Maurenbrecher (Familie)
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Maurenbrecher ist der Name eines Düsseldorfer Postmeister-, Fabrikanten- und Gelehrtengeschlechts.
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[Bearbeiten] Die Maurenbrechersche Fahrpost
Die Maurenbrecher gehören als Begründer der Maurenbrecherschen Fahrpost im Herzogtum Berg zu den Pionieren des Postwesens. Johann Maurenbrecher (ca. 1620-1685) übernahm das bereits von seinem Großvater und seinem Vater betriebene Fuhrgeschäft in Düsseldorf und erlangte 1668 das pfalzgräfliche Privileg zur Einrichtung einer Fahrenden Post, das 1673 auf seine drei Söhne erstreckt wurde. 1675 folgte durch den Großen Kurfürsten ein kurbrandenburgisches Privileg. Bedient wurden die Strecken nach Aachen, Kleve, Köln und Duisburg. Gefahren werden durften Personen und Frachtstücke - das Briefmonopol lag bei Thurn und Taxis. Über fünf Generationen Maurenbrecher waren als Postmeister zu Düsseldorf tätig.
Mit der Eroberung des Rheinlandes durch die Franzosen unter Napoleon erloschen die erteilten Bewilligungen. Mit Bildung des Großherzogtums Berg ging die Post in landesherrlichen Besitz über. Der letzte Postmeister, Peter Wilhelm Maurenbrecher (1777-1861), bekam jedoch die Leitung des gesamten Postwesens im besetzten Gebiet übertragen.
Nach Kriegsende ging die Post, wie auf dem Wiener Kongress geregelt, zunächst an die Thurn und Taxis. Diese übertrugen die Post 1816 an Preußen. Peter Wilhelm Maurenbrecher wurde der erste Königlich-Preußische Oberpostdirektor der nunmehr in seinem Haus als Mieterin tätigen preußischen Post zu Düsseldorf.
[Bearbeiten] Die Maurenbrechersche Papiermühle Dombach im Strundetal
1830 übernahm der Düsseldorfer Kaufmann Jakob Maurenbrecher (1779-1856), jüngerer Bruder des letzten Postmeisters Peter Wilhelm Maurenbrecher, die Papiermühlen Alte und Neue Dombach im Strundetal bei Bergisch Gladbach. Er wurde einer der Pioniere moderner Papierproduktion. Die Neue Dombach wurde nach und nach zu einer Papierfabrik erweitert. Seit 1843 produzierte in der Dombacher Papierfabrik die erste Papiermaschine Bergisch Gladbachs im Dauerbetrieb. Zur Aufstellung einer weiteren Papiermaschine wurde der Gebäudekomplex um 1870 noch einmal erweitert und erhielt seine heutige Fassade im typischen Architekturstil des 19. Jahrhunderts. Das Unternehmen war bereits zu dieser Zeit der größte Papierproduzent in Bergisch Gladbach. 1876 erwarb das Unternehmen Zanders, bereits im Besitz der Schnabelsmühle und der Gohrsmühle, die gesamte Dombach. Heute ist die Alte Dombach Teil des Rheinischen Industriemuseums.
[Bearbeiten] Namhafte Einzelpersönlichkeiten
Daneben hat das Geschlecht Maurenbrecher eine Anzahl bekannter Wissenschaftler hervorgebracht, deren Reihe mit dem ältesten Sohn des letzten Postmeisters Peter Wilhelm Maurenbrecher, dem Juristen Romeo Maurenbrecher (1803-1843), beginnt. Der Sohn von Romeo Maurenbrecher war Carl Peter Wilhelm Maurenbrecher (1838-1892), Historiker, von dem wiederum die Söhne Berthold Maurenbrecher (1868-1943), Philologe, Wilhelm Maurenbrecher (Schauspieler) (1870-1929), Schauspieler, Otto Maurenbrecher (1872-1960), Schauspieler und Theaterintendant und Max Heinrich Maurenbrecher (1874-1930), Theologe und politischer Publizist, abstammen.
Manfred Maurenbrecher (* 1950), Liedermacher und Autor, ist ein Enkel von Otto Maurenbrecher. Der Politiker Eugen Adolf Richter (1838-1906), Sohn der Bertha Maurenbrecher und des Adolf Leopold Richter, war ein Cousin von Romeo Maurenbrecher.
Hans Anton Maurenbrecher (1910-1966), Kgl.-Niederländischer Generalleutnant der Luftwaffe, war ein Pionier der Einhand-Weltumseglung. Er überquerte zweimal den Altlantik und einmal den Pazifik mit seiner 9-Meter-Yacht "Take Bora". Er ist seit dem Juli 1966 am Great Barrier Reef verschollen.
[Bearbeiten] Literatur
- Richard August Keller: Posturkunde für Johann Maurenbrecher, in: DüsseldorfJb 28, 1916, S. 227-228
- Otto R. Redlich: Actenstücke zur Geschichte des niederrheinischen Postwesens und der Düsseldorfer Posthalterfamilie Maurenbrecher, in: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins (BGNrh) 7, 1893, S. 261-300
- Walter Schmithals: Zu den Anfängen des niederrheinischen Postwesens und zu Johann Maurenbrecher, in: Düsseldorfer Jahrbuch 68 (1997) S. 77-87
- Tönnies: Die kurpfälzischen Posten am Niederrhein, in: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins (BGNrh) 1, 1886, S. 13-56
- Ferdinand Schmitz: Die Papiermühlen und Papiermacher des bergischen Strundertals, Bergisch Gladbach 1921, Reprint 1979
- Familie Maurenbrecher. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB) Band 20, S. 693,
- Hans Anton Maurenbrecher: Het journaal van de Takebora, Woerden/Laren 1996
- Rudolf Mirbt: Mitteilungen aus dem Kreise der Familien Mirbt, Wagner, Maurenbrecher. Folge 1: Die Vorfahren von Hildemarie, Felix, Marianne, Barbara Mirbt. 1944.
[Bearbeiten] Weblinks
- Maurenbrecher (Familie), Artikel in der ADB (von Wilhelm Maurenbrecher verfasst)