Remigen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen | |
---|---|
![]() |
|
Basisdaten | |
Kanton: | Aargau |
Bezirk: | Brugg |
BFS-Nr.: | 4110Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde |
PLZ: | 5236 |
Koordinaten: | 656408 / 263149 Koordinaten: 47° 31' 0" N, 8° 11' 15" O47° 31' 0" N, 8° 11' 15" O |
Höhe: | 394 m ü. M. |
Fläche: | 7.87 km² |
Einwohner: | 1032 (31. Dezember 2005) |
Website: | www.remigen.ch |
Karte | |
Remigen (Schweizerdeutsch: Remige) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt etwa drei Kilometer nordnordwestlich des Bezirkshauptorts.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Das Dorf liegt in der Übergangszone zwischen Faltenjura und Tafeljura in der nordwestlichen Ecke der flachen Ebene von Rüfenach. Im Norden liegt der Geissberg, der zum Tafeljura zählt. Das Gemeindegebiet von Remigen erstreckt sich aber lediglich über den steilen Südhang, während die weitläufige Hochebene auf rund 600 Metern zu Villigen gehört. Der Südhang des Geissbergs ist ein ideales Weinbaugebiet.
In Richtung Westen erstrecken sich zwei Täler, die durch den zum Faltenjura gehörenden Bützberg (647 Meter) getrennt werden. Das nördliche Tal führt zum Bürersteig (550 Meter), einem Passübergang ins Rheintal. Das südliche Tal erstreckt sich Richtung Mönthal. Die Gemeinde wird ganz im Westen durch den 643 Meter hohen Burghalden begrenzt.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 787 Hektaren, davon sind 441 Hektaren bewaldet und 58 Hektaren überbaut. Die höchste Stelle liegt auf 699 Metern auf dem Geissberg, die tiefste Stelle auf 369 Metern.
Nachbargemeinden sind Hottwil im Norden, Villigen im Nordosten, Rüfenach im Südosten, Riniken und Oberbözberg im Süden, Mönthal im Westen sowie Gansingen im Nordwesten.
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits während der Römerzeit führte die Strasse zwischen Augusta Raurica und Vindonissa über den Bözberg. Sie verlief allerdings etwas weiter nördlich als heute, von Effingen über Remigen nach Stilli. Das Dorf wurde erstmals 1064 als Teil des Hofes Rein erwähnt, das dem Kloster Murbach im Elsass gehörte (als Hof bezeichnete man damals die Grundherrschaft über ein grösseres Gebiet).
Im 13. Jahrhundert fassten die Habsburger ihre Herrschaftsrechte in der Gegend um Brugg im Gericht Bözberg zusammen. Dazu zählten neben Remigen und Rein auch die heutigen Gemeinden Oberbözberg, Unterbözberg, Linn, Mönthal, Riniken, Rüfenach, Stilli und Villigen sowie das heute zu Brugg gehörende Lauffohr. In all diesen Dörfern übten die Habsburger die hohe Gerichtsbarkeit aus, in Mönthal, Remigen und Villigen auch die niedere Gerichtsbarkeit. König Rudolf I. von Habsburg kaufte 1291 den Hof Rein und war damit nicht nur oberster Richter, sondern auch der bedeutendste Grundherr. 1345 schenkte Königin Agnes von Ungarn den Hof dem Kloster Wittichen im Kinzigtal (Schwarzwald).
Als 1460 die Stadt Bern das Gebiet westlich der Aare eroberte, änderte sich an den Rechten des Klosters nichts. Die katholischen Nonnen mussten allerdings die Einführung der Reformation im Jahr 1528 hinnehmen. 1544 verkaufte das Kloster den Hof Rein an den Grafen Hartmann von Hallwyl. Im Jahr 1566 wurde das Gericht Bözberg aufgeteilt und die Gerichtsfälle des Hofes wurden von nun an in Stilli verhandelt. Zwischen 1588 und 1599 erwarb die Stadt Brugg zwei Drittel des Hofes, die Stadt Bern das übrige Drittel.
Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Der Hof Rein kam zum neuen Kanton Aargau. 1799 verlief die Frontlinie im Zweiten Koalitionskrieg mitten durch das untere Aaretal. In der Region gab es mehrere Feldlager der französischen Armee. Durch Requisitionen und Plünderungen erlitten die Dorfbewohner grosse Not.
1803 wurde der Hof Rein aufgelöst, die einzelnen Dörfer zu selbständigen Gemeinden erhoben. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war Remigen stark landwirtschaftlich geprägt. Bis etwa 1970 stagnierte die Bevölkerung bei rund 500. Doch dann setzte eine verstärkte Bautätigkeit ein und Remigen entwickelte sich zu einer Wohngemeinde; die Einwohnerzahl verdoppelte sich innerhalb von dreissig Jahren.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Die Petruskirche wurde erstmals 1347 als Fillialkirche der Pfarrei Rein erwähnt und stammt vermutlich aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte eine Erweiterung. Ein Jahrhundert später wurde der Kirchturm angefügt; die Turmuhr besitzt von jeher nur einen Stundenzeiger, aber keinen Minutenzeiger. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche als Weinbau-Geräteschuppen, Armenwohnung und kurzzeitig sogar als Gefängnis zweckentfremdet.
[Bearbeiten] Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Rot auf grünem Dreiberg springender weisser Steinbock." Das Wappen entspricht jenem der Herren von Remigen, einem um 1300 ausgestorbenen Ministerialengeschlecht der Habsburger. Die Gemeinde verwendete das Steinbockwappen erstmals 1750 auf dem amtlichen Siegel.
[Bearbeiten] Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung | |
---|---|
Jahr | Einwohner |
1900 | 511 |
1930 | 504 |
1950 | 511 |
1960 | 494 |
1970 | 508 |
1980 | 626 |
1990 | 998 |
2000 | 1052 |
Am 31. Dezember 2005 lebten 1032 Menschen in Remigen, der Ausländeranteil betrug 10,9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 59,3 % reformiert, 26,1 % römisch-katholisch und 3,0 % moslemisch; 1,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 93,3 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,8 % Französisch, 1,6 % Albanisch, 0,8 % Italienisch.
[Bearbeiten] Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
- Paul Stalder, Gemeindeammann
- Urs Obrist, Vize-Gemeindeamman
- Cordula Soland
- Hanspeter Süss
- Willi Schurr
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Remigen gehört zum Friedensrichterkreis Rein.
[Bearbeiten] Wirtschaft
In Remigen gibt es rund 280 Arbeitsplätze, davon 25 % in der Landwirtschaft, 41 % in der Industrie und 34 % im Dienstleistungssektor. Regional bekannt ist der Privatzoo Hasel. Die Mehrheit der Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg und Umgebung.
[Bearbeiten] Verkehr
Remigen befindet sich an der Hauptstrasse, die von Stilli über den Bürersteig nach Laufenburg führt. Das Dorf liegt am Knotenpunkt zweier Postautolinien. Eine verkehrt von Brugg über Rüfenach nach Mönthal, die andere von Brugg über Riniken nach Laufenburg.
[Bearbeiten] Bildung
Es gibt einen Kindergarten und eine Primarschule in Remigen. Die Realschule und die Sekundarschule können in Rüfenach besucht werden, die Bezirksschule in Brugg. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.
[Bearbeiten] Weblinks
Auenstein | Birr | Birrhard | Brugg | Bözen | Effingen | Elfingen | Gallenkirch | Habsburg | Hausen | Hottwil | Linn | Lupfig | Mandach | Mönthal | Mülligen | Oberbözberg | Oberflachs | Remigen | Riniken | Rüfenach | Scherz | Schinznach-Bad | Schinznach-Dorf | Thalheim | Umiken | Unterbözberg | Veltheim | Villigen | Villnachern | Windisch
Kanton Aargau | Bezirke des Kantons Aargau | Gemeinden des Kantons Aargau