Zisterzienserinnenkloster Saarn
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Das Kloster Saarn der Zisterzienserinnen in Mülheim an der Ruhr, Stadtteil Saarn, wurde nach archäologischen Befunden um 1200 gegründet. Über die Gründer dieser Zeit und die ersten Frauen im Kloster weiß man sehr wenig.
Einige Jahrzehnte später, in einer zweiten Gründungsphase, wurde Erzbischof Engelbert I. von Köln (reg. 1220-1225) im Rahmen seiner politischen Aktivitäten als Erzbischof, Herzog von Berg und zugleich Reichsverweser und Erzieher des minderjährigen Königs Heinrichs VII. (reg. 1220-1235) - als Stichworte seien genannt: Förderung von Reformorden (hier: Zisterzienser), Entvogtung, Abwehr konkurrierender Landesherren - auf Kloster Saarn aufmerksam.
Engelbert sorgte wahrscheinlich für die Aufnahme der Saarner Nonnen in den Zisterzienserorden und die Einführung einer strengen Klausur, außerdem für eine umfangreiche Privilegierung des Klosters durch den Papst und das Reich. Das Leben der Nonnen und die Existenz des Klosters wurden damit auf eine neue, dauerhafte rechtliche und materielle Grundlage gestellt. Sein Schützling Heinrich wurde - vermutlich auf Veranlassung Engelberts - von den Nonnen in ihrem Memorienbuch als "fundator" (Gründer) geehrt. Der Abt von Kamp erhielt die Aufgabe, über das Zisterzienserinnenkloster die Aufsicht zu führen und die Nonnen geistlich zu betreuen.
Im 15. und ab dem 17. Jahrhundert gibt es Tendenzen der Umwandlung des Klosters in ein Damenstift.
Die Klostergebäude, die bis heute erhalten sind, weisen Baubestandteile vom 13. bis zum 19. Jahrhundert auf. Durch den Bau der Reichsstraße 1 (heute Bundesstraße 1) die direkt neben dem Kloster verläuft, wurden einige Wirtschaftsgebäude abgerissen. Die Stadt Mülheim an der Ruhr übernahm 1936 das Kloster und ließ Wohnungen für ältere Mitbürger dort einrichten.
Während der Jahre 1979 - 1989 wurde die komplette Klosteranlage als Baudenkmal restauriert und wird heute als Begegnungsstätte mit Bürgersaal, Cafeteria und Versammlungsraum genutzt. Kirche und Pfarrgemeinde wird von Mitgliedern der Ordensgemeinschaft der Oblaten des hl. Franz von Sales betreut.
[Bearbeiten] Bekannte Äbtissinnen
- Wolberna
- Bela von Severlich (Äbtissin von ? - 1476)
- Margrit von der Heiden (Äbtissin von 1476 - ?)
- Asswera von Wyttenhorst (Äbtissin von ? - 1578)
- Margarete von Holtorp (Äbtissin von 1578 - 1619)
- Anna von Deutz (Äbtissin von 1619 - 1642)
- Agnes von Hyllen (Äbtissin von ? - ?)
- Maria Theresia von Reuschenberg zu Sillicium (Äbtissin von 1720 - 1741)
[Bearbeiten] Literatur
- Hans Fischer: Das Zisterzienserinnenkloster in Saarn, Mülheim a. d. Ruhr 1981.
- Leo Werry, Margot Klütsch u. Hans Fischer: Kloster Saarn, Kunst- und Kultgegenstände aus der Klosterkirche, Ausst. Kat., Mülheim a. d. Ruhr 1983.
- Günter von Roden: Die Zisterzienserinnenklöster Sarn, Duissern, Sterkrade (Germania Sacra N. F. 18. Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Erzbistum Köln 4), Berlin-New York 1984.
- Ralf Lommerzheim: Mariensaal in Saarn. Ergrabene Geschichte: Die Geschichte des Klosters der Zisterzienserinnen in Mülheim an der Ruhr nach den Befunden der archäologischen Forschung mit Beiträgen von C. B. Oesterwind über das Alltagsleben in mittelalterlichen Klöstern, Mülheim an der Ruhr 1998.
- Rolf-Achim Mostert: „Herr Henricus ist Fundator unser Kirchen gewest, und hat uns vill guts gethan“. - Ein Beitrag zur Gründungsgeschichte des Zisterzienserinnenklosters Saarn in Mülheim an der Ruhr. In: Romerike Berge 55, 2005/H. 3, S. 2-14.
[Bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 51° 24' 8.29" N 6° 52' 55.24" O