G-I-UK-Lücke
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Als G-I-UK-Lücke wird in der militärischen Marinesprache, vor allem der NATO, eine gedachte Linie zwischen Grönland, Island und dem Nordende des Vereinigten Königreichs bezeichnet. Sie befindet sich am Übergang zwischen europäischem Nordmeer, der Grönlandsee und dem nördlichen Atlantischen Ozean.
Die Lücke bildet einen strategischen Engpass, dessen Kontrolle den Zugang zum Atlantik sichert. Die GIUK-Lücke ist jedoch keine originäre Erfindung des Kalten Krieges, vielmehr hat die Royal Navy zeit Ihres Bestehens besonderes Augenmerk auf diese geostrategische Lage gelegt. So erklärt sich auch die Konzentration der "Home Fleet" in Scapa Flow (Hebriden). Die Bedeutung der GIUK-Linie im strategischen Konzept der Royal Navy belegt auch die Tatsache, dass im Zweiten Weltkrieg der jeweilige Durchbruch deutscher Großkampfschiffe an dieser Linie – wenn nicht gestoppt – so jedoch als Kontakt weiterverfolgt werden konnte.
Diese Passage ist ein strategisches Nadelöhr, welches die Flotten des Warschauer Paktes in einem eventuellen Krieg gegen die NATO hätten passieren müssen, wenn sie die SLOCs (Sea-Lines of Communication, Nachschubrouten) zwischen den Vereinigten Staaten und Europa hätten unterbrechen wollen. Im Kalten Krieg wurde die GIUK-Linie in der Tiefe noch durch das SOSUS (stationäres Unterwassersonar) geschützt, das sowjetische U-Boote aufspüren und so eine Verfolgung ermöglichen sollte.
Von ähnlicher Natur in der militärischen Bezeichnung waren die sogenannte Fulda Gap in Nordosthessen und die BALTAPs (Baltic Approaches) also die Zufahrten zur Ostsee.