Carl-Ulrich-Brücke
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Carl-Ulrich-Brücke |
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Mainbrücke in Frankfurt am Main |
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Funktion: |
Straßenbrücke |
Länge: | 238 m |
Breite: | 13 m |
Durchfahrtshöhe: | 8,37 m |
Baujahr: | 1947, 1952/53 |
Verbindung: | Frankfurt-Fechenheim Offenbach Innenstadt |
Mainkilometer: | 41,07 |
Bauart: | Stahlbalkenbrücke |
Die Carl-Ulrich-Brücke ist eine Mainbrücke zwischen der Offenbacher Innenstadt und dem Industriegebiet Frankfurt-Fechenheim. Die Brücke über den Mainbogen ist die einzige Straßenverbindung über den Main zwischen Frankfurt und Offenbach im Bereich der Offenbacher Kernstadt. Über die Brücke führen die RMV-Buslinien 939 und 940 sowie die Nachtbuslinie n63.
Die Brücke ist nach dem lange in Offenbach ansässigen Carl Ulrich (1853-1933) benannt, dem ersten Präsidenten des Volksstaats Hessen.
Bei der Carl-Ulrich-Brücke handelt es sich um eine Balkenkonstruktion aus Stahl. Der Überbau ruht auf den beiden Widerlagern und fünf Pfeilern. Die sechs Öffnungen haben Stützweiten von 37,80 Metern, 40,10 Metern, 41,10 Metern, 40,10 Metern und 37,80 Metern.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Die Schiffsbrücke am Isenburger Schloss
Bis zum Jahr 1819 gab es zwischen dem Offenbacher und dem Fechenheimer Mainufer nur eine Verbindung mit Schelch genannten Booten, die in Höhe des Offenbacher Stadtkerns am Isenburger Schloss verkehrten.
Die erste Brücke zwischen Offenbach und Fechenheim war eine im Juni 1819 eingeweihte Schiffbrücke. Sie befand sich im Zuge der Schloßstraße (Offenbach) bzw. Starkenburger Straße (Fechenheim). Ein wichtiger Anlaß für den Brückenbau war, den Zoll in Frankfurt zu umgehen.[1] Das Großherzogtum Hessen (Offenbach) und Kurhessen (Fechenheim) gehörten damals bereits dem Deutschen Zollverein an, dem die Freie Stadt Frankfurt erst 1835 widerwillig beitrat. Zwischen beiden Staaten gab es bislang nur eine feste Verbindung über den Main, nämlich einige Kilometer stromaufwärts im Raum Hanau/Steinheim. An den „internationalen“ Charakter der Brücke erinnert bis heute der Name der nördlichen Zufahrtsstraße: vom kurhessischen Fechenheim aus erreichte man über die Starkenburger Straße die Schiffsbrücke, die hinüber in die großherzoglich-hessische Provinz Starkenburg führte.
Trotz des eingesparten Zolls an der somit umgangenen Frankfurter Landesgrenze kostete die Benutzung der Brücke Geld, wie auch auf zahlreichen anderen Mainbrücken wurde auf der Schiffsbrücke (und auch auf ihrer Nachfolgerin bis ins 20. Jh. hinein) Maut erhoben.[2]
[Bearbeiten] Die „Neue Brücke“
Mit dem Wachstum Offenbachs als Industriestadt und der zunehmenden Mainschiffahrt wurde die Schiffbrücke immer mehr als Verkehrshindernis wahrgenommen. Durch das starke Wachstum der Stadt während der Gründerzeit entwickelte sich Offenbach vor allem nach Westen, wo die von Süden nach Norden verlaufende Kaiserstraße als neue Prachtstraße der Stadt und Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Main entstand. Die neue, feste Flußquerung wurde deshalb nicht anstelle der alten, sondern einen Kilometer stromabwärts im Zuge der Kaiserstraße geplant. Nach ihrer Fertigstellung 1887 wurde die Schiffsbrücke abgebaut. An ihrer Stelle verkehrte nun, wie bereits vor 1819, eine Fähre, die ihren Betrieb bis 1965 aufrecht erhielt.[3]
Anfang der 1930er Jahre war die bisherige Brückenkonstruktion der steigenden Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen - 1930 musste für Fahrzeuge auf der engen Brücke die Höchstgeschwindigkeit auf 15 Kilometer pro Stunde und 1931 das zulässige Gesamtgewicht auf 9 Tonnen reduziert werden. 1933/34 erfolgte daher ein Umbau der Brücke. Der alte Überbau wurde durch eine breitere Stahlkonstruktion ersetzt und die Nutzbreite von sechseinhalb auf elf Meter erweitert. Gleichzeitig wurde die Brücke mit einer elektrischen Straßenbeleuchtung versehen. Im Frühjahr 1945 wurde die Brücke durch Wehrmachtspioniere gesprengt, um den von Süden vorrückenden amerikanischen Streitkräften das Fortkommen zu erschweren.
[Bearbeiten] Die heutige Brückenkonstruktion
1947 erfolgte der provisorische Wiederaufbau als eine der ersten im Frankfurter Raum wiederhergestellten Mainbrücken. 1952/53 wurde das Provisorium nach einem Umbau durch die heutige Stahlbrücke ersetzt. Die Einweihung der Brücke erfolgte im Mai 1953. Die Fahrbahnbeläge wurden 1977 in einer Bauzeit von fünf Wochen erneuert.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Website der Stadt Offenbach: Stadtportrait.
- ↑ [1]
- ↑ Stadtwerke Offenbach: Offenbacher Hafengeschichte
[Bearbeiten] Literatur
- Wolfram Gorr: Frankfurter Brücken. Schleusen, Fähren, Tunnels und Brücken des Mains. Frankfurt am Main 1982: Frankfurter Societät. ISBN 3-7973-0393-9
[Bearbeiten] Weblink
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Tunnel: A-Tunnel | Citytunnel –
Fähren: Mainfähre Höchst
Koordinaten: 50° 6' 43" N, 8° 45' 29" O