Rumfordsuppe
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Rumfordsuppe, auch bekannt als Rumford'sche Armensuppe oder im Volksmund als Rumfutsch-Suppe, ist ein preiswerter, nahrhafter Eintopf. Benjamin Thompson, Graf Rumford, erfand diese Suppe im Jahr 1795 für die Soldaten der Armee seines Dienstherrn, des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, und für die festgenommenen Bettler und Arbeitslosen in seinem Militärischen Arbeitshaus in der Münchener Au, um diese sparsam, aber dennoch nahrhaft zu versorgen.
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[Bearbeiten] Historisches
In der Zeit der Koalitionskriege gegen die Truppen Napoleons verarmte die städtische Bevölkerung und war in vielen Orten auf Suppenküchen angewiesen, in denen dann oft die Rumfordsuppe ausgegeben wurde.
Zum Jahreswechsel 1803/1804 wurde diese Suppe auch im preußischen Schlesien eingeführt. Über die kostenlose Ausgabe in Grünberg berichteten die „Schlesischen Provinzialblätter" am 18. Februar 1804:
- „Unsere Stadt erfreut sich jetzt einer wohlthätigen Veranstaltung mehr. Um den Armen unserer Stadt zu Hülfe zu kommen, sind auch hier die Rumford-Kraftsuppen nach den gewöhnlichen Ingredienzen eingeführt worden und die mit dieser Suppe seit dem 27. Decbr. 1803 gemachten Proben sind so ausgefallen, daß sie das davon gepriesene Gute bestätigt haben. Der Polizeidirector Höpfner läßt die Suppe vor der Hand und bis in der Folge dazu ein Fond ausgemittelt oder bis dazu durch wohlthätig Gesinnte freywillige Geschenke geleistet werden, allwöchentlich zweymal mit verschiedenen Abwechslungen auf 40 Personen zubereiten und an Arme unentgeldlich austheilen. Der Herr Major von Dobschütz, der durch Beyhülfe milder Beyträge sich schon mehrmalen rühmlichst ausgezeichnet hat, ist der erste freywillige Wohlthäter dieser Anstalt geworden. Er läßt ebenfalls diese Suppe auf seine Kosten zubereiten und sowohl an die Soldatenkinder, als auch an die städtischen Armen unentgeldlich austheilen. - Möchte doch dieses edle Beyspiel mehrere gutmüthige Menschen am hiesigen Ort auffordern, diese wohlthätige Suppenanstalt, welche die Regierungen in mehreren Landen durch Beyhülfe milder Beyträge für die Armen im Winter eingeführt haben, auch ihrer Seits zur Milderung der nothleidenden Menschheit bestens unterstützen zu helfen. Gewiß fühlt sich jeder gute Mensch dann erst glücklich, wenn er anderer Glück vermehren helfen kann."
[Bearbeiten] Rezept
Damals war die Rumfordsuppe ein wässeriger Aufguss, der, für 100 Portionen berechnet, nur aus einigen Pfund Perlgraupen, gelben Erbsen, Brot, etwas Salz, Sauerkraut, 4 Pfund Speck oder Fleisch, dafür aber aus viel Kartoffeln und Wasser bestand.
Im 19. Jahrhundert fand diese Suppe mit weniger Wasser, dafür aber mit Hühnerbrühe und um andere edlere Zutaten verfeinert, Eingang in bürgerliche Kochbücher. Heute kommt die frühere Armenspeisung als „Slow Food" wieder in Mode.