Dunkerque (Schiff)
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Bau und Dienstzeit | ![]() |
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Bestellung: | |
Kiellegung: | 24. Dezember 1932 |
Stapellauf: | 2. Oktober 1935 |
Indienststellung: | 1. Mai 1937 |
Verbleib: | Versenkt |
Technische Daten | |
Verdrängung: | 36.380 t |
Länge: | 215,1 m |
Tiefgang: | 8,7 m |
Breite: | 31,1 m |
Antrieb: |
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Geschwindigkeit: | Erprobung: 31,06 kn (Entwurf 29.5 kn) |
Reichweite: | 7.500 sm bei 15 kn |
Besatzung: | 1381 |
Bewaffnung: |
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Panzerung |
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Flugzeuge |
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Motto: |
Die Dunkerque war das erste Exemplar eines neuen Kriegsschiff-Typs der französischen Marine, der als Schnelles Schlachtschiff bezeichnet wurde. Sie hatte nicht ganz die Größe, Bewaffnung und Panzerung eines vollwertigen Schlachtschiffes, weshalb sie im Ausland zum Teil noch immer als Schlachtkreuzer klassifiziert wird. Sie war dazu konstruiert, der Gefahr durch die deutschen Panzerschiffe der Deutschland-Klasse zu begegnen.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Entwurf der Dunkerque und ihres Schwesterschiffs Strasbourg war sehr innovativ. Die gesamte Hauptbewaffnung war vorne angebracht, was zwar schon bei den Schlachtschiffen der Nelson-Klasse der Royal Navy der Fall gewesen war, diese jedoch hatten drei Türme, die jeweils drei Geschütze trugen von denen der Schwenkbereich des hinteren Turms vom mittleren Turm eingeschränkt war. Die Dunkerque hatte demgegenüber zwei Vierlingstürme, die uneingeschränkt in alle Richtungen außer nach achtern feuern konnten. Die Verwendung von zwei Vierlingstürmen für die gesamte Hauptbewaffnung war eine Besonderheit, die es nur bei den späten französischen Schlachtschiffen gab. Auch die Richelieu und die Jean Bart waren so konstruiert.
Allerdings waren die Dunkerque und die Strasbourg aufgrund ihrer geringeren Größe, der schwächeren Panzerung sowie Bewaffnung keine vollwertigen Schlachtschiffe, weshalb sie im Ausland oft zum Teil noch immer als Schlachtkreuzer klassifiziert wird (in Frankreich daher Croiseur de bataille genannt). Die deutsche "Antwort" auf diese beiden Schiffe waren die neuen Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau, die ihnen an Panzerung und Geschwindigkeit überlegen und in Sachen Bewaffnung in etwa gleichwertig waren.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Dunkerque zusammen mit ihrem Schwesterschiff Strasbourg, zum Eskortieren von Konvois eingesetzt. Sie nahm auch erfolglos an der Jagd nach dem deutschen Panzerschiff Admiral Graf Spee im Atlantik teil.
Nach der Schlacht um Frankreich lag sie neben der Strasbourg in Mers-el-Kébir. Die Schiffe waren eines der Hauptziele bei der Zerstörung der französischen Flotte in Mers-el-Kebir durch die englische am 3. Juli 1940 (Operation Catapult). Die Dunkerque wurde schwer beschädigt und überstand drei Monate später weitere Angriffe durch Torpedobomber des Flugzeugträgers HMS Ark Royal.
Die Dunkerque kehrte im Februar 1942 zur Reparatur nach Toulon zurück und befand sich noch dort, als die Deutschen den bisher unbesetzten Teil Frankreichs („zone libre“) am 27. November 1942 besetzten. Sie wurde mit ihrem Schwesterschiff Strasbourg und dem Großteil der französischen Flotte selbst versenkt, um zu verhindern, dass sie den Deutschen in die Hände fiel.
Im Jahre 1943 wurden das in Toulon auf Grund liegende Wrack der Dunkerque unter der Regie des faschistischen Italien teilweise systematisch ausgeschlachtet, nachdem der Führung der Regia Marina eine zuvor in Erwägung gezogene Reparatur nicht mehr lohnend erschien. Angesichts der doch sehr schweren Schäden entschieden sich die Italiener in diesem Fall gegen eine Hebung. Das in der Folge abgebaute Material, darunter auch das Flugzeugkatapult, gelangten daher als Schrott nach Italien. Nach dem Krieg wurden die Überreste der Dunkerque noch 1945 gehoben, jedoch erst im Jahre 1958 der Verschrottung zugeführt.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Schlachtschiff
- Schnelles Schlachtschiff
- Marine Nationale
- Vichy-Regime
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: French battleship Dunkerque – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |