Ortstafel
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Eine Ortstafel bezeichnet den Beginn bzw. das Ende einer Ortschaft und ist meistens entlang von ein- und ausfallenden Straßen des Ortsgebiets aufgestellt. Die Ortstafeln sind einerseits eine Information des Namens andererseits aber in manchen Ländern auch ein wesentlicher Bestandteil des Verkehrsrechts für beispielsweise Tempolimits innerhalb dieses Gebietes. Dementsprechend gibt es eine Ortsendetafel das Ende des verbauten Gebietes anzeigt und Beschränkungen wieder aufhebt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Österreich
Zell-Koschuta/Sele-Košuta (Deutsch/Slowenisch). |
In Österreich dürfen innerhalb des Ortsgebietes keine Baulücken, d.h. unverbautes Gebiet länger als 200 m sein. Sie sind dem Aussehen nach genormt, die Größe richtet sich jedoch nach dem Aufstellungsort, Sichtbarkeit und der Bedeutung der Straße etc. An den Ortstafeln dürfen keine Zusatztafeln, wie touristische Beinamen, oder ähnliche angebracht werden. Die Ortsendetafeln sind ähnlich der Ortstafel mit einer diagonal verlaufenden Linie. Da sie auf der Rückseite der Ortstafel angebracht ist, ist sie die einzige Verkehrstafel, die nur auf der linken Straßenseite aufgestellt wird.
Zusätzlich gibt es für manche Ortsteile kleinere ähnliche Tafeln, die aber nur der Information dienen und keine Verkehrsrechtlichen Folgen haben.
Dass Ortstafeln auch ein Teil der Identifikation der in dem Ort lebenden Bevölkerung sein kann, zeigt, dass zusätzlich zum Ortsnamen, je nach dem sich der Ort zu einer Gemeinde gehörig fühlt bzw. wieviel Eigenständigkeit der Ort innerhalb einer Gemeinde bekommt, noch der Gemeindenamen stehen kann. Dies gab immer wieder Streitpunkte bei den verschiedenen Gemeindezusammenlegungen. Besonders können diese Differenzen in mehrsprachigen Gebieten auftreten, wie es beispielsweise der Ortstafelstreit in Kärnten zeigt. Österreich ist nämlich staatsvertraglich verpflichtet, in zweisprachigen Gebieten (v.a. im Burgenland oder in Kärnten) zweisprachige Ortstafeln aufzustellen, siehe Kärntner Ortstafelkonflikt.
In manchen Ortsteilen, die abseits vom eigentlichen Ortes liegen, gibt es Hinweistafeln mit dem Ortsteilnamen. Diese haben aber keine blaue Umrandung und sind daher in Bezug auf die StVO nicht relevant. In diesem Fall muss eine zusätzliche Tafel für die Geschwindigkeitsbegrenzung vorhanden sein.
[Bearbeiten] Schweiz
Kirchleerau im Kanton Aargau |
Passhöhe Oberalppass |
In der Schweiz ist bei mehreren gleichnamigen Ortschaften oder an Kantonsgrenzen neben dem Ortsnamen auch die Abkürzung des entsprechenden Kantons angegeben. In einigen Kantonen beziehungsweise Regionen ist bei Dörfern oder Weilern auch der Name der politischen Gemeinden, zu der die Ortschaft gehört, angegeben (Beispiel «Niederwil (Gemeinde Oberbüren)»).
Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich haben Ortstafel keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit, haben daher einen rein informellen Charakter. Hinweisgebend sind Ortstafeln insofern, ob man sich auf einer Hauptstrasse (blaue Ortstafeln) oder Nebenstrasse (weiße Ortstafeln) befindet.
Die Ortsendtafeln zeigt die nächste Ortschaft sowie die Entfernung zur nächsten Stadt, in der die aktuelle Strasse führt, an.
Im Jahre 2003 wurde von der schweizer Regierung an den renommierten Schriftendesigner Adrian Frutiger der Auftrag erteilt, eine neue Schrift für schweizer Ortsschilder zu entwerfen. Der neue Schriftschnitt sollte sachlich und klar sein und aus der bekannten Schrift Frutiger Univers hervorgehen. Ergebnis dieses Auftrages war die Astra-Frutiger für Orts- und Autobahnschilder. Die Version für Autobahnschilder berücksichtigt das Überstrahlen der Schrift durch aufgeblendete Autoscheinwerfer und ist daher etwas schmaler geschnitten.
Das Blau der Ortsschilder entspricht in etwa der RAL Farbe Verkehrsblau. Die entsprechende Folie wird vom Hersteller 3M geliefert.
[Bearbeiten] Deutschland
Genormte Ortstafel welche als Beispiel in der StVO dient. Zeichen 310 der StVO Ortseingang Wilster |
Genormte Ortstafel welche als Beispiel in der StVO dient. Zeichen 311 der StVO Ortsausgang Wilster Richtung Schotten (Entfernung: 6 km) |
Ortstafel von Hüttendorf, mit Gemeindename der Stadt Erlangen und Zusatz Universitätsstadt an erster Stelle (anstatt richtiger Reihenfolge erst Ortsname - und dann Gemeindename) |
Bahnbrücken, Stadtteil von Kraichtal |
Ilmenau, Ortseingang aus Richtung Neustadt |
Bundesstadt Bonn, Stadtbezirk Bad Godesberg |
Ortstafel von Ort, Stadt Freyung |
Ortstafeln in Deutschland geben neben dem Ortsnamen selbst auch den Gemeindenamen sowie den Landkreis an. Sie markieren den Beginn der geschlossenen Ortschaft. Oft werden die Ortstafeln mit einer Zusatzbezeichnung für die Stadt wie Kreisstadt, Große Kreisstadt, Universitätsstadt, Landeshauptstadt oder im Falle von Bonn Bundesstadt versehen.
Die Ortsendtafeln sind mit einer diagonal verlaufenden Linie über dem Ortsnamen und der Angabe der nächsten Ortschaft und deren Entfernung versehen. Gehört der angegebene Ort zur selben Gemeinde, so ist der Ortsname auf weißem Grund dargestellt
Die Maße einer Ortstafel sind in Deutschland genormt und betragen 900 x 600 mm.
In einigen Landstrichen sind die Ortsschilder zweisprachig, und zwar in Nordfriesland und dem Saterland (Friesisch), in der Lausitz (Sorbisch) und einigen Gebieten Niedersachsens (Plattdeutsch). Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Ratifizierung der europäischen Sprachen-Charta.
Scharrel, Saterland |
Grüne Ortsschilder