Fredericksburg (Virginia)
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Fredericksburg ist eine unabhängige Stadt im Norden des US-Bundesstaates Virginia am Rappahannock River, auf mittlerer Strecke zwischen Washington, D.C. und Richmond gelegen. Nach den Angaben der Bevölkerungszählung von 2000 hatte die Stadt eine Einwohnerzahl von 19.279. Die Stadt ist reich an historischen Schauplätzen und zieht daher einige Touristen an. Außerdem gilt sie als Zentrum der hiesigen Agrarindustrie, beherbergt jedoch auch einige Standplätze der Leichtindustrie.
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[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] 17. Jahrhundert
1671 gegründet als ein Fort zur Erschließung des restlichen Virginias, unterstützte der Gouverneur Alexander Spotswood 1714 die Ansiedlung einiger deutscher Familien aus dem Siegerland an einem Ort namens Germanna am Rapidan River und leitete eine Expedition zu den Blue Ridge Mountains zwei Jahre später.
[Bearbeiten] 18. Jahrhundert
Um die Ansiedlungspolitik weiter anzukurbeln, formte der hiesige Kolonialrat 1720 ein neues County, das nach dem damaligen Gouverneur Spotsylvania benannt, und zu dessem Hafen das spätere Fredericksburg ab 1728 etabliert werden sollte. Seinen Namen erhielt die Neugründung nach Frederick, dem Fürsten von Wales, Sohn Georg II. und Vater Georg III. von England. Selbst die ersten Straßen benannte man nach Namen der königlichen Familie.
1732 verlegt man den Sitz des County-Gerichts, sodass die Stadt bis 1780 ein faktischer Countysitz war, als man beschloss diesen mehr in das Zentrum des Verwaltungsbezirks zu verlagern. Als countyfreie Stadt mit allen Justiz- und Exekutivrechten setzte man Fredericks dementsprechend im Folgejahr ein. 1879 und 1911 erlebte die Stadt teilweise Rechtsreformen, die ihre Verwaltung und Gerichtsbarkeit jedoch immer als freie Stadt beließen.
Die Stadt hat enge Beziehungen zur Familie George Washingtons, die 1738 zur Ferry Farm auf der gegenüberliegenden Seite des Rappahanock zogen. Andere berühmte Bewohner dieser Stadt bzw. dieser Umgebung waren die Generäle des Unabhängigkeitskriegs Hugh Mercer und George Weedon, der Kaperkapitän John Paul Jones und der spätere US-Präsident James Monroe.
[Bearbeiten] 19. Jahrhundert
Während des 19. Jahrhunderts versuchte die Stadt ihre wirtschaftliche Bedeutung mit verschiedenen Maßnahmen bezüglich der agraischen und industriellen Modernisierung anzupassen - jedoch mit begrenztem Erfolg. So verfolgte man Pläne, den Rappahanock zur besseren Schiffbarmachung teilweise zu kanalisieren und eine gebühenpflichtige befestigte Straße vom Inneren des Hinterlandes in die Marktstadt zu bauen. Bereits um 1837 verband eine in nord-südlicher Richtung verlaufende Eisenbahnlinie die Stadt mit Richmond, der Hauptstadt Virginias, aber was die Stadt viel notwendiger gebraucht hätte, nämlich eine Verbindung mit der Region des Farmlandes blieb bis nach dem Sezessionskrieg unvollendet.
Während dieses Bürgerkriegs erhielt Fredericksburg eine besondere strategische Bedeutung, da die Stadt nur 55 Meilen südlich von Washington und 50 Meilen nördlich von Richmond gelegen war, was erneut verdeutlichte, wie militärisch exponiert beide Hauptstädte waren.
Während der Schlacht von Fredericksburg vom 11. bis zum 15. Dezember 1862 wurde die Stadt entscheidend zerstört: Einerseits durch das Bombardement, andererseits durch die Brandstiftungen der Unionstruppen. Eine weitere Schlacht fand ebenfalls in und in näherer Umgebung der Stadt statt. Am 3. Mai 1863 wurde hier im Umfeld der so genannten "Chancellorsville campaign" gefochten. Außerdem fanden die Schlachten bei Wilderness und Spotsylvania Court House in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt im Mai 1864 statt.
Nach dem Krieg gelang es Fredericksburg wieder zu einem Zentrum des Agrarhandels zu werden und wuchs langsam wieder auf das Niveau vor dem Krieg heran. Die "University of Mary Washington" (früher bekannt als Mary Washington College) wurde 1908 als die "State Normal and Industrial School for Women" gegründet. 1938 erhob man die Institution in den Status eines College, das einige Jahrzehnte mit der Universität von Virginia als Frauencollege für "freie Künste" (kaum zu verwechseln mit den septem artem liberales) assoziiert war. Seit 1970 ist das College auch für Männer zugelassen und hat nun einen unabhängigen Status. Ein separat gelegener Campus für graduierte Studiengänge liegt im Stafford County.
[Bearbeiten] 20./21 Jahrhundert und historische Stätten
Heute ist die Stadt der kommerzielle Umschlagplatz für eine rasch wachsende Region im Norden Virginias. Auch wenn die Vorstädte in den vergangenen Jahrzehnten rasch wuchsen, sind noch zahlreiche historische Stätten vorhanden. Innerhalb der Downtown existieren immer noch große Wohnblöcke mit mehr als 350 Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Beachtenswert sind dabei das Kenmore-Haus, die Heimat von Washingtons Schwester Betty und das Mary-Washington-Haus, wo deren Mutter ihre letzten Lebensjahre verbrachte.
Andere historische Gebäude und Museen illustrieren das Stadtleben des 18. Jahrhunderts wie z. B die Rising Sun Taverne, Hugh Mercers Apotheke und James Monroes Anwaltskanzlei-Museum. Bedeutsam ist auch das von James Renwick entworfene Gerichtsgebäude von 1852. Renwick war Architekt des Smithsonian Instituts in Washington D.C und der St. Patricks Kathedrale in New York. Die Stadt- und die Markthalle von 1816 sind ebenfalls sehenswert, wobei letzte heute ein Historisches Museum und ein Kulturzentrum beherbergt.
[Bearbeiten] Geographie
Die Stadt erstreckt sich über ein Areal von 27.2 km², das im Norden und Osten vom Rappahanock begrenzt wird. Im Norden und Osten schließt sich das Stafford County und im Süden und Westen das Spotsylvania County an.
[Bearbeiten] Demographie
Dem Zensus von 2000 zufolge leben in Fredericksburg 19.279 Einwohner in 8.102 Haushalten und 3.921 Familien. Die Bevölkerungsdichte beträgt 707.6 Menschen/km². Die Bevölkerung der Stadt teilt sich in 73,18 Prozent Weisse, 20,41 % Afro-Amerikaner, 0,34 % Indianer, 0,06 % ehemalige Bewohner der Pazifischen Inseln, 2,56 Prozent entstammen anderer ethnischer Herkunft bzw. 1,94 % leiten ihre Abstammung von zwei oder mehr "Rassen" ab. 4,9 Prozent der Bevölkerung sind hispanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.
In 21,6 Prozent der Haushalte leben minderjährige Kinder bei ihren Eltern, in 31,8 % wohnen verheiratete Paare, in 13,1 % leben allein erziehende Mütter, und in 51,6 % leben keine Familien bzw. unverheiratete Paare. 39,2 % aller Haushalte werden von einer einzelnen Person geführt und in 12,8 % der Wohnungen lebt eine alleinstehende Person, die älter als 65 Jahre ist. Die durchschnittliche Größe eines Haushalts beträgt 2,09 und die durchschnittliche Familiengröße 2,81 Individuen.
Die Alterstruktur der städtischen Bevölkerung Fredericksburgs spaltet sich folgendermaßen auf: 17,8 % unter 18 Jahren, 23,8 % zwischen 18 und 24 Jahren, 27,2 % im Alter zwischen 25 und 44, 18,4 % zwischen 45 und 64, sowie 12,8 Prozent, die älter als 65 Jahre sind. Das durchschnittliche Alter beträgt 30 Jahre. Auf je 100 Frauen kommen 81,8 Prozent Männer. Nimmt das Vergleichsalter 18 Jahre oder älter an, so ergibt sich sogar ein Verhältnis von 100:78,4.
Das durchschnittliche Einkommen eines Haushaltes dieser Stadt beträgt 34.585 US-Dollar, das mittlere Einkommen einer Familie 47.148 $. Männer verfügen über ein Einkommen von 33.641 gegen 25.037 $ bei Frauen. Das Pro-Kopf-Einkommen innerhalb der Stadt beträgt 21.527 Dollar. 15,5 Prozent der Bevölkerung und 10,4 % der Familien leben unterhalb der Armutsgrenze. In Bezug auf die Gesamtbevölkerung Fredericksburgs leben 19,9 % der unter 18-Jährigen und 8,8 % der über 65-Jährigen jenseits der Armutsgrenze.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Seth Maxwell Barton, Brigadegeneral der Konföderierten
- John Forsyth, US-amerikanischer Politiker, Außenminister und Gouverneur des Bundesstaates Georgia
[Bearbeiten] Weblinks
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- Official web site of the city of Fredericksburg, Virginia
- Fredericksburg Virginia
- Fredericksburg, Virginia Discount Hotels, Motels & Inns
- Fredericksburg Area Tourism
- Fredericksburg, Virginia Area Tourism
- Local history resources from the Central Rappahannock Regional Library web site
- Fredericksburg.com, the website of the Free Lance-Star newspaper
- George Washington's Fredericksburg Foundation (administering Kenmore and Ferry Farm)
- Mary Washington House
- James Monroe Museum and Memorial Library
- Fredericksburg Area Museum and Cultural Center
- Fredericksburg and Spotsylvania National Military Park
- Belmont, the Gari Melchers Estate and Memorial Gallery
- University of Mary Washington
Koordinaten: 38° 18′ 11" n. Br., 77° 27′ 38" w. L.
Countys: Accomack | Albemarle | Alleghany | Amelia | Amherst | Appomattox | Arlington | Augusta | Bath | Bedford County | Bland | Botetourt | Brunswick | Buchanan | Buckingham | Campbell | Caroline | Carroll | Charles City | Charlotte | Chesterfield | Clarke | Craig | Culpeper | Cunmberland | Dickenson | Dinwiddie | Essex | Fairfax | Fauquier | Floyd | Fluvanna | Franklin | Frederick | Giles | Gloucester | Goochland | Grayson | Greene | Greensville | Halifax | Hanover | Henrico | Henry | Highland | Isle of Wight | James City | King and Queen | King George | King William | Lancaster | Lee | Loudoun | Louisa | Lunenburg | Madison | Mathews | Mecklenburg | Middlesex | Montgomery | Nelson | New Kent | Northampton | Northumberland | Nottoway | Orange | Page | Patrick | Pittsylvania | Powhatan | Prince Edward | Prince George | Prince William | Pulaski | Rappahannock | Richmond | Roanoke | Rockbridge | Rockingham | Russell | Scott | Shenandoah | Smyth | Southampton | Spotsylvania | Stafford | Surry | Sussex | Tazewell | Warren | Washington | Westmoreland | Wise | Wythe | York
Kreisfreie Städte: Alexandria | Bedford | Bristol | Buena Vista | Charlottesville | Chesapeake | Colonial Heights | Covington | Danville | Emporia | Fairfax | Falls Church | Franklin | Fredericksburg | Galax | Hampton | Harrisonburg | Hopewell | Lexington | Lynchburg | Manassas | Manassas Park | Martinsville | Newport News | Norfolk | Norton | Petersburg | Poquoson | Portsmouth (Virginia) | Radford | Richmond | Roanoke | Salem (Virginia) | Staunton | Suffolk | Virginia Beach | Waynesboro | Williamsburg | Winchester