1900 (Film)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Filmdaten | |
---|---|
Deutscher Titel: | 1900 |
Originaltitel: | Novecento |
Produktionsland: | Italien, Frankreich, Deutschland |
Erscheinungsjahr: | 1976 |
Länge (PAL-DVD): | (Original: 318 Minuten) 302 Minuten |
Originalsprache: | Italienisch |
Altersfreigabe: | FSK 18 |
Stab | |
Regie: | Bernardo Bertolucci |
Drehbuch: | Franco Arcalli, Bernardo Bertolucci, Giuseppe Bertolucci |
Produktion: | Alberto Grimaldi |
Musik: | Ennio Morricone, Giuseppe Verdi |
Kamera: | Vittorio Storaro |
Schnitt: | Franco Arcalli |
Besetzung | |
|
1900 ist ein 1976 entstandener Film von Bernardo Bertolucci.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Der über fünfstündige Film erzählt das Leben zweier, am selben Tag geborener Knaben: dem Sohn eines reichen Gutsbesitzers (Alfredo, Robert de Niro) und eines Landarbeitersohns (Olmo, Gérard Depardieu) von 1900 bis 1945. Bei der Geburt ist beider Lebensziel bereits vorgegeben: Alfredo soll Offizier und Gutsherr werden, Olmo soll ihm wie schon sein Vater und Großvater dienen. Der Erste Weltkrieg, der erste Landarbeiterstreik Italiens sowie die Weltwirtschaftskrise führen aber bald zu großen Veränderungen. Olmo wird als Sozialist politisch aktiv, während Gutsbesitzer Alfredo ein Bohémien wird, der den Faschismus Mussolinis in Gestalt des Gutsverwalters Attila (Donald Sutherland) und seiner Geliebten Regina (Laura Betti) verachtet, ihn aber gewähren lässt. Zwischen beiden Männern agiert die enigmatische Ada (Dominique Sanda), die schließlich Alfredo heiratet, aber mit den politischen Zielen Olmos sympathisiert. Ada und Olmo müssen fliehen, während die Faschisten auf dem Gutshof ein KZ-ähnliches Regime errichten. Nach der Befreiung rettet der zurückgekehrte Olmo Alfredo vor der Verurteilung durch das Landarbeitertribunal. Die Rivalität zwischen den beiden Antipoden geht trotzdem weiter.
[Bearbeiten] Preise
Der Film 1900 erhielt 1977 den dänischen Bodil-Preis als bester europäischer Film.
[Bearbeiten] Anmerkungen
Viel Aufsehen erregte unter anderem jene Szene, in der Stefania Casini die Penisse der Hauptdarsteller Robert de Niro und Gérard Depardieu gleichzeitig masturbiert. Der ungefilterte Anblick der Masturbation erboste einen italienischen Bibliothekar so sehr, dass er den Film vor der Premiere wegen des Vorwurfs der Pornographie auf den Index setzen ließ, was nach einem von Benito Mussolini übernommenen Gesetz, das es auch einem einzelnen Bürger ermöglichte, einen Film zu verbieten, statthaft war. Das Gesetz wurde daraufhin geändert.
Eine der Hauptfiguren, die von Laura Betti gespielte Adlige Regina, die bezeichnend den italienischen Namen für Königin trägt, geht in dem Epos eine Allianz mit dem sadistischen Faschisten Attila (Donald Sutherland) ein. Auf Demütigungen Reginas reagiert die Heldin des Films, Ada (Dominique Sanda), indem sie Regina mit Wein überschüttet und auf den Namen "Fettsau" tauft. Regina wird am Ende des Films - von Mistgabeln zerstochen - in einem Schweinekoben liegen (wo man ihr den Prozess macht) und darum betteln, getötet zu werden. Auch wenn andere Figuren (wie der Padrone Burt Lancaster) in einem Rinderstall sterben, lässt das erkennen, wie metaphernreich der Film ist. Eine weitere versteckte Metapher bildet die zeitliche Verknüpfung der Kapitel der Geschichte mit den vier Jahreszeiten: Sommer für die Jugend der beiden Hauptfiguren, Herbst für den schleichenden Untergang der Feudalherrschaft, Winter für den Faschismus und Frühling für den Neuanfang.
Der insgesamt fünfeinhalb Stunden dauernde Film wurde vom Verleih in zwei Teile zerlegt. Der erste Teil heißt Gewalt, Macht, Leidenschaft und kam im Oktober 1976 in die Kinos. Der zweite Teil folgte im Dezember und wurde mit Kampf, Liebe, Hoffnung überschrieben.