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Landkreis Landsberg am Lech - Wikipedia

Landkreis Landsberg am Lech

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wappen Karte
Wappen des Landkreises Landsberg am Lech Lage des Landkreises Landsberg am Lech in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Landsberg am Lech
Fläche: 804,49 km²
Einwohner: 111.984 (30. September 2005)
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: LL
Kreisschlüssel: 09 1 81
Kreisgliederung: 31 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Von-Kühlmann-Straße 15
86899 Landsberg a.Lech
Offizielle Website: www.landkreis-landsberg.de
Landrat: Walter Eichner (CSU)
Karte
Landkreis Landsberg am Lech in Bayern

Der Landkreis Landsberg am Lech liegt im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern. Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Aichach-Friedberg, im Nordosten der Landkreis Fürstenfeldbruck, im Osten der Landkreis Starnberg, im Süden der Landkreis Weilheim-Schongau und im Westen die schwäbischen Landkreise Ostallgäu und Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Der Landkreis liegt im westlichen Oberbayern an der Grenze zu Schwaben und umfasst 31 Gemeinden mit einer Gesamtfläche von 804 km². Der Lech mit seinen zahlreichen Staustufen, der Ammersee, die im Süden bis an das Alpenvorland reichenden Landgemeinden und das, durch die A 96 München-Lindau und der B17 Romantische Straße sehr zentral gelegene Landsberg am Lech, bestimmen das Bild des Landkreises.

Durch den Landkreis läuft, im wesentlichen entlang des Lechs, die bairisch - alemannische Sprachgrenze. Innerhalb weniger Kilometer sind oft deutliche Unterschiede im örtlichen Dialekt auszumachen.

[Bearbeiten] Geschichte

Erste gesicherte Siedlungsspuren ca. 4000-1800 v. Chr. gibt es südlich von Pestenacker. Zahlreiche Grabhügelfelder und keltische Viereckschanzen sind aus der Bronzezeit (etwa 1550-1250 v. Chr.) und vor allem aus der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.) erhalten. Ab 15 v. Chr. gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Rätien. Westlich des Lechs führte die Via Claudia von Augsburg nach Verona. Epfach (Abodiacum) war eine bedeutende provinzialrömische Kleinsiedlung.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft erfolgte im 5./6. Jahrhundert die Landnahme durch Alemannen und Bajuwaren. Im Hochmittalter wurde das Gebiet von den Grafen von Dießen-Andechs und den Welfen beherrscht, die im 13. Jahrhundert von den Wittelsbachern beerbt wurden. Sie gründeten das herzogliche Landgericht Landsberg, das weit über die Grenzen des heutigen Landkreises nach Nordosten (Moorenweis, Jesenwang) und Süden (Wessobrunn, Rottenbuch) ausgriff.

Der Landrichter von Landsberg übte im Vertretung des Landesherrn die Hochgerichtsbarkeit, in zahlreichen Orten auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Daneben entstanden innerhalb des Landgerichts über 30 Hofmarken, in denen Adelige oder Klöster die niedere Gerichtsbarkeit unterhielten. Die letzten dieser Patrimonialgerichte und Hofmarken werden erst 1848 aufgelöst.

1803 wurden die Landgerichte neu geordnet bzw. teilweise auch neu errichtet. Das neu umschriebene Landgericht Landsberg umfasste danach die meisten Orte des heutigen Landkreises, doch wurden damals einige Orte im Süden das alten Landgerichts den Landgerichten Schongau und Weilheim zugeschlagen. Bei der Errichtung des Landgerichts Bruck (später Fürstenfeldbruck) 1823 musste das Landgericht Landsberg im Nordosten einige Gemeinden an das neue Landgericht abgeben.

1862 wurde ein neues Landgericht Dießen errichtet. Dieses bildete zusammen mit dem Landgericht Landsberg das Bezirksamt Landsberg als Verwaltungsbehörde unter einem "Kgl. Bezirksamtmann", doch wurde 1879 das Landgericht Dießen bereits wieder aufgelöst. Auf die Bezirksstruktur hatte dies keine Auswirkungen. Schon zwei Jahre vorher (1877) war die Stadt Landsberg am Lech aus dem Bezirksamt Landsberg ausgeschieden und eine kreisunmittelbare Stadt geworden. Die Umbenennung des Bezirksamts in Landratsamt bzw. des Bezirks in Landkreis erfolgte 1939. Der erste Landrat war Hermann Loew (bis 1942). 1940 wurde die Stadt Landsberg am Lech wieder in den Landkreis eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht.

Im Zuge der Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Landsberg am Lech, die kreisfreie Stadt Landsberg am Lech sowie 14 Gemeinden der Nachbarlandkreise Fürstenfeldbruck, Schongau und Kaufbeuren zum neuen Landkreis Landsberg am Lech vereinigt. Die Stadt Landsberg am Lech erhielt durch den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

2002 wurde die Schreibweise des Namens von "Landsberg a.Lech" in "Landsberg am Lech" geändert.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Landrat

  • 1945-1958: Otto Gerbl (CSU)
  • 1958-1984: Bernhard Müller-Hahl (CSU)
  • 1984-2002: Erwin Filser (CSU)

Landrat des Landkreises Landsberg am Lech ist seit dem 1. Mai 2002 Walter Eichner von der CSU, der die Wahl mit 62,6% der Wählerstimmen gewann. Sein Vorgänger war Erwin Filser, ebenfalls CSU, der nicht mehr zur Wiederwahl antrat.

[Bearbeiten] Kreistag

Kreistag mit 60 Kreisräte. Die Sitze verteilen sich seit der Kommunalwahl 2002 wie folgt:

Die Bayernpartei, die ÖDP und die FDP bilden eine Ausschussgemeinschaft.

Zusätzlich besteht zwischen diesen Parteien und den Freien Wählern ein Ausschussgemeinschaft für den Rechnungsprüfungs- und Finanzausschuss.

[Bearbeiten] Wappen

Unter einem von Weiß und Blau gerauteten Schildhaupt, gespalten von Rot und Silber, vorne ein goldener Adler, hinten ein aufsteigender roter Löwe.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Neben der Landwirtschaft ist das Handwerk einen wichtiger Faktor der gewerblichen Wirtschaft. Betriebe mit überregionaler Bedeutung sind im Landkreis Landsberg ebenfalls ansässig, so zum Beispiel die Firma Hilti in Kaufering, die Firma Hirschvogel in Denklingen, die Rational AG (Heißluftgeräte), die Pannenhilfezentrale Süddeutschland und das Technikzentrum des ADAC in Landsberg am Lech.

[Bearbeiten] Verkehr

Die beiden Knotenpunkte des Eisenbahnnetzes in diesem Kreis - Kaufering und Geltendorf - liegen an der 1872/73 eröffneten Staatsbahnlinie München - Buchloe, auf der auch die Fernzüge in die Schweiz verkehren.

Von Kaufering führte schon 1872 eine Strecke nach der Kreisstadt Landsberg, die 1886 lechaufwärts bis Schongau weitergebaut wurde. Nach Norden entstand bereits 1877 die Verbindung nach Augsburg.

In Geltendorf kreuzt seit 1898 die Ammerseebahn Augsburg - Weilheim mit der Ostwestlinie München - Buchloe.

Von den 90 Streckenkilometern, die das Netz umfasst, wurden 23 km der Linie Landsberg - Schongau (Fuchstalbahn) für den regulären Personenverkehr stillgelegt; den Güterverkehr auf dieser Strecke bedient die Augsburger Localbahn GmbH.

Die in Ost-West-Richtung verlaufende Bundesautobahn 96 verbindet das Allgäu mit München. Die B 17 (teilweise als Romantische Straße) führt von Augsburg in den Raum Füssen und Tirol.

[Bearbeiten] Städte und Gemeinden

Stadt

  1. Landsberg am Lech, Große Kreisstadt (27.140)


Markt

  1. Dießen a.Ammersee (10.018)


Verwaltungsgemeinschaften

  1. Fuchstal
    (Gemeinden Fuchstal und Unterdießen)
  2. Igling
    (Gemeinden Hurlach, Igling und Obermeitingen)
  3. Prittriching
    (Gemeinden Prittriching und Scheuring)
  4. Pürgen
    (Gemeinden Pürgen, Hofstetten und Schwifting)
  5. Reichling
    (Gemeinden Apfeldorf, Kinsau, Reichling, Rott, Thaining und Vilgertshofen)
  6. Schondorf a.Ammersee
    (Gemeinden Eching a.Ammersee, Greifenberg und
    Schondorf a.Ammersee)
  7. Windach
    (Gemeinden Eresing, Finning und Windach)


Gemeindefreies Gebiet

  1. Ammersee (47,42 km²)

Gemeinden

  1. Apfeldorf (1.071)
  2. Denklingen (2.478)
  3. Eching a.Ammersee (1.657)
  4. Egling a.d.Paar (2.210)
  5. Eresing (1.717)
  6. Finning (1.676)
  7. Fuchstal (3.399)
  8. Geltendorf (5.581)
  9. Greifenberg (2.040)
  10. Hofstetten (1.759)
  11. Hurlach (1.577)
  12. Igling (2.407)
  13. Kaufering (9.824)
  14. Kinsau (993)
  15. Obermeitingen (1.563)
  16. Penzing (3.709)
  17. Prittriching (2.380)
  18. Pürgen (3.149)
  19. Reichling (1.639)
  20. Rott (1.492)
  21. Scheuring (1.836)
  22. Schondorf a.Ammersee (3.904)
  23. Schwifting (843)
  24. Thaining (918)
  25. Unterdießen (1.339)
  26. Utting a.Ammersee (3.989)
  27. Vilgertshofen (2.452)
  28. Weil (3.626)
  29. Windach (3.601)

(Einwohnerzahlen vom 30. September 2005)

[Bearbeiten] Literatur

  • Bernhard Müller-Hahl: Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg a. Lech
  • Bernhard Müller-Hahl: Landsberg a. Lech - Sagen und Legenden zwischen Lech und Ammersee


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