Scherz AG
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AG ist das offizielle Kürzel für den Kanton Aargau und wird hier verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen zu vermeiden. |
Wappen | |
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Basisdaten | |
Kanton: | Aargau |
Bezirk: | Brugg |
BFS-Nr.: | 4113Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde |
PLZ: | 5246 |
Koordinaten: | 656375 / 255582 Koordinaten: 47° 26' 55" N, 8° 11' 10" O47° 26' 55" N, 8° 11' 10" O |
Höhe: | 408 m ü. M. |
Fläche: | 3.30 km² |
Einwohner: | 575 (31. Dezember 2005) |
Website: | www.scherz.ch |
Karte | |
Scherz ist eine politische Gemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt knapp vier Kilometer südsüdwestlich des Bezirkshauptorts.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Das Dorf liegt in einer Mulde am westlichen Rand des flachen Birrfelds. Gegen Norden in Richtung Habsburg steigt die Ebene leicht an. Die westliche Gemeindegrenze verläuft exakt an einer Geländekante entlang, wo die Ebene steil ins Aaretal abfällt. Im Südwesten liegt der 508 Meter hohe Scherzberg, der in Richtung Süden in den Chestenberg übergeht, einem Ausläufer des Kettenjuras.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 330 Hektaren, davon sind 111 Hektaren bewaldet und 35 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist ein namenloser Gipfel zwischen Scherzberg und Chestenberg auf einer Höhe von 541 Metern, die tiefste Stelle liegt auf 387 Metern.
Nachbargemeinden sind Habsburg im Norden, Hausen im Nordosten, Lupfig im Osten, Holderbank im Süden und Schinznach-Bad im Westen.
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von "Scherenz" erfolgte im Jahr 1240, als die Habsburger einige Güter an den Deutschritterorden in Hitzkirch verliehen. Das Dorf gehörte zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Grafen von Habsburg, deren Stammsitz in unmittelbarer Nähe liegt. 1397 wurden die Grund- und Gerichtsherrschaft an das Kloster Königsfelden in Windisch übertragen.
1415 wurde das Eigenamt ein Untertanengebiet der Stadt Bern und lag damit im so genannten Berner Aargau. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster Königsfelden säkularisiert; Bern wandelte das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übte nun sämtliche Rechte aus. Seit dem 16. Jahrhundert wurde am Scherzberg Bohnerz abgebaut, das im Hüttenwerk Albbruck weiterverarbeitet wurde. 1770 stellte man den Erzabbau wegen Erschöpfung der Lagerstätte ein. Zahlreiche Mulden, Abraumhalden und begehbare Stollen sind bis heute erhalten geblieben.
Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Scherz gehört seither zum Kanton Aargau. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Scherz ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Seit 1950 hat sich die Einwohnerzahl fast verdoppelt. Das Dorf entwickelte sich von einer Bauern- zu einer Wohngemeinde.
[Bearbeiten] Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Weiss rotes Herz, aus dem eine rote und zwei gelbe Federn wachsen." Über die Bedeutung des Wappens, welches 1872 erstmals auf dem Gemeindesiegel zur Anwendung kam, herrscht Unklarheit. Einerseits soll es sich um eine Rübe mit Kraut handeln (eines der wichtigsten Anbauprodukte der hiesigen Bauern), andererseits wird es auch als Herz eines der Waldbrüder interpretiert, die im 14. Jahrhundert eine Klause betrieben.
[Bearbeiten] Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung | |
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Jahr | Einwohner |
1900 | 295 |
1930 | 330 |
1950 | 293 |
1960 | 317 |
1970 | 334 |
1980 | 424 |
1990 | 502 |
2000 | 575 |
Am 31. Dezember 2005 lebten 575 Menschen in Scherz, der Ausländeranteil betrug 5,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,5 % reformiert, 22,4 % römisch-katholisch und 1,7 % moslemisch; 1,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 95,5 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,7 % Albanisch, 1,6 % Französisch.
[Bearbeiten] Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
- Reto Nyffenegger, Gemeindeammann
- Daniel Vogt, Vize-Gemeindeammann
- Kathrin Favrod
- Marion Piffaretti
- Hans Vogel
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Scherz gehört zum Friedensrichterkreis Windisch.
[Bearbeiten] Wirtschaft
In Scherz gibt es knapp 120 Arbeitsplätze, davon 42 % in der Landwirtschaft, 11 % im Kleingewerbe und 47 % im Dienstleistungsbereich. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in den Nachbargemeinden im Birrfeld (vor allem Birr, Lupfig und Mägenwil).
[Bearbeiten] Verkehr
Scherz liegt neben der Kantonsstrasse, die von Lupfig nach Schinznach-Bad führt, wobei der Durchgangsverkehr das Dorfzentrum umfährt. Eine weitere Strasse führt von Scherz über Habsburg nach Brugg; auf dieser Strecke verkehrt auch eine Postautolinie. Nördlich des Dorfes befindet sich das Ostportal des 1.5 Kilometer langen Habsburgtunnels der Autobahn A3. Der nächste Autobahnanschluss liegt zwei Kilometer östlich des Dorfes zwischen Hausen und Lupfig.
[Bearbeiten] Bildung
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Lupfig besucht werden, die Bezirksschule in Windisch oder Brugg. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.
[Bearbeiten] Weblinks
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