Kiedrich
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Wappen | Deutschlandkarte | |
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Basisdaten | ||
Bundesland: | Hessen | |
Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | |
Koordinaten: | Koordinaten: 50° 2′ N, 8° 5′ O50° 2′ N, 8° 5′ O | |
Höhe: | 150 m ü. NN | |
Fläche: | 12,35 km² | |
Einwohner: | 3912 (31. Dez. 2004) | |
Bevölkerungsdichte: | 317 Einwohner je km² | |
Postleitzahl: | 65399 (alt: 6229) | |
Vorwahl: | 06123 | |
Kfz-Kennzeichen: | RÜD | |
Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 009 | |
Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Marktstraße 27 65399 Kiedrich |
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Bürgermeister: | Winfried Steinmacher (SPD) |
Kiedrich ist eine Gemeinde im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Kiedrich liegt im Rheingau am Südhang des Taunus, etwa 2 km nördlich der Stadt Eltville am Rhein und 3 km vom Rheinufer entfernt.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Kiedrich grenzt im Norden an die Gemeinde Schlangenbad, sowie im Osten, Süden und Westen an die Stadt Eltville.
[Bearbeiten] Geschichte
Kiedrich wurde in einer Urkunde des Erzbistums Mainz erstmals erwähnt. Die Urkunde ist nicht datiert, sie stammt aber aus der Zeit des Erzbischofs Friedrich (937 bis 954). Um 1160 wurde mit dem Bau der Burg Scharfenstein begonnen. Bereits 1131 wurde der Weinbau in Kiedrich erstmals erwähnt.
Der Ort gehörte zu Kurmainz und kam 1806 zum neu geschaffenen Herzogtum Nassau und mit diesem 1866 zu Preußen. Kiedrich konnte seine Selbständigkeit über die hessische Gebietsreform bewahren.
[Bearbeiten] Politik
Der amtierende Kiedricher Bürgermeister Winfried Steinmacher (SPD) wurde im November 2005 mit 77,7% der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang direkt gewählt.
Ergebnis der Kommunalwahl vom März 2006:
SPD | 60,5% |
CDU | 28,4% |
FDP | 11,1% |
Parteien in der Gemeindevertretung:
SPD | 14 Sitze |
CDU | 6 Sitze |
FDP | 3 Sitze |
Über die politische Arbeit in den drei in Kiedrich aktiven Parteien (SPD, CDU, FDP) hinaus, engagieren sich Kiedricher Bürger seit 2001 auch im Rahmen der lokalen Agenda 21.
[Bearbeiten] Parteien in Kiedrich
[Bearbeiten] SPD
Die SPD ist in Kiedrich seit 1918 aktiv. Während der Nazi-Diktatur war sie wie überall in Deutschland verboten. Im Herbst 1945 wurde der SPD-Ortsverein im Kiedricher Winzerhaus wieder gegründet. Damals war auch der spätere Wiesbadener Oberbürgermeister Georg Buch anwesend. Seit den 1970er Jahren ist die politische Landschaft Kiedrichs durch sozialdemokratische Bürgermeister (1972 bis 1989: Siegfried Siems, 1989 bis 2005: Hans Tide, seit 2006: Winfried Steinmacher) und absolute SPD-Mehrheiten in der Gemeindevertretung (Kommunalparlament) geprägt. Die SPD gibt regelmäßig das Infoblatt "Kiedricher Blättche" heraus.
[Bearbeiten] Partnerschaften
Kiedrich unterhält seit 1981 partnerschaftliche Beziehungen zu Hautvillers in der Champagne in Frankreich.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Musik
Die Kiedricher Chorbuben sind einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands. Sie singen fast jede Woche am Sonntagmorgen eine lateinische Messe im Mainzer Choraldialekt, einer inzwischen nur noch hier gepflegten Singweise des Gregorianischen Chorals.
[Bearbeiten] Bauwerke
Aufgrund seiner mittelalterlichen Baudenkmäler wird Kiedrich auch „Schatzkästlein der Gotik“ genannt.
Sehenswert sind:
- Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius und Valentinus und die benachbarte Michaelskapelle (Beinhaus). Die große Pfarrkirche stammt im Wesentlichen aus der Zeit um 1460, wobei Teile der Kirche aus 1330 datieren. Sehenswert ist die Innenausstattung (Volksgestühl von 1510, Orgel aus der Zeit um 1500, Kiedricher Madonna von 1330, u. v. m).
- Das Renaissance-Rathaus.
- Verschiedene Adelshöfe, Fachwerkhäuser, die Weinberge der Ehe und des Kindes und
- die Burgruine Scharfenstein
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Champagnerfest (Juni, Veranstalter: Freundschaftsbund Kiedrich-Hautvillers)
- Rieslingfest (Juni/Juli, Veranstalter: Gemeinde/Ausschuss Rieslingfest)
- Hahnwaldlauf (Anfang Juli, Veranstalter: Turnerschaft Kiedrich)
- Adventsbasar (Erster Advent, Veranstalter: SPD-Ortsverein)
- Schnorrerrally (Altweiberfastnacht, Veranstalter: Kiedricher Carneval Verein Sprudelfunken)
- Rosenmontagszug (Rosenmontag, Veranstalter: Kiedricher Carneval Verein Sprudelfunken)
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Weinbau
In Kiedrich werden zahlreiche hochwertige Weine angebaut. Die Weinlagen Gräfenberg, Wasseros, Klosterberg, Sandgrub und Turmberg sowie die Großlage Heiligenstock gelten als Spitzenweine des Rheingaus. Die Weinbautradition der Kiedricher Winzer geht bis auf das Jahr 1480 zurück, wo schon damals, im heutigen Winzerhaus, unter dem Namen „Adelsgut Langenhof“ Weinbau betrieben wurde. Die örtliche Winzergenossenschaft besteht seit 1893 und ist somit die älteste Genossenschaft im Rheingau.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Eine über die Grenzen der Gemeinde bekannte Einrichtung ist die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Eichberg (Stadtgebiet Eltville). Hier wurden während des Zweiten Weltkrieges im Rahmen der Aktion T4 ca. 3.600 Menschen von den Nationalsozialisten ermordet. Heute pflegt die Klinik, die vom Landeswohlfahrtsverband Hessen betrieben wird, ca. 2.600 Patienten. In dem angegliederten Kulturzentrum finden zudem zahlreiche Veranstaltungen statt.
[Bearbeiten] Bildung
- John-Sutton-Schule (Grundschule)
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- John Sutton, Mäzen und Stifter der Choralschule im 19. Jahrhundert
- Anton Raky, Ölbohrpionier, wuchs in Kiedrich auf und entwickelte während seiner Lehrzeit einen speziellen Bohrmeißel
- Gerson Stern, Schriftsteller, lebte 1920–1937 in Kiedrich und schrieb hier seinen Roman Weg ohne Ende (1934).
- Andreas Scholl, Countertenor, ehemaliges Mitglied der Kiedricher Chorbuben, wuchs in Kiedrich auf
[Bearbeiten] Literatur
- Clemens Jöckle: Kiedrich im Rheingau. (= Kunstführer; Nr. 1465). 9. Auflage. Schnell und Steiner, Regensburg 1997, ISBN 3-7954-6036-0
- Josef Staab: Kiedrich in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1992, ISBN 90-288-5174-7
- Josef Staab (Hrsg.): St.-Valentinuskirche in Kiedrich. 1493–1993. Zur 500Jahrfeier ihrer Vollendung. Katholisches Pfarramt St. Valentin, Kiedrich 1993, ISBN 3-921865-04-2
- Josef Staab, Bruno Kriesel, Rudolf Fenzl: Kiedrich im Rheingau, das gotische Weindorf. Geschichte, Kunst, Kultur von A-Z. Förderkreis Kiedricher Geschichts- und Kulturzeugen, Kiedrich 2003, ISBN 3-9808438-4-X
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Kiedrich – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Offizielle Internetseite
- Fotos der Gemeinde und historische Bilder
- Informationen zur Ortsgeschichte
- Kiedricher Chorbuben
- Links zum Thema „Kiedrich“ im Open Directory Project
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