Positivisten-Kalender
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Die beiden Kalender unterscheiden sich nur in der Wahl der Monatsnamen, ansonsten sind sie identisch. --Lobservateur 17:46, 5. Dez. 2006 (CET)
Der Positivisten-Kalender (auch Comte-Kalender genannt) ist ein Solarkalender, der von Auguste Comte im Jahr 1849 zur Reform des Gregorianischen Kalenders vorgeschlagen wurde. Er erreichte jedoch, wie auch andere Entwürfe von Comte, niemals weitere Verbreitung.
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[Bearbeiten] Das System des Positivisten-Kalenders
Der Kalender hat 13 Monate zu je 28 Tagen plus einen Festtag zu Ehren der Toten zum Jahresende. Dieser Extratag wird weder einem Monat noch einem Wochentag zugeordnet. Auf diese Weise können Woche und Monat synchronisiert werden, das heißt, jeder Monat beginnt grundsätzlich mit einem Montag. Die Idee, den Wochenzyklus mit einem Extratag zu unterbrechen, übernahm Comte von Marco Mastrofini, der 1834 ein Kalenderprojekt veröffentlicht hatte, das heute als Weltkalender bekannt ist.
Kalenderblatt für jeden beliebigen Monat:
Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
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1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |
15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |
22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |
Neben dem Gemeinjahr mit 365 Tagen sieht der Kalender ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Extratag am Jahresende vor, der dem Andenken an weibliche Heilige gewidmet sein soll. Die Jahresanfänge und die Schaltregel stimmen mit jenen des Gregorianischen Kalenders überein. Allerdings sollte die christliche Jahreszählung durch eine positivistische ersetzt werden: Als Jahr 1 (Epoche) sollte das christliche Jahr 1789 gelten, in dem die Französische Revolution ihren Anfang nahm.
Die Monate des Positivisten-Kalenders wurden nach berühmten Persönlichkeiten benannt:
Name (frz.) | Namenspatron | Gregorianischer Kalender | ||
---|---|---|---|---|
Anfang | Ende | |||
1 | Moise | Moses | 1. Januar | 28. Januar |
2 | Homère | Homer | 29. Januar | 25. Februar |
3 | Aristote | Aristoteles | 26. Februar | 25. März |
4 | Archimedes | Archimedes | 26. März | 22. April |
5 | César | Julius Caesar | 23. April | 19. Mai |
6 | Saint-Paul | Apostel Paulus | 20. Mai | 17. Juni |
7 | Charlemagne | Karl der Große | 18. Juni | 15. Juli |
8 | Dante | Dante Alighieri | 16. Juli | 12. August |
9 | Guttemberg | Johannes Gutenberg | 13. August | 9. September |
10 | Shakespeare | William Shakespeare | 10. September | 7. Oktober |
11 | Descartes | René Descartes | 8. Oktober | 4. November |
12 | Frédéric | Friedrich der Große | 5. November | 2. Dezember |
13 | Bichat | M. F. X. Bichat | 3. Dezember | 30. Dezember |
Jour blanc | Totengedenktag | 31. Dezember |
In Schaltjahren beginnen die Monate Archimedes bis Bichat im Vergleich zum Gregorianischen Kalender um einen Tag früher, der Totengedenktag liegt am 30. Dezember und der Schalttag am 31. Dezember.
Neben die üblichen Wochentagsnamen treten beim Positivisten-Kalender noch spezielle Tagesnamen nach insgesamt 364 von Comte favorisierten Größen der Geschichte, eine Idee, die er von Maréchals Kalenderentwurf aus dem Jahr 1787 übernahm. Offenbar sollten damit die Tagesheiligen der katholischen Kirche ersetzt werden.
[Bearbeiten] Vorteile
Ein wesentlicher Vorteil des Kalenders liegt darin, dass alle Monate gleich aufgebaut sind, sowohl was ihre Länge angeht, als auch die Zuordnung der Wochentage. Woche und Monat sind also in Phase. Der Kalender ist damit äußerst übersichtlich strukturiert.
[Bearbeiten] Nachteile
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Argumente, die gegen die Einführung des Kalenders ins Feld geführt werden sind u. a.:
- seine ideologische Grundlage, die in den Monatsnamen zum Ausdruck kommt.
- die Unteilbarkeit der Zahl 13, die es nicht ermöglicht, Halbjahres- oder Quartalsstatistiken zu erstellen oder die Tradition der Jahreszeiten zu integrieren.
[Bearbeiten] Auswirkungen des Kalenders
Außer in positivistischen Kreisen wurde der Kalender in der Praxis nie verwendet. In den 1930er Jahren erlebte er als leicht modifizierter Internationaler Ewiger Kalender vorübergehend größere Aufmerksamkeit.