Indische Streitkräfte
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Die indischen Streitkräfte (Bharatiya Sashastra Senae) sind die Streitkräfte der Republik Indien. Sie umfassen ca. 1.325.000 Soldaten, wovon 1,1 Millionen im Heer, 150.000 bei der Luftwaffe und 53.000 bei der Marine dienen. Damit unterhält Indien nach der Anzahl der Soldaten die drittgrößte Streitmacht der Welt. Dazu kommen 1.155.000 in Reserve und 1.293.300 paramilitärischer Kräfte.
Die Verteidigungsausgaben im Jahr 2005 betrugen 18,86 Milliarden US-Dollar, das entsprach 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sowie 17 US-Dollar je Einwohner.
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[Bearbeiten] Struktur

Die indischen Streitkräfte bestehen aus:
- Heer - Indian Army (Bharatiya Sena)
- Southern Command - Pune
- Eastern Command - Kolkata
- Central Command - Lakhnau
- Western Command - Chandigarh
- Northern Command - Udhampur
- South Western Command - Jaipur
- Flotte - Indian Navy (Bharatiya Nausena) (inklusive Marineflieger)
- HQ Eastern Naval Command, Visakhapatnam
- HQ Western Naval Command, Mumbai
- HQ Southern Naval Command, Kochi
- Luftwaffe - Indian Air Force (Bharatiya Vayusena)
- Western Air Command - Neu-Delhi
- Eastern Air Command - Meghalaya
- Central Air Command - Uttar Pradesh
- Southern Air Command - Kerala
- South Western Air Command - Gujarat
- Training Command - Karnataka
- Maintenance Command - Maharashtra
- Küstenschutz - Indian Coast Guard
- strategische Streitkräfte - Strategic Forces Command
- paramilitärische Kräfte
Indiens einzige Militärbasis im Ausland ist seit 2004 der Luftstützpunkt Farkhor in Tadschikistan.
[Bearbeiten] Ausrüstung
Indien verfügt über 3.264 Kampfpanzer, 733 Kampfflugzeuge, 199 Hubschrauber, 21 Kriegsschiffe und 17 U-Boote (Stand: 2005). Als Kampfpanzer wird der derzeit modernste russische Kampfpanzer T-90 in Lizenz unter der Bezeichnung T-90S eingeführt. Flaggschiff der Flotte ist der Flugzeugträger INS Viraat, die vormalige britische HMS Hermes. Indien unterzeichnete 2004 den Kaufvertrag für den russischen Flugzeugträger Admiral Gorschkow. Dieser wird nun grundlegend erneuert und soll 2009 als INS Vikramaditya in Dienst gestellt werden. Er wird dann die INS Viraat ersetzen.
[Bearbeiten] Atomstreitkräfte
Seit 1974 ist Indien inoffizielle Atommacht. Es verfügt über selbst entwickelte Kurzstreckenraketen sowie die Mittelstreckenrakete Agni III mit einer Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern, die auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden kann. 2005 standen 74 Nuklearsprengköpfe zur Verfügung. Bis heute hat Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet, verzichtet jedoch laut seiner Nukleardoktrin auf den nuklearen Erstschlag.
[Bearbeiten] Geschichte der Indischen Streitkräfte
Die Teilung des indischen Subkontinent in zwei Staaten, die Indische Union und die Islamische Republik Pakistan und der Beitritt Kaschmirs zu Indien, welches daraufhin den größten Teil des ehemaligen Fürstentums besetzte, führte zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg (1947 bis 1949). Seitdem schwelt in der Grenzregion der Kaschmir-Konflikt, der 1965 auch den Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg und 1999 den Kargil-Krieg zur Folge hatte.
Grenzstreitigkeiten führten 1962 zu einem kurzen Krieg mit der Volksrepublik China.
Die indische Unterstützung einer Unabhängigkeitsbewegung im damaligen Ost-Pakistan führte 1971 zu einem dritten Krieg Indiens gegen Pakistan mit folgender Teilung Pakistans und Gründung des neuen, ebenfalls islamisch geprägten Staates Bangladesch.
Besondere Brisanz erhält der indisch-pakistanische Gegensatz durch die Tatsache, dass beide Staaten Atommächte sind. Indien hatte 1974 erstmals einen Atomtest durchgeführt. Auf weitere Kernwaffenversuche im Jahre 1998 reagierte Pakistan mit eigenen Atomtests. In den letzten Jahren war eine Annäherung zwischen Indien und Pakisten zu bemerken. So fanden Gefangenenaustausche statt und wurden Verbindungen in der Kaschmirregion geöffnet.
Seit der Unabhängigkeit hat das indische Militär kaum Interesse an einer politischen Einflussnahme gezeigt. Es ist der Zivilverwaltung unterstellt, den militärischen Oberbefehl hat der Präsident. In Indien gilt keine allgemeine Wehrpflicht, stattdessen unterhält der Staat eine Berufsarmee.