Schapur Bachtiar
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Dr. Schapur Bachtiar (* 1915; † 6. August 1991 in Paris) war ein iranischer Politiker und von Januar bis Februar 1979 Ministerpräsident des Irans.
Schapur Bachtiars Großvater war bereits Ministerpräsident gewesen, sein Vater wurde 1934 auf Befehl des damaligen Königs Reza Schah Pahlavi hingerichtet. Daraus entwickelte sich wahrscheinlich seine grundsätzliche Abneigung gegen totalitäre Systeme. 1936 verlässt er den Iran in Richtung Frankreich, wo er drei Jahre später seinen Abschluss in Politik, Philosophie und Jura macht. 1940 schließt er sich dem Kampf der Résistance gegen die deutsche Besatzungsmacht an.
1946 kehrt Bachtiar in den Iran zurück und findet Arbeit im neugeschaffenen Arbeitsministerium. Zunächst als Leiter des Arbeitsressorts in der Provinz Esfahan, ab 1951 als stellvertrender Arbeitsminister im Kabinett von Mohammad Mossadegh.
Nach dem Staatsstreich gegen die Regierung Mossadegh im Jahr 1953 arbeitete Bachtiar gegen das Regime Mohammad Reza Pahlavis und wurde aufgrund dessen mehrfach inhaftiert. Während dieser Zeit wurde er zu einem der bedeutendsten Männer des Widerstands und einer der Führer der illegalen "Nationalen Front".
Ende des Jahres 1978 wurde die Lage für den Schah nach anhaltenden Massenprotesten gegen sein Regime immer schwieger und der Monarch versuchte seine Macht zu retten, indem er dem gemäßigten Bachtiar den Posten des Ministerpräsidenten als Geste des Entgegenkommens gegenüber seinen Gegnern anbot. Bachtiar nahm an, was ihm den Ausschluss aus der "Nationalen Front" einbrachte.
Anfang Februar 1979 gewährte Bachtiar Ayatollah Khomeini die Einreise, der Schah hatte wenige Tage zuvor bereits das Land verlassen. Bachtiars Regierung war nun nicht mehr zu halten und wurde von der Islamischen Revolution überrannt. Er trat zurück und verließ den Iran im April 1979 in Richtung Frankreich.
Auch das neue Regime bekämpfte Bachtiar vom Exil aus bis zu seinem Tod 1991. So gründete er die "Nationale Widerstandsbewegung des Iran". Zu seinen politischen Werken gehört das 1982 in Paris erschienene Buch "Ma fidélité" (Edition Albin Michel). Er trat stets für eine strikte Trennung des Staates von der Religion und die Aufrechterhaltung bzw. Wiedererrichtung des säkularen Systems im Iran ein. Bachtiar wurde für die meisten der in Opposition zum islamistischen Regime des Iran stehenden politischen Gruppierungen (besonders die konstitutionellen Monarchisten und gemäßigten Nationalisten) eine "Führungsfigur". Im August 1991 wurden er und sein Sekretär in seiner Wohnung in einem Pariser Vorort ermordet, wahrscheinlich auf Anweisung des iranischen Regimes.
Personendaten | |
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NAME | Bachtiar, Schapur |
KURZBESCHREIBUNG | iranischer Politiker und Ministerpräsident des Iran |
GEBURTSDATUM | 1915 |
STERBEDATUM | 6. August 1991 |