Langenargen
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Wappen | Deutschlandkarte | |
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Basisdaten | ||
Bundesland: | Baden-Württemberg | |
Regierungsbezirk: | Tübingen | |
Landkreis: | Bodenseekreis | |
Koordinaten: | Koordinaten: 47° 36′ N, 9° 33′ O47° 36′ N, 9° 33′ O | |
Höhe: | 399 m ü. NN | |
Fläche: | 15,26 km² | |
Einwohner: | 7573 (31. Dez. 2005) | |
Bevölkerungsdichte: | 496 Einwohner je km² | |
Postleitzahl: | 88085 (alt: 7994PLZ) | |
Vorwahl: | 07543 | |
Kfz-Kennzeichen: | FN | |
Gemeindeschlüssel: | 08 4 35 030 | |
Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Obere Seestraße 1 88085 Langenargen |
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Webpräsenz: | ||
Bürgermeister: | Rolf Müller (CDU) |
Langenargen ist eine Gemeinde am Nordufer des Bodensees, etwa 8 km östlich von Friedrichshafen in Baden-Württemberg, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Gemeinde liegt an der Mündung der Argen auf einer weit in den hier besonders breiten Bodensee hineinragenden Landzunge.
[Bearbeiten] Geschichte
In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden auf Gemeindegebiet römische Funde des ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhunderts gemacht, was zu der These führte, dass der Ortsname „Ad Arguna“ auch ohne lückenlose Besiedlungskontinuität möglicherweise auf eine antik römische topographische Bezeichnung zurückgeht (wie beispielsweise von dem Archäologen Eric Breuer vertreten). Langenargen wurde unter dem Namen Argona im Jahre 770 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seit 1290 im Besitz der Grafen von Montfort, entstand hier ab 1343 eine Burg. 1453 erhielt die Gemeinde von Kaiser Friedrich III. Stadtrecht. Seit 1577 ist in Langenargen eine Schule nachweisbar.
Die Stadt und die Burg der Montforts wurden im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört, jedoch später wieder aufgebaut. Die Burg wurde in der Folgezeit zunächst zu einem Schloss ausgebaut (spätes 17. Jahrhundert), um 1800 als Gefängnis genutzt und 1810 zum Abbruch freigegeben. Das neue, bis heute erhaltene Schloss Montfort entstand von 1861 bis 1866 als privates Sommerschloß für König Wilhelm I. von Württemberg, der jedoch zwei Jahre vor der Fertigstellung verstarb. Das Schloss wurde nach Plänen des Ravensburger Oberamtsbaurates Gottlieb Pfeilsticker mit einem achteckigen Treppen- und Aussichtsturm in der Gebäudemitte errichtet.
1780 traten die verschuldeten Grafen von Montfort ihre Güter an Österreich ab. Mit dem Frieden von Pressburg fielen sie an Bayern, das sie unter Napoléon Bonaparte 1810 an Württemberg weitergab. Im Rahmen der bürgerlichen Revolution von 1848 wurde der lebenslange Anspruch auf Gemeindeämter abgeschafft. Schultheiß und Gemeinderat wurden stattdessen gewählt.
1897 wurde mit der Brücke über die Argen nach Kressbronn am Bodensee die erste Kabelhängebrücke Deutschlands erbaut. Zwei Jahre später erhielt Langenargen mit der Bodenseegürtelbahn erstmals einen Eisenbahnanschluss.
Im Ersten Weltkrieg fielen insgesamt 41 Langenargener Männer auf den Schlachtfeldern Europas. Dem Zweiten Weltkrieg fielen insgesamt 168 Bürger der Stadt zum Opfer. Weitere 34 blieben für immer vermisst.
[Bearbeiten] Politik
Langenargen hat sich mit Kressbronn am Bodensee und Eriskirch zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen. Sitz ist in Kressbronn.
[Bearbeiten] Gemeinderat
Nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
CDU | 35,9 % | +5,6 | 7 Sitze | +1 |
FWV | 32,2 % | -10,2 | 6 Sitze | -1 |
SPD | 16,4 % | -0,3 | 3 Sitze | ±0 |
Die Grünen | 13,6 % | +5,0 | 2 Sitze | +1 |
[Bearbeiten] Wappen
Eine dreilappige rote Fahne mit goldenen Fahnenquasten und Ringen sowie einer goldschwarze Innenverzierung auf silbernem Grund. Die Gemeinde erhielt am 15. September 1899 die Erlaubnis, dieses Wappen zu führen. Es handelt sich dabei um das ehemalige Wappen der Grafen von Montfort.
[Bearbeiten] Schultheißen und Bürgermeister
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften und Patenschaften
- Bois-le-Roi (Frankreich), seit 1991
- Noli (Italien), seit 2005
- Arbon (Schweiz), direkt am gegenüberliegenden Seeufer, seit 1963
- Höckendorf, Sachsen, seit 1990
- 3. Regiment de Hussards, 1. Escadron, Immendingen, seit 2000
- Luftlandesanitätskompanie (SpezEins), 4./Luftlandeunterstützungsbataillon 262, Merzig, seit 2003
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Bis heute spielt die Landwirtschaft, vor allem der Obstbau, eine gewisse Rolle in Langenargen und dem Teilort Oberdorf.
Ansonsten lebt die Gemeinde heute vor allem vom Tourismus, sowie von Handwerks- und kleineren Gewerbebetrieben. Langfristig ist der Ausbau der Gewerbestruktur durch entsprechende Wirtschaftsfördermaßnahmen geplant.
[Bearbeiten] Verkehr
Langenargen liegt 3 km südlich der Bundesstraße B 31 zwischen Friedrichshafen und Lindau.
Die Gemeinde wird auch von der Deutschen Bahn AG auf der Bodenseegürtelbahn (Radolfzell - Lindau) angefahren und kann vom See her mit den Linien der Bodensee-Schiffsbetriebe erreicht werden. Sie gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Noch südlicher wäre dann die Wandermöglichkeit in alle anderen Himmelsrichtungen - wenn der Bodensee - wie 1963 - wieder ganz zugefroren wäre (Seegfrörni 1963).
[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen
[Bearbeiten] Schulen
- Grund- und Hauptschule Franz-Anton-Maulbertsch-Schule
- Grundschule Oberdorf
[Bearbeiten] Kindergärten
- Evangelischer Kindergarten
- Katholischer Kindergarten St. Elisabeth, Langenargen
- Katholischer Kindergarten St. Theresia, Oberdorf
- Kindergarten der Gemeinde, Bierkeller-Waldeck
- Kinderbetreuung und Elterntreff Rumpelstilzchen e.V.
[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen
- Strandbad mit beheiztem Freischwimmbecken, Kinderspaßbecken mit Wasserrutsche und ein Kinderplanschbecken (Mitte Mai bis Mitte September geöffnet)
- Schwimmhalle Langenargen (Anfang April bis Ende September geschlossen)
- Sportzentrum
- Jugendmusikschule
- Seniorenbegegnungsstätte
- Gemeindearchiv
- Jugendtreff Stellwerk
- Bücherei im Münzhof
[Bearbeiten] Entwicklung des Stadtgebiets
[Bearbeiten] Eingemeindungen
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Langenargen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße
[Bearbeiten] Museen
- Heimatmuseum im alten Pfarrhaus
Kunst aus der Grafschaft Montfort und dem 1200-jährigen Langenargen
Gemälde - Plastiken - Münzen von der Romanik bis zur Gegenwart
Franz Anton Maulbertsch - Andreas Brugger - Karl Caspar Hilde Broer - Andre Ficus - Berthold Müller Oerlinghausen - Jan Balet - Marcel Dornier - Julius Herburger
Zweitgrößte öffentliche Purrmann - Sammlung Deutschlands
[Bearbeiten] Bauwerke
- Schloss Montfort
- Barockkirche St. Martin
- Kabelhängebrücke Langenargen-Kressbronn
- BMK Yachthafen (Zweitgrößter Yachthafen am Bodensee, ca. 750 Liegeplätze)
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Münzhof: Veranstaltungszentrum von Langenargen, Kleinkunstbühne und Bücherei
- Sommerkonzerte
- Kavaliershaus: Café-Restaurant, Produzentengalerie
- Schloss-Montfort: Restaurant, Turmbesteigung, Discothek
- Promenadenkonzert und andere Auftritte in der Konzertmuschel
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- 1844, Peter Josef von Lindpaintner (1791–1856), Dirigent und Komponist
- 1907, August Friker (1862–1923), Schultheiß von 1891 bis 1907
- 1955, Albert Schöllhammer (1875–1960), Garten-Obermeister, Gemeinderat (DVP)
- 1955, Eugen Kauffmann (1882–1972), Unternehmer und Gemeinderat
- 2001, Eduard Hindelang (* 1923), Vorsitzender des Museumsvereins
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Urban Rieger, genannt Urbanus Rhegius (1489–1541), Reformator
- Franz Anton Maulbertsch (1724–1796), bedeutendster österreichischer Maler der ausgehenden Barockzeit
- Johannes Baptist von Kiene (1852–1919), Jurist und Politiker (Zentrum), Justizminister von Württemberg 1918/ 1919
[Bearbeiten] Andere Persönlichkeiten
- Franz Anton Kiene (1777–1847), Orgelbauer, seit 1828 in Langenargen ansässig
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Langenargen – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
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