Kardinalstradition
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Der Begriff Kardinalstradition spiegelt all jene Traditionen wieder, die sich in der römisch-katholischen Kirche für die Ernennung zum Kardinal herausgebildet haben.
Der Papst ist zwar in der Ernennung von Kardinälen weder an Normen noch Traditionen gebunden. Dennoch gibt es Bistümer und Ämter, die traditionell mit der Kardinalswürde verbunden sind. Da der Kandidatenkreis hierbei eng abgesteckt ist und eindeutige Kriterien benannt sind, handelt es sich dabei nicht um Spekulation, sondern um eine rationale und logische Abschätzung.
[Bearbeiten] Traditionelle Kardinalssitze
Verschiedene und besonders wichtige Erzbistümer werden für gewöhnlich entweder mit einem Kardinal besetzt oder der neue Erzbischof wird meist bei einem der nächsten Konsistorien ins Kardinalskollegium berufen. Als solche können zur Zeit 57 Erzbistümer gelten:
[Bearbeiten] Europa (30)
Europa stellt im Moment nach wie vor etwas über 50 Prozent der Kardinäle. Dies spiegelt sich noch stärker bei den Erzbistümern mit Kardinalstradition wieder, bei denen nach wie vor 30 von 57 aus Europa kommen.
[Bearbeiten] Deutschsprachiger Raum (4)
Im deutschsprachigen Raum gibt es heute vier Erzbistümer mit Kardinalstradition, davon drei in Deutschland, eins in Österreich, wobei Köln und Wien die ältesten Traditionen haben. Das frühere deutsche Erzbistum Breslau, dessen Erzbischöfe seit 1893 traditionell zu Kardinälen berufen werden, gehört seit 1945 zu Polen:
- Erzbistum Berlin (seit Julius Döpfner ab 1958)
- Erzbistum Köln (seit Johannes von Geissel ab 1850)
- Erzbistum München-Freising (seit Franziskus von Bettinger ab 1914)
- Erzbistum Wien (seit Joseph Othmar von Rauscher ab 1858)
Siehe auch: Entwicklung der Kardinalstraditionen im deutschsprachigen Raum
[Bearbeiten] Italien (8)
Entsprechend der Geschichte des Kardinalskollegiums hat Italien noch 8 Erzbistümer mit Kardinalstradition, wobei Bologna die nachweislich älteste Tradition besitzt. Das Bistum Rom bleibt außen vor, da in ihm ja der jeweilige Papst Bischof ist.
- Erzbistum Bologna (seit Scipione Caffarelli-Borghese ab 1610)
- Erzbistum Florenz (seit Agostino Bausa ab 1889)
- Erzbistum Genua (seit Carlo Dalmazio Minoretti ab 1925)
- Erzbistum Mailand (seit Andrea Carlo Ferrari ab 1894)
- Erzbistum Neapel (seit mind. Luigi Ruffo Scilla ab 1801)
- Erzbistum Palermo (seit mind. Michelangelo Celesia ab 1884)
- Erzbistum Turin (seit Agostino Richelmy ab 1899)
- Erzbistum Venedig (seit mind. Angelo Ramazzotti ab 1861)
[Bearbeiten] Übriges Westeuropa (12)
In restlichen Westeuropa gibt es Kardinalstraditionen viermal in Spanien, dreimal in Frankreich und jeweils einmal in Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Portugal, wobei das Erzbistum Toledo die älteste Tradition (seit 1755) aufweisen kann.
- Belgien: Erzbistum Mecheln-Brüssel (seit Engelbert Sterckx ab 1838)
- Frankreich:
- Erzbistum Lyon (seit Joseph Fesch ab 1803)
- Erzbistum Marseille (noch unsicher, erst seit Roger Marie Élie Etchegaray ab 1979)
- Erzbistum Paris (seit Joseph Hippolyte Guibert ab 1873)
- Großbritannien: Erzbistum Westminster (seit Nicholas Patrick Stephen Wiseman ab 1850)
- Irland: Erzbistum Armagh (seit Michael Logue ab 1893 bis auf seit 1996 amtierenden Seán B. Brady). Bereits der erste, 1866 von Papst Pius IX. ernannte, irische Kardinal Paul Cullen war Erzbischof von Armagh.
- Niederlande: Erzbistum Utrecht (seit Johannes de Jong ab 1946)
- Portugal: Erzbistum Lissabon (seit Carlos da Cunha e Menezes ab 1819)
- Spanien:
- Erzbistum Barcelona (erst seit Marcelo González Martín ab 1973)
- Erzbistum Madrid (erst seit Vicente Enrique y Tarancón mit dessen Wechsel von Toledo nach Madrid 1971)
- Erbistum Sevilla (seit Antonio Despuig y Dameto ab 1803)
- Erzbistum Toledo (seit Luis II. Fernández de Córdoba ab 1755)
[Bearbeiten] Osteuropa (6)
In Osteuropa findet sich die älteste Kardinalstradition in Ungarn (seit 1853), dafür gibt es drei Erzbistümer mit dieser Tradition in Polen.
- Kroatien: Erzbistum Zagreb (seit Alojzije Stepinac ab 1952)
- Polen:
- Erzbistum Breslau (seit Georg von Kopp ab 1893)
- Erzbistum Krakau (seit Albin Dunajewski ab 1890)
- Erzbistum Warschau (seit Aleksander Kakowski ab 1919)
- Tschechien: Erzbistum Prag (seit Karel Boromejský Kaspar ab 1935)
- Ungarn: Erzbistum Esztergom-Budapest (seit mind. Ján Krstitel Scitovszky ab 1853)
Auch in diesem Raum zeichnen sich neue Kardinalstraditionen ab.
[Bearbeiten] Amerika (19)
[Bearbeiten] Vereinigte Staaten und Kanada (8)
1875 ernannte der Papst Pius IX. den ersten nordamerikanischen Kardinal: John McCloskey, Erzbischof von New York, das aber erst seit dem übernächsten Nachfolger auch Kardinalstradition erlangt.
- Erzbistum Boston (seit William Henry O'Connell ab 1911)
- Erzbistum Chicago (seit George William Mundelein ab 1924)
- Erzbistum Detroit (seit Edward Aloysius Mooney ab 1946)
- Erzbistum Los Angeles (seit James Francis Louis McIntyre ab 1953)
- Erzbistum New York (seit John Murphy Farley ab 1911)
- Erzbistum Philadelphia (seit Denis Joseph Dougherty ab 1921)
- Erzbistum Washington (seit Patrick Aloysius O'Boyle ab 1967)
- Erzbistum Montréal (seit Paul-Émile Léger ab 1953)
[Bearbeiten] Lateinamerika (11)
In Mittel- und Südamerika liegt die älteste Tradition im Erzbistum Rio de Janeiro, alle anderen Bistümer gelangten erst nach 1945 in diese Tradition. Brasilien ist auch das einzige lateinamerikanische Land mit drei Erzbistümern mit Kardinalstradition, gefolgt von Mexiko mit zwei.
- Argentinien: Erzbistum Buenos Aires (seit Antonio Caggiano ab 1959, der aber schon seit 1946 Kardinal als Erzbischof von Rosario war)
- Brasilien:
- Erzbistum Rio de Janeiro (seit Joaquim Arcoverde de Albuquerque Cavalcanti ab 1905)
- Erzbistum São Paulo (seit Carlos Carmelo de Vasconcelos Motta ab 1946)
- Erzbistum São Salvador da Bahia (seit Augusto Álvaro da Silva ab 1953)
- Chile: Erzbistum Santiago de Chile (seit José María Caro Rodríguez ab 1946)
- Ecuador: Erzbistum Quito (seit Carlos María Javier de la Torre ab 1953)
- Kolumbien: Erzbistum Bogota (seit Crisanto Luque Sánchez ab 1953)
- Mexiko:
- Erzbistum Guadalajara (seit José Garibi y Rivera ab 1958)
- Erzbistum Mexiko-Stadt (erst seit Miguel Darío Miranda y Gómez ab 1969)
- Peru: Erzbistum Lima (seit Juan Gualberto Guevara ab 1946)
- Venezuela: Erzbistum Caracas (seit José Humberto Quintero Parra ab 1961)
Vor allem in vielen mittelamerikanischen Ländern scheinen sich neue Kardinalstraditionen aufzutun.
[Bearbeiten] Afrika (2)
Der erste Kardinal des Schwarzen Kontinentes war Laurean Rugambwa, der 1953 Bischof von Rutabo, 1960 von Papst Johannes XXIII. zum Kardinal ernannt und 1968 zum Erzbischof von Daressalam wurde.
- Tansania: Erzbistum Daressalam (seit 1968, Laurean Rugambwa (1968-1992, 1960 Kardinal), Polycarp Pengo (1992-dato, 1998 Kardinal)
- Madagaskar: Erzbistum Antananarivo: Jérôme Rakotomalala (1960-1975, 1969 Kardinal), Victor Razafimahatratra, S. I. (1976-1993, 1976 Kardinal), Armand Gaétan Razafindratandra, (1994-2005, 1994 Kardinal), Odon Marie Arsène Razanakolona (2005-)
Aufgrund der aufstrebenden Situation der römisch-katholischen Kirche in Afrika ist aber die Ausbildung weiterer Kardinalstraditionen zu erwarten.
[Bearbeiten] Asien (4)
Der erste asiatische Kardinal war Thomas Tien-Ken-Sin, der 1946 von Papst Pius XII. zum Kardinal und gleichzeitig zum Erzbischof von Peking ernannte. Dieser Bischofsstuhl ist seit dem Tod Tien-Ken-Sins vakant. Bisher haben sich in Asien nur vier Erzbistümer mit Kardinalstradition ausgebildet:
- Indien: Erzbistum Bombay: Valerian Gracias (1950-1978, 1953 Kardinal), Simon Ignatius Pimenta (1978-1996, 1988 Kardinal), Ivan Dias (1996-2006, 2001 Kardinal)
- Japan: Erzbistum Tokio (seit Peter Tatsuo Doi ab 1960)
- Philippinen: Erzbistum Manila: Rufino Jiao Santos (1953-1973, 1960 Kardinal), Jaime Lachica Sin, (1974-2003, 1976 Kardinal), Gaudencio Borbon Rosales (2003-, 2006 Kardinal)
- Vietnam: Erzbistum Hanoi: Joseph Marie Trin-nhu-Khuê (1950-1978, 1960 Erzbischof, 1976 Kardinal), Joseph Marie Trinh Van Can (1978-1990, 1979 Kardinal), Paul Joseph Pham Ðình Tung (1994-2005, 1994 Kardinal), Joseph Ngô Quang Kiêt (2005-)
Auch hier sind aufgrund der aufstrebenden Situation der römisch-katholischen Kirche in Asien weitere Erzbistümer mit Kardinalstradition zu erwarten.
[Bearbeiten] Australien und Ozeanien (2)
Norman Thomas Gilroy, der seit 1940 Erzbischof von Syndney war, wurde 1946 zum ersten Kardinal aus dem fünften Kontinent Australien und Ozeanien. Seither hat sich neben Sydney nur noch das neuseeländische Wellington zum Erzbistum mit Kardinalstradition entwickelt:
- Australien: Erzbistum Sydney: Norman Thomas Gilroy (1940-1971, 1946 Kardinal), James Darcy Freeman (1971-1983, 1973 Kardinal), Edward Bede Clancy (1983-2001, 1988 Kardinal), George Pell (2001-, 2003 Kardinal)
- Neuseeland: Erzbistum Wellington: Peter Thomas McKeefry (1954-1973, 1969 Kardinal), Reginald John Delargey (1974-1979, 1976 Kardinal), Thomas Stafford Williams, (1979-2005, 1983 Kardinal), John Atcherley Dew (2005-)
[Bearbeiten] Unierte Kirchen
- Großerzbischof von Lemberg der Ukrainer, seit 2005 Großerzbischof von Kiew und Halytsch (Tradition seit mind. 1965 durch Jossyf Slipyj)
- Großerzbischof von Ernakulum-Angamaly der Syro-Malabaresen (Tradition seit 1969 durch Joseph Parecattil)
[Bearbeiten] Traditionelle Kardinalsämter
- Staatssekretär
- Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre
- Präfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen
- Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
- Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse
- Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker
- Präfekt der Kongregation für den Klerus
- Präfekt der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und für die Gemeinschaften des apostolischen Lebens
- Präfekt der Kongregation für das Katholische Bildungswesen
- Präfekt der Kongregation für die Bischöfe
- Präfekt des Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur
- Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche
- Kardinalkämmerer der Heiligen Römischen Kirche und Präsident der Verwaltung der Güter des Heiligen Stuhles
- Präsident der Präfektur der Wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles
- Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien
- Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen
- Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie
- Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden
- Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastorale im Krankendienst
- Präsident des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten
[Bearbeiten] Papstwahlberechtigte Kardinäle und Kardinalstradition
Geburtsdatum zeigt Ausscheiden aus dem Kreis der papstwahlberechtigten Kardinäle an. Mit Vollendung des 80. Geburtstages erlischt die Wahlberechtigung.
[Bearbeiten] Mit Kardinalstradition
- * 25. Oktober 1952 - Péter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest
- * 17. Oktober 1950 - Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon
- * 20. März 1949 - Josip Bozanic, Erzbischof von Zagreb
- * 10. Oktober 1945 - Antonio Cañizares Llovera, Erzbischof von Toledo
- * 22. Januar 1945 - Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien
- * 05. August 1944 - Polycarp Pengo, Erzbischof von Daressalam
- * 29. Juni 1944 - Sean Patrick O'Malley, Erzbischof von Boston
- * 28. Dezember 1943 - Juan Luis Cipriani Thorne, Erzbischof von Lima
- * 02. Juni 1943 - Crescenzio Sepe, Erzbischof von Neapel
- * 05. April 1943 - Jean-Louis Tauran, Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche
- * 28. August 1942 - Jorge Liberato Urosa Savino, Erzbischof von Caracas
- * 06. Juni 1942 - Norberto Rivera Carrera, Erzbischof von México
- * 07. November 1941 - Angelo Scola, Patriarch von Venedig
- * 08. Juni 1941 - George Pell, Erzbischof von Sydney
- * 17. April 1940 - Agostino Vallini, Präfekt des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur
- * 11. Oktober 1939 - Zenon Grocholewski, Präfekt der Kongregation für das katholische Bildungswesen
- * 27. April 1939 - Stanislaw Dziwisz, Erzbischof von Krakau
- * 01. Juni 1938 - Carlo Caffarra, Erzbischof von Bologna
- * 16. Januar 1937 - Francis Eugene George, Erzbischof von Chicago
- * 17. Dezember 1936 - Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires
- * 18. November 1936 - Ennio Antonelli, Erzbischof von Florenz
- * 24. August 1936 - Antonio María Rouco Varela, Erzbischof von Madrid
- * 26. Juni 1936 - Jean-Claude Turcotte, Erzbischof von Montréal
- * 15. Juni 1936 - William Joseph Levada, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre
- * 14. April 1936 - Ivan Dias, Präfekt der Kongregation für die Evangelisation der Völker
- * 27. Februar 1936 - Roger Michael Mahony, Erzbischof von Los Angeles
- * 26. Februar 1936 - José da Cruz Policarpo, Patriarch von Lissabon
- * 09. Februar 1936 - Georg Maximilian Sterzinsky, Erzbischof von Berlin
- * 08. November 1935 - Alfonso López Trujillo, Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie
- * 19. April 1935 - Justin Francis Rigali, Erzbischof von Philadelphia
- * 02. Dezember 1934 - Tarcisio Bertone, Staatssekretär
- * 23. September 1934 - Franc Rodé, Präfekt der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften apostolischen Lebens
- * 23. August 1934 - Carlos Amigo Vallejo, Erzbischof von Sevilla
- * 08. August 1934 - Cláudio Hummes, Präfekt der Kongregation für den Klerus
- * 14. März 1934 - Dionigi Tettamanzi, Erzbischof von Mailand
- * 30. Januar 1934 - Giovanni Battista Re, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe (Tradition besteht)
- * 25. Dezember 1933 - Joachim Meisner, Erzbischof von Köln
- * 19. Oktober 1933 - Geraldo Majella Agnelo, Erzbischof von São Salvador da Bahia
- * 05. September 1933 - Francisco Javier Errázuriz Ossa, Erzbischof von Santiago de Chile
- * 04. Juni 1933 - Godfried Danneels, Erzbischof von Mechelen-Brüssel
- * 28. März 1933 - Juan Sandoval Íñiguez, Erzbischof von Guadalajara
- * 18. März 1933 - Severino Poletto, Erzbischof von Turin
- * 05. März 1933 - Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen
- * 26. Februar 1933 - Lubomyr Husar, Großerzbischof von Kiew und Halytsch (vormals Lemberg) der Ukrainer
- * 26. Januar 1933 - Javier Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastorale im Krankendienst
- * 08. Dezember 1932 - Eusébio Oscar Scheid, Erzbischof von São Sebastião do Rio de Janeiro
- * 23. November 1932 - Renato Raffaele Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden
- * 01. November 1932 - Francis Arinze, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenlehre
- * 13. September 1932 - Pedro Rubiano Sáenz, Erzbischof von Bogotá
- * 24. August 1932 - Cormac Murphy-O'Connor, Erzbischof von Westminster
- * 10. August 1932 - Gaudencio B. Rosales, Erzbischof von Manila
- * 26. Juli 1932 - James Francis Stafford, Großpönitentiar
- * 17. Mai 1932 - Miloslav Vlk, Erzbischof von Prag
- * 02. April 1932 - Edward Michael Egan, Erzbischof von New York
- * 06. Januar 1932 - José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen
- * 26. November 1931 - Adrianus Johannes Simonis, Erzbischof von Utrecht
- * 04. November 1931 - Bernard Francis Law, früherer Erzbischof von Boston, jetzt Erzpriester der Liberianischen Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore
- * 11. April 1931 - Sergio Sebastiani, Präsident der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Hl. Stuhls
- * 26. Januar 1931 - Bernard Panafieu, emeritierter Erzbischof von Marseille
- * 26. September 1930 - Michele Giordano, emeritierter Erzbischof von Neapel
- * 18. September 1930 - Ignace Moussa I. Daoud, Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen (Tradition besteht)
- * 06. September 1930 - Salvatore De Giorgi, emeritierter Erzbischof von Palermo
- * 07. Juli 1930 - Theodore Edgar McCarrick, emeritierter Erzbischof von Washington
- * 31. März 1930 - Julián Herranz, emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte
- * 20. März 1930 - Thomas Stafford Williams, emeritierter Erzbischof von Wellington
- * 18. März 1930 - Adam Joseph Maida, Erzbischof von Detroit (Vereinigte Staaten von Amerika)
- * 18. Dezember 1929 - Józef Glemp, emeritierter Erzbischof von Warschau
- * 04. Juli 1929 - Darío Castrillón Hoyos, emeritierter Präfekt der Kongregation für den Klerus
- * 17. Juni 1928 - Peter Seiichi Shirayanagi, emeritierter Erzbischof von Tokio
- * 13. Juni 1928 - Giacomo Biffi, emeritierter Erzbischof von Bologna
- * 20. Februar 1928 - Friedrich Wetter, emeritierter Erzbischof von München und Freising
- * 23. November 1927 - Angelo Sodano, emeritierter Staatssekretär und Dekan des Kardinalskollegiums
- * 14. September 1927 - Edmund Casimir Szoka, emeritierter Erzbischof von Detroidt, emertierter Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat Vatikanstadt
- * 29. Mai 1927 - Varkey Vithayathil, Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly der Syro-Malabaresen
- * 20. Mai 1927 - Franciszek Macharski, emeritierter Erzbischof von Krakau
- * 08. Mai 1927 - László Paskai, emeritierter Erzbischof von Esztergom-Budapest
- * 31. März 1927 - Eduardo Martínez Somalo, emeritierter Präfekt der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens
[Bearbeiten] bisher ohne Kardinalstradition
- * 11. Oktober 1948 - Peter Kodwo Appiah Turkson, Erzbischof von Cape Coast (Ghana)
- * 08. September 1945 - Vinko Puljic, Erzbischof von Sarajevo (Bosnien-Herzegowina)
- * 26. September 1944 - Jean-Pierre Ricard, Erzbischof von Bordeaux, Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz
- * 08. Juni 1944 - Marc Ouellet, Erzbischof von Québec (seit 1871 bestehende Kardinalstradition wurde durch Vorgänger Maurice Couture (1990–2002) unterbrochen)
- * 29. Dezember 1942 - Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Honduras
- * 08. März 1941 - Wilfrid Fox Napier, Erzbischof von Durban
- * 27. Februar 1941 - Gabriel Zubeir Wako, Erzbischof von Khartoum, Vorsitzender der sudanesischen Bischofskonferenz
- * 15. Oktober 1939 - Telesphore Placidus Toppo, Erzbischof von Ranchi, Vorsitzender der indischen Bischofskonferenz
- * 17. März 1938 - Keith Michael Patrick O'Brien, Erzbischof von Erzbistum Saint Andrews and Edinburgh, Vorsitzender der schottischen Bischofskonferenz
- * 16. März 1937 - Attilio Nicora, Präsident der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls
- * 01. Februar 1937 - Audrys Juozas Backis, Erzbischof von Vilnius, Vorsitzender der litauischen Bischofskonferenz
- * 31. Oktober 1936 - Nicolás de Jesús López Rodríguez, Erzbischof von Santo Domingo, Vorsitzender der dominikanischen Bischofskonferenz
- * 18. Oktober 1936 - Jaime Lucas Ortega y Alamino, Erzbischof von Havanna (Kuba)
- * 16. Juni 1936 - Anthony Olubunmi Okogie, Erzbischof von Lagos (Nigeria)
- * 16. Mai 1936 - Karl Lehmann, Bischof von Mainz, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz
- * 07. März 1936 - Julio Terrazas Sandoval, Erzbischof von Santa Cruz de la Sierra (Bolivien)
- * 20. Dezember 1934 - Julius Riyadi Darmaatmadja, Erzbischof von Jakarta, Vorsitzender der indonesischen Bischofskonferenz
- * 1934 - Jean-Baptiste Pham Minh Mân, Erzbischof von Thành-Phô Hô Chí Minh (Vietnam)
- * 14. Juni 1932 - Henri Schwery, emeritierter Bischof von Sion, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz
- * 08. März 1932 - Rodolfo Quezada Toruño, Erzbischof von Guatemala-Stadt
- * 13. Januar 1932 - Joseph Zen Ze-kiun, Bischof von Hong Kong (China)
- * 07. Dezember 1931 - Nicholas Cheong Jinsuk, Erzbischof von Seoul (Korea)
- * 04. März 1931 - William Henry Keeler, Erzbischof von Baltimore (Vereinigte Staaten von Amerika)
- * 19. Februar 1931 - Camillo Ruini, Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Diözese Rom (Kardinalvikar)
- * 06. Februar 1931 - Ricardo J. Vidal, Erzbischof von Cebu (Philippinen)
- * 14. November 1930 - Janis Pujats, Erzbischof von Riga (Lettland)
- * 15. Oktober 1930 - Christian Wiyghan Tumi, Erzbischof von Douala (Kamerun)
- * 30. August 1930 - Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur
- * 09. März 1930 - Stephen Fumio Hamao, emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates der Seelsorge am Menschen unterwegs
- * 27. Januar 1930 - Aloysius Matthew Ambrozic, emeritierter Erzbischof von Toronto (Kanada)
- * 25. Juni 1929 - Francesco Marchisano, emeritierter Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Vatikanstadt (Kardinalvikar)
- * 25. Januar 1929 - Michael Michai Kitbunchu, Erzbischof von Bangkok (Thailand)
[Bearbeiten] Entwicklung der Kardinalstraditionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
[Bearbeiten] Deutschland
Wenn man alle deutsche Kardinäle betrachtet, die im 20. Jahrhundert und im Jahr 2001 ernannt wurden, ergibt sich folgendes Bild:
Erzbistum München und Freising:
- Franziskus Kardinal von Bettinger (1909 Erzbischof, 1914 Kardinal)
- Michael Kardinal von Faulhaber (1917 Erzbischof, 1921 Kardinal)
- Joseph Kardinal Wendel (1952 Erzbischof, 1953 Kardinal)
- Joseph Kardinal Ratzinger (1977 Erzbischof, 1977 Kardinal)
- Friedrich Kardinal Wetter (1982 Erzbischof, 1985 Kardinal)
- Antonius Hubert Kardinal Fischer (1902 Erzbischof, 1903 Kardinal)
- Felix Kardinal von Hartmann (1912 Erzbischof, 1914 Kardinal)
- Karl Joseph Kardinal Schulte (1920 Erzbischof, 1921 Kardinal)
- Joseph Kardinal Frings (1942 Erzbischof, 1946 Kardinal)
- Joseph Kardinal Höffner (1969 Erzbischof, 1969 Kardinal)
- Joachim Kardinal Meisner (1988 Erzbischof, bereits seit 1983 Kardinal)
In diesen beiden Erzbistümern wurden alle Erzbischöfe binnen maximal 5 Jahren zum Kardinal ernannt.
Vor 1945 gehörte das Erzbistum Breslau zu den deutschen Erzbistümern mit Kardinalstradition. Die Kardinalstradition verblieb beim heute polnischen Erzbistum:
- Adolf Kardinal Bertram (1914 Erzbischof, 1916 Kardinal in pectore, 1919 bekanntgegeben)
Nach 1957 gelangte das Bistum Berlin - wohl aus politischen Erwägungen und der persönlichen Eignung von Kardinal Döpfner - in diese Tradition:
- Julius Kardinal Döpfner (1957 Bischof, 1958 Kardinal)
- Alfred Kardinal Bengsch (1961 Bischof, 1962 persönlicher Titel eines Erzbischofs, 1967 Kardinal)
- Joachim Kardinal Meisner (1980 Bischof, 1982 Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz, 1983 Kardinal)
- Georg Kardinal Sterzinsky (1989 Bischof, 1991 Kardinal, 1994 Erhebung zum Erzbischof)
Auch hier wurden seither also alle Bischöfe spätestens nach 2 Jahren zum Kardinal.
Deutsche Kurienkardinäle:
- Augustin Kardinal Bea (1959 Kardinal, 1960 Sekretär des neuen Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen)
- Paul Augustin Kardinal Mayer (1985 Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 1985 Kardinal)
- Walter Kardinal Kasper (1999 Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, 2001 Kardinal)
Auch diese drei Bischöfe wurden innerhalb von 2 Jahren zum Kardinal ernannt.
Lediglich der schon 1922 zum Kardinal ernannte Franziskus Kardinal Ehrle hatte zwar bereits vorher wichtige Ämter inne, unter anderem war er ab 1895 zwar Präfekt der Vatikanischen Bibliothek, erhielt aber erst 1929 ein Amt, das heute Kardinalstradition aufweist, nämlich zum Bibliothekar der Vatikanischen Bibliothek und Archivar des Vatikanischen Geheimarchivs.
Das bedeutet: 18 deutsche Kardinäle, die den genannten Kriterien entsprechen, wurden binnen von maximal 5 Jahren zum Kardinal ernannt. Hier kann man quasi von Automatismus sprechen.
Alle anderen Erzbistümer in Deutschland (Erzbistum Hamburg, Erzbistum Freiburg, Erzbistum Paderborn, Erzbistum Bamberg) haben keine solche Kardinalstradition.
Über diese Tradition hinaus gab es lediglich 2 deutsche Erzbischöfe, 5 deutsche Bischöfe und 2 deutsche Theologen, die aufgrund besonderer Leistungen zum Kardinal ernannt wurden.
Die beiden Theologen waren - wie in diesen Fällen üblich - über 80 Jahre alt, bei den beiden Erzbischöfen dauerte es weit über 20 Jahre. Bei den fünf Bischöfen dauerte es einmal 31 (!) Jahre, bei den anderen vier Ernennungen liegen eindeutige Verdienste zugrunde, aber auch hier dauerte es zwischen 11 und 18 Jahre nach ihrer Weihe zum Bischof, bis sie aufgrund ihrer Verdienste zum Kardinal ernannt wurden. Diese Kardinäle sind:
Bistum Berlin:
- Konrad Kardinal von Preysing (1932 Bischof, 1946 Kardinal als Ehrentitel wegen Widerstand gegen Nationalsozialismus 14 Jahre nach der Bischofsweihe)
- Seliger Clemens August Kardinal von Galen (1933 Bischof, 1946 Kardinal als Ehrentitel wegen Widerstand gegen Nationalsozialismus, ernannt 13 Jahre nach der Bischofsweihe)
- Lorenz Kardinal Jaeger (1941 Erzbischof, 1965 Kardinal als Ehrentitel 24 Jahre nach der Ernennung zum Erzbischof)
- Johannes Joachim Kardinal Degenhardt (1974 Erzbischof, 2001 Kardinal als Ehrentitel 27 Jahre nach der Ernennung zum Erzbischof)
- Franz Kardinal Hengsbach (1957 Bischof, 1988 Kardinal als Ehrentitel 31 Jahre nach der Bischofsweihe)
- Hermann Kardinal Volk (1962 Bischof, 1973 Kardinal als Würdigung der Arbeit um die Liturgiereform 11 Jahre nach der Bischofsweihe)
- Karl Kardinal Lehmann (1983 Bischof, 1987 Vorsitzender der Bischofskonferenz, 2001 Kardinal als Würdigung der Arbeit als Vorsitzender der Bischofskonferenz 18 Jahre nach der Bischofsweihe)
Als theologischer Ehrentitel erging die Kardinalsernennung an zwei deutsche Theologen:
- Alois Kardinal Grillmeier (* 1910, 1994 Kardinal)
- Leo Kardinal Scheffczyk (* 1920, 2001 Kardinal)
[Bearbeiten] Österreich
In Österreich hat im 20. Jahrhundert nur die Erzdiözese Wien die Kardinalstradition, die Erzdiözese Salzburg hingegen nicht.
Erzdiözese Wien:
- Kardinal Franz Xaver Nagl (1911 Erzbischof, 1911 Kardinal)
- Kardinal Friedrich Gustav Piffl (1913 Erzbischof, 1914 Kardinal)
- Kardinal Theodor Innitzer (1932 Erzbischof, 1933 Kardinal)
- Kardinal Franz König (1956 Erzbischof, 1958 Kardinal)
- Kardinal Hans Hermann Groër (1986 Erzbischof, 1988 Kardinal)
- Kardinal Christoph Schönborn (1995 Erzbischof, 1998 Kardinal)
Die Wiener Erzbischöfe wurden alle spätestens nach drei Jahren zum Kardinal ernannt.
Lediglich der Erzbischof von Salzburg, Johannes Baptist Katschthaler, wurde 1903 zum Kardinal erhoben, wie vor ihm auch schon Johannes Evangelist Haller (Erzbischof von 1890 bis 1900).
Außer diesen Kardinälen gibt es nur noch den Kurienkardinal Alfons Maria Stickler (1983 Pro-Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, 1983 Titularerzbischof von Bolsena, 1984 Leiter des vatikanischen Geheimarchivs, 1985 Kardinal)
[Bearbeiten] Schweiz
Anders ist es in der Schweiz, da dieses Land kein Bistum mit Kardinalstradition aufweist.
Daher gibt es bisher auch nur einen Bischof einer Diözese, und einen in der Kurie tätigen Schweizer, die ab dem 20. Jahrhundert zum Kardinal ernannt wurden.
- Kardinal Henri Schwery (1977 Bischof von Sion, 1991 Kardinal)
- Kardinal Gilberto Agustoni (1992 Präfekt der Apostolischen Signatur, 1994 Kardinal)
Während Gilberto Agustoni den Regeln entsprechend zwei Jahre nach Antritt der Tätigkeit in der Kurie zum Kardinal wurde, dauerte es bei Schwery 14 Jahre.
Hinzu kommen noch drei Kardinäle aufgrund ihrer theologischen Verdienste, wobei zwei schon über 80 Jahre alt waren und der dritte gleichzeitig mit der Kardinalsernennung zum Erzbischof wurde.
- Hans Urs von Balthasar (* 1905, 1988 Kardinal)
- Georges Marie Martin Cottier (*1922, 2003 Kardinal, 2003 Bischofsweihe)
- Charles Journet (* 1891, 1965 Bischofsweihe, Ernennung zum Erzbischof und Kardinal als Ehrentitel)
[Bearbeiten] Kardinalskonsistorium 2001
Das große Konsistorium vom Januar 2001 kann aufgrund der großen Zahl von 42 neuen Kardinälen zur Erprobung der Kriterien herangezogen werden
In der Kurie tätige Bischöfe und Erzbischöfe:
- Erzbischof Giovanni Battista Re, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe
- Erzbischof François Xavier Nguyên Van Thuân, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden
- Erzbischof Agostino Cacciavillan, Präsident der Verwaltung der Güter des Heiligen Stuhles
- Erzbischof Sergio Sebastiani, Präsident der Präfektur der Wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles
- Erzbischof Zenon Grocholewski, Präfekt der Kongregation für das Katholische Bildungswesen
- Erzbischof José Saraiva Martins CMF, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren
- Erzbischof Jorge Maria Mejía, Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche
- Patriarch Ignace Moussa I. Daoud, Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen
- Erzbischof Mario Francesco Pompedda, Präfekt des obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur
- Bischof Walter Kasper, emeritierter Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen
Erzbischöfe von Erzbistümern mit Kardinalstradition:
- Erzbischof Antonio José González Zumárraga, Quito (Ecuador)
- Erzbischof Ivan Dias, Bombay (Indien)
- Erzbischof Pedro Rubiano Sáenz, Bogota (Kolumbien)
- Erzbischof Theodore Edgar McCarrick, Washington, D.C. (USA)
- Erzbischof Francisco Javier Errázuriz Ossa, Santiago (Chile)
- Erzbischof Louis-Marie Billé, Lyon (Frankreich)
- Erzbischof Ignacio Antonio Velasco García SDB, Caracas (Venezuela)
- Erzbischof Juan Luis Cipriani Thorne, Lima (Peru)
- Erzbischof Francisco Álvarez Martínez, Toledo (Spanien)
- Erzbischof Claudio Hummes OFM, São Paulo (Brasilien)
- Erzbischof Jorge Mario Bergoglio SJ, Buenos Aires (Argentinien)
- Monsignore José da Cruz Policarpo, Patriarch von Lissabon (Portugal)
- Erzbischof Severino Poletto, Turin (Italien)
- Erzbischof Cormac Murphy-O'Connor, Westminster (Großbritannien)
- Erzbischof Edward Michael Egan, New York (USA)
- Erzbischof Geraldo Majella Agnelo, São Salvador da Bahia (Brasilien)
Das bedeutet: 26 von ernannten 42 Kardinälen entsprechen den Kriterien.
Von den sechzehn anderen kommen 5 aus Ländern ohne Erzbistum mit Kardinalstradition:
- Erzbischof Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga SDB, Tegucigalpa (Honduras)
- Erzbischof Bernard Agré, Abidjan (Elfenbeinküste)
- Erzbischof Julio Terrazas Sandoval CSSR, Santa Cruz della Sierra (Bolivien)
- Erzbischof Wilfrid Fox Napier OFM, Durban (Südafrika)
- Erzbischof Audrys Juozas Backis, Vilnius (Litauen)
Sie sind jeweils die einzigen aktuellen Kardinäle aus ihrem Land und soweit ich sehe überhaupt die ersten aus diesen Ländern!
Weitere drei stammen aus unierten Kirchen, für die ebenfalls keine festen Regeln zu gelten scheinen:
- Varkey Vithayathil CSSR, Großerzbischof von Ernakulam-Angemaly der Syro-Malabaren (Indien)
- Stephanos II. Ghattas, Patriarch von Alexandrien der Kopten
- Lubomyr Husar MSU, Großerzbischof von Lviv der Ukrainer
Bei vier Kardinalsernennungen handelt es sich um Ehrentitel für über achtzigjährige Theologen und Bischöfe:
- Jean Marcel Honoré, emeritierter Erzbischof von Tours (Frankreich) (* 1920)
- Roberto Tucci SJ, Radio Vatikan (* 1921)
- Prof. Dr. Leo Scheffczyk, Ludwig-Maximilians-Universität München (Deutschland) (* 1920)
- Prof. Dr. Avery Dulles SJ, Fordham University New York (USA) (* 1918)
Bei der Nachberufung der beiden deutschen Kardinäle Degenhardt und Lehmann handelt es sich allem Anschein nach um eine kirchenpolitische Entscheidung außerhalb der Regeln:
- Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt, Paderborn (Deutschland)
- Bischof Dr. Karl Lehmann, Mainz (Deutschland), Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
Damit fallen lediglich zwei weitere Ernennungen aus dem Rahmen der genannten Kriterien:
- Erzbischof Crescenzio Sepe, Generalsekretär des Komitees für das Große Jubiläum
- Erzbischof Desmond Connell, Dublin (Irland)
[Bearbeiten] Das erste Kardinalskonsistorium von Papst Benedikt XVI.
Auch Papst Benedikt XVI. hat bei seiner ersten Ernennung von Kardinälen die Kardinalstraditionen weitgehend beachtet. Aus der Liste der traditionellen Erzbistümer und Ämter hat er erwählt:
Außerdem hat Papst Benedikt XVI. nur drei weiterer Erzbischöfe als stimmberechtigte Kardinäle erwählt:
- Jean-Pierre Ricard, Erzbischof von Bordeaux (Frankreich), der Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz ist. Der Vorgang ist also mit der Ernennung von Kardinal Lehmann zu vergleichen.
- Nicholas Cheong-Jin-Suk, Erzbischof von Seoul (Südkorea)
- Joseph Zen Ze-kiun, Bischof von Hongkong (China)
Dies trägt dem Umstand der Unterrepräsentierung der römisch-katholischen Kirche Asiens im Kardinalskollegium Rechnung.
Damit hat er bei zwölf neuen stimmberechtigten Kardinälen, 9 Kandidaten genommen, die den Traditionen entsprechen. Alle anderen lassen sich aus den besonderen Umständen erklären.
Außer diesen sind weitere drei Personen angekündigt worden, die allerdings nicht mehr papstwahlberechtigt sind und der Kardinalsrang somit ein reiner Ehrentitel ist:
- Erzbischof Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, Erzpriester von St. Paul vor den Mauern (Italien)
- Erzbischof Peter Poreku Dery, der frühere Erzbischof von Temale (Ghana)
- Albert Vanhoye SJ (früher am Biblicum in Rom und Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission)
[Bearbeiten] Verbliebene Kardinalsanwärter
Dass die oben genannten Personen, beim ersten Konsistorium noch nicht ernannt worden sind, liegt unter anderem daran dass sich Papst Benedikt XVI. streng an die Zahl der 120 Kardinäle zu halten scheint, die sein Vorgänger durchaus auch "überzogen" hat.
Außerdem kann es bei denjenigen Erzbischöfen, die noch nicht solange im Amt sind, eine Rolle spielen, dass der emeritierte Erzbischof noch im wahlberechtigten Alter ist und man keine "Stimmenhäufung" auf einen Bischofssitz will. Dies träfe zum Beispiel für den Erzbischof von Paris zu.
Anders verhält es sich jedoch bei jenen Erzbischöfen, die eigentlich auf einem Erzbistum mit Kardinalstradition sitzen, aber nun schon bei mehreren Konsistorien nicht berücksichtigt wurden. Dies kann in der Regel aber entweder auf eine problematische Situation der Kirche in dieser Diözese bzw. dem Land oder aber auch auf einen Wechsel der Kardinalstradition auf ein anderes Erzbistum erklärt werden. Im Moment gibt mit dem Erzbischof von Armagh aber nur einen Anwärter, der davon betroffen scheint.
Name | Geburtsdatum | Kirchliches Amt | Beginn der Amtszeit | Nationalität | Vorgänger |
---|---|---|---|---|---|
Seán B. Brady | 16. August 1939 | Erzbischof von Armagh | 1. Oktober 1996 | Irland | Cahal Brendan Daly (* 1917) |
[Bearbeiten] Weitere Kandidaten
Immer wieder fallen in der Öffentlichkeit weitere Namen, die aufgrund persönlicher Eignung oder der gestiegenen Bedeutung ihres Amtes oder ihres Erzbistums als Kandidaten genannt werden. Dabei handelt es sich im Unterschied zur Kardinalstradition aber weitgehend um Spekulation.