Kreis Aachen
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Wappen | Karte |
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Basisdaten | |
Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
Regierungsbezirk: | Köln |
Landschaftsverband: | Rheinland |
Verwaltungssitz: | Aachen |
Fläche: | 546,32 km² |
Höchster Punkt: | 655 m.ü.NN |
Einwohner: | 310.247 (30. Juni 2006) |
Bevölkerungsdichte: | 568 Einw./km² |
Kreisschlüssel: | 05 3 54 |
Kfz-Kennzeichen: | AC |
Kreisgliederung: | 9 Gemeinden |
Hausanschrift der Kreisverwaltung: |
Zollernstraße 10 52070 Aachen |
Website: | www.kreis-aachen.de |
Politik | |
Landrat: | Carl Meulenbergh (CDU) |
Karte | |
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Der Kreis Aachen ist ein Kreis im äußersten Westen von Nordrhein-Westfalen. Er ist Teil der Euregio Maas-Rhein sowie des Regierungsbezirks Köln und geht zurück auf den Landkreis Aachen. Letzterer gehörte zum ehemaligen Regierungsbezirk Aachen in der preußischen Rheinprovinz, welcher 1816 aus den von 1798 bis 1814 französischen Kantonen Burtscheid und Eschweiler im Arrondissement Aachen, Département Roer sowie Teilen des Kantons Rolduc im Arrondissement Maastricht, Département Meuse-Inférieure entstanden ist.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Räumliche Lage
Der Kreis Aachen besteht heute aus sieben Städten und zwei Gemeinden. Er erstreckt sich von der Stadt Baesweiler im Norden über ca. 50 Kilometer bis zur Stadt Monschau im Süden. An der schmalsten Stelle verfügt er über eine Breite von nur 6 km.
Während die nördlichen und östlichen Teile des Kreises geographisch und topographisch zu den Bördenlandschaften der Niederrheinischen Bucht gehören, dehnt sich der südliche Teil des Kreises auf die Mittelgebirgslandschaft der Eifel aus.
Geografische Lage | |
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Nördliche Breite: | 50° 57' - 50° 30' |
Östliche Länge: | 06° 04' - 06° 25' |
Entfernungen | |
Nord-Süd: | ca. 50 km |
Ost-West: | ca. 10 km |
[Bearbeiten] Kreisgliederung
Im Kreis Aachen gibt es neun kreisangehörige Gemeinden, von denen sieben den Titel „Stadt“ führen. Sechs davon sind Mittlere kreisangehörige Städte mit 25.000 bis 60.000 Einwohnern.
Städte (Einwohner am 30. Juni 2006)
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Gemeinden (Einwohner am 30. Juni 2006) |
Obwohl die kreisfreie Stadt Aachen selbst nicht zum Kreis Aachen gehört, befindet sich dort dennoch der Kreissitz.
[Bearbeiten] Nachbarkreise bzw. -städte
Der Kreis Aachen grenzt im Norden an den Kreis Heinsberg, im Osten an die Kreise Düren und Euskirchen, im Süden und Westen an Belgien, im Westen an die kreisfreie Stadt Aachen und an die Niederlande.
Kreisgrenze | |
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Kreisgrenze gesamt: | 224 km |
Zu Belgien: | 43,9 km |
Zu den Niederlanden: | 9,7 km |
Zum Kreis Heinsberg: | 14,6 km |
Zum Kreis Düren: | 95,4 km |
Zum Kreis Euskirchen: | 19,3 km |
Zur Stadt Aachen: | 41,1 km |
[Bearbeiten] Gewässer
Durch das Kreisgebiet fließen
- der Broichbach
- die Inde
- die Kall
- der Merzbach
- der Omerbach
- die Rur
- der Saubach
- die Vicht
- die Wehe
- die Wurm.
Im Kreisgebiet liegen
- der Blausteinsee
- die Dreilägerbachtalsperre
- die Kalltalsperre
- die Perlenbachtalsperre
- die Rurtalsperre und der Obersee
- die Wehebachtalsperre.
[Bearbeiten] Geschichte
Siehe Hauptartikel Geschichte des Kreises Aachen
Wichtige prähistorische Funde, primitive Faustkeile und Steingeräte zeugen davon, dass dieser Landstrich schon in der Altsteinzeit bewohnt war. Während der 400jährigen Herrschaft der Römer erlebte der Aachener Raum eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Fürsten, Kaiser, Könige, Herzöge und Ritter befehdeten sich in der Vergangenheit unaufhörlich und verwüsteten dabei immer wieder das Land. Franken, Normannen, Staufen und Welfen, Österreicher, Spanier, Lothringer, Hessen, Holländer, Schweden und Franzosen, sie alle zogen hier durch oder kämpften. Trotz der vielen Kriege und Erbauseinandersetzungen blieben die im 14. Jahrhundert errichteten territorialen Verhältnisse im „Aachener Reich“ bestehen, bis die ersten französischen Revolutionsheere 1792 das linke Rheinufer besetzten. An die Stelle der vielen weltlichen und geistlichen Herrschaften trat nach französischem Vorbild eine Neugliederung der Verwaltungsbezirke. Aachen wurde die Hauptstadt des Rurdépartements (Département de la Roer) für 42 Kantone (im Kreis Aachen: Burtscheid, Eschweiler und Montjoie/Monschau) und 331 Mairien, also auch für das ganze Land um Aachen und Monschau. Die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 beendete die französische Herrschaft in Deutschland. Dank seiner Beteiligung an den Freiheitskriegen erhielt Preußen durch das Wiener Traktat neben anderen Bereichen auch das Aachener Gebiet zugesprochen. 1815 setzte Preußen den Kreis Aachen aus den ehemaligen französischen Kantonen zusammen und wählten Burtscheid als Kreissitz, das jedoch Ende des 19. Jahrhunderts nach Aachen eingemeindet wurde. So ist die Stadt Aachen bis heute sowohl kreisfreie Stadt als auch Kreissitz. Am 1. Januar 1972 wurden der Kreis Aachen und der Kreis Monschau zu einem neuen Kreis Aachen vereint. Hinzu kommt die Gemeinde Baesweiler (heute Stadt Baesweiler) aus dem aufgelösten Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg. Verwaltungssitz blieb die kreisfreie Stadt Aachen.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Kreisverwaltung
Landrat des Kreises Aachen ist Carl Meulenbergh, am 26. September 2004 mit 50,2 % wiedergewählt, (CDU). 1. stellvertretender Landrat ist Hans Körfer (CDU). 2. stellvertretender Landrat ist Erwin Künkeler (SPD). 3. stellvertretende Landrätin ist Aggi Majewski (Bündnis 90/ Die Grünen). Der Kreisdirektor ist Helmut Etschenberg.
[Bearbeiten] Landräte
Als Landräte des Kreises Aachen waren bzw. ist tätig:
- 1944-1945 Hermann Sträter (berufen durch die amerikanische Armee)
- 1945-1946 Winand Ungermann (berufen durch die britische Militärregierung)
- 1946-1949 Johann Ernst (CDU) (berufen durch die britische Militärregierung)
- 1949-1952 Wilhelm Kohlen (SPD)
- 1952-1953 Peter von Agris (CDU)
- 1953-1954 Leonhard Lennartz (SPD)
- 1954-1956 Johann Ernst (CDU)
- 1956-1961 Leonhard Lennartz (SPD)
- 1961-1964 Franz Delheid (CDU)
- 1964-1969 Leonhard Lennartz (SPD)
- 1969-1975 Dr.Edmund Tersluisen (CDU)
- 1975-1984 Helmut Schwartz (CDU)
- 1984-1999 Hans Günter Bömeke (SPD)
- 1989-1994 Walter Josef Meyer (SPD)
- 1994-dato Carl Meulenbergh (CDU)
[Bearbeiten] Wappen
Die Blasonierung des Kreiswappens des Kreises Aachen lautet in der Hauptsatzung des Kreises Aachen: „In Blau ein goldenes (gelbes) Hirschgeweih, auf dessen Grind stehend ein silberner (weißer) Schwan mit schwarzen Füßen, ebensolchem Schnabel und roter Zunge; darüber im Schildhaupt in Gold (Gelb) ein schreitender, rotbezungter, schwarzer Löwe.“
Im Schildhaupt ist der Jülicher Löwe dargestellt, da sich das Kreisgebiet im Wesentlichen aus Gebietsteilen des ehemaligen Herzogtums Jülich zusammensetzt. Der Schwan auf dem Hirschgeweih im blauen Feld steht für die vormalige Reichsabtei und ehemalige Stadt Burtscheid, auf deren Gebiet sich die Kreisverwaltung des Kreises Aachen befindet.
[Bearbeiten] Burgen, Burgruinen und Herrenhäuser im Kreis Aachen
Der Kreis Aachen ist besonders reich an Burgen, Herrenhäusern und Ruinen. Hier eine Auswahl:
- Burg Alsdorf
- Baesweiler Burg
- Broicher Hof
- Burg Wilhelmstein
- Drimbornshof
- Eschweiler Burg
- Haus Kambach
- Haus Palant
- Burg Rode
- Kinzweiler Burg
- Monschauer Burg
- Nothberger Burg
- Nothberger Hof
- Röthgener Burg
- Stolberger Burg
- Weisweiler Burg
[Bearbeiten] Museen
- Alsdorf
- Siehe Museen in Alsdorf
- Eschweiler-Dürwiß
- Siehe Museen in Eschweiler
- Monschau
- Siehe Museen in Monschau
- Simmerath
- Siehe Museen in Simmerath
- Stolberg
- Siehe Museen in Stolberg
siehe auch: Liste deutscher Museen nach Orten, Liste deutscher Museen nach Themen
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Straßen
Durch das Kreisgebiet verlaufen die Bundesautobahnen A 4, mit der Raststätte Aachener Land, A 44 und A 544.
Das Straßenverkehrsamt für Kreis und Stadt Aachen befindet sich in Würselen. Siehe auch: StädteRegion Aachen
[Bearbeiten] Eisenbahnen
Der Kreis liegt im Gebiet des Aachener Verkehrsverbunds. Bahnstrecken führen von Aachen im Kreisgebiet in Richtung Heerlen, Mönchengladbach, Düren, Köln und Lüttich. Außerdem sind weitere Strecken auf der Euregiobahn in Bau.
Die Region Aachen durchzieht seit 1841 die Schnellfahrstrecke Köln–Aachen und seit 1852 die Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Bahn. Die euregiobahn und die Rurtalbahn betreiben im Kreis Aachen einen Schienenpersonennahverkehr auf den Nebenstrecken.
Siehe auch:
- Talbahnlinie
- Vennbahn
- Ringbahn Herzogenrath-Alsdorf-Stolberg
- Bahnstrecke Herzogenrath-Heerlen
Durch den zunehmenden Individualverkehr sowie die Beendigung des Bergbaus im Aachener Steinkohlenrevier, wurden zahlreiche Nebenstrecken wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt und abgebaut. Dabei handelt es sich um folgende Strecken:
- Aachen Nordbahnhof - Würselen - Mariagrube - Aldenhoven - Jülich (abgebaut)
- Würselen - Kohlscheid (abgebaut)
- Mariagrube - Siersdorf (Grubenanschlußbahn, noch vorhanden, aber ohne Betrieb)
- Aachen-Richterich - Simpelveld (NL) (Museumsverkehr der niederländischen ZLSM)
- Aachen-Rothe Erde - Kornelimünster - Walheim (abgebauter Ast der Vennbahn)
- Merkstein-Nordstern - Grube Carl Alexander (Grubenanschlußbahn, abgebaut)
- Eschweiler-Weisweiler - Inden - Jülich (Ast der Talbahnlinie, wegen Braunkohlentagebau Inden abgebaut)
- Geilenkirchener Kreisbahn: Alsdorf - Baesweiler - Puffendorf - Geilenkirchen (abgebaut)
- Jülicher Kreisbahn: Jülich - Puffendorf (noch vorhanden, aber ohne Betrieb)
[Bearbeiten] Wirtschaft
In wirtschaftsstruktureller Hinsicht ist der Kreis Aachen dreigeteilt: im Norden liegt das Wurmrevier mit den Städten
- Alsdorf (rd. 46.000 Einwohner),
- Baesweiler (rd. 28.000 Einwohner),
- Herzogenrath (rd. 47.000 Einwohner) und
- Würselen (rd. 37.000 Einwohner).
Neben bekannten Firmen der Glasindustrie und Nadelfabrikation sowie Nahrungsmittelbetrieben haben sich hier inzwischen weitere wachstumsintensive und technologieorientierte Betriebe angesiedelt. Darüber hinaus bestimmt eine große Zahl von mittelständischen Unternehmen mit breitgefächertem Liefer- und Leistungsprogramm das Wirtschaftsbild.
Zwischen dem Nordkreis und den Städten und Gemeinden des Altkreises Monschau (Südkreis) liegen die traditionsreichen Industriestädte
- Eschweiler (rd. 57.000 Einwohner) und
- Stolberg (rd. 58.000 Einwohner).
So nahmen in der Stadt Eschweiler z. B. der Hoesch- und der Thyssen-Konzern seinen Anfang. Glas-, Kunststoff- und vor allem Metallverarbeitungsbetriebe sind hier heute ebenso ansässig wie Firmen aus der chemischen und pharmazeutischen Branche. Darüber hinaus sind in Eschweiler eine Vielzahl von mittleren und kleinen Betrieben ansässig, wobei sich die Stadt immer mehr zu einem regionalem Einkaufszentrum entwickelt. In Eschweiler wurde der Eschweiler Bergwerks-Verein EBV 1834 gegründet, der für eine ganze Region bis in die 1990er Jahre Arbeitgeber war. Eschweilers Bodenschätze sind in erster Linie Steinkohle, Braunkohle und Zink. Auch die Stolberger Industrie weist eine reiche Tradition auf. Chemische und Messingindustrie verschafften der Stadt hohes Ansehen, hinterließen aber hohe Umweltschäden wie die Gressenicher Krankheit, Bleikinder und Vegla-Polder. Noch heute lebt diese Tradition in vielen Firmennamen weiter.
Der Rückzug des Steinkohlenbergbaus führte im Wurmrevier und Inderevier um die Städte Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath und Würselen zu einer bisher unbekannten Aufbruchstimmung. Eine Vielzahl von zukunftsweisenden Projekten sind geplant oder bereits in Angriff genommen. Dazu zählt u.a. die Erschließung von großflächigen Industrie- und Gewerbegebieten. Im ehemaligen Braunkohlentagebau „Zukunft“ ist der Blausteinsee entstanden, ein überregionales Freizeit- und Erholungsgebiet.
Der südliche Teil des Kreises Aachen mit der Stadt
- Monschau (rd. 13.000 Einwohner) und den Gemeinden
- Roetgen (rd. 8.000 Einwohner)
- Simmerath (rd. 16.000 Einwohner)
verfügt als Teil des Naturparks Nordeifel über besondere landschaftliche Reize und bildet mit dem Gebiet um die Rurtalsperre, der zweitgrößten Talsperre Deutschlands, einen ausgesprochenen Fremdenverkehrsschwerpunkt. Neben der „Weißen Industrie“ sind jedoch auch beachtliche gewerbliche Ansätze vorhanden.
Wegen des beruflich breitgefächerten Arbeitskräftepotentials und der vorhandenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten besteht im Kreis Aachen die Möglichkeit, auf eine zahlenmäßig starke und im Vergleich zu anderen Regionen junge und leistungsfähige Arbeitskraftreserve zurückgreifen zu können. In Simmerath unterhält die Handwerkskammer ein überregionales Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum. In Alsdorf besteht seit 1984 der Verein für allgemeine und berufliche Weiterbild e.V. (VABW), der die Weiterbildung von Arbeitnehmern im Bereich der neuen Technologien zum Ziel hat.
[Bearbeiten] Literatur
- Ulrich Coenen: Architektonische Kostbarkeiten im Kreis Aachen, Aachen 1987
- Günter Marenberg: Naturdenkmale im Kreis Aachen, Aachen 1998
- Müller, Thomas: Zwangsarbeit im Kreis Aachen, Aachen 2002
[Bearbeiten] Quellen
- Statistisches Jahrbuch des Kreises Aachen 2006 (43. Ausgabe)
- Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW (amtliche Einwohnerzahlen)
[Bearbeiten] Siehe auch
Wikinews: Aachen – Nachrichten |
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Kreis Aachen – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
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