Der Traum des Joachim
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Der Traum des Joachim |
Giotto di Bondone, 1303-1305 |
Fresko, ~185 × ~200 cm |
Musée d'Orsay |
Der Traum des Joachim, entstanden 1303-05 ist ein Bild des italienischen Malers Giotto di Bondone.
Das Fresko (ca. 185 x 200 cm) besteht aus zwei Teilen: - Das linke, große Bild (etwa 3/5 der Fläche) - Das rechte, schmale Bild (etwa 2/5 der Fläche)
Beide Teile werden von mehreren Leisten mit Blatt- und Blumenverzierungen umrahmt.
Beschreibung des Bildes:
Vor einer fast weißen Gebirgslandschaft (untere Hälfte) sitzt rechts der heilige Joachim. Er stützt seinen Kopf auf den rechten Arm und schläft. Er trägt einen blassrosa Umhang. Sein Kopf ist umgeben von einem Heiligenschein. Er sitzt vor einer weißen Klause die zum Betrachter hin eine Öffnung hat. In der Mitte des Bildes befindet sich eine Schlucht, in der 3 Schafe und 2 Ziegen grasen und ein Hund über die Tiere wacht. Auf der linken Seite stehen zwei Hirten (hintereinander). Der vordere stützt sich auf einen Stab. Er trägt ein rosa Kleid und einen dazu passenden Hut. Der Hintere eine bräunliche Mönchskutte mit Kapuze. Beide schauen nach rechts oben (zum Engel). Der Hintergrund (Himmel) hat eine leuchtend blaue Farbe. Auf der linken Seite schwebt ein Engel. Er zeigt mit der rechten Hand auf den heiligen Joachim. Er sieht so aus, als flöge er auf ihn zu. Er trägt ein weißes Gewand mit Goldbordüren. Die Flügel sind nach oben gerichtet. Die braunen Haare sind von einem Heiligenschein umgeben.
Beschreibung des rechten Bildes:
Das schmale, rechteckige Bild besteht aus drei übereinanderstehenden Ornamenten (weiß). Das obere und untere ist fast identisch: geometrisch, quadratisch mit einer Blüte in der Mitte. Das Ornament in der Mitte sieht aus wie ein Fenster, an dem der heilige Joachim steht. Man sieht von vorn seinen Kopf mir Haaren, Vollbart und Heiligenschein und sein Oberkörper (gleich gekleidet, wie auf dem anderen Bild).
Benennung der Farben und Farbauftrag
Der Himmel hat eine kräftige azurblaue Farbe. Alle anderen Farben sind Pastellfarben, blass und deckend.
Darstellung des Raums
Der Raum bekommt durch die Felsen eine Tiefenwirkung. Die Hauptrichtungen sind in oben und unten geteilt. Die obere Hälfte wird durch den Engel bestimmt, die untere durch die Personen und Tiere. Die Schlucht in der Mitte teilt das Bild zusätzlich in zwei senkrechte Hälften.
Textquelle
Die Textquelle für das Bild ist die Geschichte von Anna und Joachim, den Eltern Marias, der Mutter Jesu, im apokryphen Jakobusevangelium. Dort wird die Geschichte des Priesters Joachim erzählt, der mit seiner Frau Anna in Jerusalem gelebt hat. Eines Tages wurde Joachims Opfer im Tempel vom Oberpriester abgelehnt, da Joachim mit seiner Frau nach zwanzigjähriger Ehe noch kein Kind gezeugt hatte. Daraufhin erschien Joachim bei der Feldarbeit im Traum ein Engel, der ihm die Geburt eines Kindes weissagte.