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Hamburg-Rahlstedt - Wikipedia

Hamburg-Rahlstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Basisdaten
Bundesland: Hamburg
Bezirk: Wandsbek
Fläche: 26,6 km²
Einwohner: 85`527 (2002)
Bevölkerungsdichte: 3`218 Einwohner je km²
Höhe:  ? m ü. NN
Postleitzahl: 22143, 22145 und 22147
Vorwahl: 040
Geographische Lage: Koordinaten: 53° 36' N, 10° 09' O53° 36' N, 10° 09' O
Kfz-Kennzeichen: HH
Amtlicher Gemeindeschlüssel: 02 0 00 526
Adresse des Ortsamtes: Rahlstedter Str. 151
22143 Hamburg
Offizielle Website: OA Rahlstedt
E-Mail-Adresse: Kundenzentrum

Rahlstedt ist ein Stadtteil von Hamburg im Bezirk Hamburg-Wandsbek mit eigenem Ortsamt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Rahlstedt liegt im Bezirk Wandsbek im Nordosten Hamburgs und grenzt an den schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn an.

Durch Rahlstedt fließen die Wandse und ihre Nebenflüsse Rahlau und Stellau. Die Wandse entspringt in der Nähe der Ortschaft Siek (Kreis Stormarn). Die Rahlau mündet etwa in Höhe der Nordmarkstraße in die Wandse, die Stellau etwa in Höhe der Wilhelm-Grimm-Straße.

[Bearbeiten] Geschichte

Notgeld-Schein von 1922: „Kirche in Altrahlstedt / älteste Kirche Schleswig-Holsteins“. Grafik: Otto Thämer
Notgeld-Schein von 1922: „Kirche in Altrahlstedt / älteste Kirche Schleswig-Holsteins“. Grafik: Otto Thämer
Gedenkstätte Schießplatz Höltigbaum
Gedenkstätte Schießplatz Höltigbaum

Erstmals 1248 als Radoluestede urkundlich erwähnt. Es liegt am östlichen Rande der Stadt Hamburg. Es gehörte zum Herzogtum Holstein unter dänischer Krone, fiel mit ihm 1864 an Preußen. 1927 werden die Ortschaften Altrahlstedt, Neurahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde sowie Teile von Tonndorf-Lohe und Jenfeld zur preußischen Gemeinde Rahlstedt zusammengeschlossen und kamen nach dem Groß-Hamburg-Gesetz 1937 zu Hamburg.

Im Ortsteil Hohenhorst wurden viele Straßen nach Berliner Bezirken benannt, so der Berliner Platz, Schöneberger Straße, Potsdamer Straße, Neuköllner Ring und viele andere. Der alte Kern bestand aus dem Bahnhof, gelegen an der Vogelfluglinie (über Fehmarn nach Skandinavien) und der aus der Anfangszeit des Ortes stammenden alten Dorfkirche Alt-Rahlstedt, an der Rahlstedter Straße (der ältesten Südstormaner Kirche).

Der ehemalige Truppenübungsplatz Höltigbaum wird nach Schließung der Kasernen 1997 teilweise zu einem Naturschutzgebiet, teilweise zum Gewerbegebiet Höltigbaum. Eine Gedenktafel erinnert seit 2003 an die 330 Exekutionen aufgrund von Militärgerichtsurteilen, die hier im zweiten Weltkrieg durchgeführt wurden.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl hatte sich erheblich in den Anfängen der 1960er Jahren, durch die Bildung der Ortsteile Hohenhorst, Rahlstedt-Ost sowie zunächst Großlohe-Nord und ab 1964 schließlich auch Großlohe-Süd vergrößert. Diese Bereiche waren einst „Kuhkoppeln“, wurden mit so genannten Plattenbauten bzw. Montagebauten und einigen Hochhäusern überbaut. Damals war Rahlstedt so etwas wie eine Trabantenstadt, Wohnraum wurde dringendst benötigt wegen der vielen Obdachlosen vom 16. und 17. Februar 1962. Zwar hatte Rahlstedt längst vor der Flutkatastrophe angefangen zu wachsen, die Ereignisse beschleunigten jedoch sein Wachstum.

Durch die Aufgabe zweier Kasernengelände (Graf Goltz Kaserne und Boehn-Kaserne) 1997 entstanden die neuen Siedlungsgebiete Rahlstedter Boltwiesen und Rahlstedter Höhen. Die neuen Siedlungen führten zu einem Anstieg der Einwohnerzahl auf über 85.000.

[Bearbeiten] Ortsteile

Rahlstedt ist ein Zusammenschluss der alten Dörfer Altrahlstedt, Neurahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde, sowie der neu dazugekommenen Ortsteile Hohenhorst, Rahlstedt-Ost, Großlohe-Nord, Großlohe-Süd, Boltwiesen, Rahlstedter Höhe und Lohe.

[Bearbeiten] Alt-Rahlstedt

Alt-Rahlstedt wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche Alt-Rahlstedt aus dem 13. Jahrhundert war Zentrum eines großen Kirchspiels. Im 14. Jahrhundert erwarb das Hamburger Domkapitel große Teile des Ortes. Im 16. Jahrhundert kam es zum alten landesherrlichen Amt Trittau. Im Dreißigjährigen Krieg quartierten sich 1627 die Feldherren der Katholischen Liga Tilly und Wallenstein in Alt-Rahlstedt ein.

1814 musste das Dorf nach dem Gefecht bei Braak rund 22`000 russische Soldaten und ihre Pferde bei deren Belagerung zum Entsatz von Hamburg beherbergen. Mit der Eröffnung des Bahnhofes 1865 bekam Alt-Rahlstedt einen Aufschwung und wurde zum Hamburger Villenvorort. 1889 wurde Alt-Rahlstedt Sitz des gleichnamigen Amtes. 1896 wurde die erste Sparkasse des Ortes gegründet. Die Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf wurde am 29. September 1904 eröffnet und schloss die Hamburger Enklaven im Nordosten an das Eisenbahnnetz an.

[Bearbeiten] Neu-Rahlstedt

Der Ortsteil Neu-Rahlstedt ist fast ebenso alt wie Alt-Rahlstedt. Während Alt-Rahlstedt eine sächsische Siedlung war (also von Germanen besiedelt), war Neu-Rahlstedt bis zur Kolonisation der Wenden eine wendische Siedlung (siehe Deutsche Ostkolonisation). In Neu-Rahlstedt ist noch ein alter Dorfkern in der Hufeisenform eines wendischen Rundling erkennbar. Er wurde 1985 unter Milieuschutz gestellt. In unmittelbarer Nähe des Dorfplatzes steht die 1961 von Olaf Andreas Gulbransson erbaute Martinskirche. Mit ihrem architektonisch bemerkenswerten Zeltdach und dem auffälligen weißen Anstrich weist sie stilistische Anklänge an die von Le Corbusier 1955 erbaute Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut bei Ronchamp auf. Die Kirchenfenster wurden von Hubert Distler geschaffen.

[Bearbeiten] Schulen

Die erste Schule wurde in Rahlstedt 1895 neben das zwei Jahre zuvor errichtete Pastorat gebaut. Seit 1922 gab es eine Mittelschule in der Barsbütteler Straße (heute Hüllenkamp), die 1929 Realschule wird und seit 1937 Gymnasium ist. Außerdem gibt es Gymnasien in den Ortsteilen Oldenfelde und Meiendorf. Grundschulen bestehen in Altrahlstedt, am Großlohering und in Neurahltedt. Ferner besteht eine Schule für geistig Behinderte in der Paracelsusstraße.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeindevorsteher und Ortsamtsleiter

vor 1927: Altrahlstedt, ab 1927: Rahlstedt

  • 1893–1906: Hermann Ohlendorff
  • 1906–1919: Siegelmann (Vorname unbekannt)
  • 1919–1933: Heinrich Schulz (DVP)
  • 1933–1945: Wilhelm Schulze (NSDAP)
  • 1946–1969: Jonni Schacht (SPD)
  • 1969–1993: Rolf Mietzsch (SPD)
  • 1994–2006: Gudrun Moritz (SPD)

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert; Rahlstedt besitzt einen modernen Kern mit Fußgängerzone am Bahnhof, rund um die Schweriner Straße und der Rahlstedter Bahnhofstraße. In Rahlstedt finden sich die Liliencronstraße (nach dem Dichter (s. u.) benannt) und der kleine, kuschelige Liliencronpark, mit einschlägigem Denkmal.

In der Nähe des Ortsamtes liegt auch die Stadtbücherei.

Als einziges Theater hat sich in Rahlstedt seit 1986 die Alt-Rahlstedter Theatergruppe etabliert. Das Amateurtheater spielt vorwiegend Klassiker.

[Bearbeiten] Sonstige Bauwerke

In Hamburg-Rahlstedt steht seit April 1994 am Hagenweg, hinter dem Naturschutzgebiet Stellmoorer Tunneltal nahe der Stadtgrenze, ein weithin sichtbarer 163 Meter hoher, abgespannter Stahlfachwerkmast (53° 37' 34" N, 10° 11' 46" O), der als Sendemast für UKW-Hörfunk dient. Mit Aufnahme des DVB-T-Betriebes (seit 8. November 2004 in Hamburg) werden hier vom Sender Höltigbaum auch TV-Signale abgestrahlt.

Zentrum des Neubaugebietes Rahlstedt-Ost ist die 1967 eingeweihte Dankeskirche. Das von Professor Friedhelm Grundmann konzipierte Gemeindezentrum mit Kirche, Pastoraten, Mitarbeiterhaus, Kindergarten und Gemeindehaus ist im Stil des Bauhauses gehalten. Im schlicht gehaltenen Kirchenraum wurden als Materialien Sichtbeton, Holz und Bronze eingesetzt. Die Prinzipalstücke (Altar, Kanzel und Taufbecken) wurden von H.  W. Peters gestaltet.


[Bearbeiten] Institutionen, Körperschaften, Vereine

  • Freiwillige Feuerwehren in Meiendorf, Oldenfelde und (Alt-)Rahlstedt
  • Meiendorfer SV, Sportverein aus dem Ortsteil Meiendorf
  • Der Verein „Mehr Platz für Kinder in Rahlstedt-Ost e. V.“ ist seit 1974 Betreiber und Träger eines Bau- und Aktivspielplatzes im Forst Hegen am Kittelweg.
  • Der „Bürgerverein Rahlstedt e. V.“ mit seinem Heimatarchiv kümmert sich seit über 40Jahren vor allem um kommunalpolitische und stadtteilbezogene kulturelle Angelegenheiten.
  • Der „Verein zur Förderung der kulturellen und politischen Bildung der Jugendlichen in Rahlstedt e. V.“ betreibt seit inzwischen über 30 Jahren das Jugendzentrum Startloch.
  • Der Verein "GroßKoZ e.V." – Großloher KommunikationsZentrum e.V. im Treffpunkt Großlohe.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

  • Annemarie Lutz (Bürgerverein Rahlstedt): Rahlstedt 1927 bis 1977 – Streifzüge durch ein halbes Jahrhundert, M+K Hansa-Verlag GmbH, Hamburg 1977
  • Annemarie Lutz: Altrahlstedt an der Rahlau, Verlag Hiltrud Tiedemann, Hamburg 1989
  • Rahlstedter Kulturverein e.V. und „Hamburger Wochenblatt“: Rahlstedter Jahrbuch für Geschichte & Kultur, Jahrgänge 1999–2006


[Bearbeiten] Weblinks

commons:Hauptseite
Commons
Commons: Hamburg-Rahlstedt – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

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