Löbauer Berg
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Löbauer Berg / Lubijska Hora | |
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Gusseiserner Turm |
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Höhe | 447,9 m ü. HN |
Lage | Sachsen, Deutschland |
Gebirge | Lausitzer Bergland |
Geografische Lage | Koordinaten: 51° 05' 47" N, 14° 41' 56" O51° 05' 47" N, 14° 41' 56" O |
Typ | Kegelberg |
Gestein | Basalt (Nephelindolerit) |
Besonderheiten | Doppelgipfel mit dem Schafberg (449,5 m über HN) |
Der Löbauer Berg (obersorbisch Lubijska Hora) ist mit 448 m über NN der Hausberg der namensgebenden Stadt Löbau im Landkreis Löbau-Zittau im südöstlichen Sachsen. Er ist bestanden mit Bergmischwald, bestehend aus Stieleiche, Hainbuche und Winterlinde.
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[Bearbeiten] Lage und Umgebung
Der Gipfel des Berges liegt ca. 1,8 km östlich des Zentrums der Stadt Löbau, welche sich auch gern mit dem Beinamen "Die Stadt am Berge" schmückt. Östlich des Berges liegt Herwigsdorf. Im Norden wird das Bergmassiv von der Eisenbahnlinie Löbau-Görlitz sowie der Staatsstraße S 129 begrenzt; nach Süden sind es der Grundbach sowie die Kreisstraße K 8681.
Auf dem Gipfel befindet sich ein Berggasthof sowie ein gusseiserner Aussichtsturm. Der zweite Gasthof, welchen man über die "Prinzenstufen" erreicht, ist leider nur noch eine Ruine. Am Westhang auf halber Höhe findet man den wiedereröffneten Berggasthof "Honigbrunnen" Auf dem Nachbargipfel des Schafbergs stehen zwei schlanke, weithin sichtbare Sendetürme der Deutschen Telekom.
[Bearbeiten] Geologie
Der Löbauer Berg ist der sattelförmige Rest eines tertiären Vulkans mit ovalem Umriss. Er war einst viel höher, zahlreiche Blockhalden an den Abhängen zeugen von der Abtragung durch wechselnde Eiszeiten, Wind und Wasser. Der Gipfelbereich stellt das größte quellkuppenartige Basaltvorkommen der Oberlausitz dar, es bedeckt eine Fläche von ca. 3 km².
Das Besondere des eigentlich in der Gegend häufig vorkommenden Gesteins ist die grobkörnige Struktur der erstarrten Lava. Durch außergewöhnlich langsame Auskühlung konnten sich größere Mineralstrukturen und ein grobkörniges Gefüge (Dolorit) herausbilden. So enthält der Basalt unter anderem Einschlüsse des Feldspates "Nephelin", dessen spätere Auswitterung zur pockennarbigen Oberfläche der Felsen am Löbauer Berg führte.
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits in der Bronzezeit ist der Gipfelbereich von Menschen genutzt worden. Eine Wallanlage der Lausitzer Kultur enormen Ausmaßes ist dort zu finden. Der Umfang des Walls, auch als Schlackenwall bekannt, ist ca. 1.600 Meter lang und umschließt eine Fläche von 5 Hektar. Im Innern fand man neben Wohnpodesten auch prähistorische Werkzeuge, Schmuck sowie Keramik und Bronzegegenstände.
1738 errichtete man die erste einfache Hütte, welche jedoch im Siebenjährigen Krieg zerstört wurde. 1770 baute die Löbauer Kaufmannschaft ein weiteres Gebäude aus Stein.
Seit 1854 erhebt sich auf dem Gipfel der erst in jüngster Zeit restaurierte, 28 Meter hohe gusseiserne König-Friedrich-August-Turm, ein technisches Denkmal und der einzige seiner Art in Europa. Er wurde vom Löbauer Bäckermeister Friedrich August Brettschneider (1805-1863) gestiftet, welcher zu seiner Finanzierung Grundbesitz verkaufte. Eine 120-stufige Wendeltreppe führt empor, drei Galerien in 12, 18 und 24 Metern Höhe umgeben den achteckigen Turm und geben den Blick auf die umliegende Landschaft frei. Gegossen wurden die Einzelteile des Turm im Eisenhüttenwerk Bernsdorf (nach anderen Quellen in der Raseneisenerz-Hütte Lauchhammer). Im Jahr der Errichtung des Turmes wurde ebenfalls die noch heute existierende Bergwirtschaft eröffnet.
[Bearbeiten] Aussicht
Auf Grund seiner exponierten Lage hat man vom Berg eine hervorragende Aussicht. Im Süden erhebt sich der Kottmar und dahinter die Bergkette des Zittauer und Lausitzer Gebirges, im Osten erblickt man die vulkanischen Phonolith- und Basaltkuppen des Rotsteins sowie der Landeskrone bei Görlitz, bei ausreichenden Sichtbedingungen die Berge des Iser- und Riesengebirges. Weiter nördlich sind die Königshainer Berge zu sehen, gefolgt von der weiten Ebene der Niederlausitz, aus der die Silhouette des Braunkohlenkraftwerks Boxberg hervorsticht. Nordwestlich grüßen die Türme der Stadt Bautzen sowie der Hochstein.
[Bearbeiten] Literatur
- Meyers Naturführer Oberlausitz; Meyers Lexikonverlag Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich; ISBN 3-411-07161-3
- Ernst Siegl: Unsere Oberlausitzer Berge- ein Wanderführer, Domowina-Verlag GmbH, Bautzen, 1991