Tränengas
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Tränengase sind Substanzen, die auf Augen und Schleimhäute irritierend wirken. Sie werden von Polizeikräften eingesetzt, um zum Beispiel Demonstrationen aufzulösen oder Unruhen zu bekämpfen.
Früher wurden oft Substanzen auf Acetonbasis verwendet (vor allem Bromaceton), wegen der Gesundheitsgefahren dieser Substanzen werden sie aber heute nicht mehr eingesetzt. Das heute am häufigsten verwendete Tränengas ist CS-Gas (Chlorbenzylidenmalodinitril), das strenggenommen kein Gas, sondern ein Aerosol ist. Allerdings können auch moderne Tränengase zu Gesundheitsproblemen führen. In großen Mengen können sie zu leichten Verätzungen der Augen und Schleimhäute führen und bei Personen mit Atemwegsproblemen (wie Asthma oder Bronchitis), Nieren- oder Leberschäden kann es zu Komplikationen kommen. Bei CS-Gas sind schon seit über 30 Jahren aus Tierversuchen erbschädigende Wirkungen bekannt, die auch beim Menschen zu erwarten sind. Da bei der Zersetzung von CS im Boden auch giftige Blausäureverbindungen entstehen, ist der Boden an Orten von langjährigem, massiertem Einsatz des Gases (etwa rund um die WAA Wackersdorf) häufig kontaminiert.
Sie werden bei der Polizei als Reizstoffe bezeichnet. Nach den Polizeirechten der Länder wird Reizstoff z.T. als Waffe, überwiegend aber als Hilfsmittel der körperlichen Gewalt bezeichnet.
Auch für das Militär sind Tränengase als nicht-letale Waffen interessant. Die Tränengase zählen dabei, wie z.B. auch Nebelkerzen, zu den chemischen Kampfmitteln und sind nicht wie etliche andere chemische Kampfstoffe völkerrechtlich verboten. Gemäß dem Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung, Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung solcher Waffen von 1993, Artikel I, Abs. (5) sind sie allerdings nicht zur Kampfführung zugelassen. Zwar gilt Tränengas nicht als chemische Waffe, aber um Definitionslücken zu vermeiden verbietet das Abkommen auch den Einsatz von Waffen, die damit verwechselt werden könnten. Vielmehr gilt Tränengas nach selbigem Übereinkommen als "Mittel zur Bekämpfung von Unruhen".
Verwendet werden Reizstoffe in Reizstoffsprühgeräten (Chemical Mace), Reizstoffwurfkörpern oder als Zumischungen in Wasserwerfern.
Im Ersten Weltkrieg wurden ähnliche Stoffe (Nasen-Rachen-Reizstoffe wie zuerst Clark 1) beim sogenannten Buntschießen in Kombination mit Giftgasen (Diphosgen) verwendet, um deren Einsatz effektiver zu machen.
[Bearbeiten] Weblinks
- Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung, Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung solcher Waffen beim Auswärtigen Amt