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Untersiggenthal - Wikipedia

Untersiggenthal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wappen
Wappen von Untersiggenthal
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk: Baden
BFS-Nr.: 4044Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 5417
Koordinaten: 661337 / 261963 Koordinaten: 47° 30' 20" N, 8° 15' 10" O47° 30' 20" N, 8° 15' 10" O
Höhe: 375 m ü. M.
Fläche: 8.36 km²
Einwohner: 6298 (31. Dezember 2005)
Website: www.untersiggenthal.ch
Karte
Karte von Untersiggenthal

 

Untersiggenthal ist eine politische Gemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt rund drei Kilometer nordwestlich des Bezirkshauptorts.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Gemeinde liegt in der flachen Schotterebene östlich des Wasserschlosses der Schweiz, dem Zusammenfluss von Aare, Limmat und Reuss. Die zwei zusammengewachsenen historischen Ortsteile Untersiggingen und Obersiggingen liegen auf einer markanten Geländestufe, die zur Limmat hin steil abfällt. In den Flussschlaufen am nördlichen Ufer der Limmat haben sich die neuen Quartiere Ennetturgi und Wasserfallen entwickelt. Im Norden bildet der Siggenberg eine natürliche Begrenzung. In der nordwestlichen Ecke des Gemeindegebietes, rund zwei Kilometer vom Zentrum entfernt, befindet sich im Aaretal die Ortschaft Siggenthal-Station, die rund um den dortigen Bahnhof entstanden ist.

Die Fläche des Gemeindegebietes beträgt 828 Hektaren, davon sind 366 Hektaren bewaldet und 155 Hektaren überbaut. Die höchstgelegene Stelle liegt auf 590 Metern, der tiefstgelegene Punkt auf 325 Metern an der Aare.

Nachbargemeinden sind Würenlingen im Norden, Obersiggenthal im Osten, Turgi und Gebenstorf im Süden sowie Brugg und Villigen im Westen.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Gebiet von Untersiggenthal war bereits während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung von "Sickinga" erfolgte im Jahr 833. Grundbesitzer waren das Fridolinstift in Säckingen (seit dem 9. Jahrhundert), das Kloster Einsiedeln (seit dem frühen 11. Jahrhundert], das Kloster Sankt Blasien (seit dem 12. Jahrhundert), das Kloster Wettingen (seit 1245) und das Kloster Königsfelden in Windisch (seit 1337). Landesherren waren bis 1264 die Kyburger, nach deren Aussterben die Habsburger. Diese übten die hohe Gerichtsbarkeit aus.

Um 1250 wurde in der Freudenau gegenüber von Stilli eine Brücke über die Aare gebaut. Zu ihrem Schutz wurde die Burg Freudenau errichtet. Ein Grossteil der Anlage wurde 1351 bei einem Kriegszug der Zürcher zerstört. Weitere Teile fielen kurz nach 1400 einem Grossbrand zum Opfer; die restlichen Gebäude wurden verlassen und verfielen im Laufe der Jahrhunderte.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Siggenthal war fortan Bestandteil des Siggenamts in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. 1695 wurde das Siggenamt geteilt, als Kirchdorf und Nussbaumen die eigenständige Gemeinde Obersiggenthal bildeten. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Untersiggenthal wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden. 1799 legten die Truppen von Marschall André Masséna einen Teil von Untersiggingen in Schutt und Asche. Seit 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Ab dem 18. August 1859 führte die Eisenbahnlinie nach Waldshut durch das Gemeindegebiet von Untersiggenthal. Die drei Jahre vorher eröffnete Bahnstation in Turgi lag für die meisten Einwohner jedoch bedeutend näher. 1869 wurde die erste Fabrik gebaut. Seit 1900 stieg die Einwohnerzahl um mehr als das Sechsfache und Untersiggenthal wurde in die Agglomeration Baden integriert.

[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Rot zwei gekreuzte weisse Schlüssel." Das zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingeführte Wappen ist vermutlich vom Attribut des Kirchdorfer Kirchenpatrons Petrus hergeleitet. Die zwei Schlüssel weisen auf Ober- und Untersiggingen hin.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1778 508
1860 1003
1900 1073
1930 1637
1950 1890
1960 2868
1970 3854
1980 4597
1990 5424
2000 6128
2004 6242

Am 31. Dezember 2005 lebten 6298 Menschen in Untersiggenthal, der Ausländeranteil betrug 24,9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 47,6 % römisch-katholisch, 28,2 % reformiert, 2,9 % christlich-orthodox und 7,0 % moslemisch; 0,9 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 82,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,6 % Italienisch, 2,8 % Albanisch, 2,3 % Serbokroatisch, 1,3 % Französisch, 1,0 % Türkisch, 0,9 % Portugiesisch, 0,8 % Englisch, 0,7 % Spanisch.

[Bearbeiten] Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Hans Killer (SVP), Gemeindeammann
  • Karl Keller (CVP), Vize-Gemeindeammann
  • Jeannine Grob (SP)
  • Marlène Koller-Huber (SVP)
  • Antoinette Sommerhalder-Eckert (FDP),

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Untersiggenthal gehört zum Friedensrichterkreis Kirchdorf.

[Bearbeiten] Wirtschaft

In Untersiggenthal gibt es rund 1400 Arbeitsplätze, davon 3 % in der Landwirtschaft, 51 % in der Industrie und 46 % im Dienstleistungsbereich. Die Gemeinde zählt noch neun Landwirtschaftsbetriebe. Am sonnigen Südhang des Siggenbergs wird etwas Weinbau betrieben. Es gibt insgesamt 240 kleinere und mittlere Betriebe. Unter anderem hat die ABB hier eine Zweigstelle. In Ennetturgi und an der Bahnstation Siggenthal-Würenlingen gibt es jeweils eine Gewerbezone. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der nahe gelegenen Stadt Baden.

[Bearbeiten] Verkehr

Durch Untersiggenthal führt die viel befahrene Hauptstrasse von Baden durch das untere Aaretal nach Koblenz. Drei Brücken führen über die Limmat nach Gebenstorf und Turgi, eine Brücke über die Aare nach Stilli.

Untersiggenthal ist Endstation von zwei Buslinien der Gesellschaft RVBW: Die Linie 2, die in Spitzenzeiten alle 10 Minuten verkehrt, fährt über Baden und Wettingen nach Spreitenbach. Die Linie 6 fährt via Ennetbaden nach Baden und Wettingen. Die Postautolinie von Gebenstorf nach Würenlingen verbindet die Gemeinde mit den Bahnhöfen Siggenthal-Würenlingen und Turgi.

[Bearbeiten] Bildung

Es gibt je vier Kindergärten und Schulhäuser, in denen die Primarschule, die Sekundarschule und die Realschule untergebracht sind. Die Bezirksschule kann in Turgi besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

[Bearbeiten] Weblinks

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