Französisch-britische Union
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Die Französisch-Britische Union war ein nie verwirklichtes Projekt, das im 20sten Jahrhundert zweimal vorgeschlagen wurde: 1940 von britischer und 1956 von französischer Seite.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Vorgeschichte
Bezüglich der Verbindung der beiden Ländern Frankreich und Vereinigtes Königreich ist als Vorgeschichte interessant, daß die Engländer 500 Jahre (von ca. 1340 bis 1802) Anspruch auf den französischen Thron erhoben und alle Könige in dieser Zeit trugen auch den Titel "König/Königin von Frankreich" ("King/Queen of France"). Erst im Gefolge der Französischen Revolution sowie des Act of Union 1800 verzichtete Georg der Dritte aus dem Haus Hannover auf den französischen Thron im Vertrag von Amiens 1802.
[Bearbeiten] Ansätze im 20sten Jahrhundert
[Bearbeiten] Versuch 1940
Nachdem die deutsche Wehrmacht nach der französischen Kriegserklärung an Deutschland die französische Armee entscheidend geschlagen hatte, schlug Churchill 1940 eine Union zwischen Frankreich und Großbritannien vor. Die beiden Regierungen sollten eine franösisch-britische Union (Franco-British Union) deklarieren. Vorgesehen waren gemeinsame Institutionen für Verteidigung, Außenpolitik, Finanzen und Wirtschaft sowie ein gemeinsamer Staatshaushalt. Während des Krieges sollte ein Kabinett regieren, dieses sollte das Oberkommando über die gemeinsamen Streitkräfte haben. Die beiden Parlamente sollten sich zusammenschließen, der Regierungssitz sollte am bestmöglichen Platz sein.
Englische Motive 1940 waren
- das Ausmaß der Kollaboration der Franzosen mit den Deutschen sowie
- der beginnenden Luftkrieg über England
Churchill hoffte, mit einer Union mit Frankreich die Franzosen so auf Linie halten zu können
[Bearbeiten] Versuch 1956
Der französische Premierminister Mollet machte 1956 in London erneut den Versuch, den Briten den Anschluss Frankreichs an das Vereinigte Königreich schmackhaft zu machen. Die Pariser Diplomaten hatten hierzu als gemeinsamen Namen den für die heutige Zeit ziemlich albernen Ausdruck Frangleterre vorgeschlagen. Diesmal lehnten die Briten dankend ab. Der Vorfall kam erst 2006 durch Aktenstudien in Großbritannien zum Vorschein, offensichtlich gibt es in Frankreich hierzu keine Unterlagen mehr.. Alternativ wollte Frankreich dem Commonwealth beitreten. Grundlage war eine gemeinsame Staatsbürgerschaft sowie Elisabeth II. als gemeinsames Staatsoberhaupt. Auch das wurde abgelehnt.
Französische Motive 1956 waren (siehe Quellen):
- die desperate wirtschaftliche Nachkriegssituation in Frankreich, insbesondere im Gegensatz zu Deutschland
- die bedrohliche Situation in den nordafrikanischen Kolonien, nachdem Nasser (Ägypten), der die Separatisten in Algerien unterstützte
- der Aufstieg der USA und der UdSSR als Nachkriegs-Supermächte, die Großbritannien und insbesondere Frankreich in die weltpolitische Bedeutungslosigkeit zu katapultieren drohten
- Spannungen zwischen Jordanien und Israel - mit Großbritannien als Verbündeter Jordaniens und Frankreich als der Verbündete Israels hätten zu einem Konflikt zwischen beiden Ländern führen können
Interessant ist, daß Frankreich nach der britischen Ablehnung kaum ein Jahr später mit den früheren Freinden (Deutschland sowie Italien) die Verträge bzgl. Stahl und Kohle unterzeichnete (was in die spätere EU mündete)
[Bearbeiten] Quellen
- British offer of Franco-British Union
- Britain fights on
- France and UK considered 1950s 'merger'
- Der Unionsvorschlag 1956 auf BBC
- Letter From Britain: Darker realities behind Britons' longing for Frangleterre
- Le rêve inachevé de la Franglettere
- Prelude to Downfall: The British Offer of Union to France, June 1940