Daisetz Teitaro Suzuki
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Daisetz Teitaro Suzuki (jap.: 鈴木 大拙 Suzuki Daisetsu, *18. Oktober 1870 in Kanazawa als 鈴木 貞太郎 Suzuki Teitarō, Japan; † 12. Juli 1966 in Tokio, Japan) war ein bekannter Autor von Büchern über den Zen Buddhismus.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben und Werk
Teitaro Suzuki wurde als fünftes und jüngstes Kind des Arztes Ryojun Suzuki geboren. Als Suzuki sechs Jahre alt war, starb sein Vater und wenig später auch ein älterer Bruder.
Die wirtschaftlich schwierige Situation zwang Suzuki im Alter von 17 Jahren seine Schulausbildung ohne formalen Abschluss abzubrechen und sich seinen Lebensunterhalt mit Englischunterricht zu verdienen.
Zwei Jahre später starb auch seine Mutter. Wenig später zog Suzuki nach Tokio, um an der Waseda-Universität westliche Sprachen und Literatur zu studieren. In dieser Zeit wurde er durch einen seiner Brüder finanziell unterstützt. Auf Anregung seines Freundes Nishida Kitaro studierte Suzuki an der Kaiserlichen Universität zusätzlich Philosophie.
Suzuki wurde in eine Samurai-Familie hineingeboren. Der gesellschaftliche Wandel im damaligen Japan enthob die angesehenen Adels-Familien jedoch ihrer Privilegien. Die philosophischen und auch religiösen Studien Suzukis entsprachen auch seiner Suche nach Orientierung. In der Familientradition lag das Rinzai-Zen und so ergab sich für den 21-jährigen Suzuki die Begegnung mit Imagita Kosen im Engakuji Tempels in Kamakura. Suzuki wurde Novize von Imagita Kosen der Abt des Klosters war.
Wenige Monate später starb Imagita Kosen. Neuer Abt und damit Suzukis Lehrmeister wurde Shaku Soen. Für dessen rege Vortragstätigkeit übersetzte Suzuki Texte ins Englische.
Anlässlich einer Begegnung beim Weltparlament der Religionen 1893 mit Paul Carus schlug Soen seinen Schüler Suzuki vor, um Carus bei der Übersetzung und Herausgabe einiger buddhistischer Werke behilflich zu sein.
Suzuki blieb jedoch Novize des Klosters und bei seinem Meister Soen und erlebte Satori indem er sein Koan löste (Klang der einen Hand). Er erhielt von seinem Zen-Meister den buddhistischen Zunamen "Daisetz". Nach Abschluss seiner Zen-Studien 1897 folgte Suzuki dem Ruf Carus' nach Amerika und wurde dessen persönlicher Assistent.
Nach mehr als zehn Jahren Übersetzer- und später auch Vortrags- und Lehrtätigkeit kehrte Suzuki 1908 über Europa nach Japan zurück. In Paris und London hielt ihn seine Übersetzertätigkeit einige Zeit.
Zurück in Japan nahm Suzuki Lehrtätigkeiten als Englischlehrer an und lebte in der Nähe des Klosters seines Zen-Meisters Soen. 1911 heiratete Suzuki die Amerikanerin Beatrice Erskine Lane (1878-1939). Nach dem Tod seines Zen-Meisters gab er dem Drängen seines Jugendfreundes Nishida Kitaro nach und wurde 1921 in Kyoto an der Otani Universität Professor für Buddhistische Philosophie.
Sowohl Suzuki selbst als auch seine Frau Beatrice waren seit etwa 1920 Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft Adyar (Adyar-TG). Beatrice war Sekretärin in der Tokyo International Lodge und später der Mahayana Lodge der Adyar-TG. Suzuki übersetzte bei einem Japanbesuch Curuppumullage Jinarajadasas, des späteren Präsidenten der Adyar-TG, dessen Vorträge vom englischen ins japanische. [1], [2]
1921 gründete er mit seiner Frau Beatrice Erskine Lane die Eastern Buddhist Society, eine Gesellschaft, die auf den Mahayana Buddhismus fokussiert ist. Seinem Sendungsbewusstsein den Buddhismus und den Zen-Buddhismus im Besonderen der westlichen Welt näherzubringen entsprach die Herausgabe der englischsprachigen Vierteljahresschrift "The Eastern Buddhist".
Nach der Teilnahme am Weltkongress der Religionen in London (1936) und einer Gastprofessur dort, startete Suzuki zu einer Vortragsreise durch amerikanische und britische Universitätsstädte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Suzuki seine Vorträge im Westen fort, speziell in den USA. Er entschloss sich auch wieder in Amerika zu leben und verbracht dort abermals zehn Jahre mit Lehr- und Vortragstätigkeit an Universitäten (von 1952-1957 an der Columbia Universität in NY).
Am 12. Juli 1966 starb Daisetz Teitaro Suzuki in Tokyo.
Er war der Autor von mehreren Werken über den Zen Buddhismus und übersetzte das Lankavatara Sutra aus dem Sanskrit ins Englische. Der schweizerische Psychologe Carl Gustav Jung schrieb einen Kommentar zu Einführung in den Zen Buddhismus, einem der Bücher Suzukis.
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Adele S. Algeo: Beatrice Lane Suzuki and Theosophy in Japan. in Theosophical History. Volume XI, Fullerton, Juli 2005.
- ↑ American Occultism and Japanese Buddhism: http://www.nanzan-u.ac.jp/SHUBUNKEN/publications/jjrs/pdf/721.pdf
[Bearbeiten] Werke (Auswahl)
[Bearbeiten] Als Autor
- Essays in Zen Buddhism, First Series. Rider, London 1970, ISBN 0-09-026771-0. Edited by Christmas Humphreys
- Essays in Zen Buddhism, Second Series. Rider, London 1970, ISBN 0-09-048431-2. Edited by Christmas Humphreys
- Essays in Zen Buddhism, Third Series. Rider, London 1970, ISBN 0-09-048441-X. Edited by Christmas Humphreys
- Living by Zen, A synthesis of the historical and practical aspects of Zen Buddhism. Rider, London 1991, ISBN 0-7126-5136-5.
- Manual of Zen Buddhism, A collection of Buddhist texts, images, including the "ten ox-herding pictures". Grove Press, New York 1960.
- Mysticism, Christian and Buddhist. Greenwood Press, Westport 1975, ISBN 0-8371-8516-5.
- Swedenborg, Buddha of the North. Swedenborg Foundation, West Chester 1996, ISBN 0-87785-184-0.
- The Zen Doctrine of No-Mind. Samuel Weiser, York Beach 1993, ISBN 0-87728-182-3.
- Zen-Buddhismus und Psychoanalyse, mit Erich Fromm und Richard de Martino. Suhrkamp, Frankfurt 1972, ISBN 3-518-36537-1.
[Bearbeiten] Als Übersetzer
- Lankavatara Sutra. Kegan Paul International, London et al. 1998, ISBN 0-7103-0600-8.
- The Sairkavatara sutra. G. Routledge and sons, London 1932.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Daisetz Teitaro Suzuki im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag (mit Literaturangaben) im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon (BBKL) ausführliche Biografie (Deutsch)
- Kurze Biografie und Bilder (Englisch)
- Biografie (Englisch)
- Biografie (Englisch)
- Eastern Buddhist Society (Englisch)
Personendaten | |
---|---|
NAME | Suzuki, Daisetz Teitaro |
ALTERNATIVNAMEN | Suzuki, D.T. |
KURZBESCHREIBUNG | japanischer Autor |
GEBURTSDATUM | 1870 |
GEBURTSORT | Kanazawa, Japan |
STERBEDATUM | 12. Juli 1966 |
STERBEORT | Tokio |