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Götz George - Wikipedia

Götz George

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Götz George
Götz George

Götz George (* 23. Juli 1938 in Berlin; eigentlich Götz Schulz) ist ein deutscher Schauspieler. Er ist der Sohn des Schauspielerehepaares Berta Drews und Heinrich George. Größte Popularität erlangte George in Deutschland als Duisburger Kommissar Horst Schimanski in der Krimireihe Tatort.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Jugend

Götz George ist Sohn einer Schauspielerfamilie: Sein Vater Heinrich George war ein berühmter Film- und Theaterstar seiner Zeit, seine Mutter Berta Drews war ebenfalls eine bekannte Schauspielerin. Den Vornamen erhielt George von einer der Lieblingsfiguren seines Vaters: Götz von Berlichingen. Der Vater starb 1946 in einem sowjetischen Lager (dem umfunktionierten KZ Sachsenhausen) bei einer Blinddarmoperation. Götz George wuchs mit seinem älteren Bruder Jan bei seiner Mutter in Berlin auf, besuchte in Berlin-Lichterfelde die Berthold-Otto-Schule und später bis zur Mittleren Reife das Lyceum Alpinum in Zuoz.

[Bearbeiten] Werdegang

Sein Bühnendebüt hatte er 1950 in William Saroyans Mein Herz ist im Hochland. 1953 bekam er neben Romy Schneider seine erste kleine Filmrolle in Wenn der weiße Flieder wieder blüht. Im selben Jahr spielte er erstmals, wie später noch oft, an der Seite seiner Mutter Berta Drews: in Shakespeares Richard III.. Von 1955 bis 1958 studierte er am Berliner UFA-Nachwuchsstudio. Die entscheidende schauspielerische Ausbildung erhielt er jedoch in der Zeit von 1958 bis 1963. Auf den Rat seiner Mutter hin spielte er am Deutschen Theater in Göttingen unter Leitung von Heinz Hilpert. Nach dessen Tod schloss sich Götz George nie wieder einem festen Ensemble an, stand aber regelmäßig bei Tourneen oder Gastspielen auf der Bühne.

Hansgünther Heyme verpflichtete ihn 1972 an das Kölner Schauspielhaus, wo er den Martin Luther in Dieter Fortes Martin Luther und Thomas Münzer verkörperte. Die beste Rolle, die er je am Theater gespielt habe, war Georges Meinung nach die Titelrolle in Büchners Dantons Tod bei den Salzburger Festspielen 1981. 1986/87 inszenierte George, zusammen mit Eberhard Feik und Helmut Stauss, Gogols Revisor. Mit Tschechows Platonov gab George 1990 seine bislang letzte Theater-Tournee.

Nach kleineren Kinorollen im Verlauf der fünfziger Jahre gelang Götz George 1959 mit dem Film Jacqueline der Durchbruch bei Kritik und Publikum. Für seine Rolle wurde er mit dem Bundesfilmpreis und dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. 1961 wurde ihm der den Bambi als beliebtester Schauspieler verliehen. Von 1966 bis 1976 war er mit der Schauspielerin Loni von Friedl verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Tanja-Nicole wurde 1967 geboren.

In den sechziger Jahren hatte George in Filmen wie Kirmes als verzweifelter Wehrmachtsdeserteur und in Herrenpartie (einer erotisch angehauchten Komödie im Homosexuellenmilleu) Gelegenheit zu zeigen, dass er mehr konnte als 'trottelige Bauern' zu spielen. Öfter aber trat er in den Sechzigern in Komödien und in Action-orientierten Filmen auf, die von seiner physischen Präsenz profitierten. Einem breiten Publikum wurde er bekannt, als Horst Wendlandt ihn während einer Theatertournee in Göttingen überreden konnte, in einem der Filme der Karl-May-Reihe mitzuwirken, die er 1962 mit Der Schatz im Silbersee begann. Hier hatte man ursprünglich vor, aus ihm die Hauptfigur, den Farmersohn Fred Engel, zu machen, was sich allerdings durch das Engagement des Amerikaners Lex Barker als Old Shatterhand zerschlug. George absolvierte seine Stunts alle selbst, auch in seiner Hauptrolle als Sheriff in Sie nannten ihn Gringo.

Der Neue Deutsche Film hatte seine Schwierigkeiten mit Götz George, der in jenem 'veralteten' Filmbetrieb der fünfziger und sechziger Jahre Fuß gefasst hatte. Kinorollen gab es für George in den Siebzigern wenige. Er spielte am Theater und in Fernsehproduktionen, darunter in vielen Folgen von Der Kommissar, Tatort, Derrick und Der Alte. Erst 1977 besetzte man ihn für Aus einem deutschen Leben wieder in einer herausragenden Kinorolle - als Franz Lang, eine Figur, die aus der Biografie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß entwickelt wurde.

Seinen größten Zuschauererfolg hatte George in den achtziger Jahren im Fernsehen: mit den Schimanski-Tatortfolgen des WDR, die von 1981 bis 1991 zu sehen waren. Speziell die ersten Schimanski-Folgen der Tatort-Reihe erregten großes Aufsehen, und es gab Fernsehdiskussionen mit echten Polizisten, in denen man darüber stritt, ob Fernsehkommissare so dargestellt werden durften. Die 1989 beginnende Reihe von Schulz & Schulz-Filmen um die Wiedervereinigung gab George Gelegenheit, in einer Doppelrolle seine komödiantische Seite zu zeigen, und auch der Industrieberater Morlock, den George von 1992 an in der gleichnamigen Filmreihe spielte, war weit vom raubeinigen Charme des Hauptkommissars Schimanski entfernt.

Er schlüpfte in den neunziger Jahren in eine Reihe von eindrucksvollen Rollen: in Der Sandmann spielte er den vermeintlichen Serienmörder und Literaten Henry Kupfer als kühlen, kalkulierten und manipulativen Intellektuellen und in Die Bubi-Scholz-Story legte George das Trauma eines gealterten, gebrochenen Boxers bloß. Der Totmacher war der Serienmörder Fritz Haarmann, und spielt im Hannover des Jahres 1924. In Nichts als die Wahrheit schlüpfte er, mit Hilfe einer Latexmaske stark „gealtert“, in die Rolle des NS-Arztes und Massenmörders Josef Mengele.

[Bearbeiten] Filme

[Bearbeiten] Spielfilme

  • Wenn der weiße Flieder wieder blüht, 1953
  • Ihre große Prüfung, 1953
  • Alter Kahn und junge Liebe / Sonne über den Seen (DDR), 1957
  • Solange das Herz, 1958
  • Jacqueline, 1959
  • Kirmes, 1960
  • Die Fastnachtsbeichte, 1960
  • Der Teufel spielt Balaleika, 1961
  • Mörderspiel, 1961
  • Unser Haus in Kamerun, 1961
  • Der Schatz im Silbersee, 1962
  • Ihr schönster Tag / Das Fenster zum Flur, 1962
  • Das Mädchen und der Staatsanwalt, 1962
  • Nur tote Zeugen schweigen (Hipnosis), 1963
  • Liebe will gelernt sein, 1963
  • Mensch und Bestie, 1963
  • Herrenpartie, 1964
  • Wartezimmer zum Jenseits, 1964
  • Unter Geiern, 1964
  • Ferien mit Piroschka, 1965
  • Sie nannten ihn Gringo, 1965
  • Winnetou und das Halbblut Apanatschi, 1966
  • Ich spreng' euch alle in die Luft - Inspektor Blomfields Fall Nr. 1 (Videotitel: Der Superbulle / Mad Joe), 1968
  • Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu, 1968
  • Himmelfahrtskommando El Alamein (Commandos), 1969
  • Ostwind (Le Vent d'Est), 1970
  • Die Diamanten des Präsidenten (The Pawn), 1976
  • Aus einem deutschen Leben, 1977
  • Abwärts, 1984
  • Zahn um Zahn, 1985
  • Zabou, 1987
  • Die Katze, 1988
  • Der Bruch (DDR), 1989
  • Blauäugig, 1989
  • Schtonk!, 1992
  • Ich und Christine (mit Evelin als "Tochter"), 1993
  • Die Sturzflieger, 1993
  • Der Sandmann, 1995
  • Der Totmacher 1995
  • Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief, 1997
  • Das Trio, 1998
  • Solo für Klarinette, 1998
  • Nichts als die Wahrheit, 1999
  • Viktor Vogel- Commercial Man, 2001
  • Gott ist tot, 2003
  • Maria an Callas, 2005

[Bearbeiten] TV-Filme und Serien

  • Kolportage, 1957
  • Alle meine Söhne, 1965
  • Schlehmihls wundersame Geschichte, 1967
  • Match, 1968
  • Ein Jahr ohne Sonntag, 1969
  • 11 Uhr 20, 1970
  • Der Kommissar, Episode: Tod einer Zeugin, 1970
  • Tatort: Blechschaden, 1971
  • Diamantendetektiv Dick Donald, 1971
  • Der Kommissar, Episode: Der Amoklauf, 1972
  • Der Illegale, 1972
  • Tatort: Rattennest, 1972
  • Kesselflickers Hochzeit, 1972
  • Die Gräfin von Rathenow, 1973
  • Der Kommissar, Episode: Sommerpension, 1973
  • Zwischen den Flügen, 1973
  • Mandragola, 1974
  • Café Hungaria, 1976
  • Tatort: Transit ins Jenseits, 1976
  • Vermutungen über Franz Bieberkopf, 1977
  • Derrick, Episode: Der Spitzel, 1978
  • Der Alte, Episode: Der schöne Alex, 1978
  • Überfall in Glasgow, 1981
  • Die Sonnenpferde (Les chevaux du soleil), 1981
  • Tatort: Duisburg Ruhrort, 1981
  • Der König und sein Narr, 1981
  • Tatort: Grenzgänger, 1981
  • Tatort: Der unsichtbare Gegner, 1982
  • Der Regenmacher, 1982
  • Tatort: Das Mädchen auf der Treppe, 1982
  • Tatort: Kuscheltiere, 1982
  • Tatort: Miriam, 1983
  • Das schöne Ende dieser Welt, 1984
  • Tatort: Kielwasser, 1984
  • Tatort: Zweierlei Blut, 1984
  • Abgehört, 1984
  • Tatort: Rechnung ohne Wirt, 1984
  • Tatort: Doppelspiel, 1985
  • Tatort: Das Haus im Wald, 1985
  • Tatort: Zahn um Zahn, 1985 (Kinofilm)
  • Tatort: Der Tausch, 1986
  • Tatort: Schwarzes Wochenende, 1986
  • Tatort: Freunde, 1986
  • Tatort: Zabou, 1987 (Kinofilm)
  • Tatort: Spielverderber, 1987
  • Tatort: Gebrochene Blüten, 1988
  • Tatort: Einzelhaft, 1988
  • Tatort: Moltke, 1988
  • Tatort: Der Pott, 1989
  • Tatort: Blutspur, 1989
  • Spielen willst du ja alles. Götz George - rastlos im Einsatz, 1989
  • Tatort: Katjas Schweigen, 1989
  • Schulz & Schulz, 1989
  • Tatort: Medizinmänner, 1990
  • Tatort: Schimanskis Waffe, 1990
  • Tatort: Unter Brüdern, 1990
  • Schulz & Schulz II, 1991
  • Tatort: Bis zum Hals im Dreck, 1991
  • Tatort: Kinderlieb 1991
  • Tatort: Der Fall Schimanski, 1991
  • Schulz & Schulz III, 1992
  • Schulz & Schulz IV, 1992
  • Morlock I - Kinderkram, 1993
  • Morlock II - Die Verflechtung, 1993
  • Morlock III - König Midas, 1993
  • Schulz & Schulz V, 1993
  • Morlock IV - Der Tunnel, 1994
  • Das Schwein - Eine deutsche Karriere, 1995
  • Der König von Dulsberg, 1995
  • Der Sandmann, 1995
  • Der Mann auf der Bettkante, 1995
  • Tote sterben niemals aus, 1996
  • Tor des Feuers, 1996
  • Schimanski - Die Schwadron, 1997
  • Schimanski - Blutsbrüder, 1997
  • Schimanski - Hart am Limit, 1997
  • Schimanski - Muttertag, 1998
  • Die Bubi-Scholz-Story, 1998/99
  • Die Entführung, 1999
  • Racheengel - Die Stimme aus dem Dunkeln, 1999
  • Die Spur meiner Tochter, 2000
  • Schimanski - Schimanski muß leiden, 2000
  • Bargeld lacht, 2001
  • Schimanski - Kinder der Hölle, 2001
  • Liebe. Macht. Blind., 2001
  • Tödliche Liebe, 2001
  • Mein Vater, 2002
  • Liebe ist die halbe Miete, 2002
  • Schimanski - Asyl, 2002
  • Der Anwalt und sein Gast, 2002
  • Verliebte Diebe, 2003
  • Geheimnisvolle Freundinnen, 2003
  • Familienkreise, 2003
  • Alpenglühen, 2003
  • Blatt und Blüte - Die Erbschaft, 2003
  • Schimanski - Das Geheimnis des Golem, 2004
  • Kein Himmel über Afrika, 2004
  • Liebe versetzt Berge - Alpenglühen 2, 2005
  • Schimanski: Sünde, 2005
  • Kabale und Liebe, 2005
  • Commissario Laurenti - Die Toten vom Karst, 2005
  • Die Sturmflut, 2006
  • Als der Fremde kam, 2006

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Weblinks

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