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Diskussion:Kurt Tucholsky - Wikipedia

Diskussion:Kurt Tucholsky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Foto

Bilder vom Gräbern und Gedenktafeln sind ja ganz lustig. Aber hat nicht jemand ein Foto, das den lebendigen Tucho zeigt? Wär doch auch ganz schön, meint Stefan Volk 22:38, 26. Mai 2004 (CEST) ;-)


[Bearbeiten] Bild des Grabsteins

(2)
(2)

Zur Auswahl stehen diese Abbildungen.

Vorteil Abbildung 1: Der Spruch ist besser zu lesen

Vorteil Abbildung 2: Steine auf der Grabplatte, wie bei Juden üblich (ist doch so!?)

Stern 21:46, 12. Feb 2004 (CET)

Das mit den Steinen wußte ich noch nicht, aber Abb. 2 gefällt mir besser wegen den Blumen, (Lavendel) der auf der Steinplatte liegt. War die Steinplatte mal eine Frontplatte an einer Mauer? - Jedoch das Hochformat von Abb 1 gefällt mir besser: Vorschlag, den Bildausschnitt von Abb2 in Hochformat ändern. Rob 22:23, 12. Feb 2004 (CET)

Ich finde Abbildung 2 ebenfalls besser, und der Spruch ist ebenfalls lesbar. Mann kan den Spruch ja auch in der Bildunterschrift erwähnen, damit die, die in nicht lesen können sollten, wissen, was dort zu lesen ist. -- Magnus 22:30, 12. Feb 2004 (CET)

Ich könnte die Abbildung ja auch quadratisch einspielen (kann ich die alte Version eigentlich direkt überschreiben oder muss sie erst gelöscht werden?) Ich finde Hochkant bei 200 Bildpunkten Breite übrigens immer etwas zu groß und Breitkant i. d. R. besser. Stern 22:33, 12. Feb 2004 (CET)
Nimm die beste Version die du hast, mehr als 200kb müssen's aber nicht sein. --TomK32 23:43, 12. Feb 2004 (CET)
Ich habe es neu hochgeladen. Ist nun quadratisch. Stern 23:55, 12. Feb 2004 (CET)
Du hast wohl bei Bildern das Bessere Auge - sehr schön - kein Vergleich zu dem Bild der Kurt Tuchoslky Gesellschaft.


[Bearbeiten] Grabspruch

Ich habe noch etwas zum Grabspruch, Faust II von Johann Wolfgang von Goethe endet mit ihm:

Die eine Büsserin, sonst Gretchen genannt.

Vom edlen Geisterchor umgeben,
Wird sich der Neue kaum gewahr,
Er ahnet kaum das frische Leben,
So gleicht er schon der heiligen Schar.
Sieh! wie er jedem Erdenbande
Der alten Hülle sich entrafft,
Und aus ätherischem Gewande
Hervortritt erste Jugendkraft
Vergönne mir, ihn zu belehren,
Noch blendet ihn der neue Tag.


Mater Gloriosa.

Komm! hebe dich zu höhern Sphären!
Wenn er dich ahnet, folgt er nach.


Doctor Marianus (auf dem Angesicht anbetend).

Blicket auf zu Retterblick,
Alle reutig Zarten,
Euch zu seligem Geschick
Dankend umzugarten.
Werde jeder beßre Sinn
Dir zum Dienst erbötigt;
Jungfrau, Mutter Königin,
Göttin bleibe gnädig!


Chorus Mysticus:

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis,
Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis;
Der Unbeschreibliche,
Hier ist's getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.


Wer hat den Grabspruch ausgewählt und findet man ihn bereits in seinem Werk?Rob 00:55, 13. Feb 2004 (CET)


[Bearbeiten] Lottchen

Ich habe hier noch eine Meldung aus der Berliner Mottenpost, äh Morgenpost - vom 8.2.04: Tucholskys Lottchen -> langer Rede kurzer Sinn: Sie hat sich Jahre nach Tucholskys Freitod in der Öffentlichkeit gemeldet mit dem Buch "Ich war Tucholskys Lottchen", Name: Lisa Matthias; wäre vielleicht interessant? Kann das ein Kenner noch einbauen? Aber da ist sicher auch noch mehr zu ergänzen ... -- Schusch 22:54, 12. Feb 2004 (CET)

Sind die Berliner so langsam? Das Buch erschien 1962 in Hamburg im Marion von Schröder Verlag *g*


[Bearbeiten] Zitate

Nachdem ich drei Zitate mit den jeweiligen Buchausgaben verglichen habe und alle drei Fehler enthielten, frage ich mich: Da hat jemand über ein Dutzend Zitate aus dem Ärmel gerüttelt; stimmen die überhaupt? Dieser Jemand hat ja nicht einmal für nötig befunden, anzugeben, woher sie stammen. Seit es Suchmaschinen gibt, braucht man ja kein Buch mehr anzufassen. --Cornischong 01:13, 2. Mai 2004 (CEST)

Die Kästner Edition "Werke in neun Bänden" Müchen-Wien, 1998 Band 6 Seite 599 enthält den Satz ohne Komma. (siehe vorherigen Diskussionsbeitrag). Es ist schon erstaunlich, dass ein Anonymus daraufhin das Zitat verbessert ohne Angabe von Gründen, meint --Cornischong 11:46, 20. Mai 2004 (CEST)

Vielleicht könntest du die fehlerhaften Zitate nennen, wäre sehr hilfreich. -- Magnus 11:57, 20. Mai 2004 (CEST)
Sorry wegen der Kommata. Aber ich hatte das Zitat schon mal im Original (Weltbühne 1/1946 S. 22) nachgeschlagen und irgendwo mit Kommata notiert. Die gibt es aber tatsächlich nicht, wie ich bei nochmaliger Überprüfung feststellen durfte. Im übrigen kursieren im Netz viele Tucholsky-Zitate, die überhaupt keine sind, von Schreibfehlern und Ungenauigkeiten einmal abgesehen. Schreibkraft

Das Zitat: "Wie sich der kleine Moritz die Weltgeschichte vorstellt - genau so ist sie." stammt nicht von Tucholsky, sondern von Anton Kuh. Tucholsky zitierte den Satz zu Beginn seiner Satire "Memoiren aus der Kaiserzeit" und in einem Brief an seine Freundin Hedwig Müller. Schreibkraft

Das Zitat "Kluge Leute können sich dumm stellen. Das Gegenteil ist schwieriger." ist laut Tucholsky-Forschungsstelle in Tucholskys Werk und Briefen nicht belegt. Wenn trotzdem jemand eine Stelle kennt, in der Tucholsky den Spruch verwendet hat, bitte hier angeben und auf der Seite den Spruch wieder hinzufügen. 10.8.2004

Das Zitat "Wenn Wahlen etwas verändern könnten, hätte man sie längst verboten" ist auf der Tucholsky-CD nicht enthalten und daher mit großer Sicherheit nicht von Tucholsky. Noch einmal: Bitte keine Zitate, die auf irgendwelchen Internetseiten oder in sonstigen Sammlungen stehen, ungeprüft übernehmen. 25.9.2004.

Hier nun alle Zitate, zu denen die Quellen fehlten. Sobald ihr zu einem der Zitate eine Quelle findet, baut sie einfach wieder ein!

  • Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.
  • Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg.
  • Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist.
  • Shaw. So ernst, wie der heiter tut, ist er gar nicht.
  • Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.
  • Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.
  • Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine Weltanschauung.
  • Erwarte nichts. Heute: das ist das Leben.
  • Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Nur 'zwar - aber', das ist nie richtig.
  • Deutschlands Schicksal: Vor dem Schalter zu stehen. Deutschlands Ideal: Hinter dem Schalter zu sitzen.
  • Deutschland ist eine anatomische Merkwürdigkeit: Es schreibt mit der Linken und tut mit der Rechten.
  • Wenn die Amerikanerin so lieben könnte, wie die Deutsche glaubt, dass die Französin es täte - dann würde sich die Engländerin schön freuen. Sie hätte einen herrlichen Anlass, sich zu entrüsten.
  • In der Ehe pflegt gewöhnlich immer einer der Dumme zu sein. Nur wenn zwei Dumme heiraten -: das kann mitunter gut gehn.
  • Mich haben sie falsch geboren.
  • Aber wenn wir nicht mehr wollen -: dann gibt es nie wieder Krieg -!

Stern !? 12:48, 11. Nov 2004 (CET)

[Bearbeiten] Aus Wikipedia:Kandidaten für exzellente Artikel

[Bearbeiten] Kurt Tucholsky, 10. November

Veni, vidi, vici: Bin drüber gestolpert, habe mich festgelesen, viele Links verfolgt. Ein rundum gelungener Artikel. --Ernst Haft 20:13, 10. Nov 2004 (CET)

Die Zitate habe ich auf die Diskussionsseite verbannt und im Artikel einen HTML-Kommentar eingebaut, der einen Beleg der Zitate fordert. Ich finde es immer doof, wenn Quellen für Zitate fehlen. Stern !? 12:49, 11. Nov 2004 (CET)
  • contra. eher leicht zu ändern: das foto am anfang hat keinen lizenzhinweis außer "public domain", was hieße dass der unbenannte fotograf kurz nach der aufnahme gestorben sein müsste - bitte belegen oder entfernen. schwerer zu ändern: der artikel überschreitet leider mehr als einmal die granze zur hagiographie und bleibt dabei dann ziemlich oberflächlich. tucholsky verteidigte "die weimarer demokratie" - ja, welche denn? die real existierende? die der verfassung? eine ideale demokratie, die er sich wünschte? gab es keine größeren inhaltlichen differenzen mit seinen freunden, außer das letztere sich laut artikel nicht genug einsetzten? warum schrieb er erst für den vorwärts und dann nicht mehr? warum machte er zwischendurch deutschnationale propaganda? und wie von corny schon angedeutet: die eigentliche person geht unter den ganzen lobreden ziemlich unter. -- southpark 13:04, 11. Nov 2004 (CET)
    • Fotografien aus der Zeit sind schon länger frei, für die gelten nicht die 70 ante mortem. --TomK32 WikiReader Internet 17:36, 26. Nov 2004 (CET)
  • contra Solide, aber nicht herausragend. Tucholsky wird übrigens am 31.12.2005 gemeinfrei. Bei dem Foto habe ich auch meine Zweifel. --Historiograf 23:49, 11. Nov 2004 (CET)
  • contra Exzellenter Mensch, aber kein exzellenter Artikel. --Xarax 23:58, 11. Nov 2004 (CET)
  • pro Ein Lexikonartikel kann keine Biographie und Bibliographie ersetzen. Außerdem kommt das Widersprüchliche an seiner Person einigermaßen rüber. Hagiographie sieht anders aus. Was die Zitate betrifft: Die Aphorismensammlung war zumindest daraufhin geprüft, dass alle Zitate tatsächlich von Tucholsky stammten und korrekt wiedergegeben waren. Inwieweit diese Sammlung sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Es wäre auf jeden Fall kein Problem, die Originaltexte als Quelle anzugeben. Zur Ausführlichkeit: Natürlich kann jeder Artikel noch ergänzt werden. Aber bei einer Lexikonbiographie sollte man sich auf eine gewisse Länge beschränken, die für den Kerntext derzeit erreicht sein dürfte. In diesem Sinne finde ich den Artikel schon ein gelungenes Beispiel für eine Wikipedia-Biographie, die den Vergleich mit anderen "exzellenten" Artikeln nicht scheuen muss. --Schreibkraft 17:00, 12. Nov 2004 (CET)
Hm, eine Biographie, die ich ernst nehme hatte im Normalfall >400 Seiten und >30 Seiten Anmerkungen, und die kann natürlich nicht mal ein Enzyklopädieartikel ersetzen. (2) Wie Cornischong in seiner unnachahmlichen Art schon mitteilte, ist die Wikipedia eine Enzyklopädie und kein Lexikon. (3) Schrieb ich nicht, es sei eine Hagiographie, sondern dass er gelegentlich die Grenze überschreitet - ironisch, dass genau dieser Mangel an Nuancen einer meiner Hauptkritikpunkte ist. (4) Um es vielleicht noch mal deutlich zu machen: erwies er sich als hellsichtiger Gesellschaftskritiker ... Früher als andere erkannte Tucholsky, dass die junge Demokratie ebenso so sehr durch ihre Feinde wie durch ihre eigene Schwäche bedroht war. ... dass es große Differenzen innerhalb der Demokraten oder der Linken in der Weimarer Republik gab, sollte man besser schon selbst wissen... woher Tucholsky laut Artikel immer auf der mirakulös richtigen Seite der Auseiandersetzungen stand, erfahren wir leider nicht. Ebensowenig warum er eigentlich seine starken Überzeugungen hatte oder wie er sie begründete... eine kurzfristige Tätigkeit für das Propagandablatt Pieron, die er selbst später als Fehler bezeichnet hat. ja, warum denn? ja warum hat denn der hellsichtige Kritiker so etwas gemacht? Geld? Dummheit? Überzeugung? Was hielten seine Mitmenschen von ihm? Hatten seine Gegner keine Argumente? -- southpark 18:10, 12. Nov 2004 (CET)
Kleiner Hinweis: Laut Wikipedia ist ein Lexikon u.a. ein enzyklopädisches Nachschlagewerk mit Universalitätsanspruch, siehe Enzyklopädie. Wenn Wikipedia also nicht komplett falsch liegt, dann ist die vorgenommmene Differenzierung Haarspalterei. --Bernd Untiedt 19:10, 13. Nov 2004 (CET)
Ich gebe ja zu, dass der Text an manchen Stellen nicht den richtigen Ton trifft. Formulierungen wie Früher als andere erkannte Tucholsky, dass die junge Demokratie ebenso so sehr durch ihre Feinde wie durch ihre eigene Schwäche bedroht war. sind leeres Geblubber. Aber warum wird es nicht einfach geändert? Muss man denn alles selbst machen? Und was den Mangel an Nuancen betrifft: Ich glaube nicht, dass man in einem Text die Grenze zur Hagiographie gelegentlich mal überschreiten kann. Entweder ein Mensch wird als Heiliger beschrieben, oder eben nicht. In dem Text wird Tucholsky doch längst nicht so in den Himmel gehoben wie in dem verlinkten SZ-Artikel von Riehl-Heyse, in dem die Pieron-Episode nicht einmal erwähnt wird. --Schreibkraft 21:42, 12. Nov 2004 (CET)
  • pro: Schreibkraft hat völlig recht. Außerdem: Hieß es hier früher nicht schön öfter, dass "exzellent" nicht unbedingt "perfekt" heißen muss? Der Tucholsky-Artikel ist bei allen leicht zu behebenden Mängeln noch immer um Klassen besser als vieles, was hier schon als "exzellent" durchgegangen ist. Delos 02:36, 13. Nov 2004 (CET)
*neutral: der letzte Satz von Delos (wie auch Schreibkraft weiter oben) ist (leider) nur zu wahr! Finde die "Exzellenz"-Diskussionen mittlerweile auch schon eher schädlich als nützlich!

pro: Für mich ein klares Pro. Vor allem nachdem in den letzten Tagen noch ein paar Ergänzungen gemacht worden sind. In der Argumentation schließe ich mich im Wesentlichen Schreibkraft und Delos an. Die Ansprüche die hier teilweise an einen Lexikonartikel gestellt werden sind wirklich aberwitzig. Und wenn man sich dann mal das anschaut, was einige derjenigen abliefern, die die Ansprüche hier bei den exellenten besonders hochschrauben. . . aber gut, das ist ein anderes Thema.--Bernd Untiedt 00:36, 14. Nov 2004 (CET)

Ich glaube, ich habe es endlich verstanden: laut dieser Enzyklopädie (steht oben links) ist diese Enzyklopädie ein Lexikon. Danke Benutzer Bernd Untiedt. --Cornischong 09:13, 16. Nov 2004 (CET)

PRO. Bin selbst ein Tucholskyverehrer und dieser Artikel wird ihm voll gerecht. Weiter so!! --nfu-peng 14:17, 14. Nov 2004 (CET)

PRO: Nach den Bearbeitungen der letzten Tage dürfte sich die oben geäußerte Kritik wohl weitgehend erledigt haben SteffenG 12:32, 17. Nov 2004 (CET)

  • pro; ich finde den Artikel äußerst gelungen BS Thurner Hof 21:03, 22. Nov 2004 (CET)
  • pro--G 16:48, 23. Nov 2004 (CET)
  • contra - Für eine Biographie sind mir 7 Zeilen für die ersten 19 Lebensjahre (bis zum Studienbeginn Tucholskys) zu wenig. Ich glaube nicht, dass eine derartige Kritik die o.g. "aberwitzigen Ansprüche" an die Exz. verkörpert; ich halte die Erklärung einer Person aus ihrer Biographie und damit auch aus ihrer Kindheit und Jugend heraus für unerlässlich, wenn es genügend Daten dazu gibt, was hier der Fall ist. Gab es jemanden, der Tucholskys Denken geprägt hat? Die Neigung zur Literatur und zum Journalismus war stärker. Bereits während seiner Zeit als Schüler hatte Tucholsky seine ersten journalistischen Arbeiten verfasst. Aha - er hatte also eine Neigung zur Literatur: fiel diese vom Himmel?? Und dieses mit zwei Zeilen erwähnte "Elternhaus" - was war das für ein "Elternhaus"? Im letzten Abschnitt über T. und die Frauen erfährt man endlich (offenbar eher "notgedrungen") ein paar Brocken über die Mutter. Geschwister? Kinder? Die - mehr politischen denn literaturkritischen (?) - Teile dazwischen sind zwar gut, dennoch ist der Gesamtbeitrag aufgrund der biographischen Grundmängel für mich nicht exzellent. Vielleicht wäre eine Umgliederung hilfreich - alles Biographische kompakt zusammen. --Lienhard Schulz 21:55, 25. Nov 2004 (CET)
PS ... weil ich gerade im Anschluss Rosalind Franklin (s.u.) lese - genau so sollte meines Erachtens eine Biographie beginnen: Rosalind Franklin entstammte einer angesehenen jüdischen Familie Englands. Ihr Großonkel Herbert Samuel Franklin war zum Zeitpunkt ihrer Geburt gerade zum Hochkommissar von Palästina ernannt worden, ihr Vater Ellis Franklin ein angesehener Bankier und ihre Mutter Muriel entstammte einer Familie von Intellektuellen und Akademikern. Beide Elternteile legten Wert auf eine sehr sorgfältige Schulausbildung und Allgemeinbildung ihrer fünf Kinder, ... Ist das nicht sehr deutlich anders (besser) als im Tucho-Beitrag ?? --Lienhard Schulz 22:06, 25. Nov 2004 (CET)
@Lienhard: Was den Tucho-Artikel anbelangt hast du Recht; nach den "Lexikon"-Debilitäten (soweit ist es schon gekommen!) wollte ich mich heraushalten. Ich hätte mich daran halten sollen. --Cornischong 13:05, 26. Nov 2004 (CET)
Herr Schulz und Herr Cornischong haben leider recht. Solange nicht ausführlich erläutert wird, wie, wann und warum Tucholsky überhaupt lesen lernte, wird seine obskure Neigung zur Literatur nie verständlich werden. Und aus dem Artikel nie ein perfekter Enzyklopädiebeitrag. --Schreibkraft 20:48, 26. Nov 2004 (CET)
O.K. für ein Lexikonartikel reicht es gerade noch. Es muss aber unbedingt noch mit rein, welchen Einfluss Tucholskys Großeltern auf seine Karriere als Schriftsteller hatten.--Bernd Untiedt 22:34, 27. Nov 2004 (CET)
Pro--^°^ UNIQ69522458123fb2d5-math-00000709-QINU

Pro --TomK32 WikiReader Internet 17:36, 26. Nov 2004 (CET)

Immer willkommen - getrommelte und fundierte pro-Stimmen. --Lienhard Schulz 19:44, 26. Nov 2004 (CET)
Oder lassen wir es Kurt Tucholsky selber sagen und nehmen gleich das erste Zitat aus der überzeugenden Zitate-Sammlung des Wikipedia-Beitrags: Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein. (aus: "Die Verteidigung des Vaterlandes", in: Die Weltbühne, 6.10.1921, S. 338f.) Tucholsky-Zitate zu den allgegenwärtigen Claqueuren bitte selber zusammensuchen. --Lienhard Schulz 20:04, 26. Nov 2004 (CET)
  • Dagegen: Nach Überdenken der obigen Einwände plädiere ich dafür, dass der Artikel noch eine Runde im Review dreht, damit er dann als wirklich perfekter Artikel zum strahlenden Vorbild wird (Naja, etwas dick aufgetragen). Der Artikel ist wirklich gut, aber wenn die Kritikpunkte alle bearbeitet sind, sollte er noch besser sein. Und auf die Geschwindigkeit kommt es nicht an, WP ist kein Schnellboot. -- Dishayloo [ +] 12:29, 30. Nov 2004 (CET)
  • contra: Bei dem aktuellen Votum (5 contra, 9 pro) und dem eindeutigen Argumentationsgewicht auf seiten der contra-Fraktion schleße ich mcih Dishayloo an und stelle den Artikel mit diesem Votum in den Wikipedia:Review -- Necrophorus 13:31, 30. Nov 2004 (CET)
  • pro: ich finde den Artikel gut. ich kenne mich nicht so gut aus, eigentlich gar nicht, aber normalerweise findet man immer nur ganz kurze Artikel und der ist sehr ausführlich und interessant. lg Sara

[Bearbeiten] Review

  • Rein formal (Stimmenproportion) hat Necrophorus natürlich recht, den Artikel nicht in die Liste der "Exzellenten" aufzunehmen. Aber es ist definitiv nicht so, dass das Argumentationsgewicht auf Seiten der contra-Fraktion liegt, schon gar nicht "eindeutig". Die Argumente der ersten drei Contra-Stimmen wurde im Bearbeitungsprozess ausgeräumt. Die Forderung von Dishayloo erledigt sich in ihrem überzogenen Exzellenz-Anspruch von selbst, zu Lienhard Schulz ist weiter oben schon alles gesagt. Letztlich muss man sogar froh sein, dass der Tucholsky-Artikel nicht einer Liste mit solchen, "exzellenten" Artikeln steht. Sinnvoller wäre es daher, auf die geforderte "Perfektionierung" dieses Artikels zu verzichten und sich lieber völlig unzureichenden Texten aus dem Tucholsky-Umfeld wie denjenigen über Siegfried Jacobsohn, Carl von Ossietzky und Die Weltbühne zu widmen. Und auf die Exzellenzen einfach zu verzichten. --Schreibkraft 13:07, 5. Dez 2004 (CET)
  • Tucholskys pazifistisches und antimilitaristisches Engagement, das einen großen Teil seines Werkes durchzog und sein politisches Engagement auch stark mit bestimmte, wenn nicht dominierte, und m.E. eine - jedenfalls politisch gesehen - "größere" Wichtigkeit hat als Tucholsky und die Frauen, wird in dem Artikel zwar erwähnt, kommt aber inhaltlich in der Relation zu den anderen Aspekten m.E. deutlich zu kurz. Mein Vorschlag: Im 2. Teil des Artikels noch eine Überschrift einzufügen: Tucholsky und der Krieg ... oder so ähnlich. - Schönen Gruß von Ulitz 02:00, 19. Dez 2004 (CET)

[Bearbeiten] Kurt Tucholsky, 30. November

wurde in den Wikipedia:Kandidaten für exzellente Artikel mit 9 pro : 5 contra knapp abgelehnt:

[Bearbeiten] Aus Wikipedia:Kandidaten für exzellente Artikel

[Bearbeiten] Kurt Tucholsky, 10. November

Veni, vidi, vici: Bin drüber gestolpert, habe mich festgelesen, viele Links verfolgt. Ein rundum gelungener Artikel. --Ernst Haft 20:13, 10. Nov 2004 (CET)

Die Zitate habe ich auf die Diskussionsseite verbannt und im Artikel einen HTML-Kommentar eingebaut, der einen Beleg der Zitate fordert. Ich finde es immer doof, wenn Quellen für Zitate fehlen. Stern !? 12:49, 11. Nov 2004 (CET)
  • contra. eher leicht zu ändern: das foto am anfang hat keinen lizenzhinweis außer "public domain", was hieße dass der unbenannte fotograf kurz nach der aufnahme gestorben sein müsste - bitte belegen oder entfernen. schwerer zu ändern: der artikel überschreitet leider mehr als einmal die granze zur hagiographie und bleibt dabei dann ziemlich oberflächlich. tucholsky verteidigte "die weimarer demokratie" - ja, welche denn? die real existierende? die der verfassung? eine ideale demokratie, die er sich wünschte? gab es keine größeren inhaltlichen differenzen mit seinen freunden, außer das letztere sich laut artikel nicht genug einsetzten? warum schrieb er erst für den vorwärts und dann nicht mehr? warum machte er zwischendurch deutschnationale propaganda? und wie von corny schon angedeutet: die eigentliche person geht unter den ganzen lobreden ziemlich unter. -- southpark 13:04, 11. Nov 2004 (CET)
    • Fotografien aus der Zeit sind schon länger frei, für die gelten nicht die 70 ante mortem. --TomK32 WikiReader Internet 17:36, 26. Nov 2004 (CET)
  • contra Solide, aber nicht herausragend. Tucholsky wird übrigens am 31.12.2005 gemeinfrei. Bei dem Foto habe ich auch meine Zweifel. --Historiograf 23:49, 11. Nov 2004 (CET)
  • contra Exzellenter Mensch, aber kein exzellenter Artikel. --Xarax 23:58, 11. Nov 2004 (CET)
  • pro Ein Lexikonartikel kann keine Biographie und Bibliographie ersetzen. Außerdem kommt das Widersprüchliche an seiner Person einigermaßen rüber. Hagiographie sieht anders aus. Was die Zitate betrifft: Die Aphorismensammlung war zumindest daraufhin geprüft, dass alle Zitate tatsächlich von Tucholsky stammten und korrekt wiedergegeben waren. Inwieweit diese Sammlung sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Es wäre auf jeden Fall kein Problem, die Originaltexte als Quelle anzugeben. Zur Ausführlichkeit: Natürlich kann jeder Artikel noch ergänzt werden. Aber bei einer Lexikonbiographie sollte man sich auf eine gewisse Länge beschränken, die für den Kerntext derzeit erreicht sein dürfte. In diesem Sinne finde ich den Artikel schon ein gelungenes Beispiel für eine Wikipedia-Biographie, die den Vergleich mit anderen "exzellenten" Artikeln nicht scheuen muss. --Schreibkraft 17:00, 12. Nov 2004 (CET)
Hm, eine Biographie, die ich ernst nehme hatte im Normalfall >400 Seiten und >30 Seiten Anmerkungen, und die kann natürlich nicht mal ein Enzyklopädieartikel ersetzen. (2) Wie Cornischong in seiner unnachahmlichen Art schon mitteilte, ist die Wikipedia eine Enzyklopädie und kein Lexikon. (3) Schrieb ich nicht, es sei eine Hagiographie, sondern dass er gelegentlich die Grenze überschreitet - ironisch, dass genau dieser Mangel an Nuancen einer meiner Hauptkritikpunkte ist. (4) Um es vielleicht noch mal deutlich zu machen: erwies er sich als hellsichtiger Gesellschaftskritiker ... Früher als andere erkannte Tucholsky, dass die junge Demokratie ebenso so sehr durch ihre Feinde wie durch ihre eigene Schwäche bedroht war. ... dass es große Differenzen innerhalb der Demokraten oder der Linken in der Weimarer Republik gab, sollte man besser schon selbst wissen... woher Tucholsky laut Artikel immer auf der mirakulös richtigen Seite der Auseiandersetzungen stand, erfahren wir leider nicht. Ebensowenig warum er eigentlich seine starken Überzeugungen hatte oder wie er sie begründete... eine kurzfristige Tätigkeit für das Propagandablatt Pieron, die er selbst später als Fehler bezeichnet hat. ja, warum denn? ja warum hat denn der hellsichtige Kritiker so etwas gemacht? Geld? Dummheit? Überzeugung? Was hielten seine Mitmenschen von ihm? Hatten seine Gegner keine Argumente? -- southpark 18:10, 12. Nov 2004 (CET)
Kleiner Hinweis: Laut Wikipedia ist ein Lexikon u.a. ein enzyklopädisches Nachschlagewerk mit Universalitätsanspruch, siehe Enzyklopädie. Wenn Wikipedia also nicht komplett falsch liegt, dann ist die vorgenommmene Differenzierung Haarspalterei. --Bernd Untiedt 19:10, 13. Nov 2004 (CET)
Ich gebe ja zu, dass der Text an manchen Stellen nicht den richtigen Ton trifft. Formulierungen wie Früher als andere erkannte Tucholsky, dass die junge Demokratie ebenso so sehr durch ihre Feinde wie durch ihre eigene Schwäche bedroht war. sind leeres Geblubber. Aber warum wird es nicht einfach geändert? Muss man denn alles selbst machen? Und was den Mangel an Nuancen betrifft: Ich glaube nicht, dass man in einem Text die Grenze zur Hagiographie gelegentlich mal überschreiten kann. Entweder ein Mensch wird als Heiliger beschrieben, oder eben nicht. In dem Text wird Tucholsky doch längst nicht so in den Himmel gehoben wie in dem verlinkten SZ-Artikel von Riehl-Heyse, in dem die Pieron-Episode nicht einmal erwähnt wird. --Schreibkraft 21:42, 12. Nov 2004 (CET)
  • pro: Schreibkraft hat völlig recht. Außerdem: Hieß es hier früher nicht schön öfter, dass "exzellent" nicht unbedingt "perfekt" heißen muss? Der Tucholsky-Artikel ist bei allen leicht zu behebenden Mängeln noch immer um Klassen besser als vieles, was hier schon als "exzellent" durchgegangen ist. Delos 02:36, 13. Nov 2004 (CET)
*neutral: der letzte Satz von Delos (wie auch Schreibkraft weiter oben) ist (leider) nur zu wahr! Finde die "Exzellenz"-Diskussionen mittlerweile auch schon eher schädlich als nützlich!

pro: Für mich ein klares Pro. Vor allem nachdem in den letzten Tagen noch ein paar Ergänzungen gemacht worden sind. In der Argumentation schließe ich mich im Wesentlichen Schreibkraft und Delos an. Die Ansprüche die hier teilweise an einen Lexikonartikel gestellt werden sind wirklich aberwitzig. Und wenn man sich dann mal das anschaut, was einige derjenigen abliefern, die die Ansprüche hier bei den exellenten besonders hochschrauben. . . aber gut, das ist ein anderes Thema.--Bernd Untiedt 00:36, 14. Nov 2004 (CET)

Ich glaube, ich habe es endlich verstanden: laut dieser Enzyklopädie (steht oben links) ist diese Enzyklopädie ein Lexikon. Danke Benutzer Bernd Untiedt. --Cornischong 09:13, 16. Nov 2004 (CET)

PRO. Bin selbst ein Tucholskyverehrer und dieser Artikel wird ihm voll gerecht. Weiter so!! --nfu-peng 14:17, 14. Nov 2004 (CET)

PRO: Nach den Bearbeitungen der letzten Tage dürfte sich die oben geäußerte Kritik wohl weitgehend erledigt haben SteffenG 12:32, 17. Nov 2004 (CET)

  • pro; ich finde den Artikel äußerst gelungen BS Thurner Hof 21:03, 22. Nov 2004 (CET)
  • pro--G 16:48, 23. Nov 2004 (CET)
  • contra - Für eine Biographie sind mir 7 Zeilen für die ersten 19 Lebensjahre (bis zum Studienbeginn Tucholskys) zu wenig. Ich glaube nicht, dass eine derartige Kritik die o.g. "aberwitzigen Ansprüche" an die Exz. verkörpert; ich halte die Erklärung einer Person aus ihrer Biographie und damit auch aus ihrer Kindheit und Jugend heraus für unerlässlich, wenn es genügend Daten dazu gibt, was hier der Fall ist. Gab es jemanden, der Tucholskys Denken geprägt hat? Die Neigung zur Literatur und zum Journalismus war stärker. Bereits während seiner Zeit als Schüler hatte Tucholsky seine ersten journalistischen Arbeiten verfasst. Aha - er hatte also eine Neigung zur Literatur: fiel diese vom Himmel?? Und dieses mit zwei Zeilen erwähnte "Elternhaus" - was war das für ein "Elternhaus"? Im letzten Abschnitt über T. und die Frauen erfährt man endlich (offenbar eher "notgedrungen") ein paar Brocken über die Mutter. Geschwister? Kinder? Die - mehr politischen denn literaturkritischen (?) - Teile dazwischen sind zwar gut, dennoch ist der Gesamtbeitrag aufgrund der biographischen Grundmängel für mich nicht exzellent. Vielleicht wäre eine Umgliederung hilfreich - alles Biographische kompakt zusammen. --Lienhard Schulz 21:55, 25. Nov 2004 (CET)
PS ... weil ich gerade im Anschluss Rosalind Franklin (s.u.) lese - genau so sollte meines Erachtens eine Biographie beginnen: Rosalind Franklin entstammte einer angesehenen jüdischen Familie Englands. Ihr Großonkel Herbert Samuel Franklin war zum Zeitpunkt ihrer Geburt gerade zum Hochkommissar von Palästina ernannt worden, ihr Vater Ellis Franklin ein angesehener Bankier und ihre Mutter Muriel entstammte einer Familie von Intellektuellen und Akademikern. Beide Elternteile legten Wert auf eine sehr sorgfältige Schulausbildung und Allgemeinbildung ihrer fünf Kinder, ... Ist das nicht sehr deutlich anders (besser) als im Tucho-Beitrag ?? --Lienhard Schulz 22:06, 25. Nov 2004 (CET)
@Lienhard: Was den Tucho-Artikel anbelangt hast du Recht; nach den "Lexikon"-Debilitäten (soweit ist es schon gekommen!) wollte ich mich heraushalten. Ich hätte mich daran halten sollen. --Cornischong 13:05, 26. Nov 2004 (CET)
Herr Schulz und Herr Cornischong haben leider recht. Solange nicht ausführlich erläutert wird, wie, wann und warum Tucholsky überhaupt lesen lernte, wird seine obskure Neigung zur Literatur nie verständlich werden. Und aus dem Artikel nie ein perfekter Enzyklopädiebeitrag. --Schreibkraft 20:48, 26. Nov 2004 (CET)
O.K. für ein Lexikonartikel reicht es gerade noch. Es muss aber unbedingt noch mit rein, welchen Einfluss Tucholskys Großeltern auf seine Karriere als Schriftsteller hatten.--Bernd Untiedt 22:34, 27. Nov 2004 (CET)
Pro--^°^ UNIQ69522458123fb2d5-math-0000070A-QINU

Pro --TomK32 WikiReader Internet 17:36, 26. Nov 2004 (CET)

Immer willkommen - getrommelte und fundierte pro-Stimmen. --Lienhard Schulz 19:44, 26. Nov 2004 (CET)
Oder lassen wir es Kurt Tucholsky selber sagen und nehmen gleich das erste Zitat aus der überzeugenden Zitate-Sammlung des Wikipedia-Beitrags: Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein. (aus: "Die Verteidigung des Vaterlandes", in: Die Weltbühne, 6.10.1921, S. 338f.) Tucholsky-Zitate zu den allgegenwärtigen Claqueuren bitte selber zusammensuchen. --Lienhard Schulz 20:04, 26. Nov 2004 (CET)
  • Dagegen: Nach Überdenken der obigen Einwände plädiere ich dafür, dass der Artikel noch eine Runde im Review dreht, damit er dann als wirklich perfekter Artikel zum strahlenden Vorbild wird (Naja, etwas dick aufgetragen). Der Artikel ist wirklich gut, aber wenn die Kritikpunkte alle bearbeitet sind, sollte er noch besser sein. Und auf die Geschwindigkeit kommt es nicht an, WP ist kein Schnellboot. -- Dishayloo [ +] 12:29, 30. Nov 2004 (CET)
  • contra: Bei dem aktuellen Votum (5 contra, 9 pro) und dem eindeutigen Argumentationsgewicht auf seiten der contra-Fraktion schleße ich mcih Dishayloo an und stelle den Artikel mit diesem Votum in den Wikipedia:Review -- Necrophorus 13:29, 30. Nov 2004 (CET)

[Bearbeiten] Review

Wenn alle, die oben lang und breit erklärt haben, warum der Artikel nicht exzellent ist, nur ein Zehntel Ihrer Energie darauf verwendet hätten die paar Sätze zu Tucholskys Jugend, die ihnen so sehr fehlen, nachzutragen, dann wäre er's jetzt.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das voyeuristische Klein-Klein in den Wiki-Biographien ohnehin überhand nimmt. Ob Hitler ein Muttersöhnchen war oder Tucholsky seine Mama nicht mochte, sagt über ihre (Fehl-)Leistungen (und nur deretwegen sind sie ja überhaupt Enzyklopädie-würdig) meiner Meinung nach gar nichts aus. Und in frühkindlichen Erlebnissen nach Motivationen dafür zu suchen, warum der eine Diktator und der andere Schriftsteller wird - womöglich per psychoanalytischer Ferndiagnose aus über 100 Jahren Abstand - halte ich nur noch für grotesk. Tucholsky hat sich meines Wissens nie dazu geäußert, wann und warum er seine Neigung zur Literatur entdeckte. Wenn es irgend jemand trotzdem zu wissen glaubt, soll er's doch einfach in den Artikel schreiben. Ansonsten halte ich's mit Wittgenstein: Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen. Stefan Volk 16:12, 30. Nov 2004 (CET)

Denn alles andere ist haltlose Spekulation. --Boca 16:51, 30. Nov 2004 (CET)
Endlich sagts mal einer Delos 12:20, 2. Dez 2004 (CET)

Die Frage ist doch schlicht, was ist vernünftig machbar, welche Informationen sind verfügbar und welche gehören in einen Enzyklopädieartikel. Ich habe keine Ahnung von Tucholsky oder anderen Literaten und halte mich entsprechend bei Diskussionen zu diesen Personen raus. Löse ich die ganze Disussion allerdings von Tucholsky und übertrage sie auf Biografien allgemein werden die Probleme deutlich:

Es gibt eine Fraktion, die das "voyeuristische Klein-Klein in den Wiki-Biographien" beführwortet mit dem Argument, daß eine Biografie erst dann exzellent werden kann, wenn sie das private Leben, Umfeld und die Gedanken etc. der Person umfagreichst wiedergibt und es gibt eine Fraktio, de sich bei der Biografie auf das tatsächliche Werk der Person konzentrieren möchte un die privaten Detrails auf das Notwendige reduzieren möchte. Ich selbst würde mich wahrscheinlich dazwischen einordnen: Mich interessiert nicht, ob die Katze der Tante an einem Hodentumor verstorben ist oder die Nachbarin ihren Kaffee mit Zimt kochte, sehr wohl interessiert mich jedoch, aus welcher "Schicht" eine Person kommt, wie er im Umgang mit anderen Menschen reagierte und wann er wen geheiratet hat. Diese Details dürfen und sollen dabei abe nicht die eigentliche "enzyklopädische Leistung" der Person überdecken.

Übertragen auf ein Gebiet, wo ich mich auskenne: Aktuell arbeite ich an einer Biografie zu Willi Hennig, der als Wissenschaftler in der Biologie bekannt geworden ist, außerhalb dieser allerdings wahrschinlich von niemandem wahrgenommen wurde. Es gibt über ihn also nur sehr wenig Literatur, das ganze beschränkt sich auf einige Nachrufe in wissenschaftlichen Zeitungen sowie ein Kapitel in einem Buch. Besonders letzteres gibt über sein Privatleben doch ein paar Infos preis, da der Autor die Möglichkeit hatte, mit der mittlerweile ebenfalls verstorbenen Witwe Hennigs zu sprechen, bei vielen anderen Forscherpersönlichkeiten ist die Informationslage noch wesentlich schlechter und da triffts wohl die Aussage "Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen." ganz gut. Nur, sind diese Texte dann weniger exzellent oder würden sie exzellenter, wenn man sich Charakterzüge ausdenkt oder aus unseriösen Quellen einbastelt? Mir persönlcih wäre in dem Fall eine Biografie lieber und exzellenter, die weniger Details zum Leben enthält und sich damit auf nachprüfbare Fakten beschränkt. Aus dem Grunde wird bei Willi Hennig auch nichts privates mehr folgen und der Artikel sollte nach einer Reflektion des wissenschaftlichen Werkes in meinen Augen fertig sein, an die Detailfülle zum Menschen Tucholsky wird er nie heranreichen. Und wenn das dann für ein exzellent nicht reicht werde ich nix dran ändern können, dann finde ich die Beurteilung seines Sohnes, der den Text bereits gelesen hat, als sehr guten Text wesentlich wichtiger als das Exzellenz-Siegel. Entsprechend auch mein etwas saure Reaktion auf die Begründung beim contzra zum Linus Carl Pauling (ebenfalls Wissenschaftler und entsprechend ähnlich schwer bis unmöglich zu recherchjierende Privatperson, obwohl man über das Werk jede Menge erfahren kann.

Wie sieht das nun aber bei Tucholsky aus. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es zu ihm mehrere gute Biografien, die als belegte Quellen zu werten sind. Übernimmt man also aus diesen Privatinfos, so ist man von der Spekulation weit entfernt sondern kann jede Aussage durch Quellen belegen. In dem Fall sollte also ein Mittelweg gefunden werden zwischen machbar (als Enzyklopädietext) und sinnvoll (WP bietet keinen Raum für eine 600-Seiten Biografie). Pauschlaes Hin und er-Geschiebe von Vorwürfen im Sinne von "Ihr habtr nicht genug recherchiert" oder "Ohne Private Infos ist der Artikel blöd, da muss mehr hin" von der einen und "Recherchiert doch selber" und "Eure Ansprüche sind zu krass" hilft uns da nicht. Der Tucho-Artikel hatte vor meiner contra-Stimme 9 Befürworter und 5 Gegner, wäre also knapp nicht aufgenommen worden, wobei mehrere der pro-Stimmer ihre Stimme unkommentiert gelassen haben. Nun steht er heir und sollte vielleiccht als Kompromiß von beiden "Parteien" auf ene solce Version gebracht werden, mit der alle leben können. So und nun genug gesermont, mein Kurzer fühlt sich vernachlässigt. Gruß, -- Necrophorus 14:20, 2. Dez 2004 (CET)

hm jein, necro, den unterschied zwischen Will Hennig und Tucholsky sehe ich in zwei Punkten: erstens ist die Person Tucholsky ungleich besser erforscht und damit wesentlich mehr quellen verfügbar (mal abgesehen davon, dass er selbst ja ein ausgesprochen kommunikationsfreudiger mensch war), zum anderen ist kunst an sich im gegensatz zur (natur-)wissenschaft wesentlich subjektiver. die frage "wer ist" ist also auch in bezug auf das werk wichtiger. wer weiß, vielleicht wäre er ohne seine großmutter ja fachanwalt für hypothekenrecht geworden + wir müssten auf all seine werke verzichten :-) aber um mal konkreter zu werden: der artikel hat sich mE stark verbessert, seitdem ich ihn das letzte mal gelesen habe. aber an ein paar stellen sind man die konfliktpunkte: Während des Studiums intensivierte er seine journalistische Tätigkeit, unter anderem für das sozialdemokratische Parteiorgan Vorwärts. ein Intellektueller, der in der Zeit für die Sozen schrieb war höchst ungewöhnlich und musste im normalfall mit starkem misstrauen sowohl aus der arbeiterbewegung als auch von seinen standesgenossen rechnen - warum schrieb er? warum nicht für ein nationalliberal-schöngeistiges blatt wie es seiner herkunft eigentlich angemessen wäre? hat er darüber etwas gesagt? Oder Obwohl Tucholsky sich noch im August 1918 an einem Preisausschreiben zur 9. Kriegsanleihe beteiligt hatte, kehrte er im Herbst 1918 als überzeugter Antimilitarist und Pazifist aus dem Krieg zurück. - meine je, was ist da bloß zwischen August und "Herbst" passiert? Beim Pieron steht ja mittlerweile Geldmangel, wundert beim als prinzipienreiter bekannten tucholsky aber trotzdem. So langsam kann man ja eine entwicklung erahnen vom sich noch orientierenden (spät-)Jugendlichen zum linken Kampfschreiber, aber deutlich wird sie nicht. Oder Im rumänischen Turn-Severin ließ Tucholsky sich im Sommer 1918 protestantisch taufen. Da Religion ja nun keine Kleinigkeit im Leben eines Menschen ist und tucholsky zudem noch aufgrund seines jüdisch-seins wie ja später aufgeführt wird stark angegriffen wurde, wäre es schön irgendetwas darüber zu erfahren wie er zum thema stand und warum er überhaupt die religion wechselte. -- southpark 15:41, 2. Dez 2004 (CET)
Die Biografie ist die Lebenbeschreibung einer Person und geht über die "Leistungsbeschreibung" einer Person hinaus. Die Leistung eines Wissenschaftlers, Schriftstellers, Künstlers oder Sportlers finde ich im Detail im jeweils spezifischen Fachgebiet. Interessiere ich mich für die Person hinter der Leistung, liegt der Sinn vor allem auch darin, etwas über die Verbindung Vita-Leistung zu erfahren und, wenn Daten dazu vorliegen, die Leistung aus der Biografie verständlich werden zulassen. Dazu gehört die Entwicklung der Person, die Sozialisation und damit auch die Kindheit. Dabei interessiert nicht, wie necrophorus sagt, der "Hodentumor der Tante". Sinn machen diese Informationen nur dann, wenn sie in einen Zusammenhang gestellt werden können - es geht also, wie schon mehrfach gesagt, nicht um eine Faktenaufzählung. Es geht auch nicht um Länge (nicht "umfangreichst, @Necrophorus), oft gibt ein einziger gut erklärender, im Zusammenhang stehender Satz oder Halbsatz hervorragend (exzellent) Auskunft. Eine widersprüchliche Person und/oder eine Person mit Brüchen in der Biographie möchte ich in ihren Widersprüchen erklärt bekommen. Benutzer:Southpark hat auf Tucholsky bezogen oben dargestellt, warum entsprechende Informationen an besonderen Punkten wichtig sind
Natürlich all das ohne jede Spekulation und auf der Basis vorliegender Quellen. Zu Tucholsky liegen jede Menge Quellen vor. Es ist nicht meine Aufgabe und ich habe auch keine Lust dazu, diese fehlenden Teile einzuarbeiten.Ich verlange auch nicht von southpark, wenn er bei den Wanderungen durch die Mark Brandenburg den fehlenden Germanistikbezug kritisiert, dass er diesen Teil erarbeitet. Wenn ich keine Fachleute finde, die mir helfen oder den Teil übernehmen können, habe ich mich da selber reinzuknien, wenn ich den Anspruch an einen exz. Artikel verfolge.
Ich habe wenig Lust, an einer Auseiandersetzung im Stil von Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das voyeuristische Klein-Klein in den Wiki-Biographien ohnehin überhand nimmt. Ob Hitler ein Muttersöhnchen war oder Tucholsky seine Mama nicht mochte ...(Stefan Volk) weiter teilzunehmen - als Voyeurist besuche ich eher die meistfrequentierte wikipedia-Seite. Ein letzter Erklärungsversuch über Southparks Darstellungen hinaus: die Biographie über den Rennfahrer Mike Hawthorn (die leider sprachlich noch nicht so ganz hinhaut) macht das mit sehr wenigen Sätzen sehr schön. Ich muss nicht unbedingt wissen, dass der Vater eine Garage hatte etc. - aber die knappen Darstellungen dazu, die eben mehr als reine Faktenaufzählungen sind, weil sie sich um Zusammenhänge bemühen, geben mit selbst in der Kürze ein Bild über die Entwicklung und Motivation des Rennfahrers.
Noch einmal: bin ich nicht in der Lage, die Daten in Zusammenhänge zu stellen, sollte ich sie besser ganz weglassen. @Necrophorus Wenn es zu Willi Hennig nichts gibt, dann schreibt man halt, wie ich hier schon oft gelesen habe, "Zu seinem Leben/Jugend/ ... ist so gut wie/nichts bekannt" oder ähnlich - aber bei dem scheint es ja einige Daten zu geben :-)? Und wenn Du Dich einleitend "dazwischen" einordnest, da stehen wir direkt nebeneinander, denn ich habe hier noch keinen Benutzer kennengelernt, der diese Position vertritt: Es gibt eine Fraktion, die das "voyeuristische Klein-Klein in den Wiki-Biographien" befürwortet mit dem Argument, daß eine Biografie erst dann exzellent werden kann, wenn sie das private Leben, Umfeld und die Gedanken etc. der Person umfangreichst wiedergibt.
Tucholskys Leben ist bestens erforscht. Da darf ich auch "ohne aberwitzigen Anspruch" mehr als neun Zeilen bis zu seinem Studium erwarten. Da darf ich bei der erstmaligen Erwähnung seiner literarischen Ambitionen mehr oder nicht unbedingt mehr, dafür aber Aussagekräftigeres erwarten als: Sein Hauptinteresse galt jedoch schon damals der Literatur.
(Stefan Volk) hat Recht, wenn er sagt, die hier bisher investierte Energie hätte dem Tucho-Beitrag, direkt investiert, viel gebracht. Tucholskys Hauptinteresse, die Literatur offenbar, hätte längst präzisiert werden können.--Lienhard Schulz 18:02, 2. Dez 2004 (CET)

Was die innersten Beweggründe Tucholskys angeht, ist eben noch nichts "bestens erforscht". Der Autor der umfangreichsten neueren Biographie, Michael Hepp, spricht von "Annäherungen" an einen Mann, den er im letzten auch nicht ganz versteht. Die Sache mit der Kriegsanleihe und die Pieron-Episode werden in ihrer Motivation wohl kaum noch aufzuklären sein. Man kann sie nur konstatieren und vermuten, dass auch Tucholsky kein allzeit über alle Versuchungen erhabener Mensch war. Immerhin nennt unser Artikel diese Punkte und verschweigt sie nicht schamhaft. Mehr ist aber - wenn man ehrlich ist - nicht drin. Zu Tucholskys Interesse an Literatur: Dieses Interesse teile ich, aber ich könnte nicht sagen, wann und womit das bei mir angefangen hat. Ob Tucholsky es von sich wusste, kann ich leider nicht sagen, da ich nirgendwo etwas darüber gelesen habe. Also kann ich darüber auch nichts schreiben. Soweit ich sehe, hat sich außer Schreibkraft und mir kaum jemand die Mühe gemacht, substanziell zu dem Artikel beizutragen, nachdem er auf der Kandidatenliste gelandet war. Da wir beide ihn so in Ordnung finden und es mir zudem relativ wurscht ist, ob er auf der Liste der "Exzellenten" landet, müssen diejenigen, denen noch was fehlt, das bitte selbst erledigen.
Was mich immer noch ärgert, ist das Missverhältnis zwischen der Diskussion hier und der eigentlichen Arbeit am Artikel. Stefan Volk 00:08, 6. Dez 2004 (CET)

Eine wie ich finde durchaus spannende und wichtige Grundsatzdiskussion, die man aber vielleicht an anderer Stelle führen sollte - der arme Tucholsky kann ja nichts dafür ;-)
Persönlich neige ich der Argumentation von Stefan Volk zu. Mal abgesehen von der eher philosophischen Frage, ob man einen Menschen jemals vollständig "erklären" kann, sollte sich IMHO Wikipedia nicht (unter dem Deckmantel der "Exzellenz") anmassen, Spezialliteratur (die dafür nicht ohne Grund Hunderte von Seiten und noch mehr Fußnoten benötigt) ersetzen zu wollen, sondern einen auf belegbaren Fakten basierenden, auf das Wesentliche komprimierten und allgemein verständlichen Einstieg in eine Thematik bieten. Gruss, Stefan64 21:08, 9. Dez 2004 (CET)

[Bearbeiten] An die Autoren

Hallo ihr, leider habe ich den Kommentar von Benutzer:Schreibkraft oben zum Review/Kandidaten erst jetzt gelesen. Wenn auch verspätet, so doch ein kurzer KOmmentar: Ich persönlich habe sehr wenig Ahnung von Literatur. Bei der Einstellung dieses Artikels bei der Stimmen- und Stimmungslage hatte ich vor allem eines: Bauchschmerzen, aus dem Grunde hielt ich eine Weiterführung der Diskussion im Review für sinnvoller als einen Streit um einen Wackelkandidaten in den Exzellenten. Ich finde es prima, dass ihr euch weiter um den Artikel gekümmert habt und ich habe ihn heute erneut in die Abstimmung gestellt in der Hoffnung auf eine diesmal harmonischer verlaufende Diskussion. Gruß von Achim Raschka 10:40, 9. Jan 2005 (CET) (vormals Necrophorus)

[Bearbeiten] Kurt Tucholsky 9. Januar 2005

aus dem Wikipedia:Review

  • pro (Laie): Obwohl sich nach einer Grundsatzdiskussion auf den Reviewseiten nichts mehr getan hat, wurde der Artikel in den letzten Wochen noch massiv aufgestockt und vor allem die Biografie ergänzt. Als Literaturbanause finde ich den Artikel mittlerweile sehr gut, ob er diesmal wirklich exzellent wird mögen die Experten entscheiden. -- Achim Raschka 10:31, 9. Jan 2005 (CET)
  • Gleichfalls. Ausserdem verstehe ich nicht, warum die Diskussion ueber die Bilderdetails genug Gewicht haben sollte, den Artikel nicht als exzellent zu werten. -- flo-h 00:45, 21. Jan 2005 (CET)
  • pro: Ich konnte sehr viel gute Informationen aus diesem Artikel rausholen. Außerdem ist er gut geliedert. --Aldipower 15:10, 9. Jan 2005 (CET)
  • ohne Votum: Habe den Text noch nicht gelesen, aber trotzdem schon zwo Kritikpunkte - Das Bild ist als PD gekennzeichnet, Quelle wird aber nicht genannt und Autor ist nicht genannt. Außerdem sollten die Zitate und Weblinks aufgeräumt werden. Gruß, --Leipnizkeks 15:20, 9. Jan 2005 (CET)
Nach lesen des Textes pro. Meine Kritik bzgl. des Bildes gilt jedoch weiterhin. --Leipnizkeks 22:47, 11. Jan 2005 (CET)
  • PRO: Ich habe den Text gelesen, der mir nach den letzten Feilenhieben von Schreibkraft exzellent vorkommt. Dabei hoffe ich, dass jetzt alle Zitate stimmen. Außerdem hege ich die zarte Hoffnung, dass dieser Artikel nicht von den Bilderstürmern zerzaust wird. Die Bildrecht-Kämpfernaturen pflegen ihre Hahnenkämpfe ja neuerdings in allen Ecken und Enden auszutragen. --Cornischong 19:57, 9. Jan 2005 (CET)
Hallo Cornischong (Hast wohl die Unterschrift vergessen ;) ). Es geht mir nicht darum, Hahnenk(r)ämpfe auszutragen, sondern dafür zu sorgen, dass hervorragende Artikel mit irgendwo im Internet gefunden Bildern hier in die Exzellenten geschleppt werden. Vielleicht wird vielen die Wichtigkeit von beachteten Lizenzen erst klar, wenn die Wikipedia von Lizenzinhabern abgemahnt wird. Nachdenklich, --Leipnizkeks 19:23, 9. Jan 2005 (CET)
(Du hast Recht, ich hatte die Unterschrift vergessen.)Ich verstehe wohl, dass das Problem der Bildrechte ein sehr ernstes ist. Das Lästige an dieser Diskussion ist allerdings: Hier vermischen sich (und das ist das Unglückliche, 2 absolut verschiedenartige Kriterien. Abgesehen vom Text (!) werden hier Artikel umgehauen, die gegebenenfalls sehr gut sind, dann aber durch ein Bild (das irgendjemand hineingenommen hat) aus dem Rennen genommen werden. Das eigentlich Absurde daran, so kommt es mir vor: Keiner (!) kennt die Rechtslage! Viele glauben, meinen, gehen aus von, behaupten Irgendwas. Ich nehme Historiograf gerne ab, dass er sich ernstlich damit abgibt, aus gutem Grund. Ich verfolge so gut ich kann, die Diskussionen über dieses komplexe Thema in der deutschen, englischen und französischen Wikipedia. Da ich in der Luxemburger Wikipedia Admin bin, mache ich mir natürlich Gedanken darüber. Aber, so wie die Sache hier steht (in Luxemburg ist das Ganze noch unklarer)sehe ich keinen Fortschritt. Es ist makaber, wie dieses Thema HIER eine unschöne Rolle spielt. Die Einen trauen sich nicht mehr, ihr eigenes Bild hineinzustellen, die Anderen kümmern sich einen feuchten .. darum. Diese Seite hat also mit Bildern eigentlich überhaupt nichts am Hut. Grüße aus Luxemburg. --Cornischong 19:57, 9. Jan 2005 (CET)
In den von dir genannten Gesichtspunkten gebe ich dir vollkommen recht. Ich mache mein Votum übrigens nicht von den Bildlizenzen abhängig, wie Historiograf. War anscheinend unglücklich fomuliert. --Leipnizkeks 21:28, 9. Jan 2005 (CET)
  • contra wg. dem Bild und fehlenden Quellenangaben nach Zitatrecht. Es geht nicht um Hahnenkämpfe, sondern um die Konsequenzen unseres Meinungsbilds und Beachtung urheberrechtlicher Vorschriften. Historiograf uneingel. --195.93.60.139 19:09, 9. Jan 2005 (CET)
  • pro: Ich fand den Artikel schon vor dem Review exzellent. Durch die Änderungen der letzten Wochen ist er nicht schlechter geworden. --Bernd Untiedt 23:17, 9. Jan 2005 (CET)
  • ohne Votum: Mir ist es weiterhin egal, ob der Artikel als exzellent gewertet wird oder nicht. Allerdings sollte er in der Tat wenigstens die Kriterien für PD und Zitatrecht erfüllen. Was das Foto betrifft, so ist es wohl schwierig, dessen Urheber zu ermitteln. Es erschien am 3.1.1932 in der Zeitschrift "Politiken" in Kopenhagen. Das Original des hier verwendeten Scans befindet sich wohl im Tucholsky-Archiv in Marbach. Dort gibt es in der Tat Tucholsky-Bilder, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Allerdings beharrt das Archiv darauf, für die Nutzung der Originalfotos zu bestimmten Zwecken Gebühren zu verlangen und gibt daher keine Fotos als PD frei. Auch das Tucholsky-Archiv dürfte demnach nicht die Rechte an dem Foto haben, sondern der Fotograf von "Politiken". Inwieweit Fotos ohne Urheberrechtsschutz aus bereits veröffentlichten Publikationen verwendet werden dürfen, ist mir aber nicht ganz klar. Wie der Benutzer SteffenG darauf kommt, dass das Foto PD ist, aber ebenso wenig.

    Was die Zitate betrifft: Für die Artikel sind die Quellen jeweils angegeben, bei den Briefen dagegen meist nur Datum und Adressat. Mir ist nicht ganz klar, ob laut Zitatrecht auch eine der möglichen Briefausgaben als Quelle genannt werden müsste. Wenn ja, wäre es kein Problem, dies nachzutragen. --Schreibkraft 10:50, 11. Jan 2005 (CET)

Ich frage mich wirklich, wieso wir eine Seite Bildrechte und Quellenangabe haben. Meines Erachtens muss die konkrete Ausgabe, aus der man zitiert, angegeben werden. Wenn man PD-Publikationen aus Veröffentlichungen nicht entnehmen dürfte, stünde das im Artikel Bildrechte. Werden urheberrechtsfreie Fotos irgendwo veröffentlicht, dürfen diese bedenkenlos gescannt werden. --Historiograf 13:13, 11. Jan 2005 (CET)
Wenn immer alles so einfach wäre... Denn was heißt schon "konkrete Ausgabe" bei Tucholsky? Ist es die Gesamtausgabe, der "Weltbühne"-Reprint oder die "Gesammelten Werke"? Wer hat schon alle Original-"Weltbühne"-Hefte zu Hause? Andererseits ist der Reprint auch nur eine fotomechanische Wiedergabe des Originals. In der Literatur wird häufig die "Weltbühne" mit einem allgemeinen Hinweis auf den Reprint zitiert. Vielleicht sollte dieser Hinweis eingefügt werden. Bei den Zitaten, die nicht aus der "Weltbühne" entnommen sind, müssten dann andere Ausgaben genannt werden.

Und was das Einscannen betrifft: Warum steht im Artikel Bildrechte nicht eindeutig drin, dass urheberrechtsfreie Fotos bedenkenlos von beliebigen Vorlagen gescannt werden können? Die Auffassung von Historiograf geht aus dem Artikel nicht hervor. Denn dort steht nur, dass "Fotografien von gemeinfreien Originalfotografien ("Bild vom Bild") kein eigenes Leistungsschutzrecht des Fotografen (§ 72 UrhG) entstehen lassen". Das heißt jedoch nicht, dass reproduzierte Fotos beliebig weiter reproduziert werden können. Denn das Problem ist doch, dass die Museen und Archive eben nicht ihre Originale umsonst herausrücken und deren beliebige Reproduktion erlauben. So heißt es zum Beispiel im Einband von Soldenhoffs Bildbiographie: "Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden." Das müsste dann auch für die Fotos gelten, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. --Schreibkraft 16:00, 11. Jan 2005 (CET)

Warum steht in der Wikipedia nirgends, dass 1+1=2 ?? Quellenangabe heisst, man gibt die jeweils benutzte Ausgabe an. Irgendwoher hat man ja das Zitat. In Sachen Bildrechte arbeitet Benutzer Schreibkraft kräftig daran, die Konfusion zu vergrössern. Wieso wirft er Museen und Archive in einen Topf mit einem Buch? Doch nur, weil er hier künstlich Staub aufwirbeln möchte. Kann eigentlich niemand verstehen, wie absolut ätzend es ist, auf solche Trivialitäten einzugehen, dass der zitierte Rechtevorbehalt des Verlags absolut unbeachtlich ist, wenn es um reproduzierte gemeinfreie Fotos geht? Natürlich dürfen in Druckerzeugnissen reproduzierte gemeinfreie Fotos beliebig weiterreproduziert werden. (Bei Repros von Gemälden ist das etwas strittig.). Wir haben es im Bereich der Bildrechte mit einer ausgewachsenen Hydra zu tun, die mich wikipediadidaktisch überfordert. Benutzer Schreibkraft kann bestimmt nichts dafür, aber ich empfinde einen ungeheuren Ärger über die Zeitvergeudung, die mich daran hindert, konstruktiv an Artikeln zu arbeiten. --Historiograf 20:00, 11. Jan 2005 (CET)
Warum wird die gute Justitia immer mit einer Waage und nie mit einem Rechenschieber in der Hand dargestellt? Weil ein Nicht-Jurist nach der Lektüre von Bildrechte eben nicht weiß, ob der Rechtevorbehalt eines Verlages im konkreten Fall mehr wiegt als die Gemeinfreiheit von Fotos. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Warum muss der gemeine Wikipedia-Benutzer überhaupt diese Seite über Bildrechte lesen und kann nicht auf einfache Erklärungen mit den wichtigsten Fallbeispielen zurückgreifen? Nach dem Motto: Ich habe zu Hause ein Buch mit einer schönen Fotografie, die ich gerne einscannen und hochladen möchte. Wann ist dies erlaubt? Dies wäre "wikipediadidaktisch" wohl am sinnvollsten.
Im konkreten Falle des Tucholsky-Fotos würde die Antwort wohl lauten: Wenn die Zeitschrift "Politiken" in ihrer Ausgabe vom 3.1.1932 keinen Fotografen angegeben hat, gilt der Urheber als anonym und die Rechte am Foto sind 70 Jahre nach der Erstveröffentlichung, am 3.1.2002, verfallen. Ist das richtig? Dann müsste nur jemand die Originalausgabe von "Politiken" einsehen können... --Schreibkraft 22:57, 11. Jan 2005 (CET)
Nichts hindert dich, eine solche Seite mit einfachen Fallbeispielen zu erstellen. Ich komm kaum nach, mich um die aktuellen Fälle zu kümmern und eine Neustrukturierung der Diskussion zu Bildrechte wäre auch nötig, aber ab und an möchte ich auch noch einen Artikel hier schreiben. Und wenn man Simplicius das Feld überlässt ... naja ich schreib hier dazu nix. Im übrigen warten wir nicht mehr aufs Christkind, sondern auf das Wikipedia-Rechtsgutachten, das vielleicht irgendwann in den nächsten Jahren eintrifft. Am Beispiel der anonymen Werke lässt sich sehr einfach zeigen, dass da nichts aber auch gar nichts einfach ist. Siehe http://jurix.jura.uni-sb.de/pipermail/urecht/Week-of-Mon-20040719/001664.html Nach § 66 UrhG alter Fassung genügte es, wenn innerhalb der 70-Jahres-Frist der Fotograf bzw. "der Urheber auf andere Weise als Schöpfer des Werkes bekannt wird". Hat sich also der Fotograf irgendwann ab Erstpublikation "geoutet" oder wurde er von irgendjemand öffentlich oder branchenintern identifiziert (und sei es in irgendeiner obskuren schwedischen Publikation), so ist es Essig mit der Schutzfrist 70 Jahre nach Veröffentlichung. Nur wie will man dies nachweisen? Wir können natürlich so tun, als sei das Foto anonym, aber im Grunde ist das mit der von Simplicius hier wieder und wieder und wieder propagierten reinen Lehre nicht vereinbar. --Historiograf 22:37, 12. Jan 2005 (CET)

pro: War exzellent, ist noch exzellenter geworden und wirds hoffentlich auch bald "offiziell" werden. Zu den Bildchen mal ein paar ganz naive Fragen:
1) Warum gelingt es den kompetenten Leuten in dieser Frage nicht, den Artikel Bildrechte so zu formulieren, dass auch der juristische Laie beurteilen kann, was er hier einstellen darf und was nicht?
2) Wo bildet sich eigentlich das immer wieder erwähnte Meinungsbild und durch wen?
3)Wie brisant ist das Thema überhaupt? Wieviele Klagen gabs denn schon wegen Urheberechtsverletzungen gegen Wikipedia? Mussten je Geldstrafen gezahlt werden? Und würde ein Inhaber von Bildrechten, der diese verletzt sieht, nicht erstmal die (leicht zu bewerkstelligende) Entfernung eines Bildes anmahnen, bevor er vor den Kadi zieht? Kurz: Machen wir hier nicht aus einer Mücke einen Elefanten? Fragt ja nur mal so Delos 23:00, 13. Jan 2005 (CET)

Ein paar ganz naive Antworten zum Thema Bildrechte. Niemand kann beurteilen, was hier eingestellt werden darf (ausser vielleicht Simplicius ...), aber das steht ja ausführlich ein wenig weiter oben. Es ist sehr leicht, nach einer leicht faßlichen FAQ zu schreien, aber niemand kommt uns "Fachleuten" zu Hilfe. Von daher sind solche wohlfeilen Deliramenta zu ignorierende. Das geltende Meinungsbild ist auf der Diskussionsseite Bildrechte verlinkt (bei der Debatte um ein neues), aber mehr als zwei Zeilen zu lesen überfordert wohl manchen hier. Wir wollen hoffen, dass es keine Klagen gegen die Wikipedia gibt (bisher gab es keine). Aber auch Abmahnungen können, wenn sie begründet sind, höchst unangenehm sein. Ich würde vieles auch lockerer sehen, aber das geltende Meinungsbild ist nun einmal gültig. Jeder kann auf der Diskussionsseite zu Bildrechte abstimmen, ob wir ein neues anregen sollen. Dort gehört auch diese Debatte hin. --Historiograf 23:58, 13. Jan 2005 (CET)
Na dann schlussfolgere ich mal ganz naiv:
1) Nachdem Historiograf hier und anderswo ein großes Gewese um das angebliche Problem der Bildrechte gemacht hat, meint er nun, dass ohnehin niemand beurteilen kann, was hier eingestellt werden darf. Er selbst also auch nicht. Da rate ich zu dem Grundsatz: Wer nichts genaues weiß, soll doch einfach den Mund halten.
2) Ausgerechnet er, der bisher noch jeden arrogant heruntergeputzt hat, der sich, ohne Experte zu sein, an der Debatte um Bildrechte zu beteiligen wagte, beschwert sich nun, dass niemand den "Fachleuten" bei der Formulierung eines leicht fasslichen FAQ zu Hilfe kommt. Wer bitte, soll denn so einen Artikle schreiben, wenn nicht die Fachleute (ob nun echte oder selbsternannte)?
3)Bisher hat es noch nie ein Problem wegen bei Wikipedia eingestelten Bildern gegeben. Und darum dieses ganze Bohei? Darum werden hier überall gute Artikel verstümmelt und endlose Debatten vom Zaun gebrochen?
Kinder, geht woanders spielen und stört hier nicht länger. Bittet Delos 23:58, 17. Jan 2005 (CET)
Da mich diese Diskussion und die kaum verständlichen Bildrechte-Artikel auch genervt haben, habe ich vor ein paar Tagen einmal den Anfang für eine Bildrechte FAQ gemacht. Hoffe, dass die darin enthaltenen Erläuterungen manchem ein bisschen weiterhelfen. Aber ich glaube in der Tat, dass hier zum Teil ein wenig zu sorglos, zum Teil übertrieben vorsichtig mit den Bildrechten umgegangen wird. Mit anderen Worten: Bestimmte Leute, die hier fremde Bilder hochladen, geben häufig keinen Grund dafür an, warum dieses Bild PD sein soll. Genau das stiftet letztlich diese Verwirrung. Leider gilt das auch für das Tucholsky-Bild, das vermutlich tatsächlich nicht mehr urheberrechtlich geschützt ist. Aber wer weiß das schon genau?? Allerdings sollte diese Debatte kein Grund sein, gegenseitig über sich herzufallen. -- Schreibkraft 13:38, 18. Jan 2005 (CET)
Danke, vielleicht hilft das wirklich die Lage gemeinverständlich zu klären und diese unleidlichen Diskussionen zu vermeiden. Ich hoffe, Leute mit dem nötigen Sachverstand, nehmen sich dieses FAQs an und erweitern es so kritisch wie nötig und so verständlich wie möglich. Gruß -- Achim Raschka 14:13, 18. Jan 2005 (CET)

[Bearbeiten] Sterbeort

Nach Michael Hepps ausführlicher Biographie (Kurt Tucholsky. Biographische Annäherungen, Reinbek 1993), in der die Umstände von Tucholskys Tod sehr gründlich erörtert werden, ist Tucholsky noch lebend von Hindas nach Göteborg gebracht worden, wo er am Abend des 21. 12. 1935 im Sahlgrenschen Krankenhaus starb. So steht es auch am Ende des Artikels, und deshalb ist die Angabe "Göteborg" am Anfang ganz richtig.
Ich halte Hepps Version für glaubwürdig, weil er der Sache sehr genau nachgegangen ist und in der Biographie immer dann, wenn er eine Sache nicht hunderprozentig klären kann, sehr vorsichtig formuliert. Die Angaben im Kindler und in anderen Lexika lassen sich relativ einfach erklären: Über Jahrzehnte war bekannt, dass Tucholsky seine letzten Jahre in Hindas verbracht und dort Selbstmord begangen hat. Daraus wurde dann gefolgert, dass er auch dort in seinem Haus gestorben ist. Das stimmt aber nur insoweit, dass der Akt des Selbstmords - wenn es denn einer war - in Hindas stattfand. Der Tod trat aber erst in Göteborg ein. Hepp hat nun wohl genauer nachgeforscht und dürfte sich die ganzen Details - z.B. den genauen Namen des Krankenhauses - kaum aus den Fingern gesogen haben. MfG Stefan Volk 12:34, 14. Jun 2005 (CEST)

[Bearbeiten] Radikalisierung

Schreibkraft hat meine Formulierung über die Radikalisierung von Tucholskys politischen Ansichten abgeschwächt. Damit kann ich ohne Weiteres leben, nur müsste dann in den Artikel hinein, wann seine Abwendung von der Demokratie denn eigentlich begann. Auch passt zu der Formulierung, so wie jetzt dasteht, nicht, dass es weiter oben im Text heißt, er hätte die Weimarer Republik verteidigt - den real bestehenden Staat hat er nämlich spätestens seit 1927 nicht (oder nicht mehr) verteidigt, sondern scharf bekämpft. Gruß, --Phi 16:04, 8. Nov 2005 (CET)

So ganz kann ich diese Behauptungen nicht nachvollziehen. Inwiefern hat sich Tucholsky denn von der Demokratie als solcher abgewandt? Und hat er sich jemals für eine "Diktatur des Proletariats" eingesetzt? Hat er meines Wissens nicht. Wenn man die Weimarer Verfassung damals ernst genommen hätte, hätte Tucholsky wohl bis zuletzt die darauf gegründete Republik verteidigt. Allerdings hat er stets bedauert, dass in der Novemberrevolution keine sozialistischen Forderungen umgesetzt worden waren. Seine konkreten politischen Ziele kommen beispielsweise in folgendem Text zum Ausdruck:
   Was würden Sie tun, wenn Sie die Macht hätten?

Für wen habe ich die Macht -?
   Eine persönliche Diktatur gibt es nicht; sie ist ein Bürgertraum.
   Hätte ich die Macht mit den kommunistischen Arbeitern und für sie, so scheinen mir dies die Hauptarbeiten einer solchen Regierung zu sein:
   Sozialisierung der Bergwerke;
   Sozialisierung der Schwerindustrie;
   Aufteilung des Großgrundbesitzes;
   Absetzung der Länderbürokratie;
   radikale Personalreform in der Justizverwaltung;
   Personalreform auf Schulen und Universitäten;
   Abschaffung der Reichswehr;
   Schaffung eines sittlichen Strafgesetzes an Stelle jenes in Vorbereitung befindlichen kulturfeindlichen Entwurfs;
   Steuerliche Erfassung der Bauern.
   Ich glaube, daß im Volk viele Kräfte schlummern, die heute von den Juristen und den uns regierenden Bürovorstehern abgetötet und in der Entwicklung gehemmt werden – mit diesen unverbrauchten Kräften ist auch dann viel zu erreichen, wenn sie ›die Bestimmungen nicht kennen‹, was ihre Kraft ausmacht.
   Die von mir genannten Ziele, die heute verlacht werden, weil sie die Wahrheiten von morgen sind, lassen sich nicht auf evolutionärem Wege erreichen – nötig wäre dazu die Revolution, deren Terminologie heute kompromittiert sein mag.
   Ihre Idee ist unbesiegbar.

(Literarische Welt, 9.11.1928)

Im Grunde war Tucholsky seit 1919 aber stets der Überzeugung, dass diese Forderungen nur in dem besonderen Moment vom November 1918 durchsetzbar waren. Deshalb hat er Friedrich Ebert nie verziehen, diese Gunst der Stunde nicht im Sinne des Sozialismus genutzt zu haben. Schon 1919 war er der Überzeugung: "Wir haben in Deutschland keine Revolution gehabt - aber wir haben eine Gegenrevolution." Aus diesem Grund lässt sich schwer behaupten, Tucholsky habe nach 1927 eine radikalere Position vertreten. Aber er war wohl zu der Erkenntnis gekommen, dass es nur noch bei den kommunistischen Arbeitern den Wunsch gab, sozialistische Ziele durchzusetzen. Ich glaube aber nicht, dass er tatsächlich eine Revolution in Deutschland für möglich hielt.

Gegen die Behauptung, Tucholsky habe sich stark der KPD angenähert, spricht folgendes Zitat:

Warum soll Hitler nicht im Rundfunk sprechen? Natürlich nur dann, wenn man Thälmann sprechen läßt – paritätisch gehts schon. Wobei, wie bei jeder Demokratie, der Gedanke auftaucht, wie denn das nun ist: Muß sich die Demokratie gefallen lassen, daß jemand ihre Meinungsfreiheit benutzt, um sie zu unterdrücken? Meiner Ansicht nach muß sie das nicht – aber soweit sind wir noch gar nicht. Vielmehr: Wir sind schon viel weiter – denn sie hat es sich wonneschauernd gefallen lassen und geht daran auch rechtens zugrunde.
(Die Weltbühne, 3.5.1932)
Daraus geht meiner Meinung nach hervor, dass Tucholsky Hitler und Thälmann ablehnte und für die Demokratie eintrat. --Schreibkraft 19:06, 8. Nov 2005 (CET)

Auch ich denke nicht, dass sich Tucholsky wirklich (mental) von der Demokratie im Sinn einer "Herrschaft des Volkes" jemals abgewandt hat. Und eine solche Demokratie lässt sich gerade auch in einem sozialistischen Sinn auslegen. Tucho war meines Wissens nie Mitglied irgendeiner Partei. Nach dem, was er schrieb, stand er wohl die meiste Zeit der USPD am nächsten, die Ende der 20er Jahre nur noch eine kleine sozialistische Splitterpartei war, zerrieben zwischen SPD und KPD, und die am Ende der Weimarer Republik keine realistischen Einflussmöglichkeiten mehr hatte, die NS-Diktatur abzuwenden. Tucholsky sah die Weimarer Republik sehr deutlich als das an, was sie - auch in den Augen vieler moderner Historiker - war: Eine Demokratie ohne Demokraten (jedenfalls bezogen auf die Politiker, Beamten, Militärs und Juristen, die die reale Macht in Deutschland inne hatten.) Und die Reste an demokratischen Strukturen, die es formell noch gab, wurden ab Ende der 20er Jahre faktisch ausgehebelt, allen voran vom schon immer antirepublikanisch ausgerichteten Reichspräsidenten Paul von Hindenberg, der den Staat effektiv spätestens ab 1929 mit Notverordnungen regierte. Die Demokratie war in Deutschland im Grunde schon lange vor 1933 gescheitert. Jedenfalls sah das Tucholsky so. Aus seinen im Text und hier genannten Zitaten spricht eher (satirisch - oder besser sarkastisch übersteigerte) Verbitterung über die deutschen (undemokratischen) Zustände am Ende von Weimar. Er erkannte, dass die Gefahr für die Republik von rechts drohte. In der Situation der Zeit, und aus der heraus muss man seine Texte verstehen und interpretieren ... in dieser Situation nimmt es kaum Wunder, dass er der ebenfalls erstarkenden kommunistischen Bewegung in Gestalt der KPD, vielleicht, noch einen kleinen Hoffnungsschimmer sah, dieser Gefahr von rechts etwas entgegen zu setzen. - Da wo die bürgerlichen Parteien einschließlich der SPD in seinen Augen versagt hatten, weil sie die Augen vor der Entfaltung der Nazis verschlossen hatten. Dass Tucholsky tatsächlich der taktisch-strategischen Linie Thälmanns folgte, er z.B. das System Stalins ernsthaft favorisiert hätte, wäre mir neu. Ich denke doch, dass ich viel von Tucholsky gelesen habe, habe die 10-bändige Werkausgabe noch aus den 70ern bei mir rumstehen, und da ist mir jedenfalls keine Lobeshymne auf Stalin oder etwas, das man so auslegen könnte, aufgefallen. Aber selbst, wenn es so etwas gäbe, waren die Verbrechen Stalins, die einer breiten Öffentlichkeit erst nach dem 2. Weltkrieg zugänglich wurden (Gulag usw.) zu jener Zeit jedenfalls kaum bekannt, gerade in der Linken nicht. Viele, möglicherweise auch Tucholsky in einigen Aspekten, mögen damals eher als heute, im Sowjetkommunismus sozusagen eine "höhere Form der Demokratie" gesehen haben. - Wie dem auch sei. Insgesamt lässt sich aus Tucholskys Gesamtwerk - auch in seinen späten Jahren - keine undemokratisch oder gar antidemokratische Haltung herauslesen - das Gegenteil ist der Fall. --Ulitz 21:31, 8. Nov 2005 (CET)

Schreibkraft und Ulitz haben recht. Man darf Tucholskys radikale Kritik an der Weimarer Republik und den in ihr herrschenden Zuständen nicht mit genereller Kritik an der Demokratie verwechseln. Dieses Missverständnis ist in der alten Bundesrepublik der 50er und 60er Jahre ganz gerne Leuten unterlaufen, die allen Grund hatten sich an die eigene demokratische Nase zu fassen. (Lustigerweise führten sie selbst stets die "wehrhafte Demokratie" im Munde - also genau das, was Tucholsky schon in den 20er Jahren gefordert hat.)
Die Textstelle, die Phi als Beleg für Tucholskys undemokratische Gesinnung eingefügt hat, besagt ja nur, dass er eine zweite, im Gegensatz zur halb abgewürgten Novemberrevolution erfolgreiche "Umwälzung" für nötig hielt, um Justiz, Militär und Verwaltung endlich von undemokratischen Kräften zu säubern. Und ihm war selbstverständlich klar, dass es bei einer Revolution nicht streng demokratisch zugeht, sondern dass da auch Gewalt ausgeübt wird. Das ist mit der "undemokratischen Gegenwehr" gemeint. Es ist aber völlig klar dass Tucholsky diese zweite Revolution nicht wollte, um die Demokratie zu beseitigen, sondern um sie überhaupt erst herzustellen.
Wie sein Verhältnis zur KPD und zu Stalin aussah, geht aus dem Kapitel "Tucholsky und die Arbeiterbewegung" [1] wohl glasklar hervor. In den 20er Jahren hatte er sich zeitweise den Kommunisten - besser gesagt: ihren Ideen - angenähert, blieb aber zur KPD selbst immer in kritischer Distanz. Moskauhörig war er schon gar nicht - umso weniger nachdem Stalin 1929 den Machtkampf in der Sowjetunon für sich entschieden hatte. Für den Mann und seine Politik hatte er nur Verachtung übrig. Zitat: "Wäre ich Kommunist: ich spuckte auf diese Partei." Gemeint war die KPdSU. Schöne Grüße Stefan Volk 15:01, 9. Nov 2005 (CET)
Weitgehend einverstanden, lieber Ulitz, bis auf die Kleinigkeiten, dass 1929 nicht eine einzige Notverordnung erlassen wurde, und dass es die USPD ab 1931 nicht mehr gab. Tucholsky glaubte nicht, dass die Weimarer Republik eine Demokratie wäre, deshalb hat er sie auch nicht mehr verteidigt. Man kann ihn also nur insofern einen Verteidiger der Republik nennen, als er seine Vorstellung, sein Ideal, wie eine Republik auszusehen hätte, zu verteidigen bereit war. Die real existierende Weimarer Republik, die 1928 bis 1930 immerhin noch einen sozialdemokratischen Kanzler mit einer parlamentarischen Mehrheit hatte, hat Tucholsky nicht verteidigt, sondern bekämpft. Ob man seine Einschätzung der Republik nun teilt oder nicht, ist eine Frage des persönlich point of view (=POV).
Lieber Schreibkraft, der Text, aus dem du zitierst, ist ja noch ein bisschen länger. Er heißt „Freier Funk! Freier Film“ und handelt von Zensur. Der Absatz direkt vor dem von dir zitierten geht so:
Warum soll nicht ein Film laufen, der den Krieg verherrlicht? Damit, dass man ihn verbietet, ist nichts getan. Man lasse nur einen genau so entschiedenen pazifistischen Film laufen, der zeigt, wie im Ackergraben verreckt wurde und für wen; der die bekannten Generale zeigt und den unbekannten Soldaten. Man lasse antikapitalistische Filme laufen und solche, die von der IG-Farben finanziert sind. Man zeige schwarz und weiß, blau und rot.
Der Zusammenhang macht m.E. klar, dass Tucholsky hier nicht Thälmann und Hitler als ungefähr gleich gefährliche Feinde der Republik einander gegenüberstellt, sondern er kontrastiert hier immer die rechten, die keiner oder kaum einer Zensur unterworfen waren – Kriegspropaganda, IG-Farben, Hitler – mit einer linken Meinung, der er selber zuneigte, eben Pazifismus, Antikapitalismus, KPD. Dass Thälmann im deutschen Radio nicht würde reden dürfen, war 1932 vollkommen klar, ebenso klar wie die Tatsache, dass pazifistische Filme eben keine Chance im Kino hatten – hier spielt Tucholsky auf die Verfilmung von „Im Westen nichts Neues“ an, die wenige Monate zuvor von der SA gestört und danach abgesetzt worden war. Aus dem Zitat darauf zu schließen, dass sich Tucholsky in Äquidistanz zu Hitler und Thälmann befunden hätte, scheint mir (tutmirleid) absurd.
Was Stefan schließlich vorbringt, stimmt natürlich insofern, als Tucholsky niemals der KPD beigetreten wäre oder sich ihre Positionen vollständig zu eigen gemacht hätte. Bei aller Kritik an Thälmanns Partei aber veröffentlichte er in deren Blättern Propaganda-Gedichte, sprach sich dafür aus, sie zu wählen, riet gar zu „antidemokratischen […] bewußt ungerechten Klassenkampf.“ aus. Vorbildlich demokratisch wirkt das ja nicht gerade.
Kurz gesagt: Wer sich offen dafür ausspricht, eine bestehende Republik durch eine Revolution zu beseitigen, um eine neue, andere und bessere aufzubauen, kann - auch wenn er nachvollziehbar Gründe für seine Haltung hat - schwerlich als „Verteidiger“ dieser ersten Republik bezeichnet werden. --Phi 15:36, 9. Nov 2005 (CET)

Vielleicht ist hier eine gute Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass es einfach schlechter Stil ist, seine Diskussionsbeiträge zu ändern und zu ergänzen, nachdem ein anderer schon darauf geantwortet hat: Der andere sieht dann etwas blöde aus, wenn er Dinge moniert, auf die doch scheinbar bereits eingegangen wurde, und unbeteiligte Leser und Leserinnen können den Gang der Diskussion nur mehr mit Hilfe der Verlaufsgeschichte verfolgen. Neue Diskussionsbeiträge also bitte unten anfügen, ja? Dazu rät dringend --Phi 16:10, 9 November 2005 (CET)

Nur keine Aufregung! Ich wollte gerade auf meine Ergänzungen hinweisen, als Du mir mit Deinem Edit zuvorgekommen bist. Also unterstelle nicht gleich böse Absichten. Zu Deinem letzten Beitrag Folgendes: Man muss hier zwei Dinge eindeutig auseinanderhalten.
1) Verteidigte Tucholsky die Ideen von Demokratie und republikanischer Staatsform? - Ein ganz klares Ja. Daran gibt es nach allem was der Mann geschrieben hat, nicht den geringsten Zweifel. Auch der von Dir zitierte Text aus „Freier Funk! Freier Film“ belegt, wie wichtig ihm Meinungsfreiheit und Pluralismus waren.
2) Verteidigte er aber auch die konkreten Zustände der Weimarer Republik? Ein ebenso klares Nein. Denn er sah überdeutlich die antidemokratischen Tendenzen in dieser Republik, die 1933 ja dann tatsächlich in die Katastrophe führten. Also: Er kritisierte weder die Republik noch die Demokratie als solche, sondern die Verhältnisse in Deutschlands Justiz, Militär, Verwaltung und Wirtschaft, die verhinderten, dass aus Weimar eine wahrhafte und wehrhafte demokratische Republik wurde! Stefan Volk 16:26, 9 November 2005 (CET)
Keine Sorge, unterstellt hab ich dir gar nichts, udn wenn ich zu frech formuliert hab, bitte ich um Verzeihung. Frage zurück: Verteidigte Tucholsky die Weimarer Republik? Neugierig grüßt --Phi 18:22, 9 November 2005 (CET)

Ich kann Stefan Volk nur zustimmen. Jede Formulierung wäre irreführend, aus der hervorginge, dass Tucholsky die Republik als Staatsform oder die parlamentarische Demokratie als Regierungssystem abgelehnt habe. Allerdings hat er nicht für möglich gehalten, das Personal wichtiger staatlicher Institutionen der Weimarer Republik ohne eine "Revolution" mit Republikanern und Demokraten besetzen zu können. Seine entsprechenden Äußerungen würde ich daher eher als erstes Zeichen von Resignation sehen, die 1933 in dem Satz mündete: Man kann für eine Majorität kämpfen, die von einer tyrannischen Minorität unterdrückt wird. Man kann aber nicht einem Volk das Gegenteil von dem predigen, was es in seiner Mehrheit will (auch die Juden). Seine Distanz zu den Kommunisten kommt in einem Brief von 1925 an Sibylle Schoepf-Witting zum Ausdruck: Hoffentlich dringt die deutsche Woge nicht gar so nah an Sie heran - es ist wohl das letzte und gefährlichste Mittel, das uns bleibt: Isolation. (Wenn man nicht auf Kommunist neu umlernen kann und will.) Tucholsky hat bis zuletzt nicht auf Kommunist umlernen wollen.

Wie hoch er die Chancen für eine Revolution einschätzte, kommt vielleicht in diesem Text zum Ausdruck:

Genau so, wie die rasenden alten Weiber, die sich Windjacke und Stahlhelm kaufen, damit sie sich als Männer fühlen, die Rückwirkung der deutschen Krise auf die Welt überschätzen –: genau so tun es leider die Kommunisten. Es war einer der größten und unbegreiflichsten Irrtümer Lenins, zu glauben, die Revolution springe fast mechanisch auf die Welt über, wenn sie nur in Rußland gesiegt habe. Falsch: die Welt ist dazu nicht reif. Es ist nichts mit jener von vielen Deutschen so laut oder heimlich herbeigesehnten Apokalypse – es ist der Wunsch des Schülers, die Schule solle verbrennen, weil das Zeugnis nichts taugt. Die Schule aber verbrennt nicht.

Vielleicht ließe sich ein Kompromiss finden, in dem man schreibt, dass Tucholsky "die Repräsentanten und institutionellen Vertreter dieser Republik" nicht mehr verteidigen wollte. Nur wenn man das Personal von Justiz, Verwaltung, Militär mit der Republik gleichsetzt, lässt sich behaupten, dass Tucholsky die Republik abgelehnt habe. Dazu gibt es auch eine passende Stelle aus einem Brief an C. v. Ossietzky vom März 1932:

(...) ich halte mit Ihnen die neue Herrschaft Hindenburgs (vor allem nach den preußischen Landtagswahlen) für dreiviertel faschistisch, und einen gewählten Hitler niemals für voll faschistisch. Der Unterschied wird also nur in den ersten etwas wilden Hitlerwochen bestehn.

Dass zeigt auch, wie falsch er Hitler einschätzte, wobei ich natürlich nicht der Meinung bin, dass er Hitler und Thälmann gleichermaßen ablehnte, schließlich war Tucholsky ja damit einverstanden, dass Ossietzky vor der Reichspräsidentenwahl für Thälmann plädierte. --Schreibkraft 18:36, 9 November 2005 (CET)

Nach meinem Kenntnisstand hier mal so etwas wie eine Radio Eriwan-Antwort: "Jein". - Ja, weil er für eine Republik, im Sinn einer ("wehrhaften und wahrhaften" Demokratie war. - Nein, weil er in dieser (Weimarer) Republik die Demokratie schon von Anfang untergraben und ausgehöhlt sah - nämlich unter anderem schon durch den (in seinen Augen) Verrat Eberts an der Revolution, v.a. dadurch, dass dieser 1918, zu Beginn der Novemberrevolution, einen geheimen Pakt mit den alten reaktionär-monarchistischen Mächten in Gestalt General Groeners zur Niederschlagung der Revolution einging, und ihm dafür die Erhaltung der alten Strukturen in Militär und Verwaltung zusagte, Ebert und seine Genossen wie etwa Scheidemann und Noske, die Tucholsky für feige und kleinmütig hielt (jdf. sinngemäß - genaue Zitate kriege ich nicht zusammen, Stöbern ist mir grad zu aufwändig). Die von der regierenden SPD zu Hilfe gerufenen antidemokratischen Militärs und Freikorps ("Die Geister, die sie rief" - und die sich später auch gegen ihre "Rufer" wandte), schossen dann auch schon 1918/19 die noch übrigen Revolutionäre zusammen. Im Übrigen Revolutionäre, die in ihrer Mehrheit Sozialdemokraten waren, die in erster Linie die Demokratie, (nur in Teilen als Rätedemokratie) durchsetzen, den Krieg beenden und eine Militärdiktatur verhindern wollten - oft Sozialisten, aber nur in einer Minderheit Kommunisten in der Art, dass sie eine Diktatur des Proletariats oder gar eine Ein-Partei-Diktatur nach dem Vorbild der Sowjetunion anstrebten. Schon war in Tuchos Augen bereits der Anfang vom Ende der Demokratie eingeläutet worden. Kleine Erläuterung von etwas anderer Seite zum Verständnis der Revolution ein Zitat Kurt Eisners (Protagonist der Revolution in Bayern, dortiger USPD-Vorsitzender), das Tucholsky wohl sinngemäß teilte: „Die Revolution ist nicht die Demokratie; sie schafft erst die Demokratie.“ --Ulitz 19:15, 9. Nov 2005 (CET)
Meiner Meinung nach spricht gegen Phis Argumentation auch die Tatsache, dass Tucholsky bis zuletzt auf dem "Boden der Verfassung" stand und nicht gefordert hat, diese abzuschaffen oder auch andere Gesetzeswerke radikal zu ändern (von dem Schmutz- und Schundgesetz abgesehen). Es störte ihn vielmehr, dass auf der Basis der geltenden Gesetze rechte und linke Gewalt so unterschiedlich verurteilt wurden. Von daher hat er die Republik viel stärker verteidigt als das Kaiserreich. Die ganze Diskussion hängt an der Frage, ob unter der Republik deren Verfassung und Gesetze, oder deren "Personal" verstanden wird. --Schreibkraft 20:09, 9 November 2005 (CET)
Danke für die rege Diskussion, liebe Freunde, aber nur Ulitz hat meine Frage beantwortet. Ich stimme ihm voll zu: Diese Republik mit ihrem monarchistischen Eliten, ihren stets zu viel zu viel Kompromissen bereiten Sozialdemokraten, und so weiter, lehnte er inniglich ab. Eine andere Republik gab es aber leider nicht. Man kann also, finde ich, sagen, dass Tucholsky ein heimatlos gewordener, zunehmend resignierter und nach 1933 verzweifelter Republiknaner und Demokrat war, der sich aus bitterer Enttäuschung über die ihm wenig demokratische erscheinende Wirklichkeit der Weimarer Republik scharf gegen diese Wirklichkeit wandte, deren Überwindung auch mit undemokratischen Methoden und mit undemokratischen Verbündeten (der KPD) er anstrebte. Ein Verteidiger dieser, nämlich der real existierenden Weimarer Republik, war er aber nicht. Kann man sich darauf als Kompromissformulierung einigen? Gruß, --Phi 20:40, 9 November 2005 (CET)
Nein, weil es in dieser Formulierung irreführend wäre, da sie den POV beinhaltet bzw. für unbedarfte Leser nahelegt, den du, Phi vielleicht (?) haben magst, dass es bei Tucho antidemokratische Tendenzen gab oder gar ein Demokratiegegner gewesen sei. Warum deine vorgeschl. Formulierung irreführend ist, sollte nun aber wirklich aus den Statements von mir, Schreibkraft und Stefan Volk hervorgegangen sein. --Ulitz 21:48, 9. Nov 2005 (CET)
P.S.: War vielleicht etwas rigoros ausgdrückt. Na schön, du räumst ein, dass Tucho ein Demokrat war. Aber deine Begrifflichkeiten "heimatlos" geworden (IMO eine nichtssagende und sehr dehnbare Worthülse - sorry), "sich scharf gegen diese Wirklichkeit wandte" können implizieren, dass es sich bei Tucho um einen unrealistischen Träumer handelte, der die Wirklichkeit nicht nur ablehnte, sondern sie auch nicht wahrnehmen wollte. Dabei gab es in der Weimarer Republik kaum einen anderen Publizisten, der diese politische Wirklichkeit so deutlich demaskierte, und dazu noch, fast prophetisch schon ziemlich früh erkannte, wohin diese "Wirklichkeit" führen würde. Ob er resigniert war ? - na ja, das ist Interpretationssache - zumal, ab wann er schließlich resignierte. M:E. war das erst nach 33 der Fall, auch wenn sein Stil schon vorher einen vielleicht auch sarkastisch-resignativen Tonfall hatte. Egal. Hier liegt sicherlich vieles in einem spekulativen Bereich. Mein Plädoyer, die Version, die zuletzt inhaltlich von Stefan Volk geändert wurde (von mir nur typo) beibehalten. --Ulitz 22:12, 9 November 2005 (CET)
Nochmal P.S.: (Zugegeben, etwas viel P.S. - auch egal) Eher grundsätzliche Anmerkung: Ich hätte es gern, dass mit wertenden Begrifflichkeiten wie "undemokratisch" (auch für die KPD, zumal der damaligen Zeit) etwas sparsamer umgegangen wird, wenn nicht sogar solche Begrifflichkeiten jdf. im Artikelraum nicht ganz vermieden werden sollten. Alldieweil: Es gibt sehr verschiedene Demokratieverständnisse (vgl: Demokratie). Man mag nach je persönlicher Anschauung Kommunisten für undemokratisch halten (ist abhängig vom eigenen Demokratieverständnis). Ich für meinen Teil wüsste erst mal keinen Kommunisten, der sich selbst als undemokratisch oder antidemokratisch bezeichnen wollte. Dass ein Antikommunist einen Kommunisten als undemokratisch tituliern wird, ist schon klar, aber es ist nicht Aufgabe der hiesigen Autoren, in Artikeln darüber zu befinden (zu urteilen), wer oder welche Gruppe demokratisch gesinnt oder nicht war/ist - es sei denn, das sie sich nachweisbar gegen Demokratie als solche wandten (eben nicht einfach bloß die sozialistische -, die bürgerliche -, die pluralistische -, die Basis-Demokratie ... usw.) --Ulitz 23:54, 9. Nov 2005 (CET)
1. Heimatlos, lieber Ulitz, war Tucholsky insofern, als es keine politsche Gruppierung gab, die seine Meinung teilte.
2. Das Wort "undemokratisch", zumal in Bezug auf die KPD der zwanziger Jahre vermeiden zu wollen, halte ich für nicht richtig - sie bekämpfte die Weimarer Republik in aller Schärfe, sie trat offen für eine Diktatur des Proletariats ein, wenn sie an die Macht gekommen wäre, hätte sie Menschen wie mich und wohl auch dich in ein Lager gesteckt. Dass es Demokratiekonzepte gibt wie die identitäre Demokratie, in denen dieser Begriff benutzt wird, um Diktaturen zu rechtfertigen, sollte uns nicht davon abzuhalten, das schöne Wort zu verwenden, zumal es ja bereits häufig im Artikel vorkommt. Es jetzt auf einmal für POV zu erklären, erscheint mir absurd.
3. Du scheinst dir Tucholskys Standpunkt zum Charakter der Weimarer Republik zu eigen zu machen, lieber Ulitz. Tucholskys Standpunkt war aber ein point of view, also POV, und wenn du den Artikel darauf aufbauen willst, dass Tucholsky Recht hatte, verstößt du gegen das NPOV-Prinzip. Die übergroße Mehrheit seiner Zeitgenossen, selbst seiner demokratischen Zeitgenossen, teilte seinen Standpunkt nicht, und auch in der Geschichtswissenschaft wird zumeist anders über die Weimarer Republik geurteilt als Tucholsky es tat (siehe z.B. Hans-Ulrich Wehler, siehe Heinrich August Winkler, siehe auch Hagen Schulze, Henning Köhler und und und). Soviel für heute, Gruß, --Phi 09:54, 10. Nov 2005 (CET) (nachträglich ergänzt, tschulligung, nun isses mir auch passiert ...)

Ich finde den Kompromissvorschlag von Phi immer noch nicht überzeugend. Vor allem ist mir noch nicht klar, was damit ausgesagt werden soll. Dazu müsste man genau festlegen, was diese Republik von 1930 bis 1933 ausgezeichnet hat, was Tucholsky daran verteidigen wollte und was er ablehnte. Meiner Meinung nach gab es die Republik von 1930 nicht. Man kann sicherlich sagen, dass Tucholsky die bestehenden Machtverhältnisse nicht verteidigen wollte. Aber das ist per se ja nicht antirepublikanisch.
Außerdem stellt sich die Frage, wie lange diese Republik den Namen Weimarer Republik verdiente. Wenn man die Weimarer Verfassung als Maßstab dafür nimmt, so muss man konstatieren, dass sich die Republik durch die staatlich forcierte Verletzung des Versailler Vertrages (siehe Weltbühne-Prozess) in einem Zustand des permanenten Verfassungsbruchs befand. Schließlich hieß es in Artikel 4: "Die allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts gelten als bindende Bestandteile des deutschen Reichsrechts." Von daher kann man schon sagen, dass Tucholsky bis zuletzt die "Weimarer Republik" auf der Basis der Verfassung mit ihren Freiheitsrechten etc. verteidigte, diese Verfassung seiner Meinung nach für viele Deutsche nur ein Fetzen Papier war:

Eine Verfassung ist, so sie diesen Namen überhaupt verdient, der Extrakt aller Grundgesetze, staatlicher Einrichtungen, wichtigster Praxis des Landes. Diese da ist ein Hütchen, das sich ein gänzlich ungewandelter Koloß spaßeshalber aufs linke Ohr setzt – eine Papiertüte zum politischen Bockbierfest und für höhere Feiertage. Bei der Arbeit nimmt man sie ab.
"Verfassungsschwindel", Weltbühne, 26.10.1926

Von daher plädiere ich weiterhin dafür, den zu umfangreichen und daher zu unpräzisen Begriff Republik durch einen anderen zu ersetzen.
Außerdem ist es aufschlussreich, Tucholskys Einschätzung der Republik im Laufe der 20er Jahre zu vergleichen:

Die Republik wird entweder anders sein als heute, oder sie wird nicht sein. Die Minimaltemperatur, bei der sie grade noch leben kann, ist erreicht. Ich sagte neulich zu einem Politiker: "Aber warum verteidigen die Herren ihre Republik nicht wenigstens aus Selbsterhaltungstrieb? Es ist doch ihre Sache, die da abgehandelt wird!" – "Nein", sagte er. "Es ist eben nicht ihre Sache." Das scheint richtig zu sein: es ist nicht ihre Sache. Gott hat ihnen gegeben, sich umzustellen, wenn etwas passiert. Aber es ist unsre Sache.
"Die zufällige Republik", WB, 13.7.1922
Dem der Krieg wie eine Badekur bekommen ist, der wird Präsident der Deutschen Republik, die es nun wohl nicht mehr lange sein wird. Sie hats verdient.
"Was nun -?", WB, 5.5.1925
Hier ist eine Blutschuld der nicht mehr bestehenden Republik.
"Bauern, Bonzen und Bomben", WB, 7.3.1931

Ich frange mich, wo im Laufe dieser Jahre eine Radikalisierung festzustellen ist. Aus den Zitaten geht eher hervor, dass Tucholsky von Anfang sehr skeptisch der "real existierenden" Republik gegenüber stand und das einforderte, was sie ihrer Verfassung nach zu sein vorgab. --Schreibkraft 10:55, 10. Nov 2005 (CET)

Hallo Schreibkraft, Tucholsky hat "diese" Republik doch auch schon Mitte der zwanziger Jahre bekämpft, als es noch gar kein Präsidialregime gab. M.E. (das ist jetzt POV) war an den Zuständen unter Brüning immerhin noch zum Beispiel der Rechtsstaat verteidigenswert, oder dass Juden und Kommunisten nicht ins KZ gesteckt wurden. Zur tragischen Unterschätzung des NS durch fast die gesamte Weltbühnenmannschaft (Kaminski!!!) müsste man dort noch etwas schreiben.
Mir geht es hier in der Hauptsache darum, den (wie ihr zu glauben scheint: nur scheinbaren) Widerspruch aus dem Artikel zu tilgen, dass da einerseits steht, Tucholsky habe die Weimarer republik verteidigt, andererseits habe er sie mit revolutionären Methoden überwinden und durch eine besser Republik ersetzen wollen. Man kann eben den Staat, den man überwinden will, nicht gleichzeitig verteidigen, das ist logisch unmöglich. Beste Grüße, --Phi 11:06, 10. Nov 2005 (CET)
Es bringt doch nichts, sich ohne Ende darüber zu streiten, Tucholsky habe "diese" Republik verteidigt oder "jene" Republik bekämpft. Er hat "diese" Justiz, "diese" Verwaltung und "dieses" Militär angegriffen, und natürlich die Politiker, die diese Zustände tatenlos hingenommen haben. Und er war wohl der Überzeugung, dass nur revolutionäre Methoden diesen Zustand hätten ändern können. An deren mittelfristigen Umsetzung hat er nie geglaubt. Daher halte ich es für unzutreffend, zu behaupten, Tucholsky wollte "den Staat" überwinden. Anders als den Nazis war es ihm nicht daran gelegen, die Grundrechte der Verfassung außer Kraft zu setzen, sondern die Feinde dieser Verfassung auch mit rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen. Dass dies seiner Meinung nach unterlassen wurde, war "die Blutschuld der nicht mehr bestehenden Republik". Er wollte eine andere Republik doch nur in dem Sinne, dass wichtige Ämter und Funktionen mit Republikanern und Demokraten besetzt würden. --Schreibkraft 12:57, 10 November 2005 (CET)
Hallo Phi, mal eine ganz einfache Frage: Ist jemand, der Missstände in einer demokratischen Republik offen legt – mit dem Ziel, diese Missstände zu beseitigen und damit die Demokratie zu stärken – ein Verteidiger dieser Republik oder nicht? Ich meine ganz eindeutig Ja! - auch wenn solche Leute oft als „Nestbeschmutzer“ beschimpft werden. Und auf Tucholsky trifft das eindeutig zu. Er hat die Republik oft gegen ihre eigenen offiziellen Vertreter verteidigt, weil er, wie sich später herausstellte, ganz richtig sah, dass deren Verhalten - etwa das zögerliche Auftreten gegenüber den Feinden der Demokratie - den Untergang der Republik herbeiführen musste.
Du schreibst, er habe den Staat überwinden wollen. „Überwinden“ bedeutet ja „abschaffen und durch etwas anderes ersetzen“. Tucholsky wollte aber nicht die demokratische Republik abschaffen, sondern die Missstände, die sie daran hinderten, genau dies zu sein: eine demokratische Republik. Er wollte, dass die Verfassungswirklichkeit endlich mit der Staatsform übereinstimmen solle. Seine Ziele unterschieden sich also radikal sowohl von denen der Kommunisten als auch von denen der Nazis die beide eine andere Staatsform anstrebten – also die demokratische Republik wirklich in die eine oder ander Richtung „überwinden“ wollten.
Tucholskys Kritik an den Weimarer Verhältnissen war - auch wenn man sie im Einzelnen nicht teilen mag - immer nur auf das eine Ziel gerichtet: Republik und Demokratie zu bewahren. Und sie bewegte sich immer innerhalb der Grenzen dessen, was auch heute noch zum demokratischen Spektrum gehört. Von einer Radikalisierung kann man schon deshalb nicht sprechen, weil er von Anfang an ganz radikal der Meinung war, dass die Republik das aus der Kaiserzeit übernommene Personal auswechseln sollte. Er wollte eben keine Radikalen (Monarchisten, Nationalisten, Antidemokarten, Völkische etc.) im öffentlichen Dienst. Vereinzelte, überspitzte Formulierungen wie die vom "ungerechten, antidemokratischen Klassenkampf" reichen jedenfalls nicht aus, einen Mann als Gegner einer Republik zu bezeichnen, die er in hunderten anderen, ganz unmissverständlichen Texten immer wieder zu Selbstachtung und Selbstverteidigung aufgerufen hat. Stefan Volk 13:40, 10 November 2005 (CET)
Lieber Stefan, wenn es Tucholskys Ziel gewesen wäre, Republik und Demokratie zu "bewahren", wie du schreibst, setzt das voraus, dass er erkannt hätte, das sie existierten. Das aber tat er nicht. Vielmehr höhnte er 1930 "von dem bisschen Republik", nannte sie den "Staat, den wir verneinen" (das Zitat hab ich leider nicht mehr finden können, vielleicht kann mir einer von euch helfen), 1928 konzedierte er zwar: "Wir haben eine Republik", setzte aber sarkastisch hinzu: "Aber der Laden ist der alte geblieben", und gab im selben Jahr die ganze Verfassung der Lächerlichkeit preis: "Eine republikanische Verfassung, die in jedem Satz den nächsten aufhebt, [... ist] wert, dass sie ausgelacht" wird - seine Kritik richtete sich also keineswegs bloß gegen die Eliten und die Traditionen der Weimarer Republik, sondern gegen die Weimarer Reichsverfassung selber.
Er setzte sich, wie Schreibkraft oben zitiert hat, für eine "Revolution" ein und was soll die denn anders sein als die "Überwindung" der bestehenden Verhältnisse? Man kann das Wort ja auch mit "gewaltsamer Umsturz" übersetzen", eine Bedeutungsnuance, die Tucholsky durchaus bekannt gewesen sein dürfte. Er sprach sich 1928 mit wärmsten Worten für den "Zusammenschluss der radikalen Intellektuellen mit der KPD" aus, den er "für einen Segen und ein Glück" hielt und zeigte sich enttäuscht, dass die Partei dies Kooperationsangebot nicht annahm. Im Jahr darauf diente er sich den Thälmannianern nochmals an, wobei er betonte, der Intellektuelle dürfe "allenfalls als bescheidener Helfer in den Reihen des Proletariats mitkämpfen". Dass es dabei um "Klassenkampf" ging, und eben nicht oder nicht nur um die Verteidigung bürgerlich-demokratischer Freiheitsrechte, betonte Tucholsky im Jahr darauf: "Wer für den Klassenkampf eintritt, kann sich nicht grundsätzlich gegen Diktaturen wenden, höchstens gegen die Ziele, für die sie eingesetzt werden". Da scheint der gute Zweck doch sehr das undemokratische Mittel zu heiligen, selbst ein Lenin hätte das nicht prägnanter formulieren können.
All dies sind keine "vereinzelten überspitzten Formulierungen", sondern das mühelose Ergebnis von zehn Minuten Blättern in nur drei Bänden der gesammelten Werke. Dies Blättern zeigt Tucholskys scharfe Gegnerschaft gegen die bestehende Republik, ihre Institutionen, ihre Verfassung, ihre Träger zugunsten eines utopischen "anderen Deutschland", das - da gebe ich dir Recht - ein besseres gewesen wäre, das aber eben, wie die Wahlen zum Beispiel von 1919 und 1928 zeigten, von der Mehrheit der Deutschen nicht gewollt wurde. Wie man diese revolutionäre Ablehnung des bestehenden Staates von Weimar als bloßen Reformismus umdeuten kann, mit dem ein paar "Missstände" abgestellt werden sollten, vermag ich beim besten Willen nicht zu verstehen. Vielleicht kannst du mir auf die Sprünge helfen und aus deinen "hunderten anderen, ganz unmissverständlichen Texten" ein paar zitieren, in denen Tucholsky zum Schutz und zur Verteidigung der bestehenden Republik, ihrer Träger, ihrer Institutionen und ihrer Verfassung aufgerufen hat? Danke im Voraus und ein schönes Wochenende noch, --Phi 15:57, 12. Nov 2005 (CET)
Das vollständige Zitat heißt:
Dem Reichsgericht aber sei dieses unser klares Bekenntnis ins Gesicht gefeuert:
Wir halten den Krieg der Nationalstaaten für ein Verbrechen, und wir bekämpfen ihn, wo wir können, wann wir können, mit welchen Mitteln wir können. Wir sind Landesverräter. Aber wir verraten einen Staat, den wir verneinen, zugunsten eines Landes, das wir lieben, für den Frieden und für unser wirkliches Vaterland: Europa.

Ignaz Wrobel: "Die großen Familien", WB 27.3.1928, S. 471
--Schreibkraft 16:28, 12. Nov 2005 (CET)
1000 Dank, lieber Schreibkraft! Da steckt alles drin, was ich meine: Aus sozialistischer, demokratischer, pazifistischer und einer tieferen republikanischen Gesinnung heraus, als sie die real existierende Republik von Weimar in den meisten ihrer Repräsentanten (leider) zeigte, lehnte Tucholsky diese Republik ab, von der er meinte, sie wäre nicht besser als das Kaiserreich. Und eben deswegen gelte es eine neue zu schaffen, statt die alte zu verteidigen, die ihren Untergang im Grunde verdiene. So vielleicht kompromissfähig? Schönes Wochenende für alle wünscht --Phi 17:19, 12. Nov 2005 (CET)

Die Behauptung, Tucholsky wollte die "real existierende Republik von 1928ff" nicht mehr verteidigen, geht sicher dann auf, wenn man die Republik mit der "herrschenden Klasse" gleichsetzt. Der folgende Text macht diesen Zwiespalt gut deutlich. Tucholsky will diese Republik eigentlich verteidigen, räumt aber im gleichen Atemzug ein, dass diese Republik gar nicht verteidigt werden will. Außerdem fragt er sich, was der Begriff republikanisch eigentlich noch bedeutet:

Denn was soll ich nun tun? Der Frau klarmachen, daß die einzig wahre Fahne Deutschlands die der Republik sei: schwarz-rot-gold? Das ist leider nicht ganz richtig. Was soll ich tun? Für die Republik kämpfen? Für welche? Für diese da -?
Die will das ja offenbar gar nicht. Die deckt ja ihre Anhänger nicht einmal. Sie wagt es ja nicht. Sie traut sich nicht, ihre Richter hinauszuwerfen, die sich offen über sie lustig machen, weil sie wissen, daß ihnen nichts geschehen kann, denn wir haben die Unabhängigkeit der Arbeit vom Verdienst – ja, was hätte ich tun sollen?
Der Frau sagen: "Dies ist nicht mehr die Flagge meiner Heimat? Diese Flagge gibt es nicht mehr, so wie es die dahinter flatternde Gesinnung nicht mehr gibt – wir haben uns gewandelt, weil wir gelernt haben?" Das soll ich sagen? Das wäre gelogen. (...)
›Republikanisch‹ – das heißt allein noch gar nichts. Portugal ist eine Republik, und die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine, und Sowjet-Rußland ist eine, und Deutschland auch – republikanisch ist heute so wenig ein politisches Programm wie der Monarchismus noch eines ist. Das ist vorbei. Zeige mir deine Wirtschaftsform, und ich werde dir sagen, wer du bist – die fliegenbeschmutzten Bilder in den Stuben deiner lebenslänglichen Angestellten interessieren keinen Kenner. (...)
Die Wahrheit, daß es unsereinem ziemlich gleich sein kann, wer von diesen beiden die Oberhand gewinnt: der ohne Visier oder der mit Visier, der kostümierte oder der in Zivil, der offene oder der versteckte, der Herr der Untertanen oder der freigelassene Untertan, der eine oder der andre. Die Entwicklung wird über beide hinweggehen, und bestimmt nicht durch die sanft liberale Mitte.
Dies, im Jahre 1945 nachgelesen, wird sehr wahr sein.
(Ignaz Wrobel: "Die Frau mit dem Fähnchen", in: WB, 30.9.1929)

Aber auch aus diesem Zitat lese ich eher eine gewisse Resignation heraus. Er schreibt ja nicht, dass er diese Republik sogar bekämpfen möchte, sondern ist frustriert darüber, dass sie gar nicht verteidigt werden will. --Schreibkraft 21:21, 12. Nov 2005 (CET)

Lieber Schreibkraft, erneut Dank für das sehr vielschichtige Zitat (hast du die ganze WB als Datensatz oder wie kommst du immer so schnell da dran?). Unser Dissens besteht jetzt nur noch darin, ob Tucholsky die Weimarer Republik, so wie sie war, aktiv bekämpft hat (ich meine: Ja; schau dir mal den Schlusssatz von Wrobels "Stahlhelm oder Filzhut" von 1927 an) oder ob er lediglich über die Möglichkeit, diesen Staat gegen seine Feidne von rechts zu verteidigen, resigniert war, was - auch da scheinen wir einig zu sein - mit seiner eklatanten Unterschätzung des Nationalsozialismus zusammenhängt. Dass er aber die Weimarer Republik "verteidigt" habe, lässt sich, nach allem, was wir beide hier an Zitaten zusammengetragen haben, so undifferenziert und pauschal, wie es im Artikel steht, meines Erachtens nicht mehr halten. Wenn meine Kompromissvorschläge noch alle zu streng ausgefallen sind, vielleicht kannst du einen freundlicheren formulieren?
Was meinen Begriff der "Radikalisierung" betrifft, der diesem Diskussionsfaden ja die Überschrift gibt, so bezieht er sich auf die zunehmende Nähe Tucholskys zur KPD, die sich nach meinem begrenzten Kenntnisstand ab 1926/27 in seinen Texten zeigt. Aus den Jahren davor kenne ich jedenfalls keine Bekenntnsise zu Klassenkampf und Diktatur. Aber vielleicht hast du ja auch da aussagekräftige Zitate auf Lager. Beste Grüße, --Phi 08:27, 13. Nov 2005 (CET)
Meiner Meinung geht aus dem obigen Zitat hervor, dass Tucholsky zusehends müde wurde, die "Republik" zu verteidigen. Aus dem Schluss von "Stahlhelm und Filzhut" spricht auch sehr deutlich, dass Tucholskys Angriffe nicht antirepublikanisch und antidemokratisch, sondern antikapitalistisch und anti-imperialistisch motiviert waren:
Ich gehöre seit dem Jahre 1913 zu denen, die den deutschen Geist für fast unwandelbar vergiftet halten, die nicht an eine Besserung glauben, die die verfassungsmäßige Demokratie für eine Fassade und für eine Lüge halten, und die auch heute noch, entgegen allen Zusicherungen und optimistischen Anwandlungen, einen hohlen Stahlhelm für lange nicht so gefährlich halten wie einen seidigen Zylinder.
Dass Tucholsky selbst die Jahreszahl 1913 nennt, ist auch ein Argument gegen die These der Radikalisierung nach 1927. Bemerkenswert ist auch, dass Tucholskys Freunde in den bürgerlichen Blättern (Kurt Szafranski, Monty Jacobs) die Texte in der AIZ ebenfalls in erster Linie als antikapitalistisch motiviert verstanden. Deshalb warfen sie ihm vor, auf der einen Seite den Kapitalismus anzugreifen und auf der anderen Seite von den kapitalistischen, bürgerlichen Blättern hohe Honorare zu nehmen. --Schreibkraft 18:24, 13. Nov 2005 (CET)
Ja, stimmt, lieber Schreibkraft, Tucholsky resignierte gegenüber dem "kernfaulen" deutschen Volk (eine nachgerade antideutsche Formulierung, und er wandte sich von der USPD, deren Mitglied er lange gewesen war, immer deutlicher, wenn gewiss auch nie vorbehaltlos, der offen antidemokratischen KPD zu. Das nenne ich eine Radikalisierung, auf jeden Fall ist es aber eine Entwicklung - gleich geblieben ist Tucholskys Haltung zu Republik und KPD jedenfalls nicht. Das sollte man ruhig auch im Artikel erwähnen.
Bleibt meine Frage, ob du weiterhin dafür bist, die Formulierung vom "Verteidiger der Republik" im Artikel zu lassen. Wenn einer die Verfassung lächerlich macht, kann das ja antikapitalistisch begründet sein, gut demokratisch ist es jedenfalls nicht, finde ich. Gruß, --Phi 20:12, 15. Nov 2005 (CET)
Warum sich Tucholsky der KPD zuwandte, wird vielleicht an folgendem Schnipsel von 1932 deutlich:
Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas -: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.
Meiner Meinung steckt hinter dieser sozial motivierten Unterstützung der Arbeiterbewegung keine antidemokratische oder antirepublikanische Radikalisierung. Tucholsky war offenbar zu der Überzeugung gelangt, dass die Interessen der Arbeiter von der SPD nicht mehr angemessen vertreten werden. Das heißt: Er hielt Ausschau danach, welche Strömung seine Positionen noch repräsentierte. Genau so gut könnte man den Vertretern der WASG eine Radikalisierung vorwerfen. Ungerecht gegenüber Tucholsky ist auch die Behauptung, er habe die Verfassung lächerlich gemacht. Dieser einen etwas merkwürdigen Stelle stehe Dutzende andere gegenüber, beispielsweise diese:
Eine Verfassung zu feiern, deren öffentliche Lektüre Lachsalven wecken müßte, von der - bis auf den § 48 - auch nicht ein Buchstabe jemals befolgt worden ist, die man getrost beschwören kann, weil sich das hübsch fotografiert - solche Verfassung an einem Tage zu feiern, der noch dazu in die Schulferien fällt: das ist ein schöner republikanischer Gedanke.
"Der Sieg des republikanischen Gedankens", in: WB, 14.9.1926
Außerdem findet sich die Formulierung "Verteidiger der Republik" überhaupt nicht in dem Artikel. Die einzige entsprechende Stelle, die ich finden konnte, ist die folgende: "Doch auch in dieser Zeit hatte Tucholsky nicht aufgehört, in linken Blättern die aus der Novemberrevolution hervorgegangene, demokratische Weimarer Republik gegen ihre erklärten Feinde in Militär, Justiz und Verwaltung, in den alten monarchistisch gesinnten Eliten und in den neuen, antidemokratischen, völkischen Bewegungen zu verteidigen." Was ist an dieser Formulierung zu beanstanden, das später relativiert werden müsste? --Schreibkraft 21:47, 15. Nov 2005 (CET)
Man könnte das Komma und demokratische streichen. Dann hieße es einfach "...die aus der Novemberrevolution hervorgegangene Weimarer Republik ..." Jeder weiß, was mit Weimarer Republik gemeint ist (im Übrigen wird jeder bei "Republik" das "demokratisch" herauslesen - oder schreibt einer von einer „demokratischen Demokratie“ bzw. einer „republikanischen Republik“? Nein - das geht nicht, aber demokratische Republik - das soll plötzlich gehen ? - Ja gut, - bei DDR schien es wohl offiziell zu gehen, IMO ein Beleg für die Sprachverwirrung, die auch - und vielleicht gerade (?) bei staatlichen Behörden nicht Halt macht). Ob die Weimarer Republik, abgesehen vom der papiernen Verfassung, faktisch demokratisch war, ist, sagen wir mal - zumindest in ihrer Endphase - nicht nur bei Tucholsky, umstritten. Und weiterhin bleibe ich dabei. Tucholsky als Antidemokraten darzustelen, und sei es nur implizierend, halte ich für hanebüchen. Kleiner Hinweis am Rande betr. KPD. Es war die KPD, die versuchte, zu Beginn des NS-Regimes, die Republik, die sie zwar so, wie sie war, ablehnte, aber eben doch für das kleinere Übel ggü dem NS-Terror hielt, noch zu retten. Es gab am 30.01.33 einen reichsweiten KPD-Aufruf zum Generalstreik (vgl. Artikel zu Mössinger Generalstreik) --Ulitz 22:19, 15. Nov 2005 (CET)
Ja, aber wenn Tucholsky doch selbst die Republik den "Staat, den wir verneinen" genannt hat? Wenn er selber wiederholt bezweifelt hat, dass es eine verteidgenswerte Republik überhaupt gab? Wenn er selbst zu einer "Revolution" aufgerufen hat, mit der eine verteidigenswerte Republik erst geschaffen werden sollte? Er hat sich klar für eine Republik, die diesen Namen seines Erachtens verdiente, und gegen die real existierende Weimarer Republik gestellt, die seines Erachtens sogar schlimmer war als das Kaiserreich - und das war er ja auch nicht bereit zu verteidigen. So, wie es im Artikel steht, ist es jedenfalls nicht logisch und schlüssig. Außerdem hege ich Zweifel, dass es dem Forschungsstand entspricht. Ich hab - zugegeben vor mehreren Jahren - mal in der wissenschaftlichen Literatur nach Zitaten des Inhalts gesucht, Tucholsky hätte die Weimarer Republik verteidigt, aber damals nichts gefunden. Vielleicht könnt ihr mir auf die Sprünge helfen, anderfalls müsste der Satz schon wegen unzulässiger Theoriebildung raus.
Der positive Bezug auf die Novemberrevolution in dem Satz, um den wir uns hier streiten, erscheint mir vollends absurd, wenn man sich mal Tucholskys Meinungen zu dieser Revolution ansieht. Und die Verharmlosung von KPD-Positionen empfinde ich, ganz nebenbei gesagt, als unappetitlich.
Schließlich: Das WASG-Beispiel trifft den Fall ganz gut. Selbstverständlich hat z.B. Oskar Lafontaine, der sich (spätestens) seit der Agenda 2010 in der SPD nicht meghr heimisch fühlte, seit seinen Zeiten als Finanzminister seine Haltung radikalisiert. Das ist auch gar kein Vorwurf, sondern eine ganz sachliche Feststellung. Warum soll man denn Tucholskys Suche nach neuen Verbündeten, auch wenn die klar links von ihm standen, und seine "Annäherung" an sie im Artikel verschweigen? Und wenn in euren Ohren "Radikalisierung" wie ein Schimpfwort klingt, dann suchen wir doch gemeinsam einen weniger anstößigen Begriff. In der Sache hat Schreibkraft heute m.E. sehr zutreffend beschrieben, was ich versuchte auszudrücken. Ich geh jetzt schlafen - euch eine gute Nacht, --Phi 22:49, 15. Nov 2005 (CET)
Warum einigen wir uns nicht einfach darauf, in die eigentliche Lebensbeschreibung einen Satz etwa folgenden Inhalts einzufügen: "Ob Tucholsky gegen Ende der Weimarer Republik noch zu deren Verteidigern zählte oder mit seiner heftigen Kritik an Repräsentanten und Institutionen nicht sogar zu deren Untergang beigetragen hat, wird seit den 1950er Jahren zwischen Historikern und Publizisten kontrovers diskutiert." (Siehe Rezeption und Wirkung)." --Schreibkraft 12:05, 16. Nov 2005 (CET)
Finde ich gut, lieber Schreibkraft. Mir fiel heute auf dem Heimweg noch Folgendes ein (nur mal rasch ins Grobe formuliert):
"Tucholsky stand der Weimarer Republik, so wie sie existierte, zunehmend kritisch gegenüber. Die Novemberrevolution habe keinerlei Fortschritte gebracht, in Schulen, Universitäten, Verwaltungen und Gerichten herrsche noch derselbe Ungeist, die deutsche Verantwortung für den Ersten Weltkrieg werde weiterhin geleugnet, und statt daraus die Konsequenz einer echten Friedenspolitik zu ziehen, werde schon heimlich der nächste Krieg vorbereitet. Aus all diesen Zuständen zog er im Frühjahr 1928 den Schluss:
Wir halten den Krieg der Nationalstaaten für ein Verbrechen, und wir bekämpfen ihn, wo wir können, wann wir können, mit welchen Mitteln wir können. Wir sind Landesverräter. Aber wir verraten einen Staat, den wir verneinen, zugunsten eines Landes, das wir lieben, für den Frieden und für unser wirkliches Vaterland: Europa.
Ignaz Wrobel: "Die großen Familien", WB 27.3.1928, S. 471
Trotz dieser Enttäuschung, die Tucholsky, der 1919 der USPD beigetreten war, zeitweise sogar zu einer Annäherung an die KPD bewog, hatte er nicht aufgehört, in linken Blättern die erklärten Feinde der Republik und der Demokratie in Militär, Justiz und Verwaltung, in den alten monarchistisch gesinnten Eliten und in den neuen, antidemokratischen, völkischen Bewegungen scharf anzugreifen. Bereits im Januar 1919 ..." usw. wie im Artikel.
Könnte man sich vielleicht hierauf einigen? Schöne Grüße,

Ich hatte in den letzten Tagen leider wenig Zeit, mich dieser Debatte weiter zu widmen. Den Einschub, den Schreibkraft oben vorschlägt halte ich eigentlich für überflüssig, weil die kontroverse Debatte um Tucholsky im Kapitel "Der politische Schriftsteller [2] bereits ausführlich behandelt wird.
Phis Vorschlag von oben halte ich im Prinzip für konsensfähig. Die Formulierung "Weimarer Republik, so wie sie existierte" würde ich durch "reale Verhältnisse der Weimarer Republik" ersetzen. Und ich kann mich auch damit anfreunden, dass man ihn statt als "Verteidiger der Weimarer Republik" (auch wenn das wörtlich nirgendwo im Text steht) als "Verteidiger der Demokratie und des republikanischen Gedankens" darstellt. Denn genau das war er. Ich verweise dazu nur auf das Gedicht, das im Text zitiert wird. Und wenn jemand aus Resignation aufhört, eine Republik zu verteidigen, weil diese nicht verteidigt werden will, wird er damit noch nicht zum Gegner der Republik an sich oder gar zum Antidemokraten.
Zur Frage "Radikalisierung oder nicht", möchte ich noch drei Punkte zu bedenken geben:

  1. Man kann die zeitweise Annäherung an die Kommunisten ruhig erwähnen, aber man darf sie nicht auf der Basis unseres heutigen Wissensstands über die stalinistischen Gräuel und die Diktaturen des "real existierenden" Sozialismus beurteilen. Stalin hatte 1928 noch nicht die ganze Macht, und wohin die Moskauhörigkeit der KPD noch führen würde, dürfte damals kaum erkennbar gewesen sein.
  2. Als es allmählich erkennbar wurde, nämlich Anfang der 30er Jahre, insbesondere nach 1933, hat Tucholsky sich ganz unzweideutig ablehnend dazu geäußert.
  3. Ich halte aber den daraus möglichen Schluss für falsch, Tucholsky habe sich zunächst "radikalisiert" und dann wieder "entradikalisiert". Ich lese aus seinen Texten vielmehr heraus, dass seine politische Haltung über die Jahre hinweg relativ konsistent war, von Irrtümern und Fehleinschätzungen, die in jedem Menschenleben vorkommen, abgesehen. Was sich radikalisiert hat, waren die jeweiligen Umstände: Die Weimarer Republik bewegte sich seit der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten und seit Beginn der Präsidialkabinette 1930 auf eine autoritäre Staatsform zu, in der nationalkonservative Kräfte sich allmählich gegen überzeugte Demokraten und Republikaner durchsetzten. Und bei den Kommunisten setzte sich seit dem Beginn von Stalins Alleinherrschaft 1929 dessen Kurs durch.

Will sagen: Wenn sich die Umwelt radikalisiert, dann rückt jemand, der im Wesentlichen an seinen Grundsätzen festhält, notgedrungen an den Rand. Aber kann man ihn dafür verantwortlich machen? Ich denke nicht. Schönen Tag noch wünscht Stefan Volk 12:29, 17. Nov 2005 (CET)

Sehe ich ziemlich genauso wie Stefan. Bin ebenfalls so weit einverstanden mit dem letzten Vorschlag Phis plus der stilistischen Verfeinerung Stefans. Über Schreibkrafts vor Phi eingebrachten Vorschlag habe ich mich, ehrlich gesagt, etwas gewundert (war das ernst gemeint oder ironisch?). Dass einige Historiker meinen (wer, außer vielleicht Golo Mann?), dass Tucho zum Untergang der Weimarer Republik beigetragen hat, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sicher, Tucho mag seine schriftstellerische Wirkung gehabt haben, aber auf die herrschenden Medien, Wirtschaftsgrößen, Militärs und Politiker dürfte er im Sinne der politischen Systemveränderung zur einen oder anderen Seite keinen faktischen Einfluss gehabt haben, wo Tucho selber seinen mangelnden Einfluss mal ironisch postuliert hatte, als er den Brief an Hasenclever von Mai 1933 schrieb, in dem er sich wunderte, für wie gefährlich er erachtet würde, wo er noch nicht mal einen einzigen Schutzmann von seinem Posten weggekriegt hätte ... so ähnlich jedenfalls. Schönen Gruß von --Ulitz 18:43, 17. Nov 2005 (CET)
Schön, dass wir uns einer Einigung nähern. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass ich vom Charaktertypus Tucholsky nicht für einen "Verteidiger" halte, sondern unbedingt für einen Spieler im Angriff. Daher mein obiger Vorschlag, er hätte die Feidne der Republik angegriffen. Ansonsten harrt meine noch weiter oben gestellte Frage, wie die ihn denn die Forschungsliteratur sieht, weiterhin auf Antwort. In meiner rororo-Bildmonographie kommt der "Verteidiger" jedenfalls nicht vor. Gruß, --Phi 07:59, 22. Nov 2005 (CET)
Angriff ist die beste Verteidigung, heißt es doch immer. Davon abgesehen ist die Wikipedia derzeit dermaßen lahm, dass ich nur die allernötigsten Edits mache und ein bisschen aus der Diskussion ausgestiegen bin. Was die Anmerkung von Ulitz betrifft, so haben neben Mann auch die Historiker Heinrich August Winkler, Bernd Sösemann und Hans-Ulrich Wehler die Weltbühne und damit auch Tucholsky für deren Positionen angegriffen. Nachzulesen in: Gunther Nickel: Die Schaubühne - Die Weltbühne: Siegfried Jacobsohns Wochenschrift und ihr ästhetisches Programm. In der Zwerenzschen Tucholsky-Biographie wird von S. 233-241 die Diskussion aus den 1960er Jahren wiedergegeben.

Zur Frage von Phi nach der Forschungsliteratur: Interessant ist der Aufsatz "Kurt Tucholsky als politischer Publizist in der Weltbühne" von Gerhard Kraiker in: Stefanie Oswalt (Hg.): Die Weltbühne. Zur Tradition und Kontinuität demokratischer Publizistik. S. 65-74. Zwei Zitate daraus: "Die folgenden, immerhin in der Anfangszeit der politischen Publizistik Tucholskys geschriebenen Sätze könnte aus vielen Jahren bis 1932 stammen:" oder: "Tucholskys Hinwendung zur KPD war schon Ausdruck der Verzweiflung vor dem definitiven Rückzug von der politischen Öffentlichkeit. Ein kräftezehrender Diskurs, an dessen Ende die Verhältnisse im Ganzen als die gleichen erschienen wie am Anfang, entzog der moralischen Selbstverpflichtung zum Politischen den Sinn. Die Lust am politischen Kampf, der positiven Seite der Ambivalenz, war Tucholsky wohl schon seit dem Jahr der Hindenburg-Wahl immer mehr verlorengegangen;" Diese Sätze unterstützen eher meine These von Resignation als Phis Auffassung von der Radikalisierung. --Schreibkraft 12:52, 22. Nov 2005 (CET)

Danke, lieber Schreibkraft, für die Literaturangaben. Meine Zweifel, dass sich in der Forschungsliteratur eine Formulierung findet wie "Verteidiger der (Weimarer) Republik" oder "Verteidiger der Demokratie" sind indes noch nicht ausgeräumt - hast du da was Konkretes?
Meines Erachtens haben wir auch gar nicht zwei unterschiedlichen Thesen: Ich finde auch, dass Tucholsky resignierte (oben habe ich geschrieben: "müde geworden"), und in dieser Resignation wandte er sich einer Partei zu, die Positionen vertrat, die deutlich weiter links waren als die, die er als USPD-Mitglied bis dahin vertreten hatte. Das nenne ich eine Radikalisierung.
Die These, dass die gar Weimarer Republik nichjt verteidigt werden wollte, ist meines Erachtens ein krasser POV, der zwar von Tucholsky vertreten wurde, den wir aber im Artikel nicht einfach als objektive Wahrheit übernehmen dürfen: Millionen SPD-Wähler und ein paar hunderttausend Juden, die brav (oder kreuzbrav) DDP oder Zentrum wählten, wären sehr, sehr gerne verteidigt worden. Auch die historische Forschung teilt Tucholskys Standpunkt nicht.
So viel für diesmal (ich find´s gar nicht schlecht, wenn sich eine Debatte Zeit lässt, lieber Schreibkraft), beste Grüße --Phi 16:17, 22. Nov 2005 (CET)

Hier eine Passage aus Michael Hepps Tucholsky-Biographie (rororo, S. 70):

Noch rief er den Politikern sein "He, Republik –!" zu, erklärte geduldig-ungeduldig, was "hier gespielt wird", machte Vorschläge für Reformen in Militär und Justiz, gehörte zu den Unterzeichnern einer Eingabe der "Liga für Menschenrechte" an den Justizminister zur "Republikanisierung der Justizverwaltung" und beteiligte sich sogar an der Gründung eines "Schutzbundes" für die Republik, dem "Deutschen Republikanischen Reichsbund". Obwohl so einflußreiche Politiker wie der amtierende Reichstagspräsident Paul Löbe oder der "Vater der Weimarer Verfassung" Hugo Preuß zu den Mitgliedern des RRB gehörten, mußte Tucholsky schnell feststellen, daß der Bund praktisch kaum etwas bewirken konnte und daß die Realpolitiker nicht aus ihrer Wagenburgmentalität herauskamen und -wollten. Trotzdem gab er – noch – nicht auf: "Wir alle, ohne Unterschied der Parteifärbung, stehen (der Republik) zur Verfügung. Warum ruft sie uns nicht?"

Engagiert sich so jemand, der die Republik nicht verteidigen möchte? --Schreibkraft 17:30, 22. Nov 2005 (CET)

[Bearbeiten] Werfel-Zitat entfernt

Das von der IP ins Kapitel "Der politische Schriftsteller" eingefügte Werfel-Zitat habe ich entfernt, weil es den Textzusammenhang zerrissen und zum besseren Verständnis Tucholskys nichts beigetragen hat. Es geht an dieser Stelle um die Kritik an Tucholskys Haltung. Diese Kritik geht aus dem Mann-Zitat klar hervor, das sich zudem direkt auch Tucholsky bezieht. Werfel tut das nicht, und sein Zitat wiederholt nur in anderen (und wie ich finde unverständlicheren) Worten, was schon im Text steht. Da die nachfolgenden Zitate Tucholskys eine vorweggenommene Antwort auf Manns Kritik bilden, sollten sie zum besseren Verständnis auch unmittelbar danach erwähnt werden. MfG Stefan Volk 13:54, 19. Dez 2005 (CET)

[Bearbeiten] Letzter Brief

Im Abschnitt Verstummen steht:

In seinem an den nach Palästina emigrierten Schriftsteller Arnold Zweig gerichteten letzten Brief vom 15. Dezember 1935 (sechs Tage vor seinem Tod)[...]

Weiter oben steht jedoch:

(Brief an Hedwig Müller vom 19. Dezember 1935[...])

Hat er also nach seinem letzten Brief noch einen (mehrere?) Brief(e) geschrieben? Ich denke, wenn das Datum des Briefes an Hedwig Müller nicht falsch ist, sollte der letzte Brief entfernt werden.Bjb 12:12, 21. Dez 2005 (CET)


[Bearbeiten] Rezeption und Einzelaspekte

Hier stimmt etwas nicht: Tucholsky gehörte zu den am meisten beschäftigten und am besten bezahlten Journalisten der [[Weimarer und Gerichten herrsche noch derselbe Ungeist [...] Mir scheint, als fehlt eine Texpassage. Leider kann ich es nicht rekonstruieren. ***Ben*** (15:02, 21. Dez 2005 (CET))

Noch etwas unverständliches, selber Abschnitt etwas später: Auch das heute noch gegen Juden vorgebrachte Tucholsky in der Figur der Lissy Aachner in Rheinsberg zum Ausdruck. ??? ***Ben*** (15:07, 21. Dez 2005 (CET))

Mir sieht es so aus, als sei die Sache bei diesem Revert irgendwie durcheinandergeraten. chigliak 18:37, 21. Dez 2005 (CET)

Habe die korrekte Version wiederhergestellt. --Schreibkraft 21:02, 21. Dez 2005 (CET)

[Bearbeiten] Nicht neutral

Entschuldigung, aber dieser Artikel wurde unter den exzellenten Artikeln aufgenommen? Der Artikel ist wertend, emotional und ergibt an einigen Stellen kaum Sinn:

"Seine tieferen Gründe, warum er sich nicht mehr mit Deutschland beschäftigte, schilderte er in dem bewegenden letzten Brief an Mary Gerold:

Ich habe über das, was da geschehen ist, nicht eine Zeile veröffentlicht – auf alle Bitten hin nicht. Es geht mich nichts mehr an. Es ist nicht Feigheit – was dazu schon gehört, in diesen Käseblättern zu schreiben! Aber ich bin au-dessus de la mêlée, es geht mich nichts mehr an. Ich bin damit fertig."

Dieser Artikel ist nicht Wikipedia würdig. Das soll doch eine Enzyklopädie sein und kein Nachruf...


Oh, noch ein letzter Brief (s.o.)Bjb 22:27, 21. Dez 2005 (CET)
Hää ?? Gibt es unter dieser Überschrift irgendwas zu verstehen ? --Ulitz 23:46, 21. Dez 2005 (CET)
Ich nehme an, das bezieht sich nicht auf meine Feststellung, dass es jetzt schon 3 letzte briefe gibt ;-) , sondern auf die Aussagen von 84.174.113.228. Oder? Ganz verstehe ich diese Kritik auch nicht. vll kann 84.174.113.228 mal erklären, was er/sie genau meint.Bjb 21:01, 22. Dez 2005 (CET)
Richtig angenommen ;-), aber wahrscheinlich ist die Disk. unter dieser Überschrift eh nichts weiter als heiße Luft, d.h. dass IMO die (Spezial)Disku unter hiesiger Überschrift ("Nicht neutral") gelöscht werden könnte, inclusive meiner und BjBs Beiträgen, nachdem die Sache mit den letzten Briefen einigermaßen bereinigt wurde, wir wollen ja schließlich auch keine Trolle füttern --Ulitz 22:23, 22. Dez 2005 (CET)
Die armen Viecher verhungern noch! Aber von mir aus kann man das schon löschen.Bjb 00:31, 23. Dez 2005 (CET)


[Bearbeiten] Tucho hätte ne Glosse draus gemacht

Ich habe vor ein paar Tagen einige Ergänzungen resp. Änderungen am Tucho-Beitrag vorgenommen: alle weg. So hatte ich etwa den Arbeitstitel des Romans ergänzt, welchen Tucho nach "Schloß Gripsholm" begonnen aber nie fertig gestellt hatte: "Eine geschiedene Frau". Der Titel ist gesichert, lässt sich bei seinen Biographen nachlesen und auf der Homepage der Tucholsky-Gesellschaft. Warum nun ist dieser Zusatz löschungswürdig bzw. löschungsbedürftig, wo doch sein Plan, nach "Gripsholm" eine größere Sache zu schreiben, erwähnt wird? Weiter: Die Behauptung im Kapitel "Der politische Schriftsteller" "Tucholsky selbst sah seine Kritik dagegen immer als konstruktiv" ist schlicht falsch. Es gibt genügend Textstellen in Briefen der 1930er Jahre, welche geeignet sind, diese Behauptung zu widerlegen. Es sind dies Briefe an Walter Hasenclever und vor allem der große Brief vom Dezember 1935 an Arnold Zweig. Ich hatte aus diesem Brief ein sehr treffendes Zitat gebracht, welches belegt, in welcher Weise Tucholsky von der Möglichkeit eigenen Versagens umgetrieben war kurz vor Ende seines Lebens. Dies alles ist also getilgt und die ursrpüngliche, vom Standpunkt der Tucholsky-Forschung schlicht falsche Version fein säuberlich wieder hergestellt. Laufen hier Leute rum, die eifersüchtig ihre Schreibseleien bewachen? Tucho hätte daraus eine Glosse gemacht. Nur weiter so. Der ganze Beitrag ist völlig unförmig, aufgeblasen, wertend, nicht gerade originell und gemessen am Anspruch, welchen der Umfang erhebt nicht vollständig genug. Und wenn man sich dann die Mühe macht, einen offensichtlichen Fehler anhand eines Tucho-Zitates zu korrigieren, dann wird es kassiert. Bravo! Naja, viel Spaß noch.

Hallo IP 217.186.127.110. Über ihm unbekannte Leute, die ihn kumpelhaft Tucho nennen, hätte Tucholsky ganz bestimmt ganz lustige Sachen geschrieben. Die Kritik an der Löschung der Passagen kann ich nur zum Teil nachvollziehen. Warum Stefan Volk den Hinweis auf den Arbeitstitel des Romans gelöscht hat, musst Du ihn wohl selbst fragen. Was die anderen Ergänzungen betrifft, so scheinst Du Tucholsky ein wenig falsch verstanden zu haben. Er rechnete sich in dem Zweig-Brief wohl kaum selbst zu den "sogenannten Linken". Schließlich war er nie Parteifunktionär und hatte nicht die Politik von SPD und KPD zu verantworten. Ich kann verstehen, dass man sich über die Löschung eigener Ergänzungen ärgert. Aber man kann nicht hingehen und eigene Textinterpretationen als "Tucholsky-Forschung" deklarieren. --Schreibkraft 14:27, 23. Dez 2005 (CET)
Ich bin zwar kein Tucholskyforscher und auch nicht die IP von oben :) Aber Tucholsky hat sich doch sicher auch zu den Linken gerechnet, oder? Immerhin war er in der SPD und in der USPD!? --Porter2005 19:07, 15. Dez. 2006 (CET)
Eben. Tucholsky verstand sich als "richtiger" Linker, und nicht als "so genannter" Linker. Schreibkraft 16:40, 17. Dez. 2006 (CET)

[Bearbeiten] Revert zur neuen Ausgabe

"Es gibt keinen Grund ...." Dann setze die nächst ältere Ausgabe ein. Es gibt auch keinen Grund ausgerechnet in Artikeln der Literatur, Werke nicht wie jede andere Literatur nach den Regeln von Wikipedia:Literatur zu behandeln. dazu gehört auch eine möglichst aktuelle und leicht greifbare Ausgabe möglichst mit ISBN anzugeben. Die Bücher sollen schließlich gelesen werden und nicht nur die Erstausgaben verzeichnet. Werke sind nichts anderes als Quellen, und Quellen und Werke sind einfach mal Literatur. Ich kümmere mich wie immer darum.--Löschfix 04:40, 25. Dez 2005 (CET)

[Bearbeiten] Tucholsky in Kivik

Hallo Experten,
ich habe eine Frage: Ist diese Seite verlässlich? Ich habe nämlich die Info in meinen Artikel Kivik eingebaut, habe aber Hemmungen mich allein darauf zu verlassen. Gruß, --Tolanor (Diskussion) Mach mit! 06:41, 4. Jan 2006 (CET)

Ja. --Schreibkraft 10:16, 4. Jan 2006 (CET)
Danke. --Tolanor (Diskussion) Mach mit! 14:35, 4. Jan 2006 (CET)

[Bearbeiten] Doris Tucholski ?

Schrieb sich Tucholskys Mutter Doris tatsächlich Tucholski? --Edu 09:58, 24. Feb 2006 (CET)

Nicht nur sie. Auch ihre Eltern, ihre Geschwister ... Siehe Tucholskys Stammbaum in Hepps Biographischen Annäherungen, S. 542. --Schreibkraft 11:24, 24. Feb 2006 (CET)

[Bearbeiten] "Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft"

Hm, ich vermisse etwas zu diesem Zitat. Ich weiß leider selber nicht sehr viel über den Hintergrund, aber es wird ja oft missinterpretiert als "Schlag die Faschisten [...]". Ich denke, dass das schon wichtig ist, zumindest würde es mich interessieren, da es sicher eines der häufigsten Zitate von ihm ist. --Treysis 02:56, 31. Mai 2006 (CEST)

Das Zitat stammt aus dem Couplet "Rosen auf de Weg gestreut" (siehe hier [3]), zu dem Hanns Eisler die Musik schrieb. Der Satz war ein ironischer Kommentar zu der Parole "Schlagt die Faschisten ...", die aber schon vorher existierte. Stefan Volk 12:30, 31. Mai 2006 (CEST)

[Bearbeiten] pseudonyme

"Wenig bekannt ist, dass Tucholsky diese Pseudonyme nicht erfunden hatte, sondern 'Schöpfungen' eines Repititors während seiner Jura-Studiums sind."

Stand bis eben im Artikel. Diese Behauptung stammt aus einem Artikel von Tucholsky, der in den gesammelten Werken abgedruckt ist. Leider hat der Verlag beim Druck vergessen, eine Volltextsuche einzubauen, deswegen mag ich gerade nicht alle zehn Bücher durchforsten. Allerdings steht es da nicht so, nicht einmal sinngemäß. Da steht, wenn ich mich recht erinnere: Die Namen, die Stabreime sind (Peter Panter, Theobald Tiger), stammen vom Repetitor, der eine große Vorliebe für Stabreime hatte. Ignaz Wrobel: Wrobel war der Titel seines Mathebuches, und Ignaz war der hässlichste Vorname, der ihm eben eingefallen ist. Wörtlich (iirc!) steht im Artikel von Tucholsky, der die Entstehung seiner Pseudonyme behandelt: "Kaspar Hauser braucht nicht vorgestellt zu werden". igel+- 12:45, 22. Jun 2006 (CEST)

Ich meine das ebenfalls in der Biografie von Hepp gelesen zu haben. Man sollte die Entstehung der Pseudonyme aber nicht gleich in der Einleitung erklären. Dort stören solche Details nur den Lesefluss. Gut aufgehoben wäre die Information im 2. Absatz des Kapitels "Kampf um die Republik" ein, da die Pseudonyme dort etwas ausführlicher behandelt werden. Stefan Volk 15:05, 22. Jun 2006 (CEST)
Habs reingekleistert. Wer als erster genaue Quellen angibt, hat verloren. igel+- 15:18, 22. Jun 2006 (CEST)
Der Preis geht an Schreibkraft. Aber ich hab mich an alles richtig erinnert! Völlig aus dem Hut! Wollte das nur einmal betonen. igel+- 09:37, 26. Jun 2006 (CEST)
ist es sinnvoll das Pseudonym Kaspar Hauser auf den Artikel Kaspar Hauser zu verlinken? IMHO: nein--80.136.207.6 11:10, 29. Jun 2006 (CEST)

[Bearbeiten] Die verkehrte Welt von Kaspar Hauser

Tucholsky hat zwar unter dem Pseudonym Kaspar Hauser geschrieben, aber er war nicht der einzige, der diesen Namen benutzt hat. Der Text "Die verkehrte Welt" galt daher lange Zeit als unsicherer Tucholsky-Text. Inzwischen geht die Forschung jedoch davon aus, dass er nicht von Tucholsky stammt. So heißt es in dem Vorwort zur Digitalen Bibliothek Band 15:

Den Kern der CD-ROM bildet die von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz herausgegebene Edition der „Gesammelten Werke“, die mehr als 2.200 Texte Tucholskys vereinigt. Alle Texte dieser bisher umfangreichsten Tucholsky-Edition werden hier auf der Grundlage der weitverbreiteten zehnbändigen Taschenbuchausgabe von 1975 und der beiden Ergänzungsbände „Deutsches Tempo“ und „Republik wider Willen“ wiedergegeben und sind mit einer wortgenauen Seitenkonkordanz zu den Buchausgaben ausgestattet. Ausgeschieden wurde lediglich ein Text („Die verkehrte Welt“), der, wie sich inzwischen herausgestellt hat, nicht von Tucholsky stammt.

Daher ist der Text auch gar nicht in die Gesamtausgabe übernommen worden. Er sollte aus diesem Grund auch nicht in der Wikipedia stehen. --Schreibkraft 22:08, 2. Aug 2006 (CEST)

[Bearbeiten] Zitate

Wieso ist, wie Markus Hagenlocher schreibt, Wikiquote bewusst nicht verlinkt - vom Nutzer her gedacht?

[Bearbeiten] Kat:NS-Opfer

Bin gerade darüber gestolpert, dass Tucho in der Kategorie:NS-OPfer aufgeführt ist, und frage mich, ob diese Kategorisierung hier korrekt ist. Bin mir da unsicher. Tucho war zweifellos NS-Gegner, aber er hatte Deutschland bereits vor Hitlers Machtergreifung verlassen. Danach kehrte er nicht mehr dorthin zurück, lebte also im Exil. Seinen Tod kann man als Selbstmord aus Verbitterung über die politische Lage in Deutschland interpretieren. - Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man Tucholsky als Exilant, weil seine Werke von den NS-SChergen verbrannt wurden, er als verfemt galt, und wegen seines Selbstmordes aus Verbitterung als NS-OPfer betrachten mag. Aber wenn, dann war er es nach meiner Auffassung im weiteren Sinn, also quasi indirekt. Wäre er nach 1933 nach Deutschland zurückgekehrt, ist es mehr als wahrscheinlich, dass er auch direkt zum NS-OPfer geworden wäre.
Ich für meinen Teil betrachte Menschen als NS-OPfer, die direkt in die Hände der Nazis fielen, von ihnen eingekertert, in KZs interniert und auch ermordet wurden, also Menschen, die von den Nazis misshandelt oder von ihnen ermordet wurden. Dies trifft so nicht auf Tucholsky zu. Die Kategorie habe ich aber erst mal stehen lassen, da man den Sachverhalt im indirekten Sinn so betrachten mag. Bloß: Ob es im enzyklop. Sinn zutreffend ist? Gibt´s dazu Menungen? --Ulitz 20:24, 26. Okt. 2006 (CEST)
Ich habe mich am Anfang auch ein wenig gewundert, weil Tucholsky in der Tat nicht den Nazis direkt in die Hände gefallen ist. Aber indirekt war er sehr wohl deren Opfer: Zum einen haben sie ihn sämtlicher Einnahmequellen beraubt, weil seine Bücher nicht mehr verkauft werden durften und er auch nicht mehr in Deutschland hätte publizieren können (was er zuletzt ohnehin nicht mehr gemacht hat). Außerdem stand er ja auf der ersten Ausbürgerungsliste der Nazis, so dass er bald keinen gültigen Pass mehr hatte und staatenlos war, was seine Situation ebenfalls sehr erschwerte. Vor allem die finanzielle Abhängigkeit von anderen Menschen hat Tucholsky sehr zugesetzt und sicherlich seine depressive Stimmung mit verstärkt. Aus diesen Gründen ist die ohnehin recht weit gefasste Kategorie "NS-Opfer" wohl für Tucholsky zutreffend. Schreibkraft 23:19, 26. Okt. 2006 (CEST)
Ich neige Ulitz' Meinung zu, weil ich finde dass die Kategorie schlecht - und in jedem Fall zu umfassend - definiert ist. Nach dieser weiten Definition wäre praktisch jeder ein NS-Opfer, der auch indirekt irgendwelche Nachteile durch die Politik der Nazis erlitten hätte. Dazu zählt im Grunde fast jeder, der zwischen 1933 und 1945 über längere Zeit im deutschen Machtbereich oder in der Reichweite deutscher Waffen leben musste. Am Ende müsste man konsequenterweise sogar Nazis dazu zählen, die etwa im Krieg oder bei Aktionen wie dem sog. Röhmputsch ums Leben kamen oder sonstwie geschädigt wurden. Das würde diese Kategorie aber völlig ad absurdum führen. Ich bin also dafür, die Kategorie hier zu streichen und sie generell nur auf Leute beschränken die von den Nazis direkt, also durch unmittelabaren Zwang oder Gewaltausübung zu Opfern wurden. 12:04, 27. Okt. 2006 (CEST)

[Bearbeiten] Gliederung

Die heute vorgenommenen Änderungen an der Gliederung kann ich nicht nachvollziehen. Die Nennung der Weltbühne sowie die Zuordnung Demokrat, Pazifist, Antimilitarist und Nazigegner (m.E. fehlt hier noch der Begriff "Sozialist") ist keineswegs eine "literaturgeschichtliche Einordnung". Diese müsste auch eher unter "Rezeption und Einzelaspekte" einsortiert werden als unter "Leben". Diese Schwierigkeiten umgeht man elegant, wenn man die drei Sätze in die Einleitung hineinnimmt, wo sie bis zur unbegründeten Änderung durch eine IP denn auch standen. Gruß an alle, --Φ 12:58, 19. Nov. 2006 (CET)

[Bearbeiten] Tucholsky und der "Schwejk"

Bislang stand in dem Tucholsky-Artikel noch die Aussage: "Zu seinen Entdeckungen für die deutschen Leser gehörte auch der Schwejk von Jaroslav Hašek." Diese Aussage basierte auf folgendem Abschnitt in Tucholskys Text "Herr Schwejk" vom 8.6.1926 in der Weltbühne:

Neulich habe ich hier davon erzählt, wie mir in den sechs so sehr zu empfehlenden Bänden des ›Welthumors‹ von Roda Roda (erschienen bei Albert Langen) im letzten Band ein Mann aufgefallen ist, dessen Humor völlig neuartig erscheint: Jaroslav Hašek. Ein pariser Leser der ›Weltbühne‹ hat uns dann einiges vom Lebenslauf dieses seltsamen Menschen mitgeteilt, der, vierzigjährig, vor drei Jahren gestorben ist, und auch davon, wie populär, ja, berühmt Hašek bei den Tschechen ist. Ich wäre schrecklich stolz auf meine Entdeckung, wenn die eine wäre, und wenn Hašek nicht so groß wäre, daß er sofort auffallen muß.

Die von Tucholsky bei der Rezension des Welthumors am 1.12.1925 erwähnte Passage bezog sich auf einen Auszug aus dem "Schwejk" und lautete:

Rodas Anekdoten sind nicht genug zu rühmen - ich kannte sie alle und habe gelacht wie beim ersten Mal. Hervorzuheben die kleine Erzählung eines Tschechen: Hascheks, ich habe den Namen nie gehört. Sie ist das Muster einer politischen Satire, von einer Bitterkeit, die doppelt wirkt, weil sie eingemummelt ist in sanfte Blödheit, die scheinbar von nichts nicht weiß. Was ist das für ein Mann -?

Daraus könnte man folgern, dass Hašek und der "Schwejk" gegen Ende 1925 noch ziemlich unbekannt in Deutschland waren und Tucholsky tatsächlich sehr früh darauf aufmerksam gemacht hat.

Allerdings nimmt Tucholskys Freund Max Brod explizit für sich in Anspruch, Hašek und den "Schwejk" "entdeckt" zu haben. Am 3.12.1929 schrieb er in dem Artikel "Piscator und Schwejk" in der Weltbühne:

Verschwiegen wird in Piscators Darstellung, daß ich den Schwejk entdeckt habe. Nicht nur für Deutschland, auf für die Tschechen. Als ich in einem prager Blatt den versoffenen, allgemein missachteten Jaroslav Haschek, der die schlecht gedruckten Romanfortsetzungen seines "Schwejk" selbst von Buchhandlung zu Buchhandlung kolportierte, mit Rabelais und Cervantes verglich, wurde mir auch von tschechischer Seite Übertreibung vorgeworfen.

Aus diesem Grund scheint es wohl angemessen, die zitierte und zugegebenermaßen von mir stammende Passage aus dem Tucholsky-Text zu streichen. Auch wenn letztlich wohl nicht entschieden werden kann, wer den "Schwejk" in Deutschland tatsächlich populär gemacht hat. Schreibkraft 13:04, 26. Dez. 2006 (CET)

[Bearbeiten] "Kurt Tucholsky lebt ..."

Werte "Schreibkraft"! Da ich annehme, dass auch Sie sich aus rein idealistischen Gründen mit Kurt Tucholsky in wikipedia beschäftigen, hoffe ich, dass Sie den Eintrag meines Buches nur deshalb entfernt haben, weil Sie es nicht kennen. Andere Gründe mag ich da nicht annehmen. Was mich betrifft, beschäftige ich mich seit 40 Jahren mit dem Werk Kurt Tucholskys und das Ergebnis ist das Buch "Kurt Tucholsky lebt ...", das die Texte Tucholskys interpretativ (hermeneutisch) erfasst. Wohin darf ich Ihnen ein Freiexemplar schicken? Haben auch Sie über Tucholsky gearbeitet? Gern sehe auch ich mir Ihr Opus an - meine E-Mailadresse haben Sie ja. In diesem Sinne Pro Wikipedia! Ihr Hans Exenberger

Ob ein Werk der Sekundärliteratur in der Wikipedia aufgenommen wird, hängt auch davon ab, ob es eine gewisse Relevanz besitzt. Vor allem bei einem Autor wie Tucholsky, zu dem es eine uferlose Literatur gibt. Es sind daher Werke aufgenommen, die sich wissenschaftlich, biographisch oder essayistisch auf einem gewissen Niveau mit Tucholskys Leben und Werk befassen, wobei das ein oder andere Buch sicherlich ergänzt werden könnte. Eine interpretative "Nachdichtung" scheint mir aber generell nicht unter Sekundärliteratur zu fallen. Um zu sehen, dass das für das Buch Kurt Tucholsky lebt ... - Ein heiter besinnliches Schmunzelbuch mit Tiefgang erst recht nicht zutrifft, reicht leider schon ein Blick auf die Promo-Website www.kurt-tucholsky.net. Folgende Leseproben dürften genügen:
Der Mensch zerfällt in zwei Teile: In einen männlichen, der nicht denken will und in einen weiblichen, der vor lauter Emotionen oft nicht denken kann.
Das Original lautet:
Der Mensch zerfällt in zwei Teile: In einen männlichen, der nicht denken will, und in einen weiblichen, der nicht denken kann.
Hermeneutisch wirklich sehr gut erfasst. Diese Version würde perfekt in ein Buch mit dem Titel "Kurt Tucholsky verhunzt" passen.

Weiteres Beispiel gefällig?

Wenn der Mensch "Loch" hört, bekommt er Assoziationen: Manche denken an Zündloch, manche an Knopfloch und manche an bestochene Gutachter.
Das Original:
Wenn der Mensch "Loch" hört, bekommt er Assoziationen: manche denken an Zündloch, manche an Knopfloch und manche an Goebbels.
Wirklich "sehr behutsam aktualisiert". Auf Rezensionen dieses Buches bin ich wirklich gespannt. Und dass sich Herr Exenberger "aus rein idealistischen Motiven mit Kurt Tucholsky in der Wikipedia beschäftigt", wage ich zu bezweifeln. Bis auf den Eintrag seines Buches hat er meines Wissens noch nichts zu dem Artikel beigetragen. Schreibkraft 22:03, 8. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] Antwort von Hans Exenberger:

Ich bemühe mich um die Verbreitung des Werkes von Kurt Tucholsky, dem ich unendlich viel verdanke. Ich möchte, dass K.T. vom heutigen Leser so verstanden wird, wie er es damals gemeint hat. Zum weiblichen Teil des Menschen der "nicht denken kann": K.T. wollte sicher nicht allen Frauen unterstellen, dass sie nicht denken können, sondern dass sie oftmals emotionell entscheiden. Zum Göbbels, den K.T. als ..loch bezeichnete: Historische Figur, an die man nicht erinnern sollte. Hätten Sie einmal mit bestochenen Gutachtern zu tun gehabt, würden Sie die Anspielung verstehen. Schön, Sie sind für die historischen Texte, ich und viele Andere bevorzugen eine mühelos lesbare Version. Beispiel: K.T.: "Außer dem Menschen gibt es noch Sachsen und Amerikaner ..."/ Bei mir "... gibt es noch den Amerikaner ..." weil den Originaltext heute weder die Sachsen noch die anderen Deutschen für lustig finden. Auch die Staatsanwälte, die in der "kleinen Geburt" in Bezug auf ihre Bildung unter den Bedürfnismann gestellt werden, verdienen heute diese Behandlung nicht mehr! Diese meine Korrekturen sind hermeneutische Bearbeitung und damit Sekundärliteratur - ich empfehle Ihnen, unter wikipedia nachzulesen! Sie fragen nach Rezensionen: Die schweizerische Literaturzeitschrift "BücherPick" (Ausgabe Herbst 2006) ist im Internet zu finden. Übrigens, wo bleibt Ihr Literaten-Nachweis? Andere zu kritisieren ist immer leicht!

Die Diskussion ist müssig, denn sie geht am Kern der Sache vorbei. Dieser betrifft gar nicht die Qualität des einzustellenden Werks (wiewohl ich in dieser Frage Schreibkraft vollauf zustimme), sondern seine Reputation in der Forschung. In den Vorschriften der Wikipedia für Wikipedia:Literaturangaben heißt es nämlich: "Bitte vom Feinsten! Literaturhinweise sollen keine beliebige Auflistung von Büchern sein, die zufällig zum Thema passen, sondern sich auf die zentralen, in der Fachwelt maßgeblichen und richtungsweisenden Werke beschränken." Dass das Buch von Exenberger von der Fachwelt nicht für maßgeblich gehalten wird, scheint mir offenkundig zu sein, da hilft auch eine einzelne lobende Besprechung nichts. Mit besten Grüßen, Phi, 10:24, 9. Febr 2007 (CET)
Den Ausführungen von Phi und Pécuchet (unten stehend) ist im Grunde nichts mehr hinzuzufügen. Wobei ich bezweifle, dass sich "die Fachwelt" ernsthaft mit einer solchen Nachdichtung beschäftigen möchte. Werde aber mal versuchen, eine Besprechung zu organisieren. Wie gesagt: Auf Rezensionen dieses Buches bin ich wirklich gespannt. Grüße, Schreibkraft 21:14, 9. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] Der Fall Exenberger

Goebbels ist tot - es lebe der bestochene Gutachter! Wer dergestalt nach öffentlicher Aufmerksamkeit verlangt, soll nicht enttäuscht werden: Herr Hofrat Exenberger, der sich nach eigenen Angaben seit 40 Jahren mit Kurt Tucholsky beschäftigt, hat bewiesen, dass das Wort "gemeinfrei" die ungebundene Frechheit schon in sich trägt. Da Kurt Tucholskys Werke seit Anfang 2006 keinem urheberrechtlichen Schutz unterliegen, ist es möglich, dass jemand die Texte nach eigenem Unvermögen, und mit einem Zuviel an Zeit und Zuwenig an Geist, umschreiben und entstellen darf. Herr Exenberger ist jedoch ein Sonderfall, den es zu beleuchten gilt: denn er verkauft seine Bevormundung des Lesers als Dienst am Werk Tucholskys. Um seinem Buch den Anstrich von Anspruch zu geben, und dem Autor den Glanz einer Autorität, wird »Kurt Tucholsky lebt...«  dessen Untertitel ja »Das Beste von Kurt Tucholsky" lautet, auf www.kurt-tucholsky.net als Produkt des selbsternannten »Tucholsky Buch Verlages« vermarktet. (Bestellungen unter bestellung@kurt-tucholsky.net - bei Wunsch vom Autor (sic!) signiert.) »Warum wird Kurt Tucholsky, der beste Satiriker deutscher Zunge, lediglich von historisch Interessierten gelesen? Weil es anstrengend ist, sich durch die Geschichte zu wühlen.«, fragt Exenberger, und hat auch schon die passende Lösung, indem er den historischen Ballast über Bord wirft, was bei Tucholsky freilich einem Rufmord gleichkommt. (Schon an den Leseproben sieht man wie er »die Gedanken Tucholskys unverfälscht in die heutige Zeit übertragen« hat.) Da der Autor, dem ja » Profit nicht oberste Richtschnur seines Denkens ist!«, den ersten Platz im »Tucholsky« Google-Ranking belegt, um sein Werk nur irgend an den Mann zu bringen, stellt sich die Frage, inwieweit seine Verfälschung Anklang beim (arglosen) Leser findet. Zumindest folgender Eintrag belegt die Wirkung des Machwerkes: »Ich habe meine Liebe zu Tucholsky entdeckt, lese durch die ständige morgen- und abendliche Bahnfahrt irrsinnig viel. Ich hab grad "Schloss Gripsholm" gelesen, kann ich echt nur empfehlen. Endlich mal wieder ein Autor, der genau meinen Humor trifft :) Bei Mein Buch gibt's außerdem für Fans auch noch ein Werk von Herrn Exenberger, der sozusagen die schönsten Auszüge aus Tucholsky-Bänden zusammengefasst hat. "Kurt Tucholsky lebt..." heißt das.« Ja so heißt das, und Tucholsky hätte sich bei Herrn Exenberger schön dafür bedankt. (Und Exenberger hätte sich von diesem Dank kaum mehr erholt.) Aber der vermarktet sein Werk ja auch anderorts mit eignen Lobeshymnen: »Zahlreiche Leckerbissen in diesem Band wurden erst durch die einfühlsame Bearbeitung lesbar und damit uns Heutigen zugänglich gemacht! Dieses Buch ist echtester Tucholsky in die Gegenwart geholt! Es ist so modern und aktuell, dass es unter die Haut geht! Ein Buch, das einmal amüsiert und dann wieder aufregt, weil es so wahr ist, dass es schon wehtut!« Der alte Hofrat hat recht: Es tut tatsächlich weh. Es regt tatsächlich auf. Und wir Heutigen, die wir wissen, dass Kurt Tucholsky keine einfühlsame Bearbeitung braucht; nicht lesbar und zugänglich gemacht werden muss; keiner Modernisierung und Entrostung bedarf, sollten sein Werk schützen vor allen Exenbergers, die als selbsternannte Experten mit ihren Händen die Quelle verseuchen aus der sie schöpfen. Denn Tucholsky lebt, und Exenberger geht baden bei Wien . . . --Pécuchet 11:14, 9. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] Hans Exenberger an "Schreibkraft" und Epigonen!

Gratuliere, gratuliere! Genau so macht man das, wenn man widerlegt wird! Keine Rede mehr vom weiblichen Teil, der doch denken kann. Keine Rede mehr vom Grundsatz, dass man das "...loch" Goebbels besser vergessen sollte. Keine Stellungnahme zu den heute nicht mehr gültigen Aussagen Tucholskys von den Sachsen als keine Menschen oder den Staatsanwälten als bildungsmäßig unter dem Bedürfnismann im Kino stehend! Das alles würden Sie immer noch gelten lassen? Keine Antwort - eine seltsame Diskussion. Meine Frage nach Ihren Arbeiten über Tucholsky: Unbeantwortet! Wie sagte Tucholsky schon: "... Da schimpfen sie auf die Ollen und die sind so frei und überlassen den ganzen Brei den <Jungen> - und die machen ein Geschrei! ... " Aber lesen Sie selbst weiter auf Seite 143 von "Kurt Tucholsky lebt ..."! Dort finden Sie auch eigene Arbeiten von mir im Kapitel "À la Tucholsky"! Wie, sie haben mein Buch noch nicht bestellt? Da hat Sie wohl die Widmung "für Menschen mit Herz, Hirn und Humor" abgeschreckt! Was kommt von Ihrer Seite statt seriöser Diskussion? Neue (fragwürdige) Behauptungen! Schön, jeder soll seine Ansichten vertreten können, nur unterstelle man mir nicht, ich hätte "bei Wunsch" geschrieben - ich würde eher "auf Wunsch" schreiben! Auch Pécuchets Untergriffe fallen auf ihn zurück. Wenn er ein Ventil braucht: Statt auf die Ollen zu schimpfen ... siehe oben. Andere zu kritisieren ist allerdings leichter als selbst etwas zu schaffen; dazu reicht es bald einmal! 10.2.2007 Hans Exenberger

Da Sie das Werk Tucholskys schon so lange kennen, dürfte Ihnen auch der Text "Die Anhängewagen" bekannt sein. Falls nicht, erlaube ich mir, an dieser Stelle ausführlich daraus zu zitieren:
Wenn die Bäume alt werden, schlingt sich Efeu um die Aste. In besonders schlimmen Fällen sind es Moos oder andre Parasiten, die Saft und Kraft aus den alten Bäumen ziehen – ohne sie vergingen die Schmarotzer. Die halbe Literatur ›bearbeitet‹, ›überträgt‹, ›richtet ein‹ – es gibt da eine schöne Terminologie, um die eigne Einfallslosigkeit zu übertünchen. Wenn man das so alles mit ansieht, kommt man sich reichlich töricht vor, daß man sich seinen Kram noch allein ausdenkt. "Die andern haben schon – wozu sollen wir noch mal?"

Es ist bei der Bearbeitung eines alten Stücks sehr schwer zu kontrollieren, was vom Verfasser und was vom Bearbeiter stammt. Der Fall Shakespeare gehört nicht hierher; erstens waren damals die Auffassungen vom geistigen Eigentum nicht lax, sondern kaum ausgebildet, und zweitens hat der nun wirklich die alten Stoffe nur zum Anlaß genommen.

Bei den Heutigen ist es Faulheit, Phantasielosigkeit, Wichtigtuerei und Abwälzung der Verantwortung auf einen, der sich nicht mehr wehren kann. "Was gut ist, stammt natürlich von mir – den Rest mußte ich übernehmen."

Diese Dünnblütler zecken sich an die alte, verschollene Kraft, vielleicht bearbeiten sie wirklich ganz gut – aber sie sollen sich doch erst einmal hinsetzen und selber so etwas erfinden! Sie können es nicht.

Ein Film nach einem Stück; ein Stück nach einem Roman; ein Roman nach einer Biographie ... der jämmerliche Lauf immer hinter der Konjunktur her verdirbt die Besten.

Lasset uns in Zukunft Dichter loben, die sich ihr Werk allein schreiben.
Peter Panter: "Die Anhängewagen", in: Die Weltbühne, 21.05.1929, Nr. 21, S. 783

Und jetzt bitte nicht wieder anfangen, das hermeneutisch zu interpretieren. Schreibkraft 22:41, 10. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] Es reicht tatsächlich

Und wie es reicht, zumal Herr E. immer neue Argumente gegen sich in das traurige Spiel bringt. Aber da er danach verlangt, soll ihm Auskunft erteilt werden:

1. Kurt Tucholsky (Kaspar Hauser) schrieb »Der Mensch zerfällt in zwei Teile: In einen männlichen, der nicht denken will, und in einen weiblichen, der nicht denken kann. Beide haben sogenannte Gefühle: man ruft diese am sichersten dadurch hervor, dass man gewisse Nervenpunkte des Organismus in Funktion setzt. In diesen Fällen sondern manche Menschen Lyrik ab.« Es steht Herrn E. nicht an, diese Zeilen im Dienste einer politischen Korrektheit umzuschreiben, und diesen Eingriff unter dem Namen Kurt Tucholsky zu verkaufen. Da er es aber getan hat, sei es gestattet die literarische Fälschung als solche darzulegen. Es soll aber nicht vergessen werden, und zwar nicht als Entschuldigung, da Tucholsky keine braucht, sondern als Lektion, dass der Text »Der Mensch« ein typisches Beispiel für uneigentliches Sprechen ist, da Tucholsky hier die Form des Kinderaufsatzes zur zeitkritischen Betrachtung wählte.

2. Kurt Tucholsky (Theobald Tiger) schrieb »Sie wollt ihn lassen Bildung lernen, / ich aber war für Staatsanwalt. / Ein Kompromiß nahm sie nicht an: / im Kino, als Bedürfnismann.« Ob die Staatsanwälte diese Behandlung heute noch verdienen, ist für die Literatur ohne Belang. Herr E. wählte hingegen den Volksanwalt - offenbar einer persönlichen Aversion zuliebe, für die Tucholsky geradestehen soll. Ebenfalls eine inakzeptable Korrektur.

3. Da er auf Ironie nicht anspricht, sei es noch einmal deutlicher gesagt: Aus Goebbels einen bestochenen Gutachter zu machen ist erschreckend und zeugt von einer Geisteshaltung die Kurt Tucholsky ein Leben lang verabscheut hat. Gerade Goebbels personifizierte jenes Grauen, vor dem Tucholsky gewarnt hat, und dem er letzten Endes sein Schicksal verdankte: die Verbrennung seiner Werke, den Verlust sämtlicher Einkünfte, die Aberkennung der Staatsangehörigkeit, die Bezeichnung als »Volksverräter«, alles im Sinne der Worte Goebbels »Das Zeitalter eines überspitzten jüdischen Intellektualismus ist nun zu Ende«. Mag Herr E. auch gerne den Namen Goebbels - der weit mehr ist als eine »historische Figur« - vergessen: es wird ihm kaum gelingen ihn aus den zahlreichen Werken Tucholskys zu löschen. Allein schon mit dem Gedicht »Joebbels« hat er sich den lebenslangen und tiefen Hass des »bestochenen Gutachters« zugezogen, der, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, nicht nur den Namen sondern den Menschen Tucholsky gelöscht hätte.

4. Die Frage, ob und was man bei Tucholsky noch gelten lassen kann ist irrelevant und anmaßend. Die Sachsen zu löschen; Gallier durch Türke zu ersetzen; die Zeile »Deutschland Ruhm und Ehren« in »Pensionssystem zu Ehren« zu verwandeln - all dies richtet sich von selbst und braucht keine nähere Erläuterung.

5. Die Wendung »bei Wunsch« stand nicht in Anführungszeichen sondern in Klammer, sie wurde demnach nicht Herrn E. unterstellt.

6. Nicht die Widmung, sondern die Leseproben machen die Bestellung des Werkes hinfällig.

7. Es ist nicht die Sache seiner Kritiker, sich vor dem toten Holz der exenbergerschen Schreibe literarisch legitimieren zu müssen, da jede ungeschriebene Zeile über Kurt Tucholsky, das Werk jenes Mannes aufwiegt.

8. Der Epigone ist keiner, da ihm die Existenz von »Kurt Tucholsky lebt...« schon seit längerem sauer aufstieß.

--Pécuchet 15:49, 10. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] An Schreibkraft und Pécuchet!

Danke für Schreibkrafts Zitat aus "Die Anhängewagen". Endlich sachliche Diskussion! Im "Anhängewagen" kritisiert Tucholsky Bert Brecht, der 25 urheberrechtlich geschützte Verse unbefugt von einem Herrn Ammer übernommen hatte! Da ich weder mit Brecht konkurrieren kann, noch je eine Tucholsky-Zeile als meine eigene ausgegeben habe, passt mir dieser Schuh nicht. Der Essay als Ganzes ist aber ein Stück Tucholsky, das noch heute so modern ist, wie zu seiner Zeit. Kurt Tucholsky lebt ...!

Pécuchet aber macht es sich zu einfach: Er hat nicht einmal das Inhaltsverzeichnis gelesen, kennt daher nicht einmal die Auswahl, aber er verurteilt. Verurteilt aus prinzipiellen Gründen: Tucholsky so zu bringen, dass er auch vom heutigen, eiligen Menschen gelesen wird, ist für ihn ein Sakrileg. Das erspart ihm viel Arbeit, denn Informationsaufnahme ist Arbeit und er kann mühelos das tun, was seine Wesensart ist: Sich dadurch zu erhöhen, dass er andere hinuntertritt. Wie eingebildet muss man sein um zu behaupten, dass "jede (von ihm?) ungeschriebene Zeile" das Werk jenes Mannes (meines oder gar Tucholskys?) aufwiege. Seine Zeile "Goebbels ist tot - es lebe der bestochene Gutachter" meint er ironisch. Mir gefällt sie trotzdem nicht und ich werde auf ihn als Leser wohl verzichten müssen, solange auf ihn das Pseudonym (Achtung Ironie!) "Pendulecoucheur" besser passte! Vielleicht kommt auch für ihn einmal die Zeit, in der er lieber Sandburgen baut, als die der anderen zu zertreten - kurz auch er wird einmal erwachsen werden; ich wünsche es ihm! Abschließend an alle Diskussionsteilnehmer: Ich werde weiterhin alles tun, um das Werk Kurt Tucholskys zu verbreiten. Wer mein Buch gelesen hat, wird Lust auf die Originaltexte haben und diese auch verstehen! Das sehen auch Gewerkschaften in Österreich und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz und hunderte Leser ebendort so und helfen bei der Verbreitung von "Kurt Tucholsky lebt ..."! Hans Exenberger, 11.2.2007

Ihnen ist leider wirklich nicht zu helfen. Wer nicht merkt, dass Tucholsky nur das Beispiel Brecht als Aufhänger genommen hat, um das allgemeine Problem der Nachdichtung zu behandeln, muss wirklich mit der Nase auf alles gestoßen werden. Aber das Schlimme in Ihrem Fall ist ja nicht, dass Sie Tucholskys Zeilen als ihre eigenen ausgeben, sondern ihre eigenen als diejenigen Tucholskys. Im übrigen geht es hier nicht um das richtige Verständnis Tucholskys, sondern um den richtigen Gebrauch der Wikipedia, mit dem Sie sich offensichtlich gar nicht beschäftigt haben. Schreibkraft 22:38, 11. Feb. 2007 (CET)

Jetzt wird es kriminell: "Schreibkraft" stellt hier die Behauptung auf, ich "gäbe meine Zeilen als diejenigen Tucholskys aus"! Wann, wie und wo sagt er nicht, aber er kennt meine Homepage mit meinem Buch, wo schon am Cover zu lesen ist "Das Beste von Kurt Tucholsky - ausgewählt, aktualisiert und ergänzt von Hans Exenberger"! Das letzte Kapitel in diesem Buch enthält Zeilen von mir und ist übertitelt "Á la Tucholsky"! Auch in wikipedia gibt es einen Hinweis auf mein Buch unter "Sekundärliteratur" (wenn er nicht wieder von einer emsigen Löschkraft eigenmächtig getilgt wurde), alles klare Hinweise auf die erfolgte Bearbeitung. Die unter dem Schutze der Anonymität aufgestellte Behauptung "ich gäbe meine Zeilen für die Tucholskys aus" stellt mich völlig unbegründet in die Nähe des Betruges! Ich erwarte daher eine Richtigstellung. Oder Schreibkraft steht zu seiner bösartigen Behauptung mit seinem bürgerlichen Namen und Adresse! 15. Februar 2007, Hans Exenberger

[Bearbeiten] Exenberger - ein Abschied

Es ist wohl und kaum übel an der Zeit, Herrn Exenberger ziehen zu lassen. Seine Worte, falls sie je für die Mitwelt gedacht waren, erreichen uns nicht; er schwebt, dem Irdischen abgewendet, in jene Sphären, wo Kommunikation nicht mehr möglich ist und sich Naturgesetze verkehren; in eine Welt, wo Diebe nach der Polizei rufen, Falschmünzer eine Richtigstellung erwarten und Tucholsky-Leser sich an einem Pseudonym stoßen. Was uns bleibt ist sein Buch, die "Die Bibel des kritischen Denkers von heute!", dem "besten Tucholsky auf dem Markt". Die Kraft es zu lesen, haben wir nicht. Wir sind unwürdig, denn schon die Leseproben wecken in uns die Lust nach dem Original. Wir sind töricht, denn wir erkennen nicht, dass jemand der Tucholsky "auswählt, aktualisiert und ergänzt" nicht Rechenschaft ablegen soll, welche der Worte von Tucholsky, und welche schon, aber immerhin Exenberger sind. Wie Kinder glauben wir noch, dass nur jene "die Gedanken Tucholskys unverfälscht in die heutige Zeit übertragen", die sie unverfälscht in ihrer Zeit belassen. Blind sind wir und können die Sandburg nicht erkennen, denn unser Blick fällt auf jenes Loch, das der Erbauer zurückließ.

"Alle historischen Taten", sagte der Notar, "werden für den Schulgebrauch anders dargestellt. Es ist auch so richtig, meiner Meinung nach. Die Kinder brauchen Beispiele, die sie begreifen, die sich ihnen einprägen. Die richtige Wahrheit erfahren sie dann später!"
"Zahlen!" rief der Hauptmann und erhob sich.''

Ist hier nicht, in den Worten des Notars, der ganze Exenberger? Ehre dem Hauptmann Trotta! Ein Held, unbedankt und unfähig mit der Lüge zu leben. Und ein Vorbild, in einer Welt, in der die Notare Bücher schreiben. --Pécuchet 21:58, 15. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] Zusatz des Betroffenen an Pécuchet und Plural:

Ihre Träumerei über Diebe und Falschmünzer hätte Sie sich sparen können. Ich habe weder mit solchem Gesindel, noch mit Verleumdern etwas gemein. Ansonsten habe ich über Ihre Eulenspiegelei sehr gelacht - eine Talentprobe. Toll, dass Sie mich als Österreicher mit dem Radetzkymarsch verabschieden. Ein Glück für mich auch, dass Sie mir die Rolle des Notars und nicht die des jungen Trotta zugemessen haben. Diesen traf nämlich die Todeskugel, als er für seine Kameraden Wasser holte. Ein Vorgang, der mir offenbar nur deshalb erspart blieb, weil ich es EUCH, wie Sie meinen, ja ohnehin nicht reichen kann. Alles Gute! Hans Exenberger

Ein Wort noch durch den Türspalt: vom jungen Leutnant Carl Joseph Trotta war, es sei erwähnt, nicht die Rede, sondern von seinem Großvater Joseph, Major Freiherr von Trotta und Sipolje, Held von Solferino und Ritter der Wahrheit. Pécuchet 21:02, 16. Feb. 2007 (CET)

[Bearbeiten] "siehe auch": Kurt-Tucholsky-Schule

Bei "siehe auch" ist seit kurzem eine Kurt-Tucholsky-Schule aufgefuehrt. Allerdings ist das nun bei weitem nicht die einzige Schule, die nach ihm benannt wurde. Wenn man aber die eine Schule auffuehrt, dann sollten m.E. auch die diversen anderen (Kurt-)Tucholsky-Schulen, -Gymnasien im gesamten deutschen Sprachraum aufgefuehrt werden. Andererseits haben viele keinen eigenen Artikel. Also ich weiss nicht -- ich wuerde fast dafuer plaedieren, das zu streichen; obwohl umgekehrt die Info, dass nach ihm etliche Schulen benannt wurden, durchaus relevant ist. --Wutzofant (✉✍) 13:46, 9. Feb. 2007 (CET)

Bin ebenfalls dafür, den Hinweis auf die Kurt-Tucholsky-Schule zu streichen. Denn anders als bei der Tucholsky-Gesamtschule in Minden gibt sich die Flensburger Schule nicht einmal besondere Mühe, die Erinnerung an ihren Namensgeber hochzuhalten. Es gibt in Deutschland übrigens sechs Tucholsky-Schulen: Berlin (2), Minden, Krefeld, Hamburg und Flensburg. Schreibkraft 21:05, 9. Feb. 2007 (CET)

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