Prosopografie
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Als Prosopografie (auch: Prosopographie) bezeichnet man in der Geschichtswissenschaft die systematische Erforschung eines bestimmten Personenkreises, z. B. in Hinblick auf Herkunft, Karrieren oder Familienverbindungen. Die Auswahl der Personen erfolgt in der Regel in einer Kombination aus geographischen, zeitlichen und sozio-politischen Kriterien. Die Ergebnisse der Forschung werden meist in alphabetisch oder systematisch geordneten Verzeichnissen mit Quellenangaben veröffentlicht (z. B. Prosopographia Imperii Romani, Prosopography of the Later Roman Empire). Derartige Verzeichnisse haben außer für die Sozialgeschichte auch für Personen- und Familiengeschichte eine große Bedeutung.
Im weiteren Sinne ist auch jedes Ortsfamilienbuch eine Prosopografie.
[Bearbeiten] Literatur
- Averil Cameron (Hrsg.): Fifty Years of Prosopography. The Later Roman Empire, Byzantium and Beyond (Proceedings of The British Academy 118). Oxford University Press, Oxford 2003.
- Peter Csendes: Stadt und Prosopographie. Zur quellenmäßigen Erforschung von Personen und sozialen Gruppen in der Stadt des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit. Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Linz 2002. (Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, 6) ISBN 3-900387-26-5
- Mark Häberlein und Wolfgang Reinhard: Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts. Prosopographie wirtschaftlicher und politischer Führungsgruppen 1500 - 1620. Akademie-Verlag, Berlin 1996. ISBN 3-05-002861-0 .
- Werner Eck (Hrsg.): Prosopographie und Sozialgeschichte. Studien zur Methodik und Erkenntnismöglichkeit der kaiserzeitlichen Prosopographie. Kolloquium Köln 24.–26. November 1991. Böhlau, Köln 1993. ISBN 3-412-04393-1