Meziměstí
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Meziměstí | |||
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Basisdaten | |||
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Staat: | Tschechien | ||
Region: | Královéhradecký kraj | ||
Bezirk: | Náchod | ||
Fläche: | 2572 ha | ||
Geographische Lage: | Koordinaten: 50° 37' N, 16° 14' O50° 37' N, 16° 14' O | ||
Höhe: | 432 m n.m. | ||
Einwohner: | 2786 (2. Oktober 2006) | ||
Postleitzahl: | 549 81 | ||
Struktur | |||
Gemeindeart: | Stadt | ||
Ortsteile: | 6 | ||
Verwaltung (Stand: 2007) | |||
Bürgermeister: | Eva Mücková | ||
Adresse: | 5.května 1 549 81 Meziměstí |
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Website: | www.mezimesti.cz |
Meziměstí (deutsch Halbstadt) ist eine Stadt mit 2.750 Einwohnern im Okres Náchod, Tschechien. Sie liegt 8 km nordwestlich von Broumov im Tal der Steine (Stěnava) zwischen dem Falkengebirge und dem Waldenburger Bergland an der Grenze zu Polen.
Durch den Grenzübergang im Ortsteil Starostín (Neusorge) / Golińsk (Göhlenau) besteht eine Straßenverbindung in die polnische Stadt Mieroszów (Friedland). Die Stadt ist ein Eisenbahnknoten an der Fernstrecke Prag - Wałbrzych, von der hier die Nebenstrecke nach Broumov abzweigt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Der Zeitpunkt der Entstehung des Orts ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Wiesen stammt von 1408. Auf den Fluren von Nieder Wiesen entstand um einen Meiereihof des Klosters Braunau die Ansiedlung Halbstadt. 1873 begann der Eisenbahnbau nach Chotzen und 1875 in die nordwestliche Richtung bis Breslau. 1877 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten Teilstücks der grenzüberschreitenden Eisenbahn in das schlesische Niedersalzbrunn (Wałbrzych-Szczawienko). In unmittelbarer Nähe des Bahnhofes an der Strecke Breslau - Wien siedelten sich Industriebetriebe an, von denen die 1882 errichtete Baumwollspinnerei Benedict Schrolls Sohn der größte war. Bis 1910 erfuhr sie mehrere Erweiterungen und wurde zu einem der größten Textilbetriebe in Österreich-Ungarn. Neben dem Firmenkomplex siedelten sich noch die Mechanische Weberei und die Appretur- und Bleichanstalt von Josef Walzel & Söhne an. Als Arbeitersiedlung entstand der Ortsteil Neu Semmering. Auf Betreiben der Unternehmer des Industriegebietes, vor allem der Schrollfabrik, entstand ein unter Leitung eines Pariser Architekturbüros ein riesiges repräsentatives Bahnhofsgebäude, dessen Gestalt und Größe gut zur Schrollfabrik passte, jedoch für den kleinen Flecken Halbstadt völlig überdimensioniert war. Weitere Firmen kamen u.a. mit der Messapparate-Baugesellschaft (MESSAP) noch hinzu. 1873 wurde Neusorge eingemeindet. Während des Zweiten Weltkrieges produzierte die Rüstungsfirma Junghans in der Schrollfabrik und in Neu Semmering entstand ein Arbeitslager, in dem zuletzt 1.570 französische Kriegsgefangene und ein Außenlager des KZ Groß Rosen mit 600 jüdischen Gefangenen untergebracht waren. Nach Kriegsende wurden die Baracken als Aussiedlungslager für 1.200 Deutsche weiter genutzt.
1948 wurde im vormaligen Empfangssaal des Bahnhofes ein Theater eingeweiht. Spötter meinten dazu in Anspielung auf den Baumeister des Bahnhofes, nun würden die Pariser wohl gleich mit der Eisenbahn nach Meziměstí ins Theater fahren. Am 27. November 1966 brannte das Theater aus. 1971 wurden die Räume mit moderner Ausstattung als Spielstätte für Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen, jedoch ohne eigenes Ensemble, wieder in Betrieb genommen. In den 1960er Jahren setzte eine Veränderung des Ortsbildes ein, es entstanden ein größere Zahl von Wohnblocks in Plattenbauweise für die Arbeiter. 1991 betrug die Einwohnerzahl 3.213. Im Jahre 1992 wurde die Industriegemeinde Meziměstí und das Dorf Březová zur Stadt Meziměstí vereinigt. 1994 erlitt die Stadt beim Hochwasser der Steine starke Schäden.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Bedeutendstes Bauwerk ist das im Jahre 1650 an Stelle des Meierhofes erbaute Schloss, das 1749 unter dem Abt Ottmar Zinke nach Plänen Kilian Ignaz Dientzenhofers seine barocke Gestalt erhielt und als Sommersitz der Braunauer Äbte genutzt wurde. Nach 1918 diente es verschiedenen Zwecken, u.a. wurde im Schloss eine tschechische Minderheitenschule eingerichtet. Nach der Bodenreform von 1922 ist das Schloss in das Eigentum eines Landgutes übergegangen. Es ist durch Rekonstruktionsarbeiten in den 1970er Jahren verunstaltet worden und hat viel von seiner ursprünglichen Form verloren. Zwischen 1976 und 1994 war Sitz des MNV Místní národní výbor (Ortsnationalausschuss) bzw. des MěÚ (Stadtverwaltung) und jetzt nach Restitution wieder in Privatbesitz.
Die Wirtschaftsgebäude sind im Einsturz begriffen, der ursprüngliche Schlosspark ist überwiegend zerstört. In unmittelbarer Nähe des Schlosses befindet sich das Freibad.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Zur Stadt Meziměstí gehören die Ortsteile Březová (Birkicht), Pomeznice (Grenzdörfel) mit Lesní Domky (Buschhäuser), sowie Starostín (Neusorge), Ruprechtice (Ruppersdorf) und Vižňov (Wiesen).
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Reinhard Kamitz, österreichischer Politiker
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite der Stadt tschechisch
- Deutsche Webseite
- Deutsche Seite mit historischen Aufnahmen und Genealogie
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