Radio-Aktivität
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Kraftwerk – Radio-Aktivität | ||
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Veröffentlichung: | 1975 | |
Label: | ||
Genre: | Electro | |
Anzahl der Titel: | 12 | |
Laufzeit: |
37:39 Min. |
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Chronik von Kraftwerk | ||
Autobahn (1974) |
Radio-Aktivität | Trans Europa Express (1977) |
Radio-Aktivität ist das fünfte Studioalbum der Düsseldorfer Electro-Band Kraftwerk. Es erschien im November des Jahres 1975 in einer deutschen und einer englischen Version, die sich lediglich durch die Beschriftung in der jeweiligen Sprache unterschieden. Die englische Version war mit Radio-Activity betitelt.
Das Album wurde im bandeigenen Kling-Klang-Studio in Düsseldorf aufgenommen und war das erste Album unter Mitwirkung von Karl Bartos. Erstmals wurden ausschließlich elektronische Instrumente verwendet, was die für die Band prägende Stilwende vom Krautrock hin zum Elektropop bedeutete.
Das Album wurde von Peter Bollig und Walter Quintus abgemischt. Das Plattencover zeigt ein als "deutscher Kleinempfänger" bezeichnetes Volksempfänger-Radio.
Das Album kann als Konzeptalbum aufgefasst werden, da sich alle Lieder textlich entweder mit Radioaktivität bzw. Kernenergie oder Rundfunk beschäftigen.
Der Titelsong des Albums erreichte in Frankreich Platz eins in den Charts. Für das 1991 veröffentlichte Remix-Album The Mix wurde der Titelsong neu aufgenommen und mit neuen Textzeilen versehen, da der ursprüngliche Text von verschiedenen Seiten als zu unkritisch gegenüber den Risiken der Atomkraft eingestuft wurde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Titelliste
Es werden die deutschen und englischen Bezeichnungen der Lieder genannt.
- Geigerzähler/Geiger Counter (1:07)
- Radio-Aktivität/Radioactivity (6:40)
- Radioland (5:50)
- Ätherwellen/Airwaves (4:39)
- Sendepause/Intermission (0:39)
- Nachrichten/News (1:17)
- Die Stimme der Energie/The Voice Of Energy (0:54)
- Antenne/Antenna (3:42)
- Radiosterne/Radio Stars (3:30)
- Uran/Uranium (1:27)
- Transistor (2:14)
- Ohm Sweet Ohm (5:37)
[Bearbeiten] Besetzung
- Ralf Hütter – Gesang, Tasteninstrumente und Synthesizer
- Florian Schneider-Esleben – Gesang, Tasteninstrumente und Synthsizer
- Karl Bartos – Elektronisches Schlagzeug
- Wolfgang Flür – Elektronisches Schlagzeug
[Bearbeiten] Die Musikstücke
[Bearbeiten] Geigerzähler
Dieses Stücke besteht vorrangig aus einem rhythmischen, langsam beschleunigenden Knacken, welches ein zur Messung radioaktiver Zerfälle verwendetes Geiger-Müller-Zählrohr akustisch imitiert. Später kommen ein unregelmäßiges Rauschen und ein weiteres elektronisches Geräusch hinzu. Kurz darauf leitet Geigerzähler nahtlos in das Titelstück über.
[Bearbeiten] Radio-Aktivität
Das Titelstück baut auf einem ständig wiederholten Thema auf, dessen Melodie weitestgehend durch Quartensprünge charakterisiert ist. Das Thema steht anfangs in Es-Moll (Tonikaparallele) und wird zunächst abwechselnd in H-Dur (Tonika) und der Grundtonart gespielt. Weiter taucht auch noch die Tonart Fis-Dur auf (Dominante), von welcher über Des-Dur (Mediante) wieder zurück nach Es-Moll führt. Weiter instrumentale Einsätze haben lediglich begleitende Funktion.
Inhaltlich beschäftigt sich dieses Lied mit dem Wortspiel aus dem Titel. Es werden - abwechseld auf Deutsch und Englisch - "Radio-Aktivität" (Rundfunktechnik) und "Radioaktivität" besungen. Dabei wird sowohl auf Marie Curie als auch auf populäre Slogans zu Befürwortung von Atomkraft ("Weil's um uns're Zukunft geht.") Bezug genommen. Zwischen den Textpassagen wird das Wort "Radioaktivität" in Morsecodes eingespielt.
[Bearbeiten] Radioland
In diesem Lied wechseln sich gesungene Passagen, instrumentale Themenverarbeitung und elektronische Effekte ab. Alles wird von einem klopfenden Rhythmus im 4/4-Takt unterlegt, bei dem auf den Zählzeiten 1, 2 und 3 Schläge erfolgen.
Der sloganartige Text handelt vom Einstellen eines Transistorradios. Dabei wird jede Textpassage zuerst deutsch gesungen und dann auf Englisch wiederholt.
Die Strophen des Stückes werden wechselweise von Hütter und Schneider-Esleben gesungen, was insofern außergewöhnlich ist, als daß man die Stimme von Schneider-Esleben ansonsten im gesamten Werk der Band nur elektronisch verfremdet (= Vocoderstimme) hören kann.
[Bearbeiten] Ätherwellen
Dieses Lied basiert auf einer recht einfachen, mit Sekunden abwärts geführten Melodie, die von Instrumenten und Sänger verwendet und auf zwei terzverwandten Tonstufen gespielt wird. Das Lied zeichnet sich durch ein recht hohes Tempo aus.
Textlich ist das Lied recht einfach gehalten. Es beschreibt Senden und Empfangen beim Rundfunk auf poetische Weise ("ferne Stimmen singen") und wird ebenfalls abwechselnd auf Deutsch und Englisch gesungen.
[Bearbeiten] Sendepause
Dieses Stück ist eine kurze Überleitung, die mit einem prägnanten Pausenzeichen einer Sendepause im Radio nachempfunden ist.
[Bearbeiten] Nachrichten
In diesem Stück werden versetzt und z.T. gleichzeitig verschiedene gesprochene Nachrichtensendungen aus dem Radio abgespielt und mit elektronischen Effekten bzw. Störgeräuschen wiedergegeben.
Die Nachrichten stammen angeblich vom WDR, vom NDR, vom Bayerischen Rundfunk und von Radio Bremen. Die Nachrichtentexte berichten von geplanten und gebauten Atomkraftwerken, fortschreitender Entwicklung in der Energietechnik sowie begrenzten Uranvorkommen.
[Bearbeiten] Die Stimme der Energie
Eine mithilfe eines Vocoders roboterartig klingende "Stimme der Energie" kündet von der Abhängigkeit der modernen Gesellschaft von elektrischem Strom.
[Bearbeiten] Antenne
Im bekannten Stil beschreibt das Lied eine Antenne, die die von einem Sender ausgesandten Radiowellen als Vibrationen empfängt. Dabei wird die Strophe auf Deutsch, der Refrain auf Englisch gesungen. Charakteristisch ist der mit vielen Halleffekten versehene Gesang.
[Bearbeiten] Radiosterne
Lediglich ein rhythmisch wiederholter, exponentiell seine Frequenz steigernder Oszillatorton bildet die Grundlage dieses Musikstückes. Der Gesang ist erneut mit Halleffekten versehen und berichtet von Quasaren und Pulsaren, welche im Weltall Radiowellen freisetzen und auf der Erde ebenfalls empfangen werden können. Dabei werden Worte des Textes im Rhythmus gesamplet, worüber sich erneut eine verfremdete Stimme legt, die die Kernworte des Textes ("Pulsare und Quasare") betont.
[Bearbeiten] Uran
Dieses Stück knüpft nahtlos an "Radiosterne" an und beschreibt mit einer verfremdeten Stimme den radioaktiven Zerfall von Uran. Der Text wird erneut auf Englisch wiedergegeben und mit einem atmosphärischen gehaltenen Akkord unterlegt.
[Bearbeiten] Transistor
Eingeleitet von Radiosamples, ist dies ein kurzes, von vielen Echoeffekten geprägtes Instrumentalstück, dessen Titel auf Transistorradios anspielt.
[Bearbeiten] Ohm Sweet Ohm
Das letzte Stück wird von einer Vocoder-Stimme eingeleitet, die den Songtitel mehrfach wiederholt. Dieser spielt auf die englische Redewendung "Home, Sweet Home" und die Maßeinheit Ohm für den elektischen Widerstand an.
Es folgt ein längeres, mit einigen Solopassagen versehenen Instrumentalstück, dessen Tempo sich ständig erhöht und das im Gegensatz zu den vorigen Stück durchkomponiert und nur wenig repetitiv ist. Es endet unisono und wird ausgeblendet.