Georg K. Glaser
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Georg K. Glaser (* 30. Mai 1910 als Georg Glaser in Guntersblum; † 18. Januar 1995 in Paris) war ein deutschsprachiger französischer Schriftsteller.
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[Bearbeiten] Leben
Georg Glaser war der Sohn eines Handwerkers, der nach dem Ersten Weltkrieg zum Postbeamten aufstieg. Er wuchs in Dolgesheim (Rheinhessen) auf und besuchte ab 1916 eine Volksschule in Worms. Seine harte Jugend war geprägt von der autoritären Erziehung und den körperlichen Misshandlungen durch seinen Vater. Glaser galt früh als Rebell und durchlebte Zeiten in Erziehungsanstalten. Er suchte Anschluss an anarchistische und kommunistische Jugendorganisationen; 1929 wurde er wegen Landfriedensbruchs verhaftet.
Zu Beginn der 1930er Jahre entstanden erste schriftstellerische Arbeiten. Zeitweise war Glaser Gerichtsreporter für die KPD und publizierte in angesehenen Zeitungen, u. a. der Frankfurter Zeitung; er war aber auch als Fabrikarbeiter in verschiedenen Industriebetrieben tätig.
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Jahre 1933 war Glaser aktiv im antifaschistischen Widerstand, der vom damals noch durch Frankreich verwalteten Saargebiet ausging. 1935 wurde er erneut verhaftet, konnte jedoch nach Frankreich entkommen, wo er bis 1939 in der Normandie lebte und bei den Französischen Staatsbahnen angestellt war.
Da er inzwischen - nach seiner Ausbürgerung aus Deutschland - durch Heirat französischer Staatsbürger geworden war, wurde er 1939 zum Kriegsdienst in der französischen Armee eingezogen. 1940 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft. 1943 gelang ihm die Flucht aus dem Gefangenenlager in der Nähe von Görlitz; er wurde jedoch in der Nähe von Straßburg gefasst und erneut in verschiedenen deutschen Lagern interniert.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging Glaser zurück nach Frankreich. Er arbeitete am Fließband in den Renault-Werken sowie in einer Zuckerfabrik und engagierte sich in der französischen Arbeiterbewegung. 1949 gründete er eine Werkstatt für Kupfer- und Silberschmiedearbeiten im Pariser Stadtviertel St. Germain-des-Prés. Ab 1968 lebte er mit seiner Familie im Marais-Viertel. Die Initiale "K." fügte Glaser seinem Namen später als "Kreuz" für seine verstorbene Mutter (Katharina) hinzu.
[Bearbeiten] Literarische Entwicklung
Georg K. Glaser ist Verfasser von stark autobiografisch geprägten Prosawerken. Anfang der 1930er Jahre galt er als Vertreter der KPD-treuen proletarisch-revolutionären Literatur. Glaser ging im Laufe seines Vorkriegsexils allerdings mehr und mehr auf Distanz zur Ideologie des Kommunismus und besann sich auf seine persönlichen anarchistischen Anfänge.
Sein Hauptwerk "Geheimnis und Gewalt" konnte zunächst nur in französischer Übersetzung erscheinen, da alle deutschen Verlage eine Publikation ablehnten. Obwohl es in Frankreich wie in Deutschland höchstes Kritikerlob erntete, war ihm u. a. wegen der chaotischen Publikationsgeschichte mit mehreren, teilweise gekürzten und sehr fehlerhaften Ausgaben kein großer Erfolg beschieden.
Der eigenwillige Autor gilt auch heute noch als einer der großen Außenseiter und Unbekannten der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Zu seinem Andenken vergeben der SWR und das rheinland-pfälzische Kulturministerium jährlich den Georg-K.-Glaser-Preis für Literatur.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Georg Glaser erhielt 1992 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und den Preis der Deutschen Schillerstiftung, 1994 die Johanna-Kirchner-Medaille der Stadt Frankfurt am Main sowie den Pfalzpreis für Literatur des Bezirksverbandes Pfalz.
[Bearbeiten] Dokumentarfilm
Der Berliner Filmemacher Harun Farocki portraitierte Georg K. Glaser in dem 1988 entstandenen TV-Film Georg K. Glaser - Schriftsteller und Schmied.
[Bearbeiten] Werke
- Schluckebier, Berlin [u. a.] 1932
- Geheimnis und Gewalt, Basel [u. a.]
- Bd. 1 (1951)
- Bd. 2 (1951)
- Die Geschichte des Weh, Hamburg [u. a.] 1968
- Aus der Chronik der Rosengasse und andere kleine Arbeiten, Berlin [u. a.] 1985
- Jenseits der Grenzen, Düsseldorf 1985
- Marinus van der Lubbe, Drama (unveröffentlicht)
[Bearbeiten] Literatur
- Symposion, Georg K. Glaser - Einar Schleef, hrsg. von Michael Rohrwasser, Frankfurt/Main 1989
- Michael Rohrwasser: Georg Katharina Glaser: Die Partei und das Schreiben, in: Exil, Jg. 8 (1989), S. 65 - 84
- Reinhard Fanslau: Georg Glaser. Leben und Werk, Magisterarbeit Universität Osnabrück 1989
- Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten, Stuttgart 1991 (darin ein Kapitel über Glaser)
- Georg K. Glaser, Zeuge seiner Zeit, Schmied und Schriftsteller, Guntersblum 1910 – 1995 Paris, Basel 1997
- Matthias Mader: Die Rhetorik der Entscheidung als strukturbildendes Element in "Geheimnis und Gewalt" von Georg K. Glaser, Magisterarbeit Universität Mainz 2004 (http://www.matthias-mader.de/texte/ma.pdf)
- Michael Rohrwasser: Georg K. Glasers Schluckebier. In: „Laboratorium Vielseitigkeit“. Zur Literatur der Weimarer Republik. Hrsg. v. Petra Josting u. Walter Fähnders. Bielefeld 2005 (ISBN 3-89528-546-3)
[Bearbeiten] Weblinks
Personendaten | |
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NAME | Glaser, Georg K. |
KURZBESCHREIBUNG | deutschsprachiger französischer Schriftsteller |
GEBURTSDATUM | 30. Mai 1910 |
GEBURTSORT | Guntersblum |
STERBEDATUM | 18. Januar 1995 |
STERBEORT | Paris |