Flugmodell
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Ein Flugmodell ist meist eine verkleinerte Nachbildung eines Luftfahrzeuges (Flugzeug, Hubschrauber, Rakete), wobei es weder eine scharfe Abgrenzung zum Spielzeug oder Sportgerät, noch zu kommerziellen, wissenschaftlichen oder militärischen Anwendungen gibt, wie zum Beispiel ferngelenkten Drohnen. Flugmodelle werden auch zur Simulation und zum Testen realer Flugzeuge verwendet. Historisch gesehen sind sie älter als bemannte Flugzeuge (siehe Geschichte der Luftfahrt, Unbemannte Luftfahrt, Flugpionier).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Einführung
Der Bau solcher Flugmodellen wird im Rahmen des Modellbaus verbreitet als Hobby betrieben.
Flugmodelle gibt es sowohl fertig als auch als Bausatz zu kaufen. Manche Flugmodelle besitzen zahlreiche Funktionen ihrer Vorbilder, von denen sie ein detailgetreuer Nachbau sein können.
Flugmodelle gibt es in vielen Bauvarianten (siehe Einteilung). In vielen Sparten werden Wettkämpfe um Bestleistungen ausgetragen - bis hin zu Weltmeisterschaften - wobei die einzelnen Kategorien meist noch in weitere Unterklassen geteilt sind.
Es gibt eine ganze Industrie, die in großer Vielfalt Bausätze und -kästen mit verschiedensten Vorfertigungsgraden für alle möglichen Kategorien anbietet. Daneben gibt es auch zahlreiche Fertigmodelle. Ihre Größen können von einigen Zentimetern bis zu mehreren Metern betragen.
Die derzeit interessantesten Modelle stellen die Nachbauten von turbinengetriebenen Großmodellen dar, da mit den heute erhältlichen Modell-Turbinen ausreichend Schub für den benötigten Vortrieb auch sehr großer Modelle zur Verfügung steht.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Geschichte des Flugmodells ist eng mit der Geschichte der Luftfahrt verbunden. Lange vor den ersten bemannten Flügen wurden die Grundlagen des Fliegens bereits mit Flugmodellen erprobt. Im folgenden eine (sicher unvollständige) Liste aus der Geschichte der Luftfahrt.
Im vierten Jahrhundert v. Chr. spielen chinesische Kinder bereits mit einem Spielzeug, das als erstes bekanntes Modell eines Hubschraubers (Drehflügelflugzeug) angesehen werden kann. Der chinesische Kreisel bestand aus einem runden Stab, in den kreuzförmig leicht angestellt Vogelfedern eingesteckt waren. Durch Drehung des Rundstabs zwischen beiden Handflächen erzeugen die Federn schließlich genug Auftrieb, um den Kreisel in die Luft steigen zu lassen.
- 1804: Sir George Cayley baut aufbauend auf seinem Flugzeugkonzept von 1799 ein erfolgreiches Gleitflugmodell, unbemannt.
- 1857: Nach erfolgreichen Modellversuchen erhalten die französischen Brüder du Temple de la Croix ein Patent über ein Motorflugzeug.
- 1871: Der Franzose Alphonse Pénaud baut seine Planaphore, ein freifliegendes Motorflugmodell mit Gummimotorantrieb.
- 1875: Der Engländer Thomas Moy erprobt ein gefesseltes Motorflugmodell mit Dampfmaschinenantrieb und 4 m Spannweite.
- 1877: Erster Flug eines dampfgetriebenen Modellhubschraubers von Enrico Forlanini
- 1879 Der Franzose Victor Tatin baut ein Motorflugmodell mit Luftschrauben und Druckluftmotor, das erfolgreich Bodenstarts ausführt.
- 2003: Das Flugmodell Trans-Atlantik-Modell 5 von Maynard Hill überquert im nonstop Flug den Nordatlantik.
Das Bauen von Flugmodellen als Hobby (Beruf) wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg populär. Bereits 1913 erschien ein Buch von P. L. Biegenwald „Flugmodellbau“. Als Antrieb wurde in erster Linie der Gummimotor beschrieben. Im Bildband des Deutschen Historischen Museums „Das XX. Jahrhundert - Fotografien zur deutschen Geschichte“ findet sich auf Seite 91 ein Foto aus Berlin, datiert 1919, auf dem etwa zehn startbereite Wasser-Flugmodelle offensichtlich mit Gummimotor abgebildet sind. Baumaterialien waren anfänglich vor allem Sperrholz, dünne Kiefernleisten und Papier zwecks Tragflächenbespannung („Spannpapier“), später verbreitet Balsaholz, und heute vor allem Kunststoffe wie Faserverbund- und Schaumstoff-Formteile sowie „Bügelfolie“ zur Bespannung.
Ein einfaches Segelflug–Modell, das vielen jungen Menschen in den 50er und 60er Jahren als Einstiegsmodell diente, war der Der kleine UHU. Zudem waren Modelle mit Elektro- oder Benzinmotor zu schwer und zu teuer.
[Bearbeiten] Einteilungen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Einteilung.
Die internationale Interessenvertretung FAI (Fédération Aéronautique Internationale) unterteilt Klassen nach denen Wettkämpfe ausgetragen werden oder Rekorde registriert werden. Während so aus historischen Gründen freifliegende Modelle in zahlreiche Klassen unterteilt wurden, fehlen andere spezielle Modelle völlig.
Andere Einteilungen sind nach dem Flugprinzip (leichter/schwerer als Luft), dem Antrieb (ohne Antrieb, Verbrennungs- oder Elektromotorantrieb, Raketenantrieb), der Steuerung (ohne Steuerung, leinengesteuert, ferngesteuert, programmgesteuert) oder dem Einsatz (Segler, Kunstflugmodelle, Speedmodelle, Wettkampfmodelle, Scalemodelle, Senkrechtstarter) gegliedert.
[Bearbeiten] Flugfähige Flugmodelle
[Bearbeiten] Flugprinzip
[Bearbeiten] Leichter als Luft
Modelle mit statischem Auftrieb:
- Gas- oder heißluftgefüllte Luftschiffe
- Gas- oder heißluftgefüllte Ballone
[Bearbeiten] Schwerer als Luft - dynamischer Auftrieb
Modelle ohne statischen Auftrieb:
- Segler
- Motorflugzeugmodell
- Modell-Airliner
- Modellhubschrauber
- Motorschirm-Modelle
- Senkrechtstarter VTOL, Schwebeplattformen, bei denen der dynamischer Auftrieb innerhalb des Antriebes für den Rückstoß verantwortlich ist (Hubschrauber, Propeller und Impeller im Gegensatz zu Raketen/Turbine bei denen Rückstoß direkt durch eine expandierende, beschleunigte Gasmasse entsteht)
[Bearbeiten] Schwerer als Luft - Rückstoßantrieb
- Modellraketen
- Lifter
- Senkrechtstarter VTOL, Schwebeplattformen mit Rückstoßantrieb durch eine expandierende beschleunigte Gasmasse (Raketen/Turbinen im Gegensatz zu Hubschraubern, Propellern und Impellern bei denen dynamischer Auftrieb innerhalb des Antriebes für den Rückstoß verantwortlich ist)
[Bearbeiten] Steuerung
[Bearbeiten] Freifliegende Flugmodelle
Freifliegende Modelle fliegen ohne Steuerung durch einen Piloten, jedoch sind Eigensteuerungen (Magnetsteuerung) möglich.
Freifliegende Modelle werden durch die Fédération Aéronautique Internationale (FAI) in folgende Klassen eingeteilt:
- F1A - Segelflugmodelle (A-2 Klasse),
- F1B - Flugmodelle mit Gummimotor („Wakefield“),
- F1C - Motorflugmodelle,
- F1D - Saalflugmodelle,
- F1E - Segelflugmodelle mit Selbststeuerung,
- F1G - Flugmodelle mit Gummimotor („Coupe d´hiver“),
- F1H - Segelflugmodelle (A-1 Klasse),
- F1J - Motorflugmodelle (1/2A Klasse),
- F1K - Flugmodelle mit CO2-Motoren,
- F1L - Saalflug, EZB-Modelle,
- F1M - Saalflugmodelle (Beginner),
- F1N - Saalfluggleiter für Handstart.
Segler haben meist etwa zwei Meter Spannweite. Gestartet wird mit Hochstartleine oder Gummikatapult. Gewöhnlich mit einem Zeitschalter ausgerüstet, der das Höhenleitwerk des Modells nach einigen Minuten nach oben klappt und das Modell dann fahrstuhlartig nach unten sinken lässt. Ohne diese Einrichtung würden die Modelle bei entsprechender Wetterlage allzu häufig mit der Thermik davonfliegen.
- Magnetgesteuerte Hangsegler; vor dem Handstart wird das kompassartig wirkende Seitenruder so eingestellt, dass das Modell fest in die Himmelsrichtung gegen den Hangaufwind fliegt.
- Motorsegler
- Gummimotormodell
- Saalflugmodelle sind extrem leichte Modelle (erreichbar sind Massen unter 1 Gramm, aber für Wettkampfklassen sind 1,2 Gramm Mindestmasse vorgeschrieben), angetrieben mit Gummimotor. Die Modelle „schleichen“ durch die Luft. Je nach Hallenhöhe sind in der Wettkampfklasse Flugzeiten bis 30 min erreichbar. Wegen der erforderlichen Hallenhöhe und Luftruhe werden Wettkämpfe häufig auch im Salzbergwerk ausgetragen.
- Papierflugzeuge sind „normale“ Faltmodelle aus einem Bogen Papier. Auch in dieser Klasse werden Weltrekorde geführt (z. B.1998 eine Flugzeit von 27,6 s durch Ken Blackburn)
- Raketen sind mit Raketenmotor betriebene Flugmodelle. Meist in der klassischen Raketen-Variante, vereinzelt jedoch auch umgebaute Segelflugmodelle.
- Gas- oder heißluftgefüllte Ballone und Luftschiffe
- Lifter
[Bearbeiten] Leinengesteuerte Modelle / Fesselflieger
Bei leinengesteuerten Fesselflugzeugen hält der „Pilot“ das motorisierte Modell mit ausgestrecktem Arm an etwa 15–25 m langen Steuerleinen (straff gespannte dünne Stahlseile), die das Höhenruder bedienen und führt das Modell per Zentrifugalkraft im Kreis, wobei er sich synchron mitdreht.
- Fesselflieger werden durch die Fédération Aéronautique Internationale (FAI) in folgende Klassen eingeteilt:
- F2A-FAI Speed- oder Geschwindigkeitsmodelle
- F2B - Kunstflugmodelle
- F2C - Mannschaftsrennen
- F2D - Combat- oder (zu deutsch) Fuchsjagdmodelle
- Kunstflug
- Fuchsjagd – an zwei Flugmodellen wird jeweils (gleich lang) ein meterlanger Krepppapierstreifen befestigt. Die beiden Gegner stehen gemeinsam in der Kreismitte und versuchen, dem anderen von dessen Schleppe mit dem eigenen Propeller möglichst viel wegzuschneiden.
- Speed- oder Rennmodell – nur das Tempo zählt. Die Modelle sind oft asymmetrisch und haben nur eine Tragfläche an der Kreisinnenseite und das Höhenruder auf der Kreisaußenseite.
- Vorbildgetreue Nachbauten bzw. Modelle
[Bearbeiten] Ferngesteuerte Flugmodelle
Ein ferngesteuertes Modellflugzeug ist ein Modellflugzeug, das mit einem Empfänger (Receiver) ausgerüstet ist und mit Hilfe eines Senders (Transmitter, TX) per Trägersignal drahtlos (ohne feste Verbindung) ferngesteuert wird. Im allgemeinen kommen Funksignale als Trägersignal zum Einsatz (RC-Flugzeug, engl. radio controlled, siehe auch Funkfernsteuerung), jedoch sind auch andere physikalische Prinzipien (optisch, akustisch) möglich, aber ungebräuchlich.
Der Sender schickt ein Funksignal zum Empfänger im Flugmodell, das die Stellung der Steuerknüppel oder Schalter am Sender überträgt. Der Empfänger steuert dann die elektronischen/mechanischen Rudermaschinen (Servos) an, die z. B. die Ruderflächen bewegen.
- Ferngesteuerte Flugmodelle werden durch die Fédération Aéronautique Internationale (FAI) in folgende Klassen eingeteilt:
- F3 - Fernlenkflug
- F3A - Ferngelenkte Motor-Kunstflugmodelle
- F3B - Ferngelenkte Thermik-Segelflugmodelle
- F3C - Hubschrauber
- F3D - Pylon-Rennmodelle
- F3F - Ferngelenkte Hang-Segelflugmodelle
- F3G - Ferngelenkte Motorsegler
- F3H - Segelflugmodelle - Überlandrennen
- F3I - Ferngelenkter Segelflugmodellschlepp
- F3J - Ferngelenkte Thermik-Segelflugmodelle - Dauerflug
- F3K - Handstart-Segelflugmodelle
- F5 - Funkferngesteuerte Flugmodelle mit Elektromotor
- F5A - Kunstflugmodelle
- F5B - Motor-Segelflugmodelle
- F5C - Hubschrauber
- F5D - Pylonrennmodelle
- F5E - Solar-Flugmodelle
- F5F - Zehn-Zellen-Klasse
- F3 - Fernlenkflug
- Segler
- Motorsegler; z. T. mehrere Meter Spannweite, oft mit Elektromotor
- Kunstflug- bzw. 3D-flugfähige Modelle, die sich durch große Ruder und große Ruderausschläge auszeichnen, um möglichst wendig zu sein. 3D-flugfähige Modelle haben eine Motorisierung, die das Flugzeug senkrecht nach oben treiben kann, d.h. der Schub ist größer als das Eigengewicht. Sie dienen hauptsächlich dazu, spektakuläre Schauflüge vorzuführen, allerdings leidet darunter oft die Eignung für sauberen Kunstflug. Modelle für klassischen (dynamischen) Kunstflug haben daher gemäßigte Rudergrößen und eine etwas andere Gesamtauslegung um klassische Kunstflugfiguren besser vorzeigen zu können.
- Pylon-Renn-Modelle. Flugmodelle die auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt sind und die bei Pylon-Rennen eingesetzt werden.
- Vorbildgetreue Nachbauten (Flugzeugmodelle); auch häufig als Scale-Modelle bezeichnet. Angestrebt ist der maßstäblich genaue Nachbau. Aus aerodynamischen Gründen würden maßstäblich präzise verkleinerte Tragflächenprofile aber die Flugfähigkeit beeinträchtigen. Daher wird ein Profil verwendet, das im entsprechenden Reynolds-Zahlbereich die Flugfähigkeit sichert, ohne die Optik zu weit zu verfälschen.
- Slowflyer und Park Flyer, leichte und langsam fliegende Modelle, auch als Trainer.
- Indoor-Modelle, extrem leichte und wendige Modelle, die beim Hallenfliegen in Innenräumen oder Sporthallen eingesetzt werden.
- Shock Flyer, eine spezielle Indoor-Bauart. Leicht und sehr wendig, mit leistungsstarken Motoren, daher 3D-tauglich.
- Raketenflugzeuge (oder auch Raketengleiter), umgebaute Flugzeugmodelle mit Fernsteuerung.
- Modellhubschrauber, Unterscheidung zwischen Trainermodellen zum sportlichen Einsatz (3D, Kunstflug) und Scalemodellen als detaillierte Nachbauten der Originalhubschrauber.
- Motorschirm-Modelle
- Ferngesteuerte, gas- oder heißluftgefüllte Luftschiffe und Ballone
- Ferngesteuerte Lifter
[Bearbeiten] Programmgesteuerte Modelle
Die Miniaturisierung von Navigations-, Funk- und Computer-Komponenten erlaubt auch für den Modellflug Autopilot- und Programm-Steuerungen. Diese Modelle können je nach Anwendungsfall sowohl zu frei fliegenden Modellen, als auch zu ferngesteuerten Modellen gezählt werden.
Ein bekanntes Beispiel ist das Trans-Atlantik-Modell 5 aus dem Jahr 2003, das über 99 Prozent seines Transatlantikfluges programmgesteuert absolviert hat.
Wissenschaftliche und militärische Drohnen (unbemanntes Luftfahrzeug) zählen auch zu dieser Kategorie.
[Bearbeiten] Standmodelle
Standmodelle sind nicht flugfähig. Grob lässt sich hier zwischen originalgetreuen Modellen zu Dokumentations- und Ausstellungszwecken (Scalemodelle) und simpleren Funktionsmodellen (z. B. ein Windkanalmodell) unterscheiden.
Bei Scalemodellen sind die Maßstäbe 1:32, 1:48, 1:72 und für mehrmotorige Modelle 1:144 gebräuchlich. Ein bekannter Hersteller ist Herpa Wings.
[Bearbeiten] Fernsteuerungen
Es gibt verschiedene Sorten von Anlagen, Sendern oder auch Fernsteuerungen. Man unterscheidet zum Beispiel Hand- und Pultsender.
[Bearbeiten] Magnetsteuerung
Die Richtungssteuerung erfolgt direkt oder indirekt mittels Magnete durch das Erdmagnetfeld (Kompass). Der Übergang zur Programmsteuerung (z. B. Steuerung mittels elektronischem Kompass) ist fließend.
[Bearbeiten] Leinenfernsteuerung
Fernsteuerung des Modells erfolgt mittels zwei oder mehrer Leinen (meist Stahlseile). Dazu bewegt sich das Modell zwangsläufig auf einer Kreisbahn um den Piloten. Aufgrund der Beschränkung auf wenige Leinen sind nur 1..2 Steuerfunktionen (Höhenruder, Motordrossel) üblich.
[Bearbeiten] Infrarot (Licht) Fernsteuerung
Übertragung der Steuerfunktionen mittels eines modulierten Lichtsignals (z. B. Infrarot). Da Lichtsignale genehmigungsfrei sind wird diese Art der Fernsteuerung gern bei Spielzeugmodellen, aber auch bei Indoor-Modellen eingesetzt.
[Bearbeiten] Funkfernsteuerung
Übertragung der Steuerfunktionen mittels eines hochfrequenten elektromagnetischen Feldes (HF) durch eine Funkfernsteuerung.
Funkfernsteuerungen für (Flug)Modelle unterliegen bestimmten gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften. In Europa (EU) ist allgemein der Frequenzbereich 35 MHz für Flugmodelle reserviert. Andere Frequenzbereiche (27, 40, 41, 72, 75, 433 MHz, 2,4GHz) sind eventuell länderspezifisch unterschiedlich zugelassen oder sind nicht ausschließlich Flugmodellen vorbehalten.
[Bearbeiten] Programmsteuerung
Die einfachste Form der Programmsteuerung sind einfache (mechanische) Zeitgeber. Diese werden häufig in Freiflugklassen (F1) zur Beendigung des Fluges nach Ablauf der maximalen Wertungszeiten benutzt.
Die Miniaturisierung von Navigations-, Funk- und Computer-Komponenten erlaubt auch für den Modellflug komplexere Autopilot- und Programm-Steuerungen, so dass der Übergang zu Drohnen fließend ist.
[Bearbeiten] Sonstige Fernsteuerungen
Andere mögliche Fernsteuerungen arbeiten z.B. akustisch (Ultraschall), sind aber heute ungebräuchlich.
[Bearbeiten] Antrieb
Der Antrieb erfolgt meist durch einen oder mehrere von einem Motor angetriebene Propeller. Anfangs wurden vor allem der Gummimotor, aber auch Pressluft- und Kohlesäurenmotoren eingesetzt. Später kamen dann Verbrennungsmotoren und inzwischen schon zu einem hohen Prozentsatz Elektromotoren zum Einsatz.
Weiterhin haben Modelle mit Turbinenantrieb ihr Nischendasein verlassen und bieten vor allem mit ihrem vorbildgetreuen Klang eine eigene Faszination.
Eine spezielle Abart des Antriebs mit Verbrennungsmotor oder Elektromotor ist der Impellerantrieb. Sie erlauben einen Antrieb ohne sichtbaren Propeller, aber ohne den Aufwand eines Turbinenantriebs. Für spezielle Zwecke kommt auch der Rückstoßantrieb in Form von Schwarzpulvertreibsätzen, Wasser-, Dampf- oder Druckluftraketen zum Einsatz.
Eine spezielle Form des Antriebs ist der elektrostatische Antrieb nach dem Biefeld-Brown-Effekt beim Lifter.
- Propeller: Wandelt eine axiale Drehbewegung in eine Vortriebskraft in Achs-Richtung der Drehachse um. Der Propeller bewegt sich dabei frei in der Luft oder ist ummantelt ohne Leitschaufeln zu besitzen (Mantelpropeller). Ein Spezialfall ist der Hubrotor eines Hubschraubers.
- Impeller: Wandelt ebenfalls eine meist axiale Drehbewegung in eine Vortriebskraft um. Bei einem axialen Impeller wird die Luftmasse durch einen ummantelten Rotor beschleunigt. Ein System aus Leitschaufeln Stator entzieht den Luftstrom die Drallströmung. Der Rotor und die Leitschaufeln des Impellers ähneln prinzipiell den bei Turbinen üblichen Turbinenrädern und -schaufeln.
- Verbrennungsmotor: Kolbenmotor oder Kreiskolbenmotor mit einem oder mehreren Zylindern und mit unterschiedlichem Hubraum. Je nach Zündprinzip werden verschieden Motorentypen unterschieden (Selbstzündermotor, Glühkerzenmotor, Ottomotor). Motoren mit mehreren Zylindern werden oft nach deren Anordnung benannt (z. B. Sternmotoren).
- Elektromotor: Konventionelle Bürstenmotoren oder leistungsstarke bürstenlose Elektromotoren (Brushlessmotoren).
- Strahltriebwerk/Turbine: Modellturbinen, die im Prinzip wie ihre großen Vorbilder als ein- und zweistufige Strahltriebwerke arbeiten. Turbinen erzeugen den Vortrieb direkt durch die beschleunigten Gasmassen.
- Staustrahltriebwerk/Pulsstrahltriebwerk: Beim Staustrahltriebwerk erfolgt die Kompression der Verbrennungsgase durch die Strömungsgeschwindigkeit des bewegten Triebwerks. Dieser Antrieb wurde z. B. im Zweiten Weltkrieg bei der Fieseler Fi 103 verwendet. Nach diesem Prinzip arbeitende Funktionsmodelle werden auch in Modellflugzeugen eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Lautstärke ist der Einsatz von Pulsstrahltriebwerken starken Einschränkungen unterworfen.
[Bearbeiten] Rechtliches
Flugmodelle, die den Luftraum nutzen, gelten in Deutschland rechtlich als Luftfahrzeuge und bilden eine eigene Luftfahrzeugklasse. Der Betrieb von Flugmodellen wird durch § 16 Abs. 4–6 der Luftverkehrsordnung (LuftVO) geregelt.
Flugmodelle mit einer Masse von weniger als 5 kg (Ausnahme: Raketenantrieb) können ohne spezielle Aufstiegserlaubnis geflogen werden. Beim Einsatz eines Verbrennungsmotors muss dabei ein Mindestabstand von 1,5 km zu Wohngebieten eingehalten werden. Geeignete Modellflugplätze werden oft von Modellbauvereinen betrieben.
Über 25 kg Gewicht muss das Flugmodell (Großmodell) einzeln zugelassen werden. Es gelten ähnliche Zulassungsvorschriften wie bei manntragenden Flugzeugen. Der Betrieb derartiger Flugmodelle setzt den Besitz eines Modellpilotenscheins voraus und ist nur auf dafür zugelassenen Flugplätzen möglich.
In Deutschland sind seit dem 1. Juli 2005 Flugmodelle laut Luftverkehrsgesetz nicht mehr von der Versicherungspflicht für Luftfahrzeuge ausgenommen. Daher gelten seither für Flugmodelle die gleichen Ansprüche an die Haftpflichtversicherung wie für manntragende Flugzeuge, dies betrifft vor allem die Haftungssummen. Während die speziellen Modellflugversicherungen sich schnell an die neuen Anforderungen angepasst haben, haben viele allgemeine Versicherer die neuen Regelungen ignoriert oder die Versicherung von Modellflugzeugen ganz aus der allgemeinen Haftpflichtversicherung gestrichen. Wer ohne oder ohne ausreichende Haftpflichtversicherung ein Flugmodell im öffentlichen Luftraum betreibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. (Informationen zu Modellflugversicherungen geben zum Beispiel folgende Verbände: DMFV, DAeC.
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Category:Aircraft models – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- International Aeromodelling Commission of FAI
- Deutscher Modellfliegerverband
- Schweizerischer Modellflugverband
- FAI Model Aircraft World Records
- Modellraketen-Dachverein Deutschland/Österreich/Schweiz
- Grundlagen (Modell-)Flugzeuge
- Infos über Modellraketen
- www.flugleiter.de Onlinekompendium zum Thema Flugmodellbau
- RC-Network - eines der größten Modellbauforen
- RC Line - eines der größten Modellbauforen
- ModellFlug-Online.at - eine der größten Modellbauseiten Österreichs
- Großmodellbau inkl. A380
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