Feuervergoldung
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Die Feuervergoldung, eine seit der Antike bekannte Art der Metallvergoldung (z. B. auf Bronze oder Silber), bei der ein Goldamalgam benutzt wird.
Zur Herstellung des Amalgams wird dem hell glühenden Feingold die etwa sechsfache Menge Quecksilber zugegeben und die so entstandene Legierung in Wasser ausgegossen. Die bei Raumtemperatur teigartige Masse hat nun einen weit unter dem Schmelzintervall des Goldes liegenden Schmelzpunkt.
Nun wird die zu vergoldende Metalloberfläche entfettet und "verquickt", das heißt: in Quickwasser getaucht. Dazu stellt man eine Lösung aus Quecksilber in verdünnter Salpetersäure her. Auf die so vorbereitete Ware lässt sich nun mit einer Messingbürste das Amalgam aufstreichen.
Der amalgamierte Gegenstand wird über einem schwach glühenden Holzkohlefeuer abgeraucht indem man mit einer Hasenpfote (dem getrockneten Hinterlauf eines Hasen) als Bürste ständig das Amalgam verteilt und glättet. Während der Erwärmung diffundieren die Goldteile des Amalgams mit dem Grundmetall, während das Quecksilber verdampft. Die Oberfläche ist anschließend mattgelb und wird mit Poliersteinen (Achat oder Hämatit) auf Hochglanz poliert, wobei gleichzeitig die Oberfläche verdichtet wird.
Wegen der dabei in großem Umfang auftretenden geruchlosen Quecksilberdämpfe handelt es sich bei der Feuervergoldung um ein hochgiftiges Verfahren. Es wird heute nicht mehr angewendet; die Ausführung in Industrie und Handwerk ist verboten und wird durch die galvanische Vergoldung ersetzt.