Die Rote Fahne
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Die Zeitung „Die Rote Fahne“ wurde am 9. November 1918 von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Berlin - zunächst als publizistisches Organ des Spartakusbundes - gegründet. In Folge der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) am 1. Januar 1919 war sie bis 1945 das Zentralorgan der Partei. Nach dem Ende der Weimarer Republik verboten, wurde sie während der NS-Diktatur unter den Bedingungen der Illegalität in parteinahen Widerstandskreisen aus dem Untergrund heraus verbreitet.
Nachdem die Zeitung nach 1945 über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren nicht mehr erschienen war, gab es seit den 1970er Jahren verschiedene Projekte unterschiedlicher linkssozialistischer Gruppierungen oder Kleinparteien, „Die Rote Fahne“ neu aufzulegen. In der Gegenwart führen mindestens zwei Internet-Zeitungen den Titelnamen mit dem Anspruch, Nachfolgerin der historischen Zeitung zu sein.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gründungsphase der Zeitung
[Bearbeiten] Politisches Umfeld
Die Gründung der Zeitung „Die Rote Fahne“ fiel in eine Zeit großer politischer Umwälzungen in Deutschland gegen Ende des Ersten Weltkriegs. Am 9. November 1918, dem Tag, als die Novemberrevolution die deutsche Hauptstadt erreichte, zogen revolutionäre Arbeiter zum Schloss der Hohenzollern in Berlin, und Karl Liebknecht proklamierte eine „Sozialistische Republik“ (eine Räterepublik nach dem Vorbild der ein Jahr zuvor erfolgreichen Oktoberrevolution in Russland). Prinz Max von Baden hatte kurz davor die Abdankung des Kaisers verkündet und das Amt des Reichskanzlers auf den SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert übertragen, Philipp Scheidemann hatte eine pluralistisch-parlamentarische „deutsche Republik“ ausgerufen. Die neu gebildete provisorische Regierung, der Rat der Volksbeauftragten, wurde paritätisch mit je drei Vertretern aus SPD und USPD besetzt. Liebknecht und Rosa Luxemburg kritisierten die Maßnahmen der SPD, und warfen ihren führenden Politikern Zusammenarbeit mit den kaiserlichen Militärs vor, um einen Teil der vormaligen Machtverhältnisse in die nachmonarchistische Zeit hinüber zu retten, damit die Revolution zu verraten. Tatsächlich hatte sich Ebert in einem geheimen Telefonat mit dem Chef der Obersten Heeresleitung, General Wilhelm Groener, der Unterstützung der Reichswehr versichert, um die Revolution abzufangen. Im Gegenzug gab er den kaiserlichen Militärs weitgehende Zusicherungen in Bezug auf den Erhalt von alten Strukturen in Militär und Verwaltung. Vor diesem Hintergrund verweigerte die Spartakusgruppe als linker Flügel der USPD unter der Führung von Liebknecht und Luxemburg die Zusammenarbeit mit der SPD, und propagierte die Fortsetzung der Revolution.
[Bearbeiten] Anfänge der Zeitung
Am Abend des 9. November 1918 besetzten revolutionäre Arbeiter die Redaktion des konservativen „Berliner Lokal-Anzeigers“ und erklärten die Zeitung zum Eigentum des revolutionären Proletariats. Das Blatt erschien nun unter dem Titel „Die Rote Fahne“, wobei in der ersten Ausgabe noch weitgehend der druckfertige Satz des „Berliner Lokal-Anzeigers“ verwendet wurde. Die Nummer vom 10. November enthielt bereits die zentralen politischen Forderungen des Spartakusbundes. Dazu gehörte die Entwaffnung der Polizei, die Bewaffnung des Volkes. Die Gruppe forderte die Auflösung der Parlamente sowie die Absetzung der bestehenden Regierung. Stattdessen sollten Arbeiter- und Soldatenräte für ganz Deutschland gewählt werden. Außerdem forderte man die Abschaffung aller Dynastien und Einzelstaaten.
Die Besetzung des Lokalanzeigers war gegen den Einspruch von Rosa Luxemburg erfolgt und blieb nur kurz in der Hand der Spartakisten. Nach der Räumung der Redaktion durch regierungstreue Einheiten erschien am 11. November wieder der „Berliner Lokal-Anzeiger“ in der alten Form. Am selben Tag wurde von der Spartakusgruppe (bis dahin eine Gruppierung des linken Flügels der USPD) die Umbenennung in Spartakusbund beschlossen, wodurch er sich den Status einer parteiunabhängigen revolutionären Organisation gab. Die Redaktion der „Die Rote Fahne“ wurde in die Hände von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, August Thalheimer, Paul Levi, Lange und Rück gelegt. Die dritte Nummer konnte erst am 18. November erscheinen, da nicht sofort eine Druckerei gefunden wurde, die sich bereit erklärte, für den Spartakusbund zu arbeiten. Nach Erscheinen der nächsten Nummern wurden Geschäftsstellen unter anderem in Dresden, Kiel und Leipzig gegründet. Die erste Nummer enthielt eine Konkretisierung der bereits unmittelbar nach Revolutionsbeginn veröffentlichten Leitlinien. Am 14. Dezember folgte das offizielle Programm des Spartakusbundes, dass nunmehr einen scharfen Gegensatz zwischen der einzuberufenden Nationalversammlung und der „Rätemacht“ betonte.[1]
Am 1. Januar 1919 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gegründet, die aus dem Spartakusbund und anderen linksrevolutionären Gruppierungen hervorging. Als publizistisches Parteiorgan firmierte Die Rote Fahne.
In ihrer weiteren Geschichte sah sich „Die Rote Fahne“ immer wieder staatlicher Repression ausgesetzt. So wurde gegen „Die Rote Fahne“ eine Rationierung in der Papierzuteilung praktiziert. Aus diesem Grund konnte sie oft nur mit einem Umfang von vier Blättern, manchmal nur als Einblattdruck, erscheinen. Am 6., 7. und 13. Dezember 1918 wurden die Redaktionsräume von Soldaten besetzt. Am 15. Januar 1919 wurde ein großer Teil der aktuellen Auflage beschlagnahmt und erneut die Redaktion besetzt. Einige Redakteure wurden verhaftet, anderen gelang es, unterzutauchen.
Bis 1919 nahmen die Auseinandersetzungen zwischen linksrevolutionären Arbeitern und Soldaten einerseits und Rechswehreinheiten im Verbund mit von Gustav Noske rekrutierten rechtsnationalen Freikorpseinheiten andererseits nahezu bürgerkriegsartige Ausmaße an. In Berlin kam es nach der Absetzung des Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn, einem USPD-Mitglied, zum von den Revolutionären Obleuten organisierten Generalstreik, der in den sogenannten Spartakusaufstand mündete, in dessen Verlauf es zu erbitterten Gefechten vor allem im Berliner „Zeitungsviertel“ kam, wo die Revolutionäre u.a. das Verlagsgebäude des „Vorwärts“ (Parteiorgan der SPD) besetzt hatten. Am 12. Januar wurde der Spartakusaufstand von gegenrevolutionären Einheiten blutig niedergeschlagen.
Am 15. Januar 1919 wurden die Schriftführer der „Die Rote Fahne“, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, in Berlin-Wilmersdorf durch Freikorps-Soldaten verschleppt und der „Garde-Kavallerie-Schützendivision“ übergeben. Beide wurden von der bürgerlichen und sozialdemokratischen Presse als Rädelsführer der Aufstände angeprangert, wobei auch zu ihrer Ermordung aufgerufen wurde. Tatsächlich hatten sie die Unruhen jedoch nicht angezettelt, bildeten jedoch mit ihren Artikeln in der Roten Fahne, in denen sie die tatsächlichen Hintergründe der Zusammenarbeit zwischen kaisertreuen Militärs und Regierung thematisierten, eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit Eberts, Scheidemanns und Noskes.
Luxemburg und Liebknecht wurden im Berliner Hotel Eden verhört und schwer misshandelt. Anschließend ließ der Kommandant Waldemar Pabst sie ermorden, er behauptete später, dies sei nach Rücksprache mit Gustav Noske (SPD) und der Heeresführung geschehen. Der am Seitenausgang des Hotels bereitstehende Jäger Otto Wilhelm Runge schlug Rosa Luxemburg beim Abtransport mit einem Gewehrkolben nieder, dies sollte als spontanes Attentat „aus der Menge“ wirken. Der Leutnant Hermann Souchon ermordete sie dann während der Fahrt mit einem aufgesetzten Schläfenschuss. Ihre Leiche wurde in den Berliner Landwehrkanal geworfen und dort erst am 1. Juni 1919 aufgefunden. Am 13. Juni wurde sie neben dem Grab von Karl Liebknecht in Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt. Nach der Ermordung Liebknechts und Luxemburgs gab es in kurzer Folge mehrere Wechsel der leitenden Redakteure der „Roten Fahne“.
[Bearbeiten] Die Zeitung während der Weimarer Republik
Am 3. Februar 1919 kann „Die Rote Fahne“ wieder erscheinen, sah sich aber im März und April neuen Verboten gegenüber. In der Folgezeit war die Zeitung wieder und wieder mit Verboten belegt, die meist für acht bis vierzehn Tage das Erscheinen der „Die Rote Fahne“ unterbanden. Eine der längeren Verbotsphasen umfasste die Zeit von Oktober 1923 bis März 1924 als Folge des Verbotes der KPD. Während der Verbotszeiträume wurde „Die Rote Fahne“ illegal unter anderem Titel in verschiedenen Druckereien herausgebracht. Als „Rote Sturmfahne“ oder „Die Fahne der Revolution“ wurde sie von geheimen Quartieren aus verteilt, wobei 60% der Auflage in Betriebe gingen und der Rest in Wohnbezirken verteilt wurde. In dieser Zeit war unter anderem Hermann Remmele (der 1924 kurzzeitig auch Vorsitzender der KPD war) einer der Redakteure des Blattes.
1926 bezogen Verlag und Redaktion der „Die Rote Fahne“ eigene Räume im Karl-Liebknecht-Haus in der Kleinen Alexanderstraße in Berlin-Mitte. Erst im Juli 1928 war das Haus auf Grund von Ausbauarbeiten voll nutzbar. Unter anderem wurde im Keller des Flügels an der Bartelstraße auf einem speziell dafür gebauten Fundament eine moderne Rotationsmaschine für den Druck der „Die Rote Fahne“ aufgestellt, die bis in das 1. Stockwerk reichte. Am 23. Februar 1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Beginn der Diktatur unter Adolf Hitler, wurde die KPD in Folge des Reichstagsbrandes als erste politische Partei verboten und das Karl-Liebknecht-Haus gewaltsam durch Polizei und SA besetzt. Am 24. Februar folgte die offizielle Schließung des Hauses
[Bearbeiten] Organisation, Verteilung, Auflage zwischen 1918 und 1933
Ihr Untertitel lautete bis zum 30. Dezember 1918 „Zentralorgan des Spartakusbundes“, bis 19. September 1920 „Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund)“, bis 1942 „Zentralorgan der kommunistischen Partei Deutschlands (Sektion der III. Kommunistischen Internationale)“.
Die Auflagenhöhe der „Die Rote Fahne“ überschritt bereits mit ihrer dritten Nummer die Marke von 15.000 Exemplaren, im Oktober 1920 waren es über 30.000, 1932 betrug die Auflage über 130.000 Exemplare. Der Vertrieb erfolgte zunächst vorwiegend im Straßenhandel durch organisierte Arbeitergruppen, danach bildete sich schnell ein fester Kreis von Abonnenten. „Die Rote Fahne“ kostete 1932 60 Pfennig pro Woche und 2,60 Reichsmark pro Monat.
Der Umfang der ersten Nummern belief sich auf etwa vier Blätter pro Ausgabe, ab 1926 auf durchschnittlich zwölf bis vierzehn Seiten. Vom 1. Januar 1921 an erschien „Die Rote Fahne“ zweimal täglich in einer Morgen- und einer Abendausgabe, sonntags und montags jedoch nur einmal. Ab dem 31. Dezember 1922 erschien sie einmal täglich außer am Montag; ab 1. März 1924 wieder täglich, dann von August 1928 bis zum Verbot 1933 wieder täglich außer montags. In der Illegalität während der Zeit des Nationalsozialismus schwankten von 1933 - 1942 Auflagenhöhe und Umfang situationsbedingt.
Neben dem Zentralorgan der KPD „Die Rote Fahne“ existierten in den 1920er Jahren einige Ableger als Regionalzeitungen der Kommunistischen Partei Deutschlands, so beispielsweise die „Münchner rote Fahne“, „Rote Fahne der Lausitz“, „Die rote Fahne Westfalens“ und die „Oberschlesische rote Fahne“.
Die Titelseite zeigte vor 1933 meist Bilder von hoher plakativer Wirkung, ab 1924 teilweise mit ganzseitigem Rot-Schwarz-Druck und unter häufiger Verwendung von politischen Karikaturen. Die Gestaltung der Titelblätter oblag meist der Zeichnerin Helen Ernst; George Grosz und vor allem John Heartfield entwarfen ebenfalls Titelseiten, darunter bis in die Gegenwart berühmte Kollagen.
Neben dem breiten tagesaktuellen politischen Teil wurde in den frühen 1920er Jahren ein Feuilleton eingerichtet, die „Arbeiterkorrespondenz“ kam hinzu, und ab 1930 die regelmäßige Glosse „Roter Sport“. Eine herausragende Rolle spielte die Information über das tägliche Radioprogramm und die ständige Rubrik „Proletarische Filme“. In der Glosse „Was dich interessiert“ wurde Arbeiteraufklärung zu technischen und medizinischen Problemen in leicht verständlicher Form geboten. Komplettiert wurde dieses Angebot durch die „Selbstbildungsecke“, in der die Parteigeschichte und marxistische Theorie für Arbeiter verständlich aufbereitet wurde.
Neben der Tageszeitung erschienen vor 1933 auch zahlreiche themenspezifische Sonderbeilagen der „Die Rote Fahne“ , welche unterschiedliche Bereiche abdeckten. Im Einzelnen wurden diese Beilagen unter folgenden Titeln veröffentlicht: „Tribüne der proletarischen Frau“, „Die werktätige Frau“, „Für die proletarische Jugend“, „Wirtschaftsrundschau“, „Literatur-Rundschau“ (ab 1931), „Die rote Faust“, „Die Kommunistin“, „Der kommunistische Gewerkschafter“ und „Klassenjustiz - Mitteilungen der Roten Hilfe Berlin – Brandenburg“. Des Weiteren gab der Verlag auch die Illustrierte „Der Rote Stern“ heraus.
[Bearbeiten] Die Rote Fahne in der Zeit des Nationalsozialismus

Im Januar 1933 war „Die Rote Fahne“ eine der wenigen sozialistischen Zeitungen, die bis kurz nach der Machtergreifung der NSDAP unter Adolf Hitler (30. Januar 1933) noch erschienen. Nach dem Reichstagsbrand, den die Nazis Kommunisten anlasteten, war die KPD die erste Partei, die im NS-Regime verboten wurde. Am 28. Februar 1933 folgte das von den Nazis durchgesetzte Verbot der gesamten kommunistischen und sozialistischen Presse. „Die Rote Fahne“ erschien jedoch illegal bis 1942 weiter im antifaschistischen Widerstand. Im Jahr 1935 wurde sie in Prag und seit 1936-1939 in Brüssel herausgegeben. Mit dem Kriegsbeginn endete der reguläre Druck. Im Laufe dieser Jahre verringerte sich die Auflagenhöhe, auch nahm die Qualität des Druckerzeugnisses stetig ab. Die letzten Ausgaben in den 1940er Jahren wurden nur noch auf Schreibmaschine getippt, vervielfältigt und konspirativ weiterverteilt. Zahlreiche Mitarbeiter der Zeitung wurden während des NS-Regimes in Konzentrationslager verschleppt und viele von ihnen ermordet.
[Bearbeiten] Nach dem zweiten Weltkrieg
Nach 1945 gab es „Die Rote Fahne“ unter diesem Namen über Jahrzehnte hinweg nicht mehr. Die von den alliierten Besatzungsmächten wieder zugelassene KPD gab zunächst die Deutsche Volkszeitung heraus, nach der Gründung der SED als Zusammenschluss von SPD und KPD in der Sowjetischen Besatzungszone im Jahr 1946 wurde daraus die Tageszeitung Neues Deutschland, die zum Zentralorgan der SED wurde. Im Zuge der politischen Veränderungen um die Deutsche Wiedervereinigung gilt das Neue Deutschland seit 1989/90 als Parteiorgan der von SED in PDS umbenannten Partei (seit 2005 die Linkspartei.)
In den westdeutschen Besatzungszonen (Trizone) bzw. in der frühen Bundesrepublik Deutschland ab 1949 hieß das Zentralorgan der KPD "Freies Volk", bis die Partei 1956 in Westdeutschland erneut - diesmal vom Bundesverfassungsgericht - verboten wurde (vgl. KPD-Verbot).
[Bearbeiten] Ende der 1960er Jahre bis zur Gegenwart
Ab 1968 entstanden in der Bundesrepublik mehrere Projekte von ideologisch differenzierten Gruppen der so genannten alten und der Neuen Linken zum Aufbau einer neuen kommunistischen Partei. Neben der in weiten Kreisen als bundesdeutsche KPD-Nachfolgepartei geltenden orthodox-kommunistischen DKP, die als Parteiorgan bis in die Gegenwart die Zeitung Unsere Zeit herausgibt, wurden auch verschiedene kommunistische gegeneinander konkurrierende Kleinparteien, die so genannten K-Gruppen gegründet, die sich jeweils unterschiedlichen ideologischen Konzepten des Kommunismus verbunden sahen (vom Maoismus über den Stalinismus bis zum Trotzkismus). Aus diesen Gruppierungen heraus gab es in den 1970er Jahren verschiedene Zeitungsprojekte mit dem Titel „Rote Fahne“. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), bzw. ihre Vorläuferorganisation, der KABD (Kommunistischer Arbeiterbund Deutschlands), gab seit 1970 die Zeitung „Rote Fahne“ heraus, die bis in die Gegenwart erscheint, seit Mitte der 1990er Jahre neben der gedruckten Version auch mit Internet-Präsenz. Die „Rote Fahne“ der MLPD hat gegenüber der historischen „Die Rote Fahne“ einen deutlich unterscheidbaren Zeitungskopf.
1990 begann der Berliner Publizist Stephan Steins, die Herausgabe einer neuen, an der historischen Zeitung orientierten „Die Rote Fahne“ zu organisieren. „Die Rote Fahne“ erschien ab August 1992 zunächst mit dem Untertitel „Zeitung der Kommunisten in Deutschland“ und seit 2000 als „media . philosophie . sozialistische politik . kunst & kultur“. Laut Aussagen der Redaktion liegen die alleinigen Rechte am Titel bei diesem Verlag. Inhaltlich vertritt sie den Anspruch, die unterschiedlichen Strömungen der Linken unter einem Nenner zu einen und steht der geplanten Vereinigung von der in Folge des Auflösungsprozesses der DDR aus der SED hervorgegangenen Linkspartei.PDS und der im Januar 2005 gegründeten WASG mit kritischer Sympathie gegenüber.
Die 1990 in der damaligen Noch-DDR (kurz vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten) neu gegründete, bei Kritikern als stalinistisch orientiert geltende KPD gab zunächst eine Zeitung unter dem Namen „Trotz Alledem“ heraus. In der Folge wurde die Parteizeitung dieser im Vergleich zur historischen KPD eher unbedeutenden Splitterpartei ebenfalls in „Die Rote Fahne“ umbenannt und mit dem Untertitel "Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands" versehen.
Beide Titel - derjenige der neuen KPD und derjenige des Publizisten Stefan Steins - werden mittlerweile im Internet publiziert, haben allerdings unterschiedliche ideologische Ausrichtungen im Verständnis der Umsetzung Linker Politik.
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Ossip K. Flechtheim: Die KPD in der Weimarer Republik. Offenbach, 1948 S.39-41.
[Bearbeiten] Literatur
- Ossip K. Flechtheim: Die KPD in der Weimarer Republik. Offenbach, 1948.