Druschba-Trasse
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Die Druschba-Trasse war der 550 km lange Bauabschnitt der 2.750 km langen Erdgasleitung „Sojus“, der als Zentrales Jugendobjekt der FDJ organisiert wurde. Diese Erdgasleitung wurde in mehreren Ausbaustufen über Jahrzehnte hinweg gebaut.
[Bearbeiten] Geschichte
Zwischen der Sowjetunion und den damaligen sog. Ostblock-Staaten wurde im Juni 1974 in Sofia auf der XXVIII. Tagung des RGW die Lieferung von Gas und Erdöl gegen Bauleistung an der Erdgasleitung vereinbart. Ziel war es die Erdgas-Lagerstätte in Orenburg zu erschließen und eine Erdgasleitung nach Uschhorod, an der Westgrenze der UdSSR, zu errichten.
Während der Konstruktion von 1974 bis 1978 erhielten in der Reihenfolge VR Bulgarien, Tschechoslowakei, VR Polen, DDR und Ungarische VR die genannten Staaten je einen ca. 550 km langen Bauabschnitt. Der Bauabschnitt der DDR verlief durch die Ukraine von Krementschug am Dnepr bis nach Bar (Ukraine) in der Westukraine. Es war die größte Investitionsbeteiligung der DDR und ein FDJ-Jugendobjekt. Die Standorte (Baustellen) waren Krementschug (am Dnepr), Alexandrowka, Talnoje, Gaisin und Bar, sowie Tscherkassy (am Dnepr), wo die Baustellendirektion ihren Sitz hatte.
Alle Kosten für die Planung, benötigte Technik, bis zu 10.000 Beschäftigte gleichzeitig, die nötige Infrastruktur, eine Luftbrücke und sogar Wohnungen der sowjetischen Betreiber waren von der DDR zu tragen. Refinanziert wurde die Trasse über die kostenlose Abgabe eines Teils des Erdgases an die DDR und später über den Einigungsvertrag an die BRD. Auf der 2760 km langen Trasse wurden Rohre aus Japan, Italien und der BRD mit 1420 mm Durchmesser und zumeist 16–19 mm Wandstärke verlegt. Es wurden 105 km Schweißnähte an 26.000 Rundnähten in Handarbeit gezogen. Dabei wurden 1.113.000 Elektroden des Typs Fox-cel und 5.300.000 Elektroden des Typs KbXs verbraucht. Auf den Schweißbasen wurden zusätzlich 55 t UP-Schweißdraht und 105 t Schweißpulver zu Schweißnähten beim Zusammensetzen von Einzelrohren zu Segmenten verbraucht. 31 Straßen wurden geschlitzt, acht unterirdische Unterquerungen von Verkehrslinien sowie 21 Freileitungen auf Stützen erstellt, neun Sümpfe, ein Stausee und der Fluss Dnepr gequert. Es wurden neuartige Verfahren zur Querung von Sümpfen, Bezwingen von Steilhängen und zum Einsatz von Schweißautomaten entwickelt.
In späteren Jahren wurde die Erdgasleitung weiter ausgebaut und wieder wurden die Abnehmerländer zu Bauarbeiten herangezogen. Die der DDR zugeteilten drei Bauabschnitte der Erdgastrasse in den Jahren 1982 - 1993 wurden diesmal durch eine Vielzahl von DDR-Betrieben mit über 10.000 Arbeitern und auch einigen Studenten gebaut. Die dort Arbeitenden durften einen begrenzten Teil ihres Lohnes auf ein „Genex-Konto“ einzahlen, was sonst nur den „Westverwandten“ möglich war.
[Bearbeiten] Weblinks
- Geschichte der Erdgastrasse
- Website über die Druschba-Trasse und Erdgastrasse
- Erlebnisse beim Trassenbau der Erdgastrasse