkeiten ihre Leiden.

Unweit von Tiefenbach liegt der Eingang zur Breitachklamm.

[Bearbeiten] Die Täler

Von Oberstdorf aus lassen sich eine Reihe Hochtäler erreichen, die nicht nur selbst landschaftlich sehr attraktiv sind, sondern auch meist am Anfang einer ausgedehnten Bergwanderung stehen. Die Liste führt die großen Täler mit ihren Nebentälern auf.

Oytal und Dietersbachertal werden durch Höfats und Rauheck getrennt. Gerstruben, Deutschlands höchstgelegenes Dorf liegt am Beginn des Dietersbachertals.

Das Rappenalptal ist das längste der Täler und führt an Deutschlands südlichst gelegenem Dorf, Einödsbach, vorbei zum südlichsten Punkt Deutschlands. Am Ende des Tals führt der Schrofenpass nach Österreich.

[Bearbeiten] Geschichte

Oberstdorf wurde erstmals 1141 urkundlich erwähnt und erhielt 1495 das Marktrecht von Kaiser Maximilian I.. 1619 wurde das Rathaus errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort unter schwedischer Soldateska, die ihn mehrfach, so 1632, 1634 und letztmals 1647, plünderte. Etwa 700 Menschen starben 1634/1635 am Schwarzen Tod.

Im Jahr 1742 wurde der letzte Bär im Oytal erlegt. 1787 bauten die Oberstdorfer ihr erstes Schulhaus. Am 5. Mai und am 6. Mai 1865 wütete eine Feuersbrunst, der 146 Häuser zum Opfer fallen. Zwei Drittel des Gebäudebestandes wurden vernichtet. Das Rathaus musste neu gebaut werden. 1885 fanden sich schon 2.353 Kurgäste im Ort ein. Die Eisenbahnverbindung Sonthofen-Oberstdorf wurde 1888 in Betrieb genommen. Der Fremdenverkehr wurde bedeutsamer Wirtschaftsfaktor.

Die Breitachklamm öffnete 1905 für Besucher. Die Schattenbergschanze erlebte 1926 ihr erstes Skispringen mit 35 Meter längster gemessener Weite. Die Nebelhornbahn transportiert seit 1930 Besucher in die Alpenwelt. Im Jahre 1937 wurde die Gemeinde heilklimatischer Kurort und seit 1964 ist sie ein leistungsfähiger Kneippkurort.

1950 wurde auf dem Berg Söllereck die Söllereckbahn gebaut. Im selben Jahr fand die erste Skiflugwoche auf der neuen Skiflugschanze statt.

Oberstdorf um 1900
Oberstdorf um 1900

1972 wurden die Gemeinde Tiefenbach und die Orte Schöllang, Reichenbach und Rubi der ehemaligen Gemeinde Schöllang eingemeindet. Die Fellhornbahn nahm ihren Betrieb auf. Ferner wurde der Bau der Heini-Klopfer-Skiflugschanze begonnen. Ein Jahr später fanden die ersten Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf statt. 1988 kamen die Skiflieger ein zweites Mal nach Oberstdorf.

1992 wurde das Ortszentrum für den Autoverkehr gesperrt. Mit dem Pkw Anreisende können rund 1.000 Parkplätze am Ortseingang nutzen und mit einer Buslinie in die Ortsmitte gelangen. Eine Fußgängerzone umfasst große Teile des Dorfzentrums, die restlichen Bereiche sind großteils verkehrsberuhigt.

[Bearbeiten] Tourismus

Fußgängerzone
Fußgängerzone

Mit 17.000 Betten und 2,5 Millionen Übernachtungen im Jahr gehört der Ort zu den Tourismus-Magneten in Deutschland. Hierzu tragen 200 Kilometer Wanderwege, 85 Kilometer Loipen, 20 Skilifte an Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck sowie 44 Kilometer alpine Abfahrtsstrecken bei. Etwa 75 Prozent des Gemeindegebietes stehen unter Naturschutz.

[Bearbeiten] Verkehr

Blick aus einer Gondel der Kanzelwandbahn im benachbarten Kleinwalsertal
Blick aus einer Gondel der Kanzelwandbahn im benachbarten Kleinwalsertal

Oberstdorf verfügt über zwei Pendelbahnen, die Fellhornbahn und die Nebelhornbahn, die an den Startpunkt des Hindelanger Klettersteigs fährt, sowie zwei Umlaufkabinenbahnen, die Fellhornbahn2 und die Söllereckbahn. Aufgrund seiner grenznahen Lage ist Oberstdorf Ausgangspunkt zu zahlreichen Zwei-Länder-Bergtouren zwischen Deutschland und Österreich.

Von Oberstdorf her besteht die einzige Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto in das österreichische Nachbartal, das Kleinwalsertal.

Der Bahnhof Oberstdorf ist als Kopfbahnhof Endpunkt der eingleisigen und nicht elektrifizierten Eisenbahnstrecke Immenstadt – Sonthofen – Fischen im Allgäu – Oberstdorf. Er wurde von der Allianz pro Schiene als bester Kleinstadtbahnhof des Jahres 2006 ausgezeichnet.

[Bearbeiten] Sehenswertes

Blick von der Skiflugschanze zum Freibergsee
Blick von der Skiflugschanze zum Freibergsee
Kirche
Kirche
Seelenkapelle
Seelenkapelle
Berliner Mauer
Berliner Mauer
  • Seelenkapelle aus dem 15. Jahrhundert
  • Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert
  • Breitachklamm bei Tiefenbach
  • Schattenbergschanze (Erdinger Arena)
  • Heini-Klopfer-Skiflugschanze, eine der drei größten Schanzen der Welt
  • Illerursprung
  • Gerstruben, verlassenes Bergdorf unter Denkmalschutz
  • Einödsbach (südl. Siedlung Deutschlands)
  • Christlessee
  • Moorweiher mit Naturlehrpfad
  • Sturmannshöhle bei Obermaiselstein
  • Rathaus
  • Größter Bergschuh der Welt im Heimatmuseum
  • Bundesleistungszentrum für Eiskunstlauf

[Bearbeiten] Sport

Dem Sport, speziell dem Wintersport, kommt in Oberstdorf eine besondere Bedeutung zu. Durch ein dort angesiedeltes Eissportzentrum mit Olympiastützpunkt und Sportinternat werden die Sportarten, Curling, Eiskunstlauf, Skilanglauf, Skisprung gefördert. Der zweimalige deutsche Meister im Eiskunstlauf von 2001 und 2003 Silvio Smalun und die Curling-Europameister 2002 und 2004 um Skip Sebastian Stock trainieren dort.

[Bearbeiten] Vierschanzentournee

Alljährlich findet in Oberstdorf der Auftakt für die Vierschanzentournee im Skispringen statt. Den Wettbewerb gibt es seit 1953. Damals war Oberstdorf jedoch zweite Station nach Garmisch-Partenkirchen.

[Bearbeiten] Internationale Skiflugwochen

gab es 1950, 1951, 1952, 1955, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1976, 1979.

[Bearbeiten] Skifliegen

Oberstdorf ist einer der wenigen Orte weltweit, die Wettbewerbe im Skifliegen ausrichten können. Ausgetragen werden die Wettkämpfe auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze. In den Jahren 1984, 1992, 1995, 1998, 2001 und 2004 richtete Oberstdorf jeweils den Skiflug-Weltcup aus. Der nächste Weltcup in Oberstdorf findet vom 25.–28. Januar 2007 statt. Vom 21.–24. Februar 2008 wird der Ort nach 1973, 1981, 1988 und 1998 bereits zum fünften Mal Veranstaltungsort der Skiflug-Weltmeisterschaften sein.

[Bearbeiten] Nordische Ski-WM

Oberstdorf war Austragungsort der Nordischen Skiweltmeisterschaften von 1987 und 2005. Derzeit wird eine erneute Bewerbung für 2015 bzw. 2017 in betracht gezogen. Sollte sich jedoch München mit Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf für die Olympischen Winterspiele 2018 bewerben, ist es eher unwahrscheinlich das Oberstdorf eine WM vor den Winterspielen zugesprochen bekommt.

[Bearbeiten] Andere Sportarten

  • Eiskunstlauf
    • 1982 – Junioren-WM
    • 2000 – Junioren-WM
    • 2006 - Deutsche Nachwuchsmeisterschaft
    • 2007 – Junioren-WM
  • Langlauf-Weltcup: 1986, 1996, 2004, 2006
  • Curling
  • 1988 – Curling-Europameisterschaft
  • 1992 – Curling-Junioren-WM
  • 1994 – Curling-WM
  • 2000 – Curling-EM
  • Snowboard-Weltcup: 1998, 1999, 2001
  • Sonstige
    • 1999 – Short-Track EM
    • 2002 – Freestyle Weltcup auf der Buckelpiste
    • 2004 – Weltcup in der Nordischen Kombination
    • 2005 – Freestyle Weltcup auf der Buckelpiste (Fellhorn)
    • 2007 – Weltcup im Skifliegen
    • 2008 – Weltmeisterschaft im Skifliegen

[Bearbeiten] Bekannte Sportler aus Oberstdorf

[Bearbeiten] Fernwanderweg

Der europäische Fernwanderweg E5 führt durch Oberstdorf. Die erste Alpenüberquerung mit einem Mountainbike durch Andreas Heckmair startete hier und ist seit dem ein beliebter Einstieg für einen Transalp (siehe Heckmair-Route).

[Bearbeiten] Kultur

Alle fünf Jahre findet in Oberstdorf der traditionelle Wilde-Mändle-Tanz statt. Im Jahr 2010 wird er wieder aufgeführt.

Bekannt ist das Klausentreiben, ein wilder Brauch am Nikolausabend jeden Jahres.

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Dorf Megève in Hochsavoyen. Es ist genau wie Oberstdorf ein Fremdenverkehrsdorf mit viel Ski- und Wandertourismus.

[Bearbeiten] Wichtige Persönlichkeiten

  • Anderl Heckmair (1906–2005); Extrembergsteiger, Erstbesteiger der Eigernordwand, Gründer des deutschen Bergführerverbandes, lebte in Oberstdorf
  • Gertrud von Le Fort (1876–1971), Schriftstellerin: Ehrenbürgerin von Oberstdorf sowie Namensgeberin des örtlichen Gymnasiums.
  • Joseph Meyer (1796–1856), Verleger, erbaute 1862 das Sachsenhaus nach dem der Sachsenweg benannt wurde
  • Johann von Schraudolph (1808–1876), Historienmaler
  • Claudius Schraudolph der Ältere (1813–1891), Historienmaler und Lithograph
  • Carl Zuckmayer (1896–1977), Schriftsteller: häufige Urlaube bei seinen in Oberstdorf lebenden Eltern

[Bearbeiten] Weblinks

commons:Hauptseite
Commons
Commons: Oberstdorf – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
n:
WikiNews
Wikinews: Bahnhöfe des Jahres 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf – Nachrichten

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