Deborah Kerr
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Deborah Kerr (* 30. September 1921 in Helensburgh, Schottland; gebürtig Deborah Jane Kerr-Trimmer) ist eine britische Filmschauspielerin.
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[Bearbeiten] Leben
Deborah Jane Kerr wurde als Tochter eines Offiziers geboren. Sie verlor ihren Vater mit 14 Jahren und übersiedelte danach mit ihrer Mutter in die Nähe von Bristol.
Ihre Karriere beginnt sie mit Tanzen, mit 17 ist sie Chortänzerin bei Sandler's Wells Ballett. Nach erster künstlerischer Ausbildung an der Theaterschule Northumberland House, Clifton, Bristol, gab sie 1939 ihr Schauspieldebüt am Freiluft-Theater am Regent's Park in London. Im Alter von 20 Jahren bekommt sie eine kleine Rolle in der George Bernard Shaw-Verfilmung Major Barbara von Gabriel Pascal. Während des Krieges tritt sie an Fronttheatern auf. 1947 gelingt ihr mit Schwarze Narzissen der Durchbruch als Schauspielerin.
Diese Rolle verschafft ihr einen Vertrag bei MGM. Ihre erste Rolle spielt sie neben Clark Gable in The Hucksters. Aufgrund ihrer patrizischen Erscheinung wird die Schauspielerin vom Studio als legitime Nachfolgerin von Greer Garson gehandelt und hauptsächlich als teetrinkende Dame eingesetzt. Die tränenreiche Romanze When Winter Comes setzt sie daher auch neben Walter Pidgeon, dem langjährigen Partner der Garson ein. Eine Ausnahme bildet ihr Auftritt als alkohlkranke Ehefrau von Spencer Tracy in Edward, mein Sohn, der ihr 1949 die erste von sechs Oscarnominierungen einbringt.
Ab 1951 wird sie in den für MGM damals typischen Monumentalfilmen besetzt. Oft ist sie an der Seite von Stewart Granger zu sehen, mit dem sie u.a. in König Salomons Diamanten auf Expedition in den Studiodschungel geht. An der Seite von Robert Taylor verkörpert sie im gleichen Jahr die junge Christin Lygia in Mervyn LeRoys Quo Vadis. Der Film war ursprünglich mit Gregory Peck und Elizabeth Taylor in den Hauptrollen begonnen.
1953 spielt Miss Kerr eine kleine Nebenrolle in dem Historienfilm Die Thronfolgerin neben Jean Simmons, die seit ihrer Mitwirkung in Schwarze Narzissen selbst zum Star in Hollywood aufgestiegen war. Im selben Jahr schafft Deborah Kerr einen erfolgreichen Imagewechsel, nachdem Joan Crawford sich aufgrund von Misshelligkeiten über das Drehbuch sowie die Kostümauswahl aus der Mitwirkung in Fred Zinnemanns Verdammt in alle Ewigkeit zurückzog und Miss Kerr die Rolle der Karen Holmes, einer leidenschaftlichen Offiziersgattin und Ehebrecherin, an der Seite von Burt Lancaster übernimmt. Kerrs britisch-unterkühlte und zugleich unter der Oberfläche brodelnde Aura kontrastiert effektiv mit der machohaften Art von Lancaster.
1956 übernimmt sie die weibliche Hauptrolle als Anna Leonowens an der Seite von Yul Brynner in der Verfilmung von Der König und ich. Eine ihrer aufgrund zahlreicher Wiederholungen im Fernsehen bekanntesten Rollen spielt sie ein Jahr später in dem Remake des Irene Dunne - Charles Boyer Klassikers Love Affair: Die große Liebe meines Lebens. Als ihre größte Herausforderung bezeichnet die Schauspielerin ihre Rolle einer unterdrückten jungen Frau in Getrennt von Tisch und Bett aus dem Jahr 1958. Ihr Filmpartner David Niven gewinnt für seine Rolle einen Oscar. Nach Elia Kazans Das Arrangement verabschiedet sich die Schauspielerin von der Kinoleinwand.
Sie macht ein kurzes Comeback im Fernsehen mit dem Remake des Billy Wilder-Klassikers Zeugin der Anklage und tritt regelmäßig am Broadway und im Londoner West End auf.
Kerr lebt heute mit ihrem zweiten Ehemann Peter Viertel in Klosters, Schweiz. Sie ist an Parkinson erkrankt. Trotz ihrer Krankheit nahm sie den ihr 1994 verliehenen Ehren-Oscar in Hollywood persönlich entgegen. 1998 wurde ihr der Commander of the Most Excellent Order of The British Empire verliehen.
Robert Mitchum, mit dem die Schauspielerin drei Filme gemeinsam drehte, bezeichnete die Chemie zwischen ihnen als so groß, dass man ihre gemeinsamen Szenen an getrennten Orten drehen könnte und das zusammengeschnittene Ergebnis wäre eine perfekte Übereinstimmung.
Die Schauspielerin wurde insgesamt sechsmal für den Oscar nominiert:
1949: Edward My Son
1953: From Here To Eternity (Verdammt in alle Ewigkeit)
1956: The King And I (Der König und Ich)
1957: Heaven Knows, Mister Allison (Der Seemann und die Nonne)
1958: Separte Tables (Getrennt von Tisch und Bett)
1960: The Sundowners (Der endlose Horizont)
[Bearbeiten] Filme
- 1941 - Major Barbara
- 1941 - Love on the Dole
- 1941 - Der Gouverneur von Pennsylvanien (Penn of Pennsylvania)
- 1941 - Der Hutmacher und sein Schloss (Hatter's Castle)
- 1941 - The Day will dawn
- 1943 - Leben und Sterben des Colonel Blimp (The Life and the Death of Colonel Blimp)
- 1945 - Perfect Strangers
- 1946 - I see a dark Stranger, mit Trevor Howard
- 1947 - Die Schwarze Narzisse (Black Narcissus)
- 1947 - Der Windhund und die Lady (The Hucksters), mit Clark Gable
- 1948 - If Winter comes
- 1949 - Edward, mein Sohn (Edward, my son), mit Spencer Tracy
- 1950 - Drei Männer für Alison (Please believe me), mit Mark Stevens
- 1950 - König Salomons Diamanten (King Salomon's Mines), mit Stewart Granger
- 1951 - Quo Vadis? (Quo Vadis), mit Robert Taylor
- 1952 - Im Schatten der Krone (The prisoner of Zenda), mit Stewart Granger
- 1952 - Donner in Fernost (Thunder in the East)
- 1953 - Julius Caesar (Julius Caesar), mit Marlon Brando
- 1953 - Die Thronfolgerin (Young Bess), mit Stewart Granger
- 1953 - Du und keine andere (Dream Wife), mit Cary Grant
- 1953 - Verdammt in alle Ewigkeit (From here to Eternity), mit Burt Lancaster
- 1955 - Das Ende einer Affäre (The End of the Affair), mit Van Johnson
- 1956 - Auch Helden können weinen (The Proud and Profane), mit William Holden
- 1956 - Der König und ich (The King and I), mit Yul Brynner
- 1956 - Anders als die anderen (Tea and Sympathy), mit John Kerr
- 1956 - Der Seemann und die Nonne (Heaven knows, Mr. Allison]], mit Robert Mitchum
- 1957 - Die große Liebe meines Lebens (An Affair to remember), mit Cary Grant
- 1958 - Getrennt von Tisch und Bett (Separate Tables), mit David Niven
- 1958 - Bonjour tristesse (Bonjour tristesse), mit David Niven
- 1958 - Die Reise (The Journey), mit Yul Brynner
- 1959 - Französische Betten (Count your Blessings), mit Rossano Brazzi
- 1959 - Die Krone des Lebens (Beloved Infidel), mit Gregory Peck
- 1960 - Der endlose Horizont (The Sundowners), mit Robert Mitchum
- 1960 - Vor Hausfreunden wird gewarnt (The Grass is greener), mit Cary Grant
- 1961 - Ein Mann geht seinen Weg (The Naked Edge), mit Gary Cooper
- 1961 - Schloss des Schreckens (The Innocents)
- 1963 - Three Roads to Rome (TV)
- 1963 - Das Haus im Kreidegarten (The Chalk Garden)
- 1964 - Die Nacht des Leguan (The Night of the Iguana), mit Ava Gardner
- 1965 - Dreimal nach Mexiko (Marriage on the Rocks), mit Frank Sinatra
- 1966 - Die schwarze 13 (Eye of the Devil), mit David Niven
- 1966 - Casino Royale (Casino Royale), mit David Niven
- 1968 - Die Pille war an allem schuld (Prudence and the Pill), mit David Niven
- 1968 - Die den Hals riskieren (The Gypsy Moths), mit Burt Lancaster
- 1969 - Das Arrangement (The Arrangement), mit Kirk Douglas
- 1981 - A Song at Twilight (TV)
- 1982 - Zeugin der Anklage (Witness for the Prosecution), mit Ralph Richardson (TV)
- 1982 - Wiedersehen in Fairborough (Reunion at Fairborough) (TV)
- 1984 - Des Lebens bittere Süße / A Woman of Substance (TV), mit Jenny Seagrove
- 1985 - The Assam Garden
- 1986 - Hold the Dream (TV)
[Bearbeiten] Deutsche Synchronstimmen von Deborah Kerr
- Marianne Kehlau: Bonjour Tristesse, Schloss des Schreckens, Donner in Fernost, Auch Helden können weinen, Die große Liebe meines Lebens, Französische Betten, Das Haus im Kreidegarten, 3 x nach Mexiko, Zeugin der Anklage
- Eva Katharina Schulz: Die Nacht des Leguan, Die Krone des Lebens, Die den Hals riskieren
- Eleonore Noelle: Der König und ich, Vor Hausfreunden wird gewarnt, Das Ende einer Affäre
- Erika Georgie: Major Barbara
- Marion Degler: Der Gouverneur von Pennsylvanien, Der Seemann und die Nonne
- Gerda Maria Terno: Die schwarze Narzisse
- Edith Schneider: Quo vadis, Du und keine andere, Die Thronfolgerin
- Tilly Lauenstein: Anders als die anderen, Die schwarze 13
- Gudrun Genest: Getrennt von Tisch und Bett
- Dagmar Altrichter: Die Pille war an allem schuld, Des Lebens bittere Süße
[Bearbeiten] Filmpreise
- Filmfestspiele von Cannes 1984
- Ehrenoscar für ihr Lebenswerk 1993
- 6 Oscarnominierungen
[Bearbeiten] Literatur
- Braun, Eric: Deborah Kerr. Allen, London 1977
[Bearbeiten] Weblinks
Personendaten | |
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NAME | Kerr, Deborah |
ALTERNATIVNAMEN | Deborah Jane Kerr-Trimmer |
KURZBESCHREIBUNG | Schauspielerin |
GEBURTSDATUM | 30. September 1921 |
GEBURTSORT | Helensburgh, Schottland |