Rothenburg ob der Tauber
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Wappen | Deutschlandkarte | |
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Basisdaten | ||
Bundesland: | Bayern | |
Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
Landkreis: | Ansbach | |
Koordinaten: | Koordinaten: 49° 23′ N, 10° 11′ O49° 23′ N, 10° 11′ O | |
Höhe: | 430 m ü. NN | |
Fläche: | 41,45 km² | |
Einwohner: | 11.314 (30. Juni 2005) | |
Bevölkerungsdichte: | 273 Einwohner je km² | |
Postleitzahl: | 91541 | |
Vorwahl: | 09861 | |
Kfz-Kennzeichen: | AN | |
Gemeindeschlüssel: | 09 5 71 193 | |
Stadtgliederung: | 38 Stadtteile | |
Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 1 91541 Rothenburg o.d.T |
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Webpräsenz: | ||
Oberbürgermeister: | Walter Hartl („Für Rothenburg“) |
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Rothenburg ob der Tauber ist eine Große Kreisstadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Rothenburg ob der Tauber liegt am Fluss Tauber und am Rande des Naturparks Frankenhöhe.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Wurzeln von Rothenburg liegen in Detwang, einem heutigen Stadtteil von Rothenburg. Diese Pfarrei wurde um 970 von einem ostfränkischen Adligen namens Reiniger errichtet. Es folgen die Errichtung der Comburg (bei Schwäbisch-Hall), sowie die der Grafenburg oberhalb der Tauber, aus deren Standort sich der Namenszusatz ob der Tauber ableitet.
Bis zu deren Aussterben im Jahr 1108 befindet sich die Kaiserburg, die durch Erdbeben 1356 zerstört werden wird, im Besitz der Grafen von Comburg-Rothenburg. Graf Heinrich von Rotenburg, das letzte Familienmitglied, vermacht die Burg dem Kloster Comburg.
Heinrich V., der diese Schenkung nicht bestätigt, gibt den Besitz an seinen Neffe Konrad III. als Lehen. Dieser erlangt 1137 die Königswürde, hält Hof in Rothenburg und errichtet die Reichsburg. Sein Sohn, Friedrich von Rothenburg, wird vorerst von seinem Vetter Friedrich I. bevormundet (er war noch minderjährig, als sein Vater starb) und erhält mit seinem Ritterschlag von 1157 den Titel „Herzog von Rothenburg“. Durch Friedrich I. wird Friedrich von Rothenburg auch das Egerland übergeben.
Die Erhebung von Rothenburg zur Freien Reichsstadt erfolgte zwischen 1170 und 1240. Prominenteste Figur des Mittelalters war Heinrich Toppler (ca. 1340 - 1408), der mit seiner energischen Politik und seinen Landkäufen das Schicksal der Stadt weit über seinen umstrittenen Tod hinaus beeinflusste.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1631 von General Graf von Tilly eingenommen; aus diesem Anlass findet jährlich das Festspiel „Der Meistertrunk“ statt (siehe unten).
Nachdem 1650 die letzten Soldaten die Stadt verlassen haben, versinkt die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf. Die Entwicklung steht praktisch still und die Stadt wird bedeutungslos. Dies ist der Grund, warum sich die Stadt bzw. ihre Bausubstanz in einem dermaßen gut erhaltenen Zustand befindet.
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ist die Stadt ein Teil Bayerns. Bereits um die Jahrhundertwende war Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Noch vor dem ersten Weltkrieg trafen Ausflugsbusse mit gehobener Gesellschaft ein, die im Hotel Eisenhut residierte, das heute noch existiert.
In der Weimarer Republik entwickelten sich Stadt und Wahlbezirk Rothenburg zu einer Hochburg der NSDAP, die 1929 dort 83 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Im Zweiten Weltkrieg werden etwa 40 % der original erhaltenen Bausubstanz Rothenburgs durch alliierte Bomberangriffe[1] in den letzten Kriegstagen weitgehend zerstört oder stark beschädigt. Der Bombenangriff galt eigentlich einem anderem Ziel in der Nähe, das aber wegen Vernebelung nicht angegriffen werden konnte, so dass Rothenburg – obwohl von keiner militärischen Bedeutung – als Ersatzziel angegriffen wird. Die Zerstörung betrifft hauptsächlich den neueren Ostteil der Altstadt, so dass die bedeutendsten Baudenkmäler erhalten bleiben. Nach dem Krieg werden die Gebäude aber wieder originalgetreu aufgebaut bzw. saniert.
Bis ins Jahr 1972 war die Stadt Sitz des Landkreises Rothenburg und führte deshalb ein eigenes Kfz-Kennzeichen: ROT (nur Gruppe Ia, also z.B. ROT-H 123). Mit der bayerischen Gebietsreform wurde die Stadt und der bisherige Landkreis dem Landkreis Ansbach zugeordnet. Die Stadt behielt allerdings den Status einer großen Kreisstadt bei.
Siehe auch:
[Bearbeiten] Politik
Aufgrund des Status als Große Kreisstadt ist Rothenburg auch nach der Auflösung des Landkreises Rothenburg ob der Tauber berechtigt, einen Oberbürgermeister zu wählen. Bei der letzten Wahl gewann Walter Hartl, der für die parteiunabhängige Gruppierung „Für Rothenburg“ angetreten war und im zweiten Wahlgang auch von der SPD unterstützt wurde. Hartl ist seit 2. Mai 2006 im Amt. Er folgt auf den langjährigen Oberbürgermeister Herbert Hachtel (SPD), der nicht wieder zur Wahl angetreten war.
Der Stadtrat hat 24 Mitglieder und wählt aus seinen Mitgliedern einen weiteren Bürgermeister. Wahlen finden alle 6 Jahre statt. Die letzte Wahl war im Jahr 2002 und hatte dieses Ergebnis:
- CSU: 9 Sitze
- SPD: 8 Sitze
- Freie Rothenburger Vereinigung (FRV): 4 Sitze
- Bündnis90/Die Grünen: 2 Sitze
- FDP: 1 Sitz
Die parteiunabhängige Gruppierung „Für Rothenburg“, die mit Walter Hartl den Oberbürgermeister stellt, ist nicht im Stadtrat vertreten, da sie erst zum Oberbürgermeisterwahlkampf 2006 gegründet wurde. Hartl war im Wahlkampf von Bündnis90/Die Grünen unterstützt worden. Nach Hartls Erfolg trat der Vorsitzende der unterlegenen Rothenburger CSU aus seiner Partei und seiner Stadtratsfraktion aus, um sich wenig später der FRV-Fraktion anzuschließen. Damit verfügt die CSU seit April 2006 nur noch über 8 Sitze im Rothenburger Stadtrat, die FRV dafür über 5.
[Bearbeiten] Wappen
Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber eine schwebende rote Burg mit zwei Zinnentürmen, dazwischen ein spitzbedachtes rotes Häuschen.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Rothenburg ist stark touristisch geprägt, beheimatet darüber hinaus aber ein Werk eines großen Hausgeräteherstellers, ein Werk eines großen Baumaschinenherstellers, mittelständische Maschinenbaubetriebe sowie Europas zweitgrößten Produzenten für Küchenarbeitsplatten.
[Bearbeiten] Verkehr
Rothenburg o.d.T. liegt an der Autobahn A7 mit der Anschlussstelle Rothenburg ob der Tauber in geringer Entfernung zur Stadt.
Die ehemalige Bundesstraße 25 durchquert Rothenburg von Nord nach Süd, west-östlich wird die Stadt von der Burgenstraße gekreuzt.
Die Stadt ist Endpunkt der am 1. November 1873 eröffneten Bahnstrecke nach Steinach an der Hauptbahn Würzburg–Ansbach. Heute verkehrt hier die Regionalbahnlinie R82 innerhalb des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg.
Von 1905 bis 1971 bestand auch eine Bahnverbindung über Schillingsfürst nach Dombühl an der Hauptstrecke Ansbach–Crailsheim.
Rothenburg o.d.T. wird zudem von zahlreichen Radwanderwegen berührt.
[Bearbeiten] Tourismus
Rothenburg ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter mit vielen verschachtelten Gässchen und kleinen Plätzen, umstanden von Fachwerkhäusern. Aus diesem Grund wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt und gilt im Ausland als Prototyp für eine deutsche Stadt. Insbesondere Besucher aus Japan machen bei organisierten Reisen durch Europa hier Halt. Die Stadt bietet neben Hotels und Gasthöfen auch einen nahe gelegenen Campingplatz und zwei Reisemobil-Stellplätze sowie eine Jugendherberge, die in der ehemaligen Rossmühle der Stadt untergebracht ist.
Wegen der gut erhaltenen Altstadt diente Rothenburg auch als Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen (z.B. Kaspar Hauser).
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
- AEG-Electrolux (Herde und Kochmulden)
- Ebalta (Kunststoffe, Gießharze, Kleber)
- Erhard Sport International (Sportgeräte)
- Käthe Wohlfahrt (Weihnachtsschmuck)
- Lechner (Küchenarbeitsplatten)
- ROTABENE Medienhaus (u. A.: Fränkischer Anzeiger und Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern)
- Schaeff-Terex (Bagger und Baumaschinen)
- Neuberger (Gebäudeautomation)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
- Reichsstadtmuseum
- Mittelalterliches Kriminalmuseum mit der Darstellung vorwiegend mittelalterlicher Folter- und Hinrichtungsgeräte, aber auch einer sehr bedeutenden Sammlung historischer juristischer Dokumente
- Puppen- und Spielzeugmuseum
- Schäfertanzmuseum
- Weihnachtsmuseum
- Handwerkerhaus
[Bearbeiten] Bauwerke
- St.-Jakobs-Kirche mit Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider, ein weiterer Riemenschneideraltar (Hl.-Kreuz-Altar) ist in der Detwanger Kirche
- Stadtmauer (Rundgang)
- Plönlein
- Spitalbastei
- Wolfgangskirche am Klingentor (Wehrkirche)
- Burgpalas (Blasiuskapelle)
- Topplerschlösschen im Taubertal
- Doppelbrücke
- Das Wildbad Rothenburg wurde zwischen 1898 und 1903 von Friedrich Hessing als Kurhotel erbaut. Seit 1982 findet es Verwendung als evangelische Tagungsstätte.
- Historisches Rathaus mit Glockenturm und Meistertrunk-Uhr
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Der Meistertrunk: Glaubt man dem Stück von Adam Hörber, dann soll sich die Geschichte folgendermaßen zugetragen haben (tatsächlich gibt es allerdings keine historischen Belege dafür, dass Tilly die eroberte Stadt überhaupt betreten hat): Tilly hatte die Ratsherren zum Tode verurteilt und wollte die Stadt brandschatzen lassen. In ihrer Not boten die Ratsherren Tilly als Willkommenstrunk Wein in einem prachtvollen bunten Glasbecher dar, der 3 1/4 Liter fasste. Tilly wurde dadurch milde gestimmt und sagte, wenn jemand diesen Becher voll Wein in einem Zuge austrinken könnte, würde er die Stadt verschonen. Altbürgermeister Nusch meldete sich freiwillig und zu jedermanns Erstaunen gelang es ihm, den Becher in einem Zuge zu leeren. Tilly war dadurch so beeindruckt, dass er die Stadt verschonte.
- Die Münzer von Rothenburg o.d. T.
- Reichsstadttage
- Taubertal-Festival
- Weihnachtsmarkt "Reiterlesmarkt"
- Schäfertanz
[Bearbeiten] Partnerstädte
Susdal in Russland
Athis-Mons in Frankreich
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Heinrich Toppler († 1408 in Rothenburg), Bürgermeister
- Johann Haller (1463-1525), Buchdrucker
- Petreius Aperbacchus (um 1480-1531), Humanist
- Valentin Ickelsamer (um 1500-1537), Pädagoge
- Andreas Libavius (1555-1616), Chemiker, Universalgelehrter
- Johann Georg Joch, (1676-1731), evangelischer Theologe
- Karl Georg Christian von Staudt (1798-1867), Mathematiker
- Franz von Leydig (1821-1908), Zoologe
- Hanno Bernheim (1824-1862), Philosoph
- Linus Memmel (1914-2004), Politiker (CSU), MdB
- Hans Karl Adam (1915-2002), Fernsehkoch
- Claus Herbst (* 1937), Nahostexperte
- Christof Stählin (* 1942), Schriftsteller, Liedermacher, Kabarettist
[Bearbeiten] Rezeption
Als Sinnbild einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt wird der Name Rothenburg gerne auf Städte außerhalb Frankens übertragen, deren historische Ortsbilder sich ebenfalls (zumindest im regionalen Vergleich) überdurchschnittlich gut erhalten haben. Als „Bayerisches Rothenburg“ bezeichnet man die oberbayerische Kreisstadt Landsberg am Lech aufgrund ihrer mit Rothenburg ob der Tauber vergleichbar gut erhaltenen, mittelalterlichen Bausubstanz. Beilstein an der Mosel nennt sich Miniatur-Rothenburg. Bis zu ihrer schweren Zerstörung 1945 und dem Verlust der Zugehörigkeit zu Deutschland wurden die Städte Pyritz und Preußisch Holland als pommersches bzw. ostpreußisches Rothenburg bezeichnet.
Auf dem Cover des Albums Winter Carrols der Band Blackmore’s Night ist das Plönlein zu sehen.
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Rothenburg ob der Tauber – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Rothenburg, 1) R. ob der Tauber. Artikel in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1888 ff., Bd. 13, S. 997 f.
- Rothenburg_ob_der_Tauber – Reiseinformationen bei Wikitravel
- Projekte, Literatur und Aktuelles zur Rothenburger Denkmalpflege und Geschichte
- Historisches Festspiel, Events
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