Helmholtzplatz
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Helmholtzplatz ist ein rechteckiger Platz im Ortsteil Prenzlauer Berg des Berliner Bezirks Pankow. Er ist benannt nach dem Physiker Hermann von Helmholtz. Durch seinen starken Grünbewuchs hat er den Charakter eines kleinen Parks inmitten eines dichtbesiedelten Gebiets. Da es in unmittelbarer Umgebung kaum Alternativen gibt, ist er eine wichtige Erholungsfläche für die Bewohner.
Das Quartier Helmholtzplatz ist 84ha groß und zählt 19.656 (2002) Einwohner.
[Bearbeiten] Lage
Der Helmholtzplatz liegt im Nordosten Berlins in einem dicht bebauten Gebiet, das durch die Schönhauser Allee, die Danziger Straße, die Prenzlauer Allee sowie die Wichertstraße begrenzt wird. Die Strecke der Ringbahn verläuft durch dieses Gebiet. Dieses Wohngebiet wird häufig nach dem Namen des Platzes auch Helmholtzkiez genannt. Im Volksmund gibt es dafür auch die Bezeichnung LSD-Viertel, nach den den Platz im Westen und Osten begrenzenden bzw. in der Mitte durchschneidenden Straßen Lychener Straße, Schliemannstraße und Dunckerstraße.
Koordinaten: 52° 32′ 35" N, 13° 29′ 09" O
[Bearbeiten] Geschichte
Im Hobrecht-Plan von 1862, der auch die Bebauung des damals noch landwirtschaftlich genutzten Windmühlenbergs vorsah, trug der Platz die Bezeichnung "D XII". 1885 wurde die am Platz bestehende Ringofen-Ziegelei des Deutsch-Holländischen Aktien-Bauvereins gesprengt und die eigentliche Wohnbebauung um den Platz herum begann. Am 4. August 1897 erhielt der Platz dann seinen heutigen Namen. Bereits 1898 begann man, den Platz als gärtnerische Schmuckanlage mit Spielbereichen zu gestalten. Im Jahr 1928 wurde in der Osthälfte des Platzes ein Trafohaus als elektrische Schaltstation gebaut. Dieses wurde mit einem Sitzbereich und Wetterschutz ergänzt.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es auch einige Zerstörungen auf dem Helmholtzplatz. Danach wurde er als parkähnlicher Stadtplatz mit Kinderspielplatz, Sitzgelegenheiten und Wiese neu gestaltet. Um 1950 wurde der Säulenbereich des Trafohauses vermauert. 1976 wurde auf dem Platz eine öffentliche Bedürfnisanstalt gebaut und ein Ballspielplatz eingerichtet. 1983 wurde ein großer Teil des Platzes versiegelt, um ihn als zentralen Verkehrserziehungsgarten des Stadtbezirks Prenzlauer Berg zu nutzen.
Nach der Wende 1989 gab es zahlreiche Ideen zur Umgestaltung des Platzes. Die Säulenhalle des Trafohauses wurde wieder freigelegt und es gab Ausgrabungen im Bereich der alten Ziegelei. 1993 lobte der Berliner Senat einen Wettbewerb zur Freiraumgestaltung aus. Allerdings dauerte bis 1998, ehe die Gelder für einen Umbau zur Verfügung standen. In der Zwischenzeit verwilderte der Platz und wurde zu einem Treffpunkt von Punks und Alkoholikern. 1998 wurden dann zunächst der Bolzplatz und die Spielanlagen rekonstruiert. Von 1999 bis 2000 wurden die übrigen Bereiche in drei Bauabschnitten unter Berücksichtigung verschiedener Nutzerbedürfnisse neu gestaltet. Aus der Bedürfnisanstalt wurde ein Nachbarschaftshaus und in das Trafohaus zog ein Laden für Kindermode mit Aktionsgalerie ein.