Konversion (Bauwesen)
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Der Begriff Konversion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Umwandlung oder Abkehr. Im Städtebau beschreibt der Begriff die Wiedereingliederung von Brachen in den Wirtschafts- und Naturkreislauf.
Hierbei kann es sich je nach Lage um eine bauliche Wiedernutzung (Inwertsetzung) oder um eine freiräumliche Folgenutzung (Revitalisierung) handeln. Im Rahmen der Innenentwicklung der Städte steht die Wiedernutzbarmachung von Flächen und soweit möglich auch von Hochbauten im Vordergrund. Es ist aber durchaus auch in dicht bebauter Umgebung die Anlage eines Stadtteilparks angemessen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gebäude
Bisher genutzte Gebäude wie z.B. Kasernen werden saniert und nach einer entsprechenden Nutzungsänderung anderweitig genutzt; meist als Wohngebäude, teils auch als Gewerbestandort oder als öffentliche Einrichtung wie beispielsweise als Universität.
Beispiele für gelungene Umnutzungen von Gebäuden gibt es viele, insbesondere bei den zuvor von den aliiertern Besatzungsmächten genutzten Kasernen oder Offiziersbauten. Hierzu gehören Universitätsgebäude der Uni Freiburg ebenso wie die Belgiersiedlung in Kassel oder die Panzerhalle im französischen Viertel in Tübingen.
[Bearbeiten] Brachflächenrecycling
Die Konversion ist eine Facette des Brachflächenrecycling. Neben der Umnutzung bisher militärisch genutzter Bereiche steht die Umnutzung von nicht mehr benötigen gewerblichen oder industriellen Flächen oder von nicht mehr benötigten Bahnbetriebsgeländen.
[Bearbeiten] Planungsrechtliche Aspekte
Militärische Flächen und Bahnflächen unterliegen nicht der Planungshoheit der Gemeinde und können daher nicht einfach durch einen Bebauungsplan überplant werden. Zuvor ist zur Freigabe der Liegenschaft eine Abgabeerklärung des Bundesministers der Verteidigung bzw. des Eisenbahnbundesamtes erforderlich; erst danach erfolgt der Wechsel (zurück) zur kommunalen Planungshoheit.
[Bearbeiten] Flächenkonversion
Zur Unterscheidung zwischen der baulichen Konversion, also der Umnutzung von militärischen (nicht ausschließlich militärischen) Hochbauten in zivile Vorhaben wird für die Konversion von militärischen (ebenfalls nicht ausschließlich militärische) Flächen manchmal auch der der Begriff Flächenkonversion benutzt).
Am Beginn des 20. Jahrhunderts verstand man unter Konversion meist die Umwandlung von Flächen für militärische Zwecke.
Diese Begriffsdefinition ist nicht zutreffend. Unter Flächenkonversion wird allgemein die Umwandlung bzw. Umnutzung von z.B. Militär-, Industrie-, Bahn- und weiteren Brachflächen bezeichnet.
Die Begriffsdefinition an dieser Stelle war in der Vergangenheit zutreffender !
[Bearbeiten] Beispiele
- Umnutzung der ehem. Bahnflächen in Stuttgart in die städtebauliche Entwicklung Stuttgart 21.
- Umnutzung des ehem. Ausbesserungswerk Karlsruhe in die städtebauliche Entwicklung "Karlsruhe City Park".
- Umnutzung des Truppenübungsplatz Vogelsang in der Eifel in einen wesentlichen Teil des Nationalpark Eifel.
- Umnutzung des alten US-Militärflughafens bei Lautzenhausen im Hunsrück zum heutigen zivil genutzten Flughafen Hahn (Rheinland-Pfalz).
- Umnutzung des ehem. Militärhospitals in Birkenfeld in den Umwelt-Campus Birkenfeld (FH Trier).
- Umnutzung des ehem. US-Militärflughafens Bitburg in ein Gewerbe- und Freizeitgebiet
- Umnutzung des ehem. französischen Militärhospitals zum Campus II (Geo-Zentrum) der Uni Trier.
- Umnutzung des ehem. französischen Militärgeländes auf dem Petrisberg in Trier zum Landesgartenschaugelände 2004.
- Umnutzung des ehem. belgische-amerikanischen Wehrmachts-Fliegerhorstes in Werl in ein Gewerbegebiet mit dem Energiepark KonWerl 2010.
[Bearbeiten] Literatur
- Henn, Sebastian: Konversionsobjekt Flugplatz. Charakteristika, Typen und Folgenutzungsformen. In: Europa Regional (Heft 3). S. 187-198. (2004)