Kuhdung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Kuhdung werden die Exkremente der Rinder bezeichnet. Die einzelne Darmausscheidung einer Kuh ist der Kuhfladen, in Österreich auch die Kuhflade genannt.
Ein typischer Kuhfladen hat einen Durchmesser von etwa 30 cm und wiegt nass bis zu zwei Kilogramm. Ein Tier produziert acht bis zehn Fladen am Tag. Bei feuchter Witterung zersetzt sich der Fladen in zwei bis drei Monaten, ist Lebensraum für zahlreiche Insekten und wird von diesen sowohl als Nährstoff (Koprophagie) als auch zur Eiablage genutzt, um die durch die Zersetzung entstehende Wärme zu nutzen. Bei trockener Witterung vertrocknen diese Fladen und können verbrannt werden.
Aufgrund seiner organischen Bestandteile wird Kuhmist in der mitteleuropäischen Landwirtschaft als Düngemittel verwendet; zusätzlich kann das bei der Vergärung dieser Exkremente unter Sauerstoffabschluss entstehende Methan zur Erzeugung von Biogas dienen. Ein Kuhfladen enthält so viel Energie, dass man daraus 0,1 Kilowattstunden Strom erzeugen kann.
In manchen baumarmen Hochgebirgsregionen und Hochebenen der Alpen, Tibets, Indiens und der Türkei hatten bzw. haben Kuhfladen eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung, da sie getrocknet als Heizmaterial Verwendung finden. Da sie aber als Dünger wesentlich nutzbringender eingesetzt werden können, wird versucht, durch die Entwicklung effektiver Solarkocher Ersatz zu schaffen. Auf den holzarmen Halligen wurde dieser Brennstoff als Ditten bezeichnet.
Auch gilt Kuhdung als ausgezeichnetes Baumaterial, entweder als Zuschlagstoff zu Baulehm, oder pur in weiten Gebieten Afrikas als Putz von Flechthütten. In Indien diente frischer Kuhdung traditionell als Bodenbelag, vor allem in Küchen – man sprach ihm reinigende Wirkung zu. Dazu wurde täglich auf den Lehmboden des Raums eine dünne Dungschicht aufgetragen, die nach kurzer Zeit zu einer harten und geruchlosen Oberfläche erhärtete.
Kuhdung wird auch bei Mischungen für den Baumanstrich verwendet.
Siehe auch: Pferdeapfel