Inge Deutschkron
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Inge Deutschkron (* 23. August 1922 in Finsterwalde) ist eine israelische Journalistin und Autorin. Sie lebte zwischen 1943 und 1945 mit ihrer Mutter im Berliner Untergrund, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Zuvor hatte Otto Weidt sie in seiner Blindenwerkstatt in Berlin illegal beschäftigt, um sie vor der Deportation zu bewahren.
Nach Kriegsende wurde Inge Deutschkron Sekretärin für die Sozialistische Internationale in London. Mitte der 50er Jahre kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete in Bonn als Korrespondentin für die israelische Zeitung Maariw. 1963 nahm sie als Beobachterin für die Zeitung Ma'ariv am Frankfurter Auschwitz-Prozess teil.
Später nahm Inge Deutschkron die israelische Staatsbürgerschaft an. Sie zog 1972 nach Israel und arbeitete dort bis zu ihrer Pensionierung 1987 als Journalistin für die Zeitung Ma'ariv. Für die Bühnenumsetzung ihrer Autobiographie "Ich trug den gelben Stern" am Grips-Theater kehrte sie 1988 nach Berlin zurück. Heute lebt sie als Schriftstellerin in Tel Aviv und Berlin und setzt sich dafür ein, dass die "Stillen Helden" - Menschen, die Juden gerettet haben - vom deutschen Staat eine offizielle Würdigung erfahren. Auf ihre Initiative wurde der Förderverein "Blindes Vertrauen e.V." gegründet, dessen Vorsitzende sie ist.
Inge Deutschkron wurde mir dem Moses-Mendelssohn-Preis und der Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille ausgezeichnet. Das Bundesverdienstkreuz hat sie mehrfach abgelehnt, weil in den fünfziger Jahren so viele Nazis damit ausgezeichnet worden seien.
Siehe auch:
[Bearbeiten] Werke
- Ich trug den gelben Stern, dtv, Autobiographie
- Mein Leben nach dem Überleben dtv, 1995 ISBN 342330460X
- Das verlorene Glück des Leo H., Büchergilde
- Israel und die Deutschen. Das schwierige Verhältnis, Köln 1983.
- Emigranto. Vom Überleben in fremden Sprachen, Transit
- Offene Antworten. Meine Begegnungen mit einer neuen Generation, Transit
- ... denn ihrer war die Hölle. Kinder in Gettos und Lagern Wissenschaft und Politik, Köln 1985 ISBN 3-8046-8565-X
- Ein Land, wo man Jude war, kein Mensch in: Martin Doerry (Hg): Nirgendwo und überall zu Haus. Gespräche mit Überlebenden des Holocaust DVA, München 2006 ISBN 3421042071 (auch als CD) S. 130 - 141
[Bearbeiten] Literatur
- Wolfgang Kolneder Daffke .... Die vier Leben der Inge Deutschkron. 70 Jahre erlebte Politik Berlin: Ed. Hentrich, 1994 ISBN 3894681446
[Bearbeiten] Weblinks
- Biographie -- Biographie Inge Deutschkron
- Literatur von und über Inge Deutschkron im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Deutsche Täter und ihre undeutliche Schuld -- Interview mit Inge Deutschkron
- Blindes Vertrauen -- Blindenmuseum Otto Weidt
- http://www.julim-journal.de Autorenporträt von Inge Deutschkron
- Stille Helden Sendung mit Interviewausschnitten mit Inge Deutschkron
Personendaten | |
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NAME | Deutschkron, Inge |
KURZBESCHREIBUNG | israelische Journalistin und Autorin |
GEBURTSDATUM | 23. August 1922 |
GEBURTSORT | Finsterwalde |